Der Atem
in einer Vogelkehle
der Atem der Luft
in den Zweigen.
Das Wort
wie der Wind selbst
sein heiliger Atem
geht es aus und ein.
Immer findet der Atem
Zweige
Wolken
Vogelkehlen.
Immer das Wort
das heilige Wort
einen Mund.
Hilde Domin
Posted on 05 Dezember 2010.
Der Atem
in einer Vogelkehle
der Atem der Luft
in den Zweigen.
Das Wort
wie der Wind selbst
sein heiliger Atem
geht es aus und ein.
Immer findet der Atem
Zweige
Wolken
Vogelkehlen.
Immer das Wort
das heilige Wort
einen Mund.
Hilde Domin
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Posted on 22 Juni 2010.
Für die Vögel war es wettermäßig ein schweres Frühjahr. So suchte ein Rotschwanzpärchen Schutz im Rohbau menschlicher Behausung und nistet sich dort voller Hoffnung ein.
Die Bauarbeiter wurden strikt angewiesen, den Bruterfolg nicht zu gefährden, und alle Eier blieben ganz.
Heraus kamen hungrige Piepmätze und ein Lobgesang auf die Hoffnung der Eltern.
Fotos: Stefan Ueing
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Posted on 16 Juni 2010.
Wenn ich traurig bin wie die Weide am Wasser,
werde ich zart und stark wie die Birke am Weg.
Wenn ich glühe wie der Sand in der Sonne,
werde ich sanft und fest wie die Klippe im Fluss.
Wenn ich fließe mit allem zum Meer,
werde ich frei wie die weiße Möwe,
eine Schaumkrone am Himmel, die lacht.
Simone Meller
Foto: Ronny Senst, pixelio.de
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Posted on 07 Juni 2010.
Vor sechs Wochen schrieb ich ein kleines Gedicht über den Freien Flug des Vogels in meinem Herzen.
Thematisch verwandt folgten u.a. vier ausformulierte Texte über das changierende Ich-Erleben in der persönlichen Bewusstseinsentwicklung:
Heute entstand das Gedicht Melodram am Mittag.
Kurz darauf entdeckte ich folgenden Text:
Aus der Tiefe meines Herzens
Aus der Tiefe meines Herzens erhob sich
ein Vogel und flog himmelwärts.
Höher und höher schwang er sich empor
und wurde dabei zusehends größer.
Zuerst war er so groß wie eine Schwalbe,
dann wie eine Lerche,
später hatte er die Größe eines Adlers,
dann die einer Frühlingswolke,
und schließlich füllte er den gesamten gestirnten Himmel.
Aus der Tiefe meines Herzens flog ein Vogel himmelwärts,
je höher er flog,
um so größer wurde er.
Doch er verließ mein Herz nicht.Khalil Gibran
Dieser Verlauf von Ende April bis heute ist ein handliches Beispiel für Choreographien, wie ich sie täglich in meinem Leben finden kann. Mir übersteigt es den korrekten Begriff der Synchronizitäten, wenn ich mich der Anschauung solcher Fügungen ergebe. Khalil Gibrans Zeilen erscheinen mir wie eine federleichte Zusammenfassung des von mir Gemeinten und schlagen zugleich den Bogen zur Leichtigkeit des ersten Textes in dieser Choreographie. Anfang und Ende dieser Textserie wird durch Vögel angezeigt, die mich bereits vor ziemlich genau einem Jahr so tief berührten (s. Den Vögeln dieser Welt). Und tauchte nicht gestern in einem Gedicht noch die Amsel auf?
Die Leichtigkeit der lyrischen Texte kommt den mystischen Abenteuern am nächsten, während die dazwischen entstandenen Texte mehr der Integration in das Leben dienen. Beides beschrieb ich vor sechs Tagen in Mystische Abenteuer und ihre Integration.
Dies ist ein typischer Blog-Beitrag, den ich nur für mich schreibe. Ein Innehalten, eine Rückschau, ein Begreifen. Ein Staunen, was geschieht, wenn ich ganz ich selbst bin.
Es ist ein herausgegriffenes Beispiel für das, was täglich bei mir genauso wie bei dir passiert. Auch wenn wir uns nicht immer Zeit und Raum nehmen, um die Choreographie noch einmal zu betrachten. Dabei ist eine Choregraphie herrlicher als die andere, ohne dass die erste durch die letzte an Glanz verlieren würde. Es ist und bleibt einfach wundervoll.
Aus der Tiefe unserer Herzen fliegen Vögel empor…
Simone Meller
Fotos: Karin Jung & Uschi Dreiucker/Pixelio.de
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