Wenn die Gedanken kreisen oder innere Unruhe sich ausbreitet, fällt Schlafen schwer. Es gibt einen einfachen Trick sich selbst zu beruhigen: Sie wählen einen der fünf Sinne (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen) aus, z.B. Sehen und sagen sich innerlich fünf Dinge, die Sie sehen können: “Ich sehe die Lampe, ich sehe den Baum, ich sehe die Bettdecke, ich sehe die Decke, ich sehe die Lampe.” – Wie Sie merken, ist Wiederholung erlaubt. Sie könnten auch sprechen: “Ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe, ich sehe die Lampe.” Anschließend wechseln Sie zum nächsten Sinn, z.B. Hören und sagen sich innerlich, was Sie hören: “Ich höre das Knistern. Ich höre die Autos. Ich höre die Wasserspülung. Ich höre die Vögel. Ich höre meinen Atem.” In dieser Weise fahren Sie fort, bis Sie alle fünf Sinne abgearbeitet haben. Sie dürfen sich auch Wahrnehmungen ausdenken, z.B. “Ich rieche frisches Heu. Ich rieche Schokolade”. Entscheidend ist, dass Sie die 5×5-Struktur durchhalten und solange wiederholen, bis Sie schlafen.
Dieser Einschlaftrick ist hochwirksam! Als mir eine Kollegin vor Jahren diese Übung demonstrierte, unterbrach ich sie nach dem dritten Sinneskanal gähnend und bat sie mit weiteren Beispielen aufzuhören, weil ich mich dem Einschlafen nahe fühlte. Der Trick funktioniert auch bei hartnäckigen Schlafstörungen, wie Patienten immer wieder berichten. Er fand seine Verbreitung sogar bei der Anwendung durch traumatisierte Kriegsveteranen. Grundsätzlich gilt natürlich, was ich bereits an anderer Stelle schrieb: Wer nicht schläft, hat Gründe! Diesen Gründen sollte man tags nachgehen. Der Lohn ist erholsamer Schlaf!
Simone Meller Foto: Pixelio, Jens Bredehorn
