Posted on 18 Dezember 2010. Tags: Angestellte, Bedürfnis, Beruf, Ehrgeiz, Freiberufler, Führungskraft, Karriere, Leben, Management, Qualität, Selbstständigkeit, Treue, Unternehmen, Wirtschaft
Während eines Kennlerntreffens fragte mich ein ebenfalls selbstständiger Kollege: “Sind Sie ehrgeizig?” – Ich stutzte und war kurz darauf unendlich dankbar für diese an sich nicht ungewöhnliche Frage. Mir war sie nur lange nicht mehr gestellt worden. Ich antwortete: “Nein. Ich war’s mal.”
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Ich sprach mit einer Führungskraft des mittleren Managements in einem Ölkonzern. Der Mann berichtete, wie er sich vor einigen Jahren bewusst gegen den Aufstieg ins Top Management entschieden hatte, weil er “nicht wie die werden” wollte.
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Ein in der Klinik angestellter Freund wurde von seinem Oberarzt gefragt, ob er sich vorstellen könne, in absehbarer Zeit Oberarzt zu werden. Obwohl er sich dazu in der Lage sah, antwortete er ablehnend: “Ich traue es mir zwar zu, aber ich möchte es nicht, weil ich nicht so viel arbeiten will wie Sie.”
Simone Meller
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Posted on 14 September 2010. Tags: Anerkennung, Arbeit, Brücken, Coaching, Energie, feminin & maskulin, fest, Fortschritt, Fremdheit, Führung, Gefühl, Gewohnheit, Glaubenssatz, Herz, Inspiration, Intuition, Kraft, Kundenorientierung, Leadership, Leistung, Liebe, Macht, Mitarbeiter, Motivation, Muster, Präsenz, Respekt, sanft, Tabu, Unternehmen, Unternehmensberatung, Unternehmenskultur, Veränderung, Verstand, Widerspruch, Widerspruchsgeist, Widerstand, Wirtschaft, Zukunft
Ideen scheitern oft an der Unternehmenskultur
Viele gute Ideen und Projekte werden im Unternehmen durch die bestehende Kultur ausgebremst. Das ist nicht ungewöhnlich. Denn dieses sozialpsychologische Phänomen ist überall zu beobachten, wo sich Menschen in Gruppen zusammenfinden und ein unterschwelliges Übereinkommen etnsteht, was im Gruppenkontext wünschenswert ist und was nicht. Diese unsichtbaren Gesetze kann man recht schnell greifen, wenn man sich fragt: Was muss ich hier tun, um anzukommen und Ansehen zu gewinnen? Was muss ich hier tun, um ins Fettnäpfchen zu treten oder es mir zu verscherzen? Gerne frage ich meine Kunden auch ganz klassisch: “Wenn morgen eine Freundin oder ein Freund von Ihnen hier im Unternehmen neu anfangen würde, welche Tipps bezüglich Kleidung, Verhalten, Sprache etc. würden Sie ihr/ihm geben? Über welche dieser Kriterien sind Sie hier und jetzt bereit zu sprechen und über welche nicht? Warum ist das so?”
“Das funktioniert bei uns eh nicht!”
Im Coaching erfahre ich die Unternehmenskultur indirekt, nämlich wenn sich das Gesicht meines Kunden nach einem Aha-Erlebnis plötzlich verdunkelt und er sagt “Das funktioniert bei uns eh nicht”. Wenn ich Prozesse im Unternehmen moderiere oder einen Vortrag halte, erlebe ich den Tabubruch meinerseits entweder durch atemlos gespannte Stille oder durch eine sich zerstreuende Aufmerksamkeit. Während ich in der Spannung noch im Rennen bin, weil ich durch mein Tun die unausgesprochene Frage beantworte, ob ich – bildlich gesprochen – das aufgemachte Fass auch halten kann, warnt mich die Aufmerksamkeitsflucht, dass ich Menschen abgehängt habe. Im ersten Fall mache ich vergnügt weiter (denn das ist mein Job!) und im zweiten Fall halte ich inne, eruiere Widerstände und Zweifel, überprüfe meine Wahrnehmungen und Hypothesen und einige mich gemeinsam mit der Gruppe auf ein weiteres Vorgehen.
Brücken bauen für eine neue Wirtschaft
Sehr oft höre ich also von meinen Kundinnen: „Aber das können wir doch nicht machen…“ Und genau an dieser Stelle kommt meine Dienstleistung ins Spiel. (Wohl gemerkt, wir reden hier nicht davon, morgen als Mann im Schottenrock zur Arbeit zu gehen, sondern davon, Arbeitsabläufe konstruktiv zu verändern und Projekte innovativ aufzuziehen.) Ich kokettiere damit, eine Tabu-Brecherin zu sein. Gewissermaßen entspricht dies den Tatsachen, wenn ich auch nicht brachial vorgehe, sondern Brücken zu neuen Sicht- und Handlungsweisen baue. Ich baue Brücken von der bestehenden Unternehmenskultur zu einem Weg des Herzens in der Wirtschaft. Das Herz steht hierbei als Symbol für die harmonische Vereinigung von Verstand, Intuition und Gefühl.
Ich arbeite mit femininer Energie – also spürig, sensitiv, Zusammenhänge erkennend – und mit maskuliner Energie – indem ich mit meiner Wahrnehmung konfrontiere, hartnäckig bleibe und mich nicht abschütteln lasse. Das, worüber meine Kundinnen und Kunden am liebsten nicht sprechen würden, ist genau das Thema, um das es geht. Mit einer Mischung aus Sanftheit und Festigkeit gelingt die Bearbeitung.
Selbstbewusstsein verändert Unternehmenskultur
Man kann alles machen, wenn es in liebevoller Absicht und mit Respekt vor anderen Menschen geschieht. Dann kann man auch die ungewöhnlichsten Dinge bringen. Dazu ermutige und inspiriere ich andere. Bin ich im Unternehmen engagiert, kann ich es ein Stück weit vorleben und gemeinsam mit den Anwesenden etablieren. Meinen Coachees kann ich nur helfen, indem wir die zugehörigen Selbstblockaden in der Tiefe ihrer Seele auflösen. Dies geschieht bei entsprechender Bereitschaft leicht innerhalb weniger Sitzungen und führt zu veränderten Resonanzen (nicht nur) im Arbeitskontext.
Alles was wir tun, steht und fällt damit, aus welcher Haltung heraus wir es tun. Wer sich zum Beispiel nicht traut, der Chefin oder dem Kunden konstruktiv zu widersprechen (um nur zwei von vielen möglichen Abhängigkeitsbeziehungen zu nennen), weil er in sich den Glaubenssatz trägt, “dass man das nicht tut”, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bestätigendes Erlebnis (self fullfilling prophecy) haben. Genauso diejenige, die zwar um diesen Glaubenssatz weiß, jedoch untransformiert nach dem Motto “Augen zu und durch” handelt. Wer jedoch wahrhaftig davon überzeugt ist, dass sich Leistungsmotivation bzw. Kundenorientierung durchaus mit inspirierendem Widerspruchsgeist vertragen und dies mit jeder Pore seines Körpers ausstrahlt, wird gerade damit Erfolg haben, dass er anders ist als man gemeinhin erwartet. Und zwar nicht, weil es eine erstrebenswerte Charaktereigenschaft wäre, partout immer anders zu sein, sondern weil das Neue, das den Fortschritt bringt, am Anfang immer ein bisschen fremd ist.
Echtes Leadership führt sicher durch die Fremde
Schon immer ist es das Fremde gewesen, das verunsichert. Deshalb bedürfen wir einer inneren Festigkeit und einer für Einwände offen bleibenden Überzeugung, wenn wir dem anderen unsere neue – fremde – Idee zumuten. Brauchen wir seine Anerkennung und Bestätigung, stehen unsere Chancen schlecht, mit der Idee zu überzeugen. Sind wir davon jedoch unabhängig, weil wir in uns selbst ruhen, leben wir das, was ich echtes Leadership nenne. Nämlich die Fähigkeit ohne Anwendung hierarchischer Macht Menschen zu neuen Möglichkeiten und Erfahrungen zu führen. Einfach durch das kraft- und damit machtvolle Leben der eigenen Präsenz. Genau das braucht unsere Wirtschaft jetzt mehr denn je – von ihren Führungskräften sowieso und gerade auch von der operativ tragenden Basis, die durch ihren anderen Blickwinkel neue Sichtweise eröffnen kann. Jedes Tabu, das sanft berührt und entschlossen überwunden wird, bringt uns nach vorn. Jedes Tabu ist nichts weiter als ein altes Gewohnheitsmuster. Leadership verändert dieses Muster durch die Kraft von Menschen, die vorangehen und Wachstum stimulieren. Immer haben sie Erfolg, auch wenn das oft erst lange Zeit später gesehen wird. Wie gut, dass wahres Leadership von dieser Anerkennung unabhängig ist!
Text: Simone Meller | Fotos: Rainer Sturm, Susanne Beeck, Pixelio
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Posted on 13 September 2010. Tags: Bedürfnis, Beharrlichkeit, Einheit, Ergebung, Kraft, Mut, Pioniere, Potenzial, Resonanz, Sein, Selbstverwirklichung, Sicherheit, Unternehmen, Unterscheidung, Vertrauen, Wandel
Einige Menschen wünschen sich, dass ich ihnen (wieder) ähnlicher würde. Ich resoniere nicht auf diesen konkreten Wunsch, wohl aber auf das zugrunde liegende Bedürfnis nach Sicherheit (Einheit). In diesem Bedürfnis sind wir uns mehr als ähnlich. In dieser Tiefe bin ich mit jedem verbunden, so unterschiedlich unsere Wellen an der Oberfläche auch sein mögen. Ich lasse mich nicht in die Kraft ziehen, die mich von mir wegbringen möchte. Ich bleibe in der Kraft, in der du und ich alles sein können, was wir jeweils sind. Ich halte diese Kraft, auch wenn es Menschen gibt, die zurecht daran rütteln, um sich zu überzeugen, dass sie echt ist. Letztlich muss ich diese Kraft nicht einmal halten, sondern mich ihr still ergeben. In ihr geborgen werde ich Zeugin von Selbstheilung, Potenzialentfaltung und einem wirtschaftlichen Wandel, der seinen Anfang in deinem Herzen nahm. Ich danke dir. Für dein Vertrauen, deinen Mut und deine Kraft.
Simone Meller
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Posted on 08 September 2010. Tags: absichtslos, Auftrag, bedingungslos, Begegnung, Beruf, Coaching, Erfahrung, Geschäftsoptimierung, Impuls, Klarheit, kostensparend, Kraft, Kunde, leicht, Liebe, Maximum, Modell, Nutzen, produkt, Prozess, Prozessbegleitung, Prozessorientierung, Ruhe, Seele, Sein, Struktur, transrational, transstrukturell, Unternehmen, Unternehmensberatung, Wahrheit, Werteabwägung, Wirtschaft, zielführend
Absichtsloses Maximum
Wenn ich dir absichtslos begegne, bleibe ich meinen Impulsen treu. Ich fühle mich, während ich dich wahrnehme. Zwei Ausdrücke eines Resonanzkörpers, die von Moment zu Moment sind, was sie sind.
Wir fallen in Liebe und steigen mit Leichtigkeit. Es ist das Zarte, das uns ergreift und zur nächsten Station trägt. Wir schwingen, erleben impulsfreie Räume, schwingen weiter, erleben impulsfreie Räume und so fort. Das Maximum, das sich zwischen Menschen entfalten kann, entsteht in absichtsloser Begegnung.
Der Kunde darf skeptisch sein
Dieses anmutige Prinzip lebe ich auch beruflich als Auftragnehmerin. Das setzt natürlich voraus, dass ich den Auftrag vor Annahme auf Übereinstimmung mit meinen Werten prüfe und sich mein Auftraggeber vertrauensvoll auf unsere Prozessarbeit einlässt. Prozessorientierung an sich ist nicht neu. Vielernorts noch ungewohnt ist die ungebrochene Ausrichtung des Prozesses auf Liebe und Wahrhaftigkeit.
Oft ist dann – vor allem im Unternehmen – kundenseitig der erste Impuls, es könnten Fässer geöffnet werden, deren Inhalte nicht tragbar sind. Indem wir diese wahrhaftig ausgesprochene Angst in Liebe sein lassen, entsteht eine Beruhigung und aus dieser heraus der nächste Impuls zur Vertiefung der Arbeit. Die Kraft der Impulse wird nicht unterdrückt, damit scheinbar produktiv gearbeitet werden kann, sondern aktiv genutzt. Meine Herausforderung besteht darin, auch an heiklen Punkten in der bedingungslosen Liebe verwurzelt zu bleiben und mit Klarsicht bei der Navigation durch Nebelfelder zu unterstützen.
Ohne Chaos zielführend und kostensparend
Ich kenne kein zielführenderes und kostensparenderes Vorgehen als die absichtslose Begegnung, obwohl sie mit alten Maßstäben betrachtet nicht zielführend zu sein scheint. Fallstricke entstehen dort, wo mangels Erfahrung und Modell der Prozess vorzeitig zugunsten von Idealvorstellungen unterdrückt wird. An diesen Stellen ist sensible und energische Prozessbegleitung gefragt, um auf absichtslosem Kurs zu bleiben. Ein Paradoxon.
Absichtslosigkeit meint keinesfalls das Chaos eines unstrukturierten Vorgehens, sondern charakterisiert etwas, das ich in Anlehnung an den Begriff der Transrationalität als transstrukturell bezeichnen möchte. So wie Transrationalität Rationalität nicht ablehnt, sondern übersteigt, wird Struktur von Absichtslosigkeit nicht abgelehnt, sondern konstruktiv überstiegen. Den Nutzen von Absichtslosigkeit abstrakt zu beschreiben, fällt schwerer, als ihn im Herzensgespräch konkret zu erfahren.
Bei Bereitschaft zur Klarheit ermöglicht Absichtslosigkeit binnen kurzer Zeit Heilung (Psychotherapie), Ausrichtung (Coaching) und Geschäftsoptimierung (Unternehmensberatung). Diese Wandlungen entstehen in völliger Leichtigkeit, wenn wir uns für das öffnen, was sich längst entwickeln will.
Text: Simone Meller | Foto: Maren Beler, Pixelio
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