Tag Archive | "Überheblichkeit"

Wo ich mich nicht einlasse


wo ich die abwendung anderer beklage
lasse ich mich nicht ein

wo ich das ungeschick anderer kritisiere
lasse ich mich nicht ein

wo ich die abwertung anderer bekrittel
lasse ich mich nicht ein

wo ich das neue über das alte hebe
lasse ich mich nicht ein

wo ich das alte über das neue stelle
lasse ich mich nicht ein

wo ich mich nicht einlasse
finde ich keinen frieden

wo ich mich einlasse
werde ich eins

simone

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Wie kann man nur so sein!


Wie kann man nur so sein! So legen wir gerne Maß an an dem, der uns aus der Ruhe bringt. Jeder private oder berufliche Konflikt hat mit zwischenmenschlichen Unterschieden zu tun. Doch konfliktverursachend sind nicht die Unterschiede, sondern unsere Unfähigkeit, sie zu ertragen. Sei es zu Hause oder in der Firma.

Da können wir helle und dunkle Seiten an uns erleben. In der einen Situation gehen wir liebevoll mit Unterschieden zwischen uns und anderen um. Doch schon im nächsten Moment finden wir uns überfordert von der Fremdheit des anderen in einem handfesten Streit wieder oder kehren um des lieben Frieden Willens die Unterschiede unter den Teppich.

Zwei beliebte Ausweichmanöver im Konflikt

Wenn wir Unterschiede als bedrohlich erleben und uns diesem inneren Thema nicht stellen möchten, haben wir zwei Möglichkeiten zum Ausweichen:

  1. Nivellieren von Unterschieden und Streben nach Symbiose (“Befriedung”)
  2. Bewerten der Unterschiede und Abbrechen des Kontakts (“Zwietracht”)

Damit sind zwei extreme Pole beschrieben, über die zu reflektieren sich lohnt. Gerade in dieser Zeit, da so viele spirituell orientierte Menschen davon sprechen, in der Neuen Energie würden Bewertungen aufhören. Bewertungen hören erst dann auf, wenn wir uns klar machen, was wir gewohnheitsmäßig mit Bewertung wegzumachen versuchen, nämlich die wahrhaftige Aus-ein-ander-Setzung mit uns und unserem Gegen-Über.

Nur eine bemerkte Bewertung kann transformiert werden

Viele Menschen, die die Ebene der Bewertung (“Zwietracht”) überwinden möchten, stellen sich nicht dieser Auseinandersetzung, sondern kippen einfach nur in das andere Extrem (“Befriedung”) und halten dies fälschlicherweise für Einheit und überwundene Dualität. Sie wähnen sich in der Neuen Energie, dabei sind sie am gegenüberliegenden Pol schon wieder in der Alten Energie gelandet. Noch haben sie nicht gelernt, die Bewertung zu transformieren, sondern nur sie zu vermeiden. Das ist nicht schlimm, sondern typisch Mensch.

Ich möchte mit diesen Zeilen für Klarheit werben, wo sich derzeit viele verwirren. Ich möchte dazu ermutigen, sich Konflikten zu stellen. Sich der Aufgabe zu stellen, die Unterschiede zwischen dir und mir auszuhalten, während wir gleichzeitig auf gemeinsamen Grund stehen.

Erst in der Mitte kann das Aushalten von Unterschieden gelernt werden. Zwischen “Befriedung” und “Zwietracht” führt ein schmaler Grat durch die Polarität in die Einheit. In der Mitte darf jeder sein, wie er ist. Da gibt es gewährenden Platz für die Unterschiede genauso wie Raum lassende Freude über Gemeinsamkeiten.

Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen

In der Mitte enden Konflikte, weil jeder Verantwortung für seine Gefühle übernimmt und für sich sorgt. Weil er das liebevoll tut, ist es nicht zum Schaden des anderen, sondern dient dessen Wachstum genauso wie dem eigenen.

Die Mitte ist nicht rechnerisch zu ermitteln. Auch ist sie kein Kompromiss. Sie ist ein Ort der gemäßigten Polarität und der heimfindenden Dualität. Weder vermeidet sie, was ist, noch verstärkt sie, was trennt. Sie lebt in Liebe, was zu leben ist.

In der Mitte bestehen Werte und Wertungen in fließender Weise fort: Nein, diese Vorgehensweise liegt mir nicht. Ja, diese Entscheidung stimmt mit meinen ethischen Vorstellungen überein. Nein, so möchte ich nicht leben. Ja, das gefällt mir sehr. – Das alles darf weiterhin sein und ist etwas völlig anderes, als wenn ich mich oder andere bewerte.

In der Mitte enden Idealisierung und Verachtung

In der Mitte enden Überhebung und Abwertung, Idealisierung und Geringschätzung, Grandiosität und Verachtung. In der Mitte enden Gleichmacherei, Friedhöflichkeit und fromme Verhaltenskodices. In der Mitte werden Polarität und Dualität in gegenseitiger Achtung gelebt und immer wieder auf die eine Liebe ausgerichtet.

In der Mitte atmet das Bewusstsein für das Wunder des Lebens, das ohne Polarität und Dualität nicht möglich wäre.

In der Mitte darfst du weiterhin du selbst und deinen Werten treu sein. In der Mitte darfst du nonduale Erfahrungen sammeln und dein duales Leben lieben.

Die eine Liebe ist überall. In der Mitte und an den Extremen. Doch erst in der Mitte lässt du sie zu. In der Mitte nimmst du mehr und mehr von dieser Liebe an. Du machst den Unterschied.

Du bist der Unterschied zwischen gestern und morgen

Du bist der Unterschied zwischen Neuer und Alter Energie. In tausenden von Entscheidungen Tag für Tag. Sei nachsichtig mit dir. Denn es gibt keinen Grund, streng oder besonders schnell zu sein. Wir alle sind auf dem Weg. Und dieser Weg heißt Leben.

Unterschiede gehören zum Leben. Sie sind eine Einladung uns selbst zu erfahren (s. Von der Bewertung zur Unterscheidung). Nehmen wir die Einladung an. Jetzt.

Text: Simone Meller
Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

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Selbstbewusstsein in der Beratung


Wenn du einen Berater hast, der in idealisierender Weise von einstigen Lichtgestalten (z.B. Jeshua, Mutter Theresa etc.) oder seinen spirituellen Lehrern spricht, so wird er dich brauchen, als jemand der ihn braucht und idealisiert (narzisstischer Missbrauch/Helfersyndrom). In dieser Rollenzuteilung als Hilfs-Ich der Beraterin wirst du deine wahre Größe nicht erfahren können, wohl aber irgendwann das Bedürfnis spüren, wachsen zu dürfen. Du darfst. Fass dir ein Herz und sprich mutig an, was du fühlst. Vielleicht könnt Ihr beide in diesem Moment wachsen oder nur du. Doch selbst dann kannst du aufstehen und gehen. Du wechselst in einen Raum, in dem es mehr Platz gibt für deine wahre Größe als im Schatten deines Beraters.

Alles darf sein. Es gibt keinen Grund dich über deine Beraterin zu erheben oder deinen neuen Berater zu idealisieren. Jeder darf in seiner dualen Welt schalten und walten, wie er mag. Doch lasse dich auch nicht mehr missbrauchen und erniedrigen. ALLE Aspekte des Seins  (wovon du einer bist) begegnen sich auf Augenhöhe. Wenn du dich klein fühlst oder aufblähst, so deshalb, weil du nicht zu deiner ganzen Größe stehst. Nimmst du das wahr, so erinnere dich an deine wahre Größe und stehe zu dir selbst. Du bist dein größtes Geschenk. Auch wenn es Momente auf deinem Weg gibt, in denen dir das niemand bestätigen kann. Das sind genau die Momente, in denen du über dich hinaus wächst und den tieferen Sinn der Situation entdeckst.

Simone Meller

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Das Erhabene und die Demut


Wer es als demütigend erlebt, nach einer mystischen Auflösungserfahrung zurück ins Irdische zu kehren, neigt zu einer Überhebung seiner selbst. Er spielt das Entweder-Oder-Spiel der Alten Energie. Erst in der Annahme beider Erfahrungen, also der des Erhabenen und der der Demut, vereinigen sich Himmel und Erde. Sie vereinigen sich im Ich als einen wahrnehmenden, wollenden und ablassenden Geist. Das ist Neue Energie.

Fühlst du den Unterschied zwischen der Erfahrung des Erhabenen und der Überhebung?

Fühlst du den Unterschied zwischen der Erfahrung der Demütigung und der Demut?

Simone Meller

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Welle