Tag Archive | "Vermeidung"

Selbstfürsorge und Vermeidung unterscheiden


Eine wiederkehrende Herausforderung des Lebens besteht darin, zu unterscheiden, ob du etwas sein lässt, weil es dir nicht mehr dient (Selbstfürsorge) oder weil du vor einem Reifungsprozess zu flüchten versuchst (Vermeidung). Über dein Herz kannst du diese Unterscheidung vornehmen. Gelingt dir das gerade nicht, so lebe den Impuls, den du am klarsten wahrnehmen kannst. Er führt dich zu deinen nächsten Erfahrungen, mit Hilfe derer du dich weiter erkennen lernen kannst.

Simone Meller

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Das Menschenspiel ist unvermeidbar


Spiritual Bypassing ist die Vermeidung von Schattenarbeit (ausführlich hier erläutert). Der Erwachte wähnt sich auf dem Weg der Selbstverwirklichung und verheddert sich in den Fallstricken seines Schattens. Im widerfährt das zutiefst Menschliche, von dem er sich längst befreit glaubte, nämlich die innere Spaltung in Dunkel und Licht. Es versucht im Außen die Dualität zu überspringen, um möglichst schnell zur Einheit zu gelangen, während die Dualität in seinem Innersten noch unerlöst ist. Seine Wahrnehmung filtert weg, was an das Dunkle in ihm erinnern könnte. Damit fallen auch angebotene Hilfen durch die misstrauische Zensur, die einem Dogma ähnelnd auf Licht ausgerichtet ist. Aber dieses strikt avisierte Licht ist kein echtes Licht, sondern eine weitere Illusion. Sie ist eine Gaukelei des Schattens. Sie ist ein geschickter Versuch des teuflischen Archetyps Ahriman sein dunkles Reich zu erhalten. Spiritual Bypassing ist ein zeitgemäßer Ausdruck des Kampfs von Licht und Finsternis. Schaut man klar, so ist es weniger ein Kampf als ein großartiges Spiel mit unterschiedlich besetzten Rollen. Es ist die Selbsterfahrung eines gigantisch erscheinenden Bewusstseins, das mit sich selbst spielt. Wir kommen nicht umhin zu spielen. Aber wir können wählen, was wir spielen. Auch das meint Neues Bewusstsein.

Simone Meller

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Spiritual bypassing: Täuschung, Krise und Chance


Sehr oft ermuntere ich andere zum Sprechen, nämlich immer dann, wenn es darum geht, aus den Untiefen der Dualität in eine erleichternde Bezogenheit zu gelangen. Die geschieht durch liebevoll unterstützende Kommunikation.

Diese Bezogenheit trägt zwar auch dualen Charakter, aber sie schwingt in den spiralförmigen Bewegungen durch die Polarität bereits wesentlich höher. Denn indem ich ausspreche, was ich erlebe, beziehe ich mich auf das Leben des anderen, ich beziehe ihn mit ein in mein Sein. Wir nähern uns aneinander an. Wie kann ich mit einem anderen Menschen eins sein, wenn ich nicht einmal mit ihm über mein Innerstes sprechen kann?

*

“Am Anfang war Beziehung. Der Mensch wird am Du zum Ich.” – Martin Buber

Miteinander sprechen lernen ist eine Form von spirituellem Wachstum. Manche Menschen vermeiden ihr spirituelles Wachstum (Spiritual Bypassing), während sie sich inmitten des Wachstumsprozess wähnen. Das ist eine Selbsttäuschung. Diese Menschen ziehen eine künstliche Trennung zwischen der irdischen Dualität (“unspirituell”) und dem phantastischen Einheitsbewusstsein (“spirituell”). Sie entwerten Dualität, denn sie haben ja die wahre Einheit geschaut, die fortan idealisiert wird. Mit anderen Worten: Sie wollen Einheit sein, bevor sie ganz Dualität waren. Sie wollen wesentliche Teile des Menschenspiels (das übrigens Spiritualität pur ist) überspringen. Sie wollen am Spielziel ankommen, ohne gespielt zu haben.

Das Legen eines spirituellen Bypass’, erläutert am Beispiel der Wachstumsaufgabe Kommunikation, wird im Kinderzimmer “Schummeln” genannt, umgangssprachlich “innerer Schweinehund”. In der Psychologie sagen wir dazu Widerstand, Vermeidung, Selbstsabotage, psychische Umkehrung etc.

Spiritual bypassing wird aus Angst vor dem eigenen Schatten betrieben. Dadurch bleibt sehr viel Licht eingeschlossen, denn im Menschenspiel ist Schatten nichts anderes als die Herausforderung, in ihm das Licht wiederzuentdecken. Wachstumsvermeider geben sich mit weniger zufrieden als sie wirklich sind. Sie konservieren ihr falsches Selbst aus Angst vor dem wahren Selbst. Was könnte da alles an Gefühlen und Erinnerungen aufsteigen! Zudem ist eine zentrale duale Erfahrung unseres Menschenspiels, dass wir bei Schritten ins Licht unsere Beziehungen (zu Eltern, Freundinnen, Partner, Kolleginnen etc.) riskieren. Manche unserer Weggefährten ziehen nach, manche nicht oder erst sehr später.

Spiritual bypassing ist der Versuch, eine spirituelle Krise zu umschiffen. So unangenehm sich eine Krise auch anfühlt, ist sie doch immer eine Chance zu Wachstum. Sie ist das, wonach sich Wachstumsvermeider sehnen und wovor sie zugleich unbewusst Angst haben: eine Chance zu mehr Licht.

Selbstverwirklichung bedeutet eben auch sehr viel Schattenarbeit. Nur wer sich seinem Schatten stellt, entdeckt sein wahres Selbst und befreit das Licht, das er bereits ist.

Wer diesen Weg nicht geht (und ich ziele hiermit nicht auf eine bestimmte Methode, sondern auf die Essenz), läuft mit einem größer werdenden Rucksack dunkler Energie durch sein Leben. Über das Resonanzprinzip werden entsprechende Situationen angezogen (s. Kosmische Gesetze). So wird erklärlich, warum sehr lichtvoll erscheinende Menschen plötzlich zusammenbrechen, schwer erkranken oder überraschend zu Tode kommen. Die Übermacht des Schattens zwingt sie eines Tages in die Knie.

Das Dunkle zwingt den in die Knie, der sich zuvor nicht demütig seinem Schatten zuwenden wollte. Es klingt paradox und mag viele Heilsucher enttäuschen: Der Weg ins Licht führt durch die Dunkelheit. Dafür haben wir unser Menschenspiel geschaffen. Wer schummeln möchte, gerät gemäß Spielregel (s. Kosmische Gesetze) noch tiefer in die Dunkelheit. Der Bypasser meint, dem illusionären Spiel entronnen zu sein, und verstrickt sich dabei immer tiefer.

Keinesfalls bedeutet Leben ewiges Leiden. Leben ist die Transformation von Dunkelheit in Licht. Leben ist Heimfinden in Freude.

Die Spielregeln stehen fest. Innerhalb dieser unverrückbaren kosmischen Ordnung realisieren wir unsere Spiele. Wir dürfen spielen, was wir wollen. Wir sind frei. Alles darf sein.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Erika K.

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Wahrhaftig sprechen


Wenn du versuchst, so zu sprechen, dass du nicht weinen musst, weichst du deiner inneren Wahrheit aus. Du vermeidest, weich zu werden und dir selbst in Liebe zu begegnen.

Ich erinnere an dieser Stelle sehr gerne an den wunderbaren Text von Anselm Grün, den ich mit “Öffne dein Herz” überschrieben habe.

Simone Meller

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