Tag Archive | "Symbol"

Für Jeshua


Deine Hand
auf meinem mehrfach
gekreuzigtem Herz
gedenke ich derer
die ich einst kreuzigte

Alle Leben kreuzen sich in
einem Punkt unseres Seins

Die Erotikblüte tritt ein
kühlt das brennende Herz
holt alle, die wollen, nach Haus
Eine Kugel rollt heim

Nur ein Herz
das größer als seine Kreuzigungen ist
wird zum Tor

Ich höre dein
helles Lachen aus
gezählten Stunden
Falle hinein
in unser Sein

Schaue mit Tränen
himmelwärts

Von dort kommt
unser Sein
neu herein

Neues Symbol
für eine
gekreuzigte und erlöste
Pein
kann die Erotikblüte
sein

Simone Meller

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“Ich sehe dein Licht”


Der früh verletzte Mensch (s. Von der Flucht in die Stille) kann sein Leid nicht erzählen. So bleibt ihm nur, seine Bezugspersonen sein Leid erfahren zu lassen. Je mitfühlender und liebevoller man auf einen früh verletzten Menschen ZUGEHT desto aggressiver und verletzender wird er. Er agiert aus, was ihm widerfuhr. Dies geschieht unbewusst. Wäre es ihm bewusst, könnte er darüber sprechen und den Weg des Erzählens gehen. Was nicht bewusst ist, kann nur agiert werden.

Partner, Freundinnen und Therapeuten geben hier meist ihr Bestes, doch oft reicht das nicht. Häufig bedarf es zahlreicher zerschlagener Beziehungen und mehrerer Therapieversuche, um Bewusstwerdung und damit Heilung zu erreichen. Ich möchte zwei Widerstände beschreiben, die gemeistert werden müssen, der eine liegt in der helfenden Person, der andere im früh verletzten Menschen.

Wenn die helfende Person nicht kompromisslos auf Liebe ausgerichtet ist und alle Übertragungen, Projektionen, Verblendungen und Aggressionen in ihr Herz nehmen kann, wird sie zur blind zurückschießenden Mitspielerin in der Wiederaufführung der Traumata. In diesem Inferno verliert sie die eigene Klarheit, die entscheidend für einen heilsam korrigierenden Prozess ist. Das passiert, wenn die helfende Person selbst eine helfende Person bräuchte.

Das Leid des früh verletzten Menschen sprengt jede Beziehung, wenn nicht beide voll und ganz zum Heilungsbündnis entschlossen sind. Keinesfalls bedeutet das, auf die eigenen Grenzen zu verzichten, denn das wäre lieblos sich selbst gegenüber. Es bedeutet, vollständig “Ja” zu mir und “Ja” zum anderen zu sagen und “Nein” zum Leid gegen mich.

Am Anfang war Beziehung. Der Mensch wird am Du zum Ich. – Martin Buber

Der früh verletzte Mensch versucht, mich mit der Kraft der Verzweiflung zu nötigen, mein Fundament der liebevollen Klarheit zu verlassen. Er versucht mich auf subtile und/oder brutale Weise zu provozieren. Damit bin ich bei seinem Widerstand, der sich u.a. darin äußert, dass er Gründe sucht, sich über sein Leiden nicht bewusst werden zu müssen. Wenn es ihm gelänge, mich wie viele andere vor mir auszuschalten, dann müsste er sich nicht mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Widersteht die helfende Person den zahlreichen Versuchungen, so bleibt ihm nur noch, sich zu stellen. Vergangenheitsauflösung ist kein Selbstzweck, sondern dient einzig und allein dazu, Schmerzen von gestern, die den gegenwärtigen Eintritt in die Freude verhindern, zu transformieren.

Die Gegenwart ist der Kraftpunkt, der Vergangenheit und Zukunft verbindet. Nur im gegenwärtigen Augenblick ist es möglich, unbewältigte Vergangenheit abzuschließen und neue Weichen für die Zukunft zu stellen. – Gerd Ziegler

Ein früh verletzter Mensch weigert sich, diesen Schritt zu gehen, wenn er Angst hat, in der eigenen Dunkelheit unterzugehen. Er hat Angst, noch einmal fallen gelassen zu werden. Und so ist sein Widerstand zugleich die Prüfung der helfenden Person auf Geborgenheit: “Hältst du mich wirklich? Hältst du mich aus? Wirst du zu all der Hässlichkeit in mir stehen?” Während ich diese dunkle Seite nur als einen Teil von ihm sehe (eine spielerische Schöpfung des Lichts), fühlt er sich mit dieser finsteren Energie unbewusst identifiziert. Er kann diesen großen Schatten erst sehen und annehmen, wenn die Identifizierung in eine Arbeit mit Teilen übergeht. Dafür braucht er mich. Deshalb greift er mich an. In meinem modellhaften Umgang damit erreicht ihn Inspiration zur Erlösung seiner selbst.

Selbsterlösung ist nichts anderes als die mannigfach wiederholte Erfahrung, dass alles in uns selbst seinen Ursprung nimmt und auch dort wieder sein Ende findet. Wir sind alles und nichts. Erkenntnis genügt nicht. Wir wollten es erfahren, deshalb sind wir hier.

Genauso genügt auch dem verletzten Menschen nicht das verbale “Ja” der helfenden Person: “Ja, ich werde dich halten, egal, was geschieht.” – Bevor er sich für den Abgrund in sich öffnet, will er überzeugt sein. Sein Abgrund ist der eisigste Tiefpunkt an Dualität und Polarität, das maximal erfahrbare Leid im Menschenspiel (s. Kosmische Gesetze). Nun will er erfahren, dass er in bedingungsloser Herzenswärme gehalten wird, egal, was geschieht. Also überzeugt er sich, indem er um sich schlägt.

Jeder Schlag ist eine verzweifelte Frage. Und jede Hineinnahme in das helfende Herz ist eine heilende Antwort. Sie lautet: “Ja, du verletzt mich. Und ich sehe dein Licht.”

Simone Meller
Foto: Pixelio, Achim Lueckemeyer

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Als das Pferd die Katze zu essen begann


Vor Jahren träumte ich, dass ich eine Katze essen sollte. Die Fellstückchen lagen auf dem Teller, doch ich konnte mich nicht überwinden. Die Traumszene wirkte völlig natürlich und keineswegs ekelerregend. Übrigens ernähre ich mich seit 20 Jahren vegetarisch.

Kurze Zeit später folgte ein weiterer Traum, in dem ich unter einem Tisch ein Pferd sehe, das unendlich zärtlich eine Katze verspeist. Ungläubig frage ich “Du isst sie??”. Voller Sanftmut nickt das Pferd. Total beeindruckt laufe ich los, um es meiner Mutter zu erzählen.

Mittlerweile lebe ich das, worauf diese Schlüssel-Träume symbolisch verwiesen. Alles, was mir unangenehm begegnet, nehme ich in mir auf und wandle es in Liebe. Zunächst waren es überwiegend meine eigenen Schattenanteile aus dieser und anderen Inkarnationen, später wurden es zunehmend schwere Energien von anderen Menschen und dem kollektiven Unterbewussten, die ich in mein Herz nahm. Es geschieht wie im Traum beschrieben “unter dem Tisch”, nämlich unsichtbar, hinter den Kulissen meines beruflichen und privaten Alltags. Es nimmt immer mehr Zeit ein, zugleich wird mein Leben täglich neu von Liebe geflutet.

Viele meiner Gedichte haben dieses Hineinnehmen ins Herz zum Thema. Die damit einhergehenden Dehnungen gleichen der einer Geburt – nur rückwärts. Deshalb laufe ich im zweiten Traum zu meiner Mutter. Das Pferd nimmt die Katze in sich auf. Ich nehme dieses Bild in mir auf und muss damit sofort zur Mutter, um von ihr damit aufgenommen zu werden. Die Mutter erscheint in diesem Traum als Symbol für den Ursprung des Leben sowie als Ort der Bergung und Transformation.

In vielen meiner Texte beziehe ich mich auf die Einheit, der wir entspringen, um uns selbst erfahren zu können. Diese Selbsterfahrung mündet in tausenden, abertausenden von Menschenspielen. Aus diesen Spielen heraus kehren wir in die Einheit zurück.

Menschliches Leben entspringt einem einzigen Punkt, der zugleich unenendlich groß ist, und kehrt genau dorthin zurück. Das ist der “Ort”, an dem wir Nichts und Alles sind.

Natürlich ist es kein “Ort”, aber als Mensch bleibt mir zur sachlichen Beschreibung nur duale Sprache. Lyrik kommt da etwas näher an das Eigentliche heran. Zwar entspringt sie dem Jauchzen, vermittelt aber nur einen Hauch von dem Erlebnis, “hinter/unter” der Seele und dem Geist-Licht-Reich das Nichts zu fühlen und in dieser stillsten aller Stillen zu spüren, wie Alles von hier seinen Ursprung nimmt. Denn nach einer “Weile” in dieser absoluten Stille spüre ich den Drang zu spielen, wieder vorwärts ins Leben geboren werden, durch das weiße Geist-Licht-Reich und das blauen Seelenmeer hindurch ins Leben zu streben und zu spielen.

Dieses Hin und Her zu spüren (also Hin zum Nullpunkt meines Seins und Her zum Leben), rührt und überwältigt mich. Das Ankommen im Nichts ist wie das Abschwellen einer wunderbaren Musik. Wieder mit offenem Herzen loszurennen gleicht dem Anschwellen der schönsten Musik, die man sich nur vorstellen kann. Es ist wie Bremsen, Stoppen, Gasgeben – unendlich lustvoll und nicht einmal ansatzweise in Worte zu fassen.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Sonja Winzer

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Ein wahrer Traum von Frau und Mann


338675_R_by_Bernd-Wachtmeister_pixelio.deIch träume seit jeher luzide. Luzides Träumen oder Klarträumen bedeutet, dass man beim Träumen merkt, dass man träumt. Im Labor wird dies zum Beispiel dadurch nachgewiesen, dass die träumende Versuchsperson leicht den Zeigefinger hebt. Für Menschen, die sich morgens nicht einmal an ihre Träume erinnern können, mag das unvorstellbar sein. Sie zweifeln daran, ob sie überhaupt träumen. Diesen Zweifel kann ich leicht zerstreuen, jeder Mensch träumt nachts. Anderenfalls würde er erschöpfen und erkranken. Das weiß man aus Experimenten im Schlaflabor, in denen man Versuchspersonen immer dann weckte, wenn sie zu träumen begannen (an EEG und Augenbewegungen erkennbar). Träumen ist lebenswichtig. Warum das allerdings so ist, darüber gehen die Fachmeinungen erheblich auseinander.

Ich deute dieses Faktum so, dass nachts ein besonders nährender Kontakt zur Seele besteht. (Meine These geht noch wesentlich weiter, nämlich dass wir nachts u.a. auf Seelenebene untereinander Absprachen über weitere Lebenswege treffen. Aber das würde jetzt in diesem Beitrag zu weit führen.) Ich komme zu dieser Aussage aufgrund meiner langjährigen Beschäftigung mit meinen eigenen Träumen.

Träume helfen beim Verarbeiten von Lebensereignissen, spülen Konflikte hoch, liefern Lösungen oder weisen humorvoll daraufhin, dass das Problem doch nicht so schlimm oder sogar längst gelöst ist. Bilder, die meine Seele mir schickt, berühren mich inniglich, weil ich mich durch sie in meiner tiefsten Tiefe verstanden und auf meinem Weg bestärkt fühle.

Viele meiner Träume sind Wahrträume. Das kann bedeuten, dass ich mich am nächsten Morgen nur wundern kann und erst drei Wochen später beim Eintritt eines neues Lebensereignisses plötzlich den Traum dekodiere und ihn BRAUCHE, um meinen nächsten Schritt tun zu können. Bildlich gesprochen sind solche Träume wie ein formloser Schlüssel, der erst in dem Moment Form annimmt, wenn ich vor der richtigen Tür stehe.

Tröstende Kraft durch transzendente Botschaften

Manchmal haben solche Träume auch ein enorm tröstende Kraft. Ich erinnere, wie ich einst in einen Sarg gelegt wurde. Über mich senkte sich der Sargdeckel und eine geschlechtsneutrale Stimme sagte sanft: “Es wird sich anfühlen, als ob du stirbst.” Ich wachte auf – und rätselte. Es folgten weitere Träume mit merkwürdigem Ausgang. Wochen später passierte es. Es trat ein Lebensereignis ein, das mich zutiefst erschütterte und so sehr schmerzte, dass ich dachte, daran sterben zu müssen. In dem Moment erinnerte ich mich an den Traum (“Es wird sich anfühlen, als ob du stirbst”) und fiel in die tröstende Umarmung des Himmels, der mir in weiser Vorausschau alles Wesentliche vorausgesagt hatte, damit ich in dieser akuten Phase sicher sein konnte: “So schlimm es sich auch anfühlt, ich bin auf dem richtigen Weg. Auf meinem Weg.”

In den autobiographisch geprägten Büchern der amerikanischen Psychiaterin Judith Orloff habe ich ähnliche Berichte gefunden. Für sie ist die Geschlechtsneutralität einer Stimme zumeist Anzeichen für eine transzendente Botschaft (im Unterschied zur Trauminszenierung von inneren Konflikten durch verschiedene Rollenspieler mit Gesicht). Meine Seele scheut aber auch nicht vor personenbezogenen, handfesten, fast komisch anmutenden Bildern zurück, um mir ihre Nachrichten auf einfachste Weise zu vermitteln. Auch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Während ich und viele praktizierende Therapeut/innen und Lebensberater/innen also von einem nächtlichen, hochgradig nährenden Kontakt zur Seele ausgehen, vertritt die akademische Mainstreampsychologie die Hypothese, dass das alles reine Phantasie ist. Die Bilder werden weder als Symbole und Archetypen noch als individuelle Botschaften gedeutet, sondern als Abreaktionen des Gehirns verstanden. Das Gehirn wird als höchste Instanz gesehen und gilt als biologisches Korrelat unseres Bewusstseins. Immerhin kann man es anfassen (natürlich nur bei Schädelöffnung) und fotografieren (bildgebende Verfahren) und durch Substanzen manipulieren (Medikamente, Drogen).

Nächtliche Dialoge zwischen menschlichem und höheren Selbst

Beim Klarträumen verändert sich die Aktivität im Stammhirn, was im psychologischen Mainstream gedeutet wird als “Ein Teil des Gehirns wacht auf, der Rest schläft weiter”. Jüngste Forschungen weisen darauf hin, dass sich luzides Träumen trainieren lässt, was als bedeutsam für Alpträume angesehen wird und möglicherweise auch für die Behandlung von Psychosen. In dieser Sicht wird die Unterscheidung zwischen “Traum”, “wahr” und “Wahn” auf eine rein kognitive Fertigkeit reduziert, die bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger ausgeprägt ist. Als ob Menschen mit Wahnvorstellungen einen Defekt haben. Ich schaue lieber, wofür das Symptom Wahn steht, welch lang verdrängter Schatten da ins Licht drängt.

Meine Vermutung ist übrigens, dass jeder Mensch luzide träumen kann. Dies setzt einen ähnlichen Bewusstseinsentwicklungsprozess voraus wie das Erinnern von Träumen. Das, was im Mainstream als Träumen und Klarträumen unterschieden wird, erlebe ich als Dialoge zwischen menschlichem und höherem Selbst. Etwas Neues will einströmen, das Alte beboachtet es und kommentiert es auf bisherigem Bewusstseinsniveau, manchmal wird daraus auch Kritik oder Abwehr. Als Vergleich fallen mir die Systemupdates beim Computer ein. Manche schnurren einfach durch und bei anderen zickt das System.

Wenn mein System Zicken macht, wache ich mit sehr schmerzhaften Muskelverspannungen auf, was ein Zeichen für das Festhalten von Energie ist. Besonders heftig habe ich dies in der Nacht zum 09.08.09 erlebt, als die letzte Etappe meines 9jährigen Wachstums- und Entfaltungsprozesses eingeleitet wurde, die am 09.09.09 enden sollte (über datierte Punktlandungen zu schreiben, wäre sicher auch mal lohnenswert). Jene Nacht war ein steter Wechsel von Schlafen und Wachen, von Krampfen und Atmen, von Kämpfen und Loslassen. Immer wenn ich vor Schmerz aufwachte, hörte ich es in mir singen “Lass es gehen… in Liebe weiterziehen…”. Also von dieser Nacht hätte mich die EEG-Auswertung auch brennend interessiert ;-) !

331227_R_B_by_Dieter-Schütz_pixelio.deEine Vollendung – ohne Perfektion

Solche Erfahrungen, meinen eigenen Widerstand (Angst!) gegen wundervolle Systemupdates (wachsendes Einheits- bewusstsein!) zu spüren, haben mich im Laufe der Jahre sehr weich werden lassen.

Sie ermöglichen mir in meiner Arbeit ein geduldiges und verständnisvolles Mitgefühl, wenn ich Zeugin werde, wie mein Gegenüber qualvoll auf der Stelle tritt, das Neue herbeisehnt und zugleich voller Angst davor alle Energiekanäle verschließt. Meine unermüdliche Hoffnung speist sich aus meinem eigenen Heilungs- und Selbstverwirklichungsprozess.

Meine größten Brocken sind gelöst, so dass ich nun in meiner vollen Kraft stehe und befreit auf meinem Weg voranschreiten kann. Natürlich endet meine Entwicklung nicht nach der jüngst überschrittenen Schwelle. Wie kann ich es beschreiben? Es fühlt sich an, als ob ich voll und ganz bei mir angekommen bin, als ob ich laut und deutlich “Nein zu allem Leid” und “bedingungslos Ja zu Simone” gesagt habe. Es fühlt sich an wie ein qualitativer Ebenenwechsel. Ich habe in den letzten 9 Jahren unzählige Häutungsprozesse durchlaufen und eine Transformation nach der anderen erlebt. DAS hier fühlt sich anders an, es ist wie das Zusammenlaufen aller bisheriger Entwicklungsstränge in einem Höhepunkt. Ich fühle eine Vollendung – ohne damit Perfektion zu meinen.

Hätte mir vor 9 Jahren jemand gesagt, was alles passieren würde und wo ich in Zukunft einmal stehen sollte, ich hätte nur abwinkend gelacht und mich gewundert, was es für komische Leute gibt. Selbst vor 4 Jahren noch, als auch auf bewusster Ebene eine Rückverbindung zur Quelle einsetzte, hatte ich nur vage Vorahnungen. Heute erinnere ich mich lächelnd an einen Traum aus jener Zeit, in dem eine lange Reise mit einem wunderschönen Gefühl von “Wiedervereinigung” (so hieß das Bild) endete. Heute weiß ich, dass diese Szene die Hochzeit mit meiner Seele meinte, die harmonische Vereinigung mit Anima und Animus, mit Yin und Yang, mit femininer und maskuliner Energie. In einem steten Wechseltanz entwickelten sich meine innere Frau und mein innerer Mann zu ihrer jeweils vollen Kraft und sind mittlerweile gemeinsam ein erlöstes Liebespaar.

Ein Traum im Sommer diesen Jahres kurz vor meinem Geburtstag bestätigte mir dies: Ich fuhr in einem Zug in Richtung Italien, in den aus Versehen eine männliche (und von früher sehr vertraute) Person mit eingestiegen war, die mich eigentlich nur bis zum Bahnhof hätte bringen sollen. Ich sagte dem Schaffner (einem Mann!) Bescheid und tatsächlich hält die Lokführerin (eine Frau!) auf offener Strecke an, so dass die Person (Symbol für eine alt-energetisches Konzept, in dem die maskuline Energie die feminine Energie unterdrückt) sang- und klanglos aussteigen konnte. Beim Aufwachen schmunzelte ich über dieses treffende Bild: Meine innere Frau (Intuition) führt, weil nur sie weiß, wo der Weg lang geht (Lokführerin), mein innerer Mann ist ihr mit voller Kraft liebevoll zu Diensten (Schaffner).

Grenzenlose Fülle als Geschenk der Neuen Energie

In einem glücklichen Leben (Italien-Symbol) – egal ob wir dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehören – führt die innere Frau und führt damit den inneren Mann einer neuen Bestimmung zu. Beide sind happy! Damit ist ein Paradigmenwechsel beschrieben, nämlich der Übergang von der Alten in die Neue Energie. Diesen Wandel vollziehen immer mehr Menschen (Zeitenwende), jeder in seinem Tempo und auf seine individuelle Weise. Kürzer und einfacher drücke ich es in meiner Arbeit gerne so aus: In einem glücklichen Leben führt das Herz, dem all unsere Kräfte folgen. Daraus erwächst eine nie zuvor dagewesene Mächtigkeit, die – und das ist das Wunderbare – auf Liebe ausgerichtet ist. Nicht mehr der Kampf um Macht bestimmt dann das Leben, sondern eine Fülle, die keine Grenzen mehr kennt.

Übrigens: Die aus dem Zug gestiegene Person (aus Frankfurt) hat an meinem Geburtstag nicht angerufen. Ich verstand es nicht, bis ich mich an meinen Traum erinnerte. Dem wahr gewordenen Traum von Frau und Mann.

William Shakespeare sagte einst:

“Es gibt viel mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als sich unsere Weisheit träumen läßt.”

Ich finde, er hat recht.

Simone Meller
Fotos: Pixelio, Bernd Wachtmeister, Dieter Schütz

* * *

Nachbemerkung zur Veranschaulichung der Teamarbeit von Lokführerin und Schaffner:

Meine Pläne für diesen Nachmittag und Abend waren andere. Aber es zog mich unwiderstehlich zu diesem Artikel hin. Alles andere hatte zu warten. Während ich schrieb, fielen mir meine Postings der letzten Tage ein. Um diese Bezüge für mich persönlich festzuhalten, habe ich eben all diese Links nachträglich eingefügt. Ich konnte daran erkennen, wie mich die Lokführerin durch das 09-09-09-Tor gezogen hat und der Schaffner an den verschiedenen Stationen stets eine kleine Dokumentations-Marke setzte. Mehr war bei der Geschwindigkeit und Ladung des Zuges nicht drin! Heute war Nachbearbeitung angesagt. Das hat viel Zeit und Kraft gekostet. Doch die Lokführerin hat nicht eher locker gelassen, bis der Schaffner seinen Zugebericht fertig getippt hatte. Und trotz aller Mühe und Überstunden hat er es gerne für sie getan. Weil er weiß, dass er durch jeden Schritt, den er für sie tut, glücklicher wird. Deshalb kann sich die Lokführerin zu 100% auf ihn verlassen und unbeschwert zu JEDEM Ziel aufbrechen, dessen Ruf sie vernimmt. Das macht auch sie noch glücklicher. Aus beider Glück entsteht sagenhafte Fülle – in Leichtigkeit.

Ich glaube, jetzt bin ich fertig.

Der Schaffner hält inne und schaut hinüber zur Lokführerin. Beide atmen tief durch, spüren ihre neueste gemeinsame Schöpfung, ein Kind der Liebe. Lächeln sich an. Sie nickt. Da steht er auf und bittet sie zum Tanz. Es erklingen die Takte von “Oh Königin, wie eine Feder”. Überglücklich wirbeln sie durch Zeit und Raum. Sterne werfend.

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