Tag Archive | "Vergessen"

Meine göttlichen Patienten


Es sind die Seelen, die vor Antritt der Inkarnation das Leid wählen. Es sind Menschen, die sich dem Leid stellen. Beides geschieht um der Erfahrung Willen, um zu lernen und sich zu entwickeln. Dem seelischen Mut entspricht die menschliche Verzweiflung; was das eine vom anderen nur scheinbar trennt, ist die Erinnerung. Dekarnierte Seelen “vergessen”, wie schlimm die Hölle auf Erden sein kann. Inkarnierte Seelen “vergessen” den Plan, für den sie angetreten sind. Jeder Mensch, der meine psychotherapeutische Praxis in Hamburg betritt, berührt mich. Mich berührt die Paarung seines seelischen Muts und seiner menschlichen Verzweiflung. Mich berührt seine Bereitschaft, sich dem Leid zu stellen, den Seelenplan anzunehmen und die Energien zu transformieren. Mich berührt, Zeugin werden zu dürfen, wie er den Himmel auf die Erde holt. Ich ehre in ihm den Gott, der auf die Erde kam, sich planmäßig verirrte und neuen Frieden findet. Ich ehre seine Angst, seinen Mut und seine Fähigkeit zur Liebe, mit der er sich selbst erlöst.

Simone Meller

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Kann ein Sein wahrer als das andere sein?


Ich bereite meinen Vortrag “Salutogenese durch Selbstverwirklichung. Ein Paradigmenwechsel mit (Er-)Folgen.” für den Alchimedus-Inspirationstag in Nürnberg vor. Eine der Hauptschwierigkeiten meiner Dissertation war, Selbstverwirklichung so zu konzipieren, dass es von Rücksichtslosigkeit, Egomanie etc. nicht nur fühlbar, sondern rational abgrenzbar ist. Zur Unterscheidung verwende ich das Konzept vom wahren Selbst. Selbstbestimmung lässt sich nur dann als Selbstverwirklichung bezeichnen, wenn sie sich am wahren Selbst orientiert. Die Orientierung am falschen Selbst führt in die Selbstentfremdung. Im folgenden Gedicht wird der Übergang vom wahren zum falschen Selbst als Verlernen von sich selbst beschrieben:

Wie ich mich verlernte

Sobald ich sprechen lernte,
lernte ich,
das zu verschweigen,
was mich am tiefsten bewegte,
was mich am tiefsten aussprach.
Und lernte bald sagen,
was ich nicht fühlte.
Und fühlte so oft,
was ich nicht sagte.
Je mehr ich sprechen lernte,
so zu sprechen wie die anderen,
desto mehr verlernte ich mich.
Und je mehr ich mich verlernte,
desto besser hatte ich es,
desto besser verstanden mich die anderen.

Werner Sprenger

In den letzten Tagen habe ich öfter darüber nachgedacht, ob ich das Konzept vom wahren Selbst überhaupt noch brauche. Das wahre Selbst ist im Kontakt leicht erfahrbar, doch rational nur schwer erklärbar. Ihm haftet etwas “Schwammiges” oder “Beliebiges” an, was mit dem steten Wandel des wahren Selbst zu tun hat (s. Mein wahres Selbst führt mich heim). Deshalb gibt es nur wenig wissenschaftliche Literatur dazu. Und in der Welt der Wirtschaft spielt es bislang keine führende Rolle.

Ich stolpere zunehmend über die einst hilfreiche Unterscheidung von wahrem und falschem Selbst. Ist nicht beides mein Sein? Wie kann ein Sein wahrer als das andere sein? Bringt die Unterscheidung noch Klarheit? Ich erkläre meine Bereitschaft, das Konzept loszulassen, sollte es mir nicht mehr dienen.

In der Praxis empfehle ich den Fokus auf das Herz, über das wir unsere jeweils höchste Schwingung empfangen können (s. Im Herzen spüre ich mein wahres Sein). Gelingt uns das in bestimmten Situationen nicht, so bleibt uns nur, unseren Impulsen aus Kopf und Bauch achtsam zu folgen (s. Illusionen sind Freunde auf dem spirituellen Weg). Achtsamkeit ist hierbei der Ersatzschlüssel, wenn der Herzenskontakt verloren ging.

Wenn ich achtsam wahrnehme, was mir und anderen beim Leben meiner Impulse geschieht, kommen rasch und sanft Kurskorrekturen herein. Tue ich das nicht, ziehe ich härtere Korrekturen an. Im Kosmos herrscht immer Ordnung (s. Kosmische Gesetze), wir wählen nur das Schwingungsniveau und mit ihm unseren Grad an Schmerz oder Freude. Die kosmischen Gesetze zeigen uns in ihrem faszinierenden Gefüge, dass ALLES sein darf und ALLES heimführt. Wozu also noch ein Konzept vom wahren Selbst? Ich nahm meine wirbelnden Gedanken in mein Herz und erfuhr diese Antwort:

Alle Menschen kommen aus einem Sein.
Jeder Mensch darf ganz sein.
Menschsein bringt Unterscheidung herein.
Spiele kommen rein.
Menschen dürfen nicht ganz sein,
müssen anders sein als sie sind.
Anpassung an Normen kommt herein,
falsches Selbst kommt herein.
Trennung zum wahren Ursprung kommt herein,
künstlich anders als natürlich echt zu sein.
Vergessen des wahren Selbst kommt herein.
All das kommt aus einem Sein.
Das eine ist leichtes, weiches Sein.
Das andere ist angestrengtes, hartes Sein.
Beides ist Sein, beides darf sein.
Denn freier Wille kam herein.
Ohne freien Willen kann Selbsterfahrung nicht sein.

Mit dieser Antwort kam mehr Leichtigkeit in mein Erklären des wahren Selbst herein. Unser wahres Sein ist leichter, weicher, natürlicher, fließender als unser falsches Sein. Doch widerstrebt es mir etwas, im Unterschied dazu vom falschen Selbst zu sprechen, weil es letztlich auch ein Aspekt unseres Seins ist. “Falsch” bezieht sich auf die Trennung, auf das Vergessen, dass es leicht sein darf. Nur ist es in der Praxis oft so, dass Menschen tausend Tode sterben, wenn sie eingeladen sind, sie selbst zu sein: “Oha, man könnte mich nicht mögen!”, “Was würden die anderen dazu sagen?”, “Er/Sie könnte verletzt, enttäuscht von mir sein.” etc. Darauf real folgende Konflikte spiegeln letztlich die zu Glaubenssätzen verfestigten Erfahrungen (z.B. “Wenn ich ich selbst bin, bekomme ich Ärger… habe ich keinen Erfolg.”). Genau hier setzt mein Coaching für Selbstverwirklichung im Business an.

Obwohl unser wahres Sein so leicht ist, kommt es uns oft schwer vor. Weil wir verlernt haben, in Leichtigkeit zu sein, was wir sind. Weil wir gelernt haben, etwas anderes darzustellen, was wir sind. Natürlich ist diese Darstellung ebenfalls eine Form des Seins (eben das falsche Selbst). Auch mit ihr lässt sich heimfinden, es dauert nur länger und geht gemäß meiner wissenschaftlichen Ausarbeitung mit mehr Krankheit und anderen Wachstumsschmerzen einher.

Zu bedenken ist, dass nicht alles, was leicht scheint, automatisch das wahre Selbst meint. Es ist sehr leicht, den Hausputz, die Steuererklärung, das Konfliktgespräch u.v.m. vor sich herzuschieben. Und es bedarf einer gewissen Anstrengung, nämlich der Fokussierung seines Willens auf Klarheit, um die unangenehme Aufgabe zu erledigen. Doch ist diese Anstrengung harmlos im Vergleich zu der, wenn man versucht, nicht klar man selbst, sondern jemand anders zu sein. Nur erscheint  etzteres vielen Menschen noch normaler. Statistisch betrachtet ist Norm das, was in der überwiegenden Zahl der Fälle auftritt oder gewählt wird.

Ich stelle fest, ich brauche das Konzept noch, um die Entstehung von Glück und Heilung (Salutogenese) rational nachvollziehbar erklären zu können. In der Kürze einer Vortragssituation fällt mir das allerdings immer noch schwer.

Ich nehme die Schwere in mein Herz (Annahme meines wahren Selbst) und blicke himmelwärts… Plötzlich wandelt sich meine Blockade, in aller Kürze das Konzept des wahren Selbst zu vermitteln, zu einem lebendigen Vortragsgerüst. Alles, was ich fachlich zu transportieren habe, lässt sich knackig an meinem 5jährigen Prozess der Doktorwerdung veranschaulichen. Eine Geschichter voller Abenteuer! Mit ihr wird es plötzlich auch sehr leicht, von meinen Übergang von der Alten in die Neue Energie zu erzählen, von der neuen Balance von maskuliner und femininer Energie und der Annahme meiner Rolle als Pionierin für Neues Bewusstsein durch Abgabe der Diss. Das alles war schon Jahre zuvor energetisch auf den Weg gebracht worden, aber die Promotion war das Nadelöhr. Während ich es durchschritt, entwickelte ich gleichzeitig den Mut, meine Arbeitsfelder, in denen ich parallel tätig war, entsprechend zu transformieren. Indem ich diese Geschichte aus der Tiefe meines Herzens erzählen werde, werde ich nicht nur meinen fachlichen Auftrag in Nürnberg erfüllen, sondern auch in Leichtigkeit das Wesen der Neuen Energie vermitteln können.

Zu dieser Inspiration konnte ich gelangen, weil ich meine Blockade nicht leugnend überging, sondern geduldig annahm. Genau das meine ich, wenn ich sage: Mein wahres Selbst führt mich heim.

Simone Meller

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Frau Meller, Sie sind ja ganz schön offen…


Ich werde häufig auf meine Offenheit angesprochen, mit der ich Teile meiner Geschichte andeute oder erzähle. Mir war 2008 klar geworden, dass ich von meinen transformierten Schmerzen erzählen musste. Zum einen setzt nach der Transformation in Liebe ein “Vergessen” ein, das nicht zu verwechseln ist mit Verdrängung vor der Aufarbeitung. Vielmehr wandelte sich mein Leid in Liebe und löste sich damit wieder in der Einheit auf, dem einen Sein.

Zum anderen geht es um Glaubwürdigkeit. Menschen versuchten mich als Ausnahme zu sehen, die in ihrem Leben sehr viel Glück und deshalb leicht Reden hat. Sie benutzten diese Unterstellung, um zu rechtfertigen, warum meine Vorschläge ihnen nicht helfen könnten. Die Wahrheit ist: Ich habe mich Schmerzen gestellt, von denen viele Menschen dank Verdrängung nicht einmal wissen, dass sie sie haben. In diesem Mut habe ich die Gnade von Befreiung und Transformation erfahren. Dieses entwickelte Vertrauen gebe ich weiter.

Ich bekomme Rückmeldungen von Kunden, Kolleginnen, Freunden und völlig fremden Personen. Darüber bin ich froh, denn diese verschiedenen Perspektiven helfen mir, meine Arbeit einzuschätzen, Qualitätssicherung zu betreiben und mich noch klarer zu positionieren. Ich schätze es sehr, wenn Menschen offen ausdrücken, was sie erleben. Manche Feedbacks sind klar und treffsicher, andere vage oder Ausdruck eigener Ängste und Nöte. Gemeinsam ist allen, dass sie den Beginn eines stimulierenden Dialogs markieren, aus dem beide Seiten verändert hervorgehen. Wahre Begegnung berührt und setzt Impulse. Mir ist es gleich, ob ein Dialog mit Lob, Kritik, Projektion oder sonst wie beginnt. Jeder startet wie er kann. Hauptsache der Anfang ist gemacht. Klarheit entwickelt sich im Prozess.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Bubi

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Was ist das Unbewusste?


Alles, was ich weiß, an das ich aber momentan nicht denke; alles, was mir einmal bewusst war, jetzt aber vergessen ist; alles, was von meinen Sinnen wahrgenommen, aber von meinem Bewusstsein nicht beachtet wird; alles, was ich absichts- und aufmerksamkeitslos, das heißt unbewusst fühle, denke, erinnere, will und tue; alles Zukünftige, das sich in mir vorbereitet und später erst zum Bewusstsein kommen wird; all das ist der Inhalt des Unbewussten.

C. G. Jung

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