Der Mensch wird des Weges geführt,
den er wählt.
Talmud
Posted on 24 Februar 2011.
Der Mensch wird des Weges geführt,
den er wählt.
Talmud
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Posted on 20 Dezember 2010.
Im Kontext einer Diskussion habe ich neulich ausformuliert, was ich bislang auf verschiedene Texte verstreut und in Ausdehnung von Liebe ist kein Zerfallen von Persönlichkeit komprimiert zusammengefasst hatte. Hier folgen einige Auszüge mit nachträglich eingefügten Zwischenüberschriften:
[...]
Ich bezeichne diese liebevolle Annahme des Schrecklichen manchmal auch als Selbsterlösung und es meint jene Herzensausweitung [...]. Das eigene Herz dehnt sich aus, wird weit genug für den eigenen Schmerz. Der in Liebe aufgenommene Schmerz durchläuft einen energetischen Wandlungsprozess, der die eigene Sicht immer wieder neu erhellt. Ich beschreibe hier keine Theorie, sondern meine Erfahrung in der mehrschichtigen Transformation der kleinen und großen Widrigkeiten des Lebens. In solch einem Herzensprozess kann plötzlich ein tief strömendes Mitgefühl entstehen, mein Herz noch weiter aufgehen und das Gegenüber, das einst meine Schmerzen auslöste, darin Platz finden. Auf diese angedeutete Weise “esse” ich seit Jahren die Welt. Das kostet zwar zunehmend mehr Zeit und Kraft. Doch unbeschreiblich die daraus erwachsende Leichtigkeit, Freude und Fülle. Ich “bekomme” immer mehr, aber ich “brauche” auch immer mehr, um meinen Transformationsprozess fortsetzen zu können. Je wohler ich mich fühle, desto mehr Unwohlsein bereitet mir das, wofür ich mich bislang nicht zuständig fühlte. Auch jetzt bin ich nicht zuständig dafür im Sinne die Welt retten zu wollen, sondern zuständig im Sinne von Verantwortung für die Gefühle, die die Welt in mir auslöst. Also nehme ich das einst Fremde in mein Herz, lasse mich ein auf die Transformation der Energien, bis ich mich wieder wohler fühle und neue (Handlungs-)Impulse entstehen. Stößt mein Blick erneut auf etwas von mir Ausgegrenztes, dehne ich mein Herz erneut… Was gestern noch Welt war, belangt mich heute persönlich. Wer ist die Welt und wer bin ich? Alles schiebt sich immer mehr ineinander. So geht das immer weiter. Auf diese Weise entstand zum Beispiel mein Gedicht Soldat, ich ehre dein tapferes Herz. Und auf dieselbe Weise geht immer mehr im Wortlosen auf.
[...]
Deshalb formuliere ich manchmal, dass ich einfach nur nach Herzenslust lebe. Ich folge keinen Dogma, sondern meinem Wohlsein, das sich an Liebe ausrichtet. Das ist auch der wesentliche Unterschied zum Egoismus (siehe bei Interesse hier und hier).
Wenn ich also davon schreibe, immer mehr in Freude zu sein, bedeutet das nichts anderes, als dass ich ständig esse, was mir auf den Tisch kommt, mich aber nicht zwinge, wenn ich mich ekle, sondern dann eben ein paar Tage oder Jahre [sic!] mit dem Ekel herzensschwanger gehe, um die Bilder nun endgültig zu vermischen *schalk*. Und der einzige Grund, warum ich mich auch über den Ekel hermache, ist der, weil ich aus meiner Erfahrung weiß, dass es mir mit ihm im Herzen besser geht, als wenn ich ihn außen vor lasse. Doch solange mein Herz nicht weit genug ist, kann ich ihn nicht aufnehmen. Aber auch mit diesem Unvermögen kann ich mich liebevoll annehmen! Also gleichgültig, was mir passiert: Ständig kann ich mich annehmen, mit dem was ist, mit meinem Unvermögen wie mit meinen Sternstunden und bin dabei immer in der einen Liebe. Die Momente, in denen ich mit meinem Bewusstsein nicht in der Liebe bin, gibt es natürlich. Doch kann ich sie immer schwerer ertragen, weil der Unterschied so gravierend ist! Deshalb sinke ich immer schneller ins Herz – mit alledem, was gerade ist. Und wenn ich in der Liebe bin, kann ich gar nicht anders, als meinen Gegenübern eben mit dieser bedingungslosen Liebe zu begegnen, in der zugleich Platz für meine Präferenzen [...] bleibt.
[...]
Durcheinander geht in dieser Diskussion die Sache mit dem Wert. “Wert” kommt in vielen Begriffen vor und ich sehe da (vergleichbar zum Begriff “Spiritualität”) mehrere Bedeutungsebenen.
Ich negiere nicht die lebensnotwendige Existenz von kognitiv-emotionalen Bewertungsprozessen, wenn ich Auf- und Abwertungen im Widerspruch zur Gleichwertigkeit aller Menschen sehe. In der bedingungslosen Liebe, in der alles Seiende wie beschrieben seinen Platz findet, dürfen Präferenzen (unser freier Wille) weiterhin sein. Dürfen wir unser Urteilsvermögen bewahren, nach unseren Bedürfnissen und Werten immer wieder neu bewerten und entscheiden, was uns entspricht. Wenn ich also den Weg in die Freude wähle, so wie ich auch eine Tasse Tee oder ein Kleid wähle, werte ich mit meiner Wahl weder die Traurigkeit, noch den Kaffee, noch die Hose ab. [...]
Ich erhebe meinen Weg nicht zur Norm und beschreibe auch keine Wachstumsnotwendigkeit [...]. Wer sich mit seinem Interesse für Heilung und Fülle an meine Website oder mich wendet, erfährt: Ab in die Liebe mit dir und allem, was in deinem Rucksack ist. Doch, ob du es machst oder nicht, ist vor dem, was du Gott nennst, egal. Einzig und allein für dich macht es einen Unterschied im Wohlbefinden.
Damit behaupte ich nicht, dass mein menschliches Wesen völlig frei von Tendenzen zur Abwertung wäre. Sondern ich pflege eine Haltung, in der jeder frei ist, zu leben wie es ihm gefällt, ohne dabei jemals an (Ehren-)Wert zu verlieren oder zu gewinnen. Auch in meiner Unzulänglichkeit bleibe ich immer gleich viel wert. Das enthebt uns nicht des operativen Handelns (s. bei Interesse: erster Abschnitt von In der Welt zu Hause sein), aber eben auch nicht der Verantwortung für unser Leid (s. bei Interesse: Dialog mit Nicoletta und Helga).
[...]
Mir geht es um die subjektive Stimmigkeit, der ich immer wieder neu folgen darf – ohne Angst, jemals in göttliche Ungnade zu fallen.
Daraus erwächst eine Freiheit, die den Totalitarismus nicht bedient, ihm aber seinen Platz in der Welt lässt. Dabei geschieht laaangfristig etwas Wunderschönes (das ist eine Bewertung!): In dem Maße, wie sich die Freiheit in Liebe ausdehnt, verschwindet der Totalitarismus. Er wird von Liebe gegessen. Nicht der Kampf gegen Totalitarismus (das wäre Abwertung!) bringt ihn aus der Welt, sondern unsere wachsende Annahme von allem, was ist (Gleichwertigkeit alles Seienden!). Denn auch meiner Anschauung nach, sehnt sich alles, was ist, im tiefsten Grund nach dieser liebenden Annahme [...]. Aber nicht alles, was ist, fühlt sich bereits dieser Liebe wert (Selbstwertgefühl!). Noch einmal betone ich: Das enthebt uns nicht unserer alltäglichen Verantwortung angesichts dessen, was uns widerfährt und zum angemessenen Handeln auffordert. Das Gegenteil ist der Fall: Die Arbeit beginnt immer in uns selbst. Wenn nicht wir uns mit allem, was wir erleben, alltagstauglich in die Liebe bringen, wer dann?
Simone Meller
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Posted on 19 Dezember 2010.
Ein Schüler kann viel von seinem Meister lernen, indem er das, was ihn an der ausgewählten Person fasziniert, in sich selbst entdeckt und entwickelt. Er lernt auch anhand von Reibung und Unterscheidung, indem er erkennt, was ihm entspricht und was eben nicht (mehr). Ein Schüler, der versucht, wie sein Meister zu werden, wird sich ewig bemühen. Er wird sich ewig bemühen, anders zu sein, als es seiner eigenen Wahrheit entspricht. Dieses Bemühen ist nicht vergeblich, sondern wichtig, weil es die Erfahrung dessen ermöglicht, was keine Erlösung bringt. In dem Moment, da der Schüler kein Schüler und der Meister kein Meister mehr ist, leuchtet etwas auf, was das Leben unwiderruflich erhellt: Der Mensch wird frei, so zu leben, wie es ihm entspricht. Er erlaubt sich jeden Tag neu zu wählen, was ihm entspricht. Dann wird ALLES ihm Begegnende zum Meister, ohne dass es noch so genannt werden müsste.
Simone Meller
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Posted on 10 Dezember 2010.
Natürlich gibt es Menschen, die mich ignorieren. Und selbstverständlich auch solche, die mich entwerten. Dennoch existiere ich. Ruht mein seelischer Schwerpunkt in mir, ist mein Leben in Ordnung, bin ich in Ordnung. Ich existiere völlig unabhängig davon, was Schlagzeilen, Karrieristen und Vorübergehende verkünden. Es gibt mich, auch wenn mich nicht jeder Blick mit Liebe streift. Ich bin, auch wenn ich nicht verstanden werde. Es gibt mich, indem ich mich liebe. In der Liebe ist Platz für den Spott dieser Welt und vieles mehr. Jede dieser Erfahrungen hilft mir zu erkennen, wer ich bin (s. Der Schatz der Einsamkeit). Jede dieser Erfahrungen macht mich frei und öffnet mich für noch mehr Liebe. Wie das kommt? Weil ich – die unterschiedlichen Möglichkeiten betrachtend – Liebe wähle. Wie könnte ich Liebe wählen und erfahren, wenn mich jeder unentwegt lieben würde?
Simone Meller
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