Tag Archive | "wahres Selbst"

Der Urgrund von Schuld und ihre Erlösung


Ich fragte mich, wo der Urgrund von Schuld liegt und empfing diese Antwort: Der Beginn von Schuld liegt im Erleben von Trennung als einer unerklärlichen und Ver(w)irrung stiftenden Geworfenheit in Dualität. Das bloße Sein bewirkt das Erleben von Schuld. Das, was einst Sein begehrte, erlebt umgesetzt in Sein sein Sein als schuldig nicht im Einen zu sein. Dorthin will es zurück, indem es seine Schuld zu überwinden versucht. Da Sein Schuld bringt, versucht es anders zu sein. Doch auch im irrenden Sein entkommt es nie seinem Sein. Wohl aber seiner Schuld im Laufe seines Heimweges. Sein ist frei von Schuld. Im Getrenntsein liegt der Urgrund unserer Schuld und im All-ein-sein ihre Erlösung.

Simone Meller

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Das wahre Selbst ist kein Ideal-Zustand


Jenseits von Normen und Idealen bin ich

Mein wahres Selbst ist mein unmittelbares Erleben hier und jetzt. Ich bezeichne mit dem wahren Selbst keinen angenehmen Ideal-Zustand, sondern alles, was jeweils in mir ist. Mein wahres Selbst ist keine Finest Selection meiner Lieblingszustände, sondern ein ununterbrochener Fluss wechselnder Zustände. Manche davon sind so unbeschreiblich herrlich, dass die Versuchung naheliegt, sie als das anzustrebend Wahre zu bezeichnen. Doch so verjüngend und strahlend manche zwischenmenschlichen und transzendenten Zustände auch sind, sie sind meiner Erfahrung nach nicht wahrer oder richtiger als andere Zustände.

Mein wahres Selbst gibt es nur in diesem Augenblick – jenseits von Normen und Idealen. Jetzt bin ich. Jetzt bin ich, die ich bin. Auch in Momenten völliger Finsternis. In der Bejahung eines jeden sich gerade in mir ereignenden Zustands bin ich jeweils in meiner vollen Kraft. Mein wahres Selbst ist mein unmittelbares Erleben hier und jetzt. Seine Bejahung erfordert Liebe, ist annehmende Liebe.

Selbstverrat und (Selbst-)Täuschung

Das wahre Selbst wird dort geopfert, wo es nach Liebe verlangt, aber auf Ablehnung stößt. Diese Erfahrung habe ich als Kind gemacht, z.B. wenn ich wütend war, aber auch wenn ich für meine Familie unangenehm klar war. An die Stelle meines abgelehnten wahren Selbst trat das falsche Selbst, eine (Selbst-)Täuschung, um der Ablehnung zu entgehen und Liebe zu ernten. Nur wurde ich ja nicht für das geliebt, was ich war, sondern für das, was ich vorgab zu sein. In diesem kontinuierlichen Selbstverrat vermehrte sich mein Schatten, wuchsen in mir Probleme heran, bis ich mich ihnen als junge Erwachsene zu stellen begann. Ich hatte genug von meinem Leid. Ich begann mich dort zu lieben, wo ich einst in die Verbannung gegangen war. In diesem Leben und in vielen anderen Inkarnationen.

Vom falschen Selbst (Selbstverrat) spreche ich also nur dann, wenn das unmittelbare Erleben verneint und infolge unstimmig gehandelt wird. Sobald ich meinen Selbstverrat erkenne und liebevoll annehme, lebe ich schon wieder mein wahres Selbst. Doch unabhängig davon, wie (un-)stimmig ich jeweils handele, bin ich dank unaufhörlicher Synchronizitäten immer auf meinem Seelenweg. Aus dieser höheren Sicht bin ich nie verloren und verstoßen, sondern immer ein geliebtes göttliches Kind, das sich mit jedem Schritt in neuen Umständen spiegeln darf (s. Von scheinbarer Tragik und ewiger Sicherheit). Das ist eine unglaubliche Geborgenheit, in der das, was wir gerne als “Fehler” bezeichnen, nichts weiter als Erfahrungen sind. Zugleich sind wir als Erwachsene niemals unserer Verantwortung enthoben, denn wir entscheiden immer aufgrund unseres freien Willens.

Es gibt kein objektiv Richtiges oder Falsches. Das jeweils subjektiv Wahre und Stimmige verändert sich von Moment zu Moment. Gestern kann meine Abgrenzung gegenüber einem Seins-Aspekt noch stimmig gewesen sein, während sie heute Selbstverrat wäre, weil die Öffnung meiner Grenze für diesen Seins-Aspekt ansteht.

Kontinuierliche Einladung zum Wachstum

Das wahre Selbst ist also nicht etwas gegenständlich Festes, sondern etwas, das sich fortlaufend im puren Sinne des Wortes ent-wickelt. Es ist etwas, das immer wieder neu und anders ist.  Es ist ein Weg zu mehr Wohlbefinden. Auf diese Weise geschieht Wachstum. Mein wahres Selbst hebt mich Stufe um Stufe empor, ohne dass deshalb die vorherigen Stufen an sich falsch oder weniger wert würden, sie entsprechen mir nur nicht mehr, sind nicht mehr stimmig.

Ich befinde mich in einem ununterbrochenen Häutungsprozess. Keine meiner alten Häute entspricht mir noch, keine davon ist mein wahres Selbst. Doch eine jede von ihnen war einmal für einen kurzen oder langen Moment mein wahres Selbst. Keine Haut war besser oder schlechter als die andere, aber jede war vollkommen. So wie mein wahres Selbst jetzt.

Text: Simone Meller | Foto: bellmers, Pixelio

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Das Erhabene


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Wer unterscheiden übt, entdeckt seine Schöpferkraft


Zwischen Wohl und Leid unterscheiden üben

Schöpferkraft hat ihren Ursprung in der Fähigkeit zur Unterscheidung. Jahrzehnte bevor ich das so formulieren konnte, begann sich allein durch Unterscheidungsfähigkeit mein Leben zu verändern. Einfach indem ich in jeder Situation neu zwischen Wohl und Leid zu unterscheiden lernte, also zwischen…

… meinem Widerstand gegen das, was mir nicht entspricht (Selbstfürsorge/Wohl) und
meinem Widerstand gegen das, was mir entspricht (Selbstsabotage/Leid).

… meiner Lust auf das, was mir entspricht (Ausrichtung auf Fülle/Wohl) und
meiner Lust auf das, was mir nicht entspricht (Ausrichtung auf Mangel/Leid).

Die Schwierigkeit liegt dabei nicht in der gegenständlichen Unterscheidung von Wohl und Leid, sondern in der Formulierung “was mir (nicht) entspricht”. Was mir gestern noch entsprochen hat (wahres Selbst), kann bereits heute unstimmig (falsches Selbst) und in neuer Form morgen wieder stimmig sein. Denn ich befinde mich im beständigen Wandel. Es gibt also keine harten Kriterien für die Unterscheidung, sondern das einzige, was mir hilft, ist so etwas wie ein Spürbewusstsein. Ich kann spüren, was meinem Wohl dient und was nicht. Ich unterteile meine Realität nicht per se in positive und negative Energie, denn es steht und fällt jeweils neu mit meiner Reife und Schwingung, welche Energie für mich positiv (hebend) oder negativ (senkend) sind.

Ich begleite Menschen beim  Üben dieser Unterscheidungen und damit beim Entdecken ihrer Schöpferkraft. Solange sie nicht situationsbezogen zwischen Wohl und Leid unterscheiden können, entscheiden sie sich mehr oder weniger für ihre bisherige Gewohnheiten und sind frustriert, dass es mit ihrer Schöpferkraft anscheinend nicht so weit her ist. Dabei wenden sie fortlaufend ihrer Schöpferkraft an! Nur kann nichts Neues entstehen, solange die (unbewussten) Entscheidungsmuster fortgeführt werden.

Sich über Entscheidungsgewohnheiten bewusst werden

Ob mal jemand ausgerechnet hat, wieviele Entscheidungen wir täglich treffen? Wieviel Prozent unserer Entscheidungen sind stimmig und wieviele unstimmig? Was bedeutet das für unser persönliches Resonanzfeld? Wir ziehen solche Menschen und Situationen an, in denen wir uns optimal spiegeln können. Wir erkennen uns im Spiegel, indem wir auf die in uns entstehednen Gefühle achten und liebevoll mit ihnen sind.

Mein Weg der Heilung und Entfaltung bestand in einer Veränderung meiner Entscheidungsgewohnheiten (s. Nein-Sagen). Ich lernte, mich immer öfter für mein stimmiges Wohl zu entscheiden. Dieses Prinzip nenne ich Selbstverwirklichung. Ich übe die Anwendung dieses einfachen Prinzips in allen Lebensbereichen. Dadurch hat sich mein Dasein grundlegend gewandelt und es wandelt sich weiterhin. Wie viele andere Menschen auch hatte ich eine schwierige Biografie. Doch verdanke ich ihr die Erfahrung meiner Schöpferkraft. Denn ohne das erfahrene Leid könnte ich das Leben in Wohligkeit nicht schätzen, vermöchte ich das Stimmige nicht vom Umstimmigen zu unterscheiden.

Ohne Unterscheidung keine bewusste Entscheidung

Nur dort, wo wir unterscheiden können, werden wir fähig zur bewussten Entscheidung. Wir treffen auf Scheidewege – Tag für Tag, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde. Wir verfeinern unsere Fähigkeit zur bewussten Anwendung von Schöpferkraft, während uns Alles-was-ist beständig den Spiegel vorhält. Aber auch hier unterscheiden wieder wir, was wir darin sehen und was eben (noch) nicht. Wir sind frei. Wir dürfen wählen. Und jederzeit sind wir der Liebe wert – unabhängig davon, was wir wählen. Nie sind wir nicht auf unserem Weg.

Simone Meller

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