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Self Coaching: Das Abi für unruhige Geister


Es gibt Tage der Unruhe. Nichts besonderes ist geschehen, doch innerlich ist da ein mulmiges Gefühl, scheinbar ohne Grund. Solche Unruhe ist wie Kräuseln an der Wasseroberfläche – ein Zeichen dafür, dass sich in der Tiefe ein Thema rührt. Zugleich fällt es dir schwer, in die Tiefe zu tauchen und nachzusehen. Denn dies setzt ein Mindestmaß an Ruhe und Entschlossenheit voraus, die du akut nicht hast.

Vielleicht gibt es jemanden, der dich unterstützen kann, Klarheit zu gewinnen? Um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen, ist eine tragende Lebenserfahrung. Wiederum gilt es, den Bedürfnissen nach Wachstum und Autonomie gerecht zu werden. In diese Richtung zielt mein folgender Tipp zum Self Coaching:

  • Akzeptanz. Wenn du unruhig bist, dann tust du gut daran, dies zu bemerken und dir einzugestehen. Anstatt darüber hinwegzuhuddeln und dich von deiner Unruhe unbewusst durch den Tag hetzen zu lassen, lässt du deine Unruhe zu. Du weißt, auch mit Arbeit, Sex oder Alkohol kannst du sie nicht platt machen. Du akzeptierst, dass die Unruhe da ist und lässt dich auf sie ein.
  • Bergung. Frage dich, ob du bereit bist, deine Unruhe zu bergen. Das ist keine rhetorische Frage. Bist du nicht bereit, so frage dich, was du brauchst und sorge dafür. Bist du bereit, so beginne, deine Unruhe bergen. Zum Beispiel indem du hier und jetzt dir selbst zugewandt sprichst: “Oh, da ist eine Unruhe in mir…” Es muss nicht dieser Text sein, doch ist es hilfreich, ihn laut zu sprechen (Flüstern im Büro oder auf dem Weg zur S-Bahn geht natürlich auch). Damit kannst du ein Feld errichten, so ähnlich, wie wenn du mit dem Fuß einen Kreis in den Sand malst. Es geht einfach nur darum, einen liebevollen Raum zu öffnen, in dem Platz für deine Unruhe ist.
  • Inbrunst. Alles bisher und weiter genannte funktioniert nicht, wenn du es technisch anwendest, nach dem Motto “Schnell den Satz, und dann hab’ ich meine Ruhe”. Sei in deinem Wort, werde zu seinem Gehalt. Lass dich inbrünstig ein und halte diesen Raum ohne (!) Anspruch auf Stille, Tiefe oder sonstige ehrgeizige Ziele. Einfach nur den Raum für die Unruhe halten (“den Kreis im Sand nachzeichnen”). Einfach nur lauschen, was sich zeigt. Einfach laut aussprechen, was du vernommen hast und den Raum halten. Wenn dich deine Unruhe lockt, alles hinzuchmeißen, dann beginne wieder beim ersten Punkt der Akzeptanz.

Das ist eine extrem niedrigschwellige Intervention, deren Zyklen du ein- oder mehrmals durchlaufen kannst. Im Laufe dessen weicht die Unruhe und gibt den Blick frei auf dein Thema. Du hast dein “Abi” (Akzeptanz – Bergung – Inbrunst) geschafft! Prima!

Doch bevor dich der Alltag wieder packt: Gehe Verbindlichkeiten mit dir selbst ein. Was erfordert dein Thema? Vielleicht ein Gespräch, einen Spaziergang oder eine Meditation? Eine Änderung im Projektplan, eine Aussprache mit einem Mitarbeiter oder das Absagen eines Termins? Ein Mittagsschlaf oder ein gutes Essen? Was auch immer es ist: Nimm es ernst. Denn es ist ein Teil von dir, der nach Verwirklichung verlangt. Selbstverwirklichung ist kein einzelner, in sich abgeschlossener Akt, sondern ein ständiger Prozess. Und manchmal macht er mit Unruhe auf sich aufmerksam: “Bitte, schau in die Tiefe!”

Immer öfter kannst du diesen Prozess völlig selbstständig durchlaufen. Liebe dich genau dort, wo es dir noch nicht gelingt und erlaube dir fallweise Unterstützung. Vielleicht fällt dir spontan ein Freund, eine Lebensberaterin, ein Coach oder eine Kollegin ein, die in dieser Sache hilfreich wirken könnte.

Auch ich stelle meine Kompetenz gerne in deine Dienste, wenn es sich für beide Seiten stimmig anfühlt. Je nach Anliegen  und Thema schwankt meine Coaching-Dauer in der Regel zwischen 1 bis maximal 12 Sitzungen à 60 Minuten. Ich coache nicht nur in meiner Hamburger Praxis, sondern auch flexibel am Telefon und sogar vor Ort, wenn Gruppencoachings organisiert wurden. Hier findest du alle Infos über mein Coaching auf einen Blick sowie Übernachtungsmöglichkeiten, wenn du für ein Intensivcoaching zu mir an den Elbstrand kommen möchtest. Nur eines solltest du vorher wissen: Ich mach’ dir keine Lösung.

Text: Simone Meller
Foto: istockphoto.com

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Zur Ruhe finden


In einem Moment der Unruhe zu sprechen: Es gibt jetzt nichts zu tun außer Auszuruh’n. – Hilfreich ist dabei den Ort zu wechseln, z.B. in ein anderes Zimmer oder in die Natur zu gehen. Es gibt jetzt nichts zu tun außer Auszuruh’n.

Simone Meller

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Einschlaftrick


Wenn die Gedanken kreisen oder innere Unruhe sich ausbreitet, fällt Schlafen schwer. Es gibt einen einfachen Trick sich selbst zu beruhigen: Sie wählen einen der fünf Sinne (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen) aus, z.B. Sehen und sagen sich innerlich fünf Dinge, die Sie sehen können: “Ich sehe die Lampe, ich sehe den Baum, ich sehe die Bettdecke, ich sehe die Decke, ich sehe die Lampe.” – Wie Sie merken, ist Wiederholung erlaubt. Sie könnten auch sprechen: “Ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe.” Anschließend wechseln Sie zum nächsten Sinn, z.B. Hören und sagen sich innerlich, was Sie hören: “Ich höre das Knistern. Ich höre die Autos. Ich höre die Wasserspülung. Ich höre die Vögel. Ich höre meinen Atem.” In dieser Weise fahren Sie fort, bis Sie alle fünf Sinne abgearbeitet haben. Sie dürfen sich auch Wahrnehmungen ausdenken, z.B. “Ich rieche frisches Heu. Ich rieche Schokolade”. Entscheidend ist, dass Sie die 5×5-Struktur durchhalten und solange wiederholen, bis Sie schlafen.

Dieser Einschlaftrick ist hochwirksam! Als mir eine Kollegin vor Jahren diese Übung demonstrierte, unterbrach ich sie nach dem dritten Sinneskanal gähnend und bat sie mit weiteren Beispielen aufzuhören, weil ich mich dem Einschlafen nahe fühlte. Der Trick funktioniert auch bei hartnäckigen Schlafstörungen, wie Patienten immer wieder berichten. Er fand seine Verbreitung sogar bei der Anwendung durch traumatisierte Kriegsveteranen. Grundsätzlich gilt natürlich, was ich bereits an anderer Stelle schrieb: Wer nicht schläft, hat Gründe! Diesen Gründen sollte man tags nachgehen. Der Lohn ist erholsamer Schlaf!

Simone Meller
Foto: Pixelio, Jens Bredehorn

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