Posted on 21 Februar 2011. Tags: Ausdruck, Elemente, Erde, Erotikblüte, Farben, Geist, Hermann Hesse, Himmel, Klang, Kunst, Licht, Luft, Natur, Offenbarung, Schöpfung, Sein, Sinn, Sonne, Spiegelung, Sprache, Ton, Wasser, Wort, Zahl
Die Sonne spricht zu uns mit Licht,
Mit Duft und Farbe spricht die Blume,
Mit Wolken, Schnee und Regen spricht
Die Luft. Es lebt im Heiligtume
Der Welt ein unstillbarer Drang,
Der Dinge Stummheit zu durchbrechen,
In Wort, Gebärde, Farbe, Klang
Des Seins Geheimnis auszusprechen.
Hier strömt der Künste lichter Quell,
Es ringt nach Wort, nach Offenbarung,
Nach Geist die Welt und kündet hell
Aus Menschenlippen ewige Erfahrung.
Nach Sprache sehnt sich alles Leben,
In Wort und Zahl, in Farbe, Linie, Ton
Beschwört sich unser dumpfes Streben
Und baut des Sinnes immer höhern Thron.
In einer Blume Rot und Blau,
In eines Dichters Worte wendet
Nach innen sich der Schöpfung Bau,
Der stets beginnt und niemals endet.
Und wo sich Wort und Ton gesellt,
Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,
Wird jedesmal der Sinn der Welt,
Des ganzen Daseins neu gestaltet,
Und jedes Lied und jedes Buch
Und jedes Bild ist ein Enthüllen,
Ein neuer, tausendster Versuch,
Des Leben Einheit zu erfüllen.
In diese Einheit einzugehn
Lockt euch die Dichtung, die Musik,
Der Schöpfung Vielfalt zu verstehn
Genügt ein einziger Spiegelblick.
Was uns Verworrenes begegnet,
Wird klar und einfach im Gedicht:
Die Blume lacht, die Wolke regnet,
Die Welt hat Sinn, das Stumme spricht.
Hermann Hesse
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Posted on 03 Februar 2011. Tags: Augen, Bauch, Elemente, entspringen, Erde, Explosion, Feuer, Form, Fühlen, Hand, Hexe, Ich bin, Kraft, Kuss, landen, Lust, Phönix, Schatten, Schreien, Sein, sinken, Sonne, stampfen, steigen, Ton, Transformation, Weinen, wild, Zergehen
meine augen schauen deine
meine hand fühlt meinen bauch
ich schmecke deinen kuss
und sinke ins explodierende feuer der erde
ich zergehe wie einst die hexen
und ersteige wie der phönix
doch all dies fühlen ist eins eins eins
tränen und schreie entspringen meinem sein
zerberste stampfend zur sonne
lande geformt in neuem ton
ich bin bin bin bin bin bin
simone
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Posted on 26 Januar 2011. Tags: bedingungslos, Chakra, Clearing, Dämonen, drittes Auge, Dualität, Einheit, Elemente, emotional, Energie, Erde, Esoterik, Farben, Feuer, göttlich, Herz, Herzchakra, Ida, Kehlchakra, Klarheit, Kraft, Kronenchakra, Kundalini, Licht, Liebe, Materie, Michèle Caffin, mondän, Persönlichkeit, Pingala, rot, Sakralchakra, Scheitelschakra, Schlange, Schwärze, Sexualität, Solar Plexus, Sonne, Spiritualität, Stirnchakra, Teufel, Transformation, weiß, Wirbelsäule, Wurzelchakra
In der esoterischen Überlieferung ist von drei Feuern die Rede: dem Ur- oder Schlangenfeuer, welches in seiner außerordentlichen Kraft an der Basis der Wirbelsäule zusammengerollt liegt, diese hinaufklettert und, beim Herzen angelangt, über die Arme mit den beiden anderen Feuern in Verbindung tritt – mit der Energie der Sonne, Ida, und mit der brennenden Materie, Pingala. Die brennende Materie ist das Zeichen Gottes auf Erden. Alles wird aus ihr geboren.
Durch das ansteigende Feuer wird das Werk am Schwarzen, das Werk am Roten und das Werk am Weißen bestimmt. Das Werk am Schwarzen bezieht sich auf die ersten beiden Chakras, d.h. auf die Lebenskraft, die Sexualität und die Gefühlswelt und auf alles, was die Dualität eskalieren lässt und Konflikte vermehrt. (…)
Wenn man alle Farben mischt, entsteht daraus das Schwarz. Das weiße Licht hingegen enthält alle Farben, d.h. es ist zugleich Einheit und Transparenz. So beginnt jeder spirituelle Weg mit dem Werk am Schwarzen, mit der Reinigung der Persönlichkeit, welche die egoistischen Kräfte transformiert, damit das Werk am Roten beginnen kann. In jener Zeit verwandelt sich menschliche Liebe in spirituelle Liebe.
Die menschliche Liebe ist von Emotionen in all ihren Höhen und Tiefen bestimmt. Gerade sind wir noch mit der geliebten Person zusammen, und sie versichert uns ihre Zuneigung, da kehrt ein Blick, ein falsches Wort oder eine Geste die Situation um und stellt das Gefühl der Einheit in Frage. (…)
Im Gegensatz dazu wird die spirituelle Liebe auf der Ebene des Herzens erfahren. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre zeitliche Unbegrenztheit aus, sondern auch dadurch, dass sie jeder Probe mit Gleichmut standhält.
Die Umwandlung durch die steigenden Feuer findet ihre Vollendung in der Reinheit des Werkes am Weißen.
Dieses Werk betrifft die drei letzten Chakras: das Halschakra, das Stirnchakra, das auch als drittes Auge bekannt ist, und das Scheitel- oder Kronenchakra.
Nun hat der Mensch Einheit und Transparenz erlangt. Er kann als reiner Kanal dienen, welcher das göttliche Licht in die Welt strahlt (nicht zuletzt ist “mondän” fast ein Anagramm von “Dämon”), während er die Gefühle, die in ihm wohnen, bewältigt und beherrscht.
aus: Caffin, Michèle (2005). Was Zähne zeigen. Hamburg: Aurum. (S. 91-93, Fettdruck durch mich)
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Posted on 17 November 2010. Tags: Annahme, Blühen, Dunkelheit, Einladung, Erde, Erlösung, Evolution, Feuer, Freiheit, Herbst, Herz, Kerze, Leuchten, Macht, Sonne, Tod, Wachstum, Wahrheit, Wandel, wild, Winter, Wurzel, zart

Zur unbändigen Wildheit erwacht
das hat der Herbst gebracht
Tief verwurzelt in fester Erde
auf dass jeder sein Höchstes werde
Sterben durfte was längst bereit
erblühen in einer freien Zeit
Mit feuriger Sonne im Herzen
zünden wir an die hellen Kerzen
Ins Leben drängt mit unserer Nacht
der Wandel dunkler Macht
Was zum Erlösen geboren
hat der Winter für uns auserkoren
Nehmen wir an ein jeder sein Geschick
mit zärtlich liebendem Blick
Zur Wahrheit der Herzen
lädt ein das Leuchten der Kerzen
Simone Meller
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