Tag Archive | "Verkennung"

Das Wort des freien Herzens II


1. das wort des freien herzens
achtet jede grenze und ist grenzenlos zugleich
denn es wurzelt im ewigen wandel des wortlosen seins

2. das wort des abhängigen herzens
missachtet grenzen und sucht die anerkennung
denn es ist haltlos im ewigen wandel des verkannten seins

3. das wort des freien herzens
entspricht dem archetyp des göttlichen kindes
und damit der einheit von feminin und maskulin von yin und yang

4. das wort des abhängigen herzens
entspricht dem archetyp des verletzten kindes
und damit seiner verlassenheit durch mann und frau

5. das wort des freien herzens
entsteht aus der transformation des verletzten kindes
aus der heilung von mann und frau hin zum göttlichen kind

6. das wort des freien herzens
entspringt der selbstklärung eines erwachsenen menschen
der seine verantwortung nicht delegiert und keine fremde verantwortung übernimmt

7. das wort des freien herzens
lässt sich geduldig auf alle realitäten ein
denn weder verliert es seine energie im anderen noch folgt es fremder energie

8. das wort des freien herzens
entspringt der vereinigung von agape und eros
diese herzenslust entspricht dem archetyp der erotikblüte

9. das wort des freien herzens
grenzenlos und verwurzelt zugleich
entspricht den chakren von den sohlen bis zum scheitel vereinigt in einem punkt

10. das wort des freien herzens
ist wechselnder ausdruck lebendiger dualität
ohne polarität zu verstärken und ohne zur einheit zu zwingen

11. das wort des freien herzens
entspringt zwischen ich und du sowie zwischen leib und seele
es ist die zeitliche bewegung des sich ausdehnenden geistes im multidimensionalen raum

12. das wort des freien herzens ist leicht
das wort des abhängigen herzens ist schwer
traurig stimmende begegnung ruft neu zu klären das eigene herz

simone meller

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Es gibt dich


Dein Ort ist
wo Augen dich ansehen.
Wo sich die Augen treffen
enstehst du.

Von einem Ruf gehalten
immer die gleiche Stimme,
es scheint nur eine zu geben
mit der alle rufen.

Du fielest,
aber du fällst nicht.
Augen fangen dich auf.

Es gibt dich
weil Augen dich wollen,
dich ansehen und sagen
dass es dich gibt.

Hilde Domin

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Ich bin mit dir


Wir treffen uns dort, wo du mich nicht vermutest.
Du willst es nicht wissen, und das darf sein.
Du magst mich verkennen, und ich fühle den Schmerz.
Ich lasse mir von dir zeigen, wo ich zu Hause bin.
Dort ist auch Platz für dich. Mein Segen ruht sicher auf dir.
Streife ihn ab und geh’, wohin dein Herz dich führt.
Wisse: Ich lasse los und bin mit dir.

Simone Meller

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Neues Bewusstsein zu Ostern 2010


Meine diesjährigen Gedanken zu Ostern zentrieren sich im folgenden Satz:

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. – Mahatma Gandhi

Alle drei Strategien (Ignoranz, Auslachen, Bekämpfen) entstehen aus einem Gefühl von innerer Kleinheit. Wer sich klein fühlt (also seine eigene Größe verkennt), kann die gelebte Größe des anderen nicht ertragen. Deshalb ist er versucht, sie mit Nichtbeachtung, Missachtung und Misshandlung auszuschalten. Damit projiziert er die eigene Selbstverkennung auf das Gegenüber.

Das Zitat von Gandhi beschreibt das Lebensthema jedes Menschen, der sich seiner Selbstverwirklichung stellt. Jeder hat seine Ängste vor den Reaktionen der anderen zu transformieren und “gewinnt” erst dann, wenn sein Selbsterleben zunehmend unabhängiger von den Bewertungen anderer wird. Denn:

Lob und Tadel bringen den Weisen nicht aus dem Gleichgewicht. – Buddha

Was ich hier für die persönliche Bewusstseinsentwicklung geschrieben habe, gilt gleichermaßen für die kollektive Bewusstseinsevolution. Wir alle sind Teil der Selbstverwirklichung einer Quelle. Wir durchlaufen als vielfach geteilte und getrennte Einheit zahlreiche Erfahrungen von Licht und Finsternis. Indem wir als Einzelne unser Leben leben, tragen wir augenblicklich zur gesamten Bewusstseinsentwicklung bei. Die Rollen wechseln innerhalb und zwischen den Inkarnationen:

Mal ignorieren sie dich, mal du sie.
Mal lachen sie über dich, mal du über sie.
Mal bekämpfen sie dich, mal du sie.
Mal gewinnst du, mal sie.

Ostern ist die Einladung, sich über seine Menschenspiele bewusst zu werden und seine Projektionen zu erkennen. Denn nur indem wir sie in uns hinein zurücknehmen, können sie Wandlung erfahren. Das Dunkle ist unsere Schöpfung. Übernehmen wir also die Verantwortung. Nehmen wir das Dunkle zurück in unser eigenes Herz, so findet es dort zurück ins Licht.

Simone Meller

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