Posted on 25 September 2010. Tags: Angst, Bedürfnis, Einkommen, Entscheidung, Erfüllung, Existenzangst, Finanzen, Freiheit, Fülle, Geld, Genuss, Glück, Grenzen, Ich-Stärke, Kraft, Liebe, Mangel, Nein, Opfer, Rücklagen, Selbstverleugnung, Wachstum, Wahrheit, Zeit
Nie wäre ich dort, wo ich heute bin, hätte ich die Kraft des Neins ausgeschlagen. Jedes ausgesprochene und tapfer gelebte Nein war eine bedingungslose Bejahung meiner selbst. So schuf ich Platz für Fülle, die sich weniger im Materiellen äußert als in der ideellen Tatsache, dass ich zwischen Aufstehen und Schlafengehen das lebe, wonach mir jeweils ist. Darüber verdiene ich dann letztlich auch das Geld, das zur Deckung meiner materiellen Bedürfnisse reicht, die allerdings im Laufe der Jahre sehr einfach geworden sind.
Ich kenne Menschen, die über ein wesentlich höheres Einkommen und mehr finanzielle Rücklagen verfügen als ich. Sie haben oft keine Zeit, um mit mir den gemeinsamen Augenblick, wie der Himmel ihn schickt, zu teilen und zu genießen. Natürlich brauchen sie dann auch mehr Geld, um sich zu erholen bzw. ihre Strapazen zu kompensieren. Ich verstehe sehr gut, was sie meinen, wenn sie mir sagen “Wenn man einen gewissen Lebensstandard halten möchte, muss man eben manches Opfer bringen”. Zugleich weiß ich, dass jedes erbrachte Opfer ein Nein zu sich selbst ist und tiefer in den Mangel führt, der als ewig antreibende Existenzangst ins Bewusstsein tritt.
Blicke ich auf die Patientinnen und Coachees, die ich seit 2003 begleitete, so stelle ich immer wieder fest: Existenzangst ist einkommensunabhängig. Sie zieht sich durch alle Schichten, jedenfalls solange, wie die Angst nicht mit Hilfe von Liebe für sich selbst erlöst wird. Das ist der Weg, den ich mit wachsendem Vertrauen gegangen bin.
Es stimmt zwar: Zeit ist Geld. Aber genauso zutreffend ist es, dass wir mit dem durch Selbstopferung verdienten Geld nicht das kaufen können, was uns zwischen Tür und Angel glücklich (ge-)macht (hätte). Denn das, was uns von innen heraus Er-Füllung erleben lässt, ist unbezahlbar. Es entsteht durch die Kraft des Neins. Durch Tausende von Neins zu kleineren und größeren Aktionen der Selbstverleugnung. Und wenn die Angst an deine Tür klopft, dass man doch so unmöglich erfolgreich sein könne, dann lädst du sie in Liebe ein und zeigst ihr dein neues Leben.
Glück entsteht durch Liebe, also durch die bedingungslose Bejahung jeder Faser deines wahrhaftigen Seins. Das heißt: Du bist davon überzeugt, dass du sein darfst, wie du bist, und dass du dich durch deine liebevolle Wahrhaftigkeit dir selbst und anderen gegenüber ernähren kannst. Und dazu gehört an vielen Stellen die Kraft des Neins. Jedes Nein wird aus Liebe zu dir selbst geboren: Denn wenn du dir alles gönnst, weißt du, was du nicht (mehr) brauchst.
Text und Foto: Simone Meller
*
Posted in Klartext
Posted on 23 April 2010. Tags: Akte, cartesianisches Weltbild, Definition, Dissertation, Einheit, Empirie, EPR-Korrelation, Erkenntnistheorie, Erkrankung, funktionieren, Ganzheit, ganzheitlich, Geist, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Handout, instantan, integrativ, Kausalität, komplementär, Komplementarität, Körper, Krankheit, Leib-Seele-Dualismus, Materie, mechanistisch, Mikro-Zeichen, Nichtlokalität, Pathogenese, Prozess, Quantentheorie, Salutogenese, Seins-Formen, Selbstbestimmung, Selbstentfremdung, Selbstrealisierung, Selbstverkennung, Selbstverleugnung, Selbstverwirklichung, Selbstwerdung, Stagnation, Synchronizität, Theoriebildung, triadisches Konzept der Selbstverwirklichung, Ungeteiltheit, Universität Hamburg, Ursprung, wahres Selbst, Wissenschaftliche Texte, Wohl, Zusammenfassung
Vorbemerkung: Ich veröffentliche hier die bislang kürzeste Zusammenfassung meiner Dissertation, wie sie 2008 für das Handout eines wissenschaftlichen Kurzvortrags an der Universität Hamburg entstanden ist. Die zugehörige Buchveröffentlichung kann portofrei als Hardcover (451 Seiten) oder als E-Book direkt beim Verlag bestellt werden. Inhaltsverzeichnis, Abstract, Einführungskapitel und einige weitere Leseproben finden sich hier.
* * *
Theoriebildung anhand von 5 Thesen
-
Der Mensch gilt dann als gesund, wenn er funktioniert. Diese mechanistische Sichtweise in Verbindung mit dem traditionellen Leib-Seele-Dualismus hat die Gesundheitspsychologie bislang wirksam behindert: Die Idee eines engen Zusammenhangs zwischen Persönlichkeit und Gesundheit lässt sich empirisch nicht nachweisen.
-
Die Quantentheorie beschreibt präzise Konzepte von materieller Ganzheit (Einheit, Ungeteiltheit, Komplementariät) jenseits von Beliebigkeit und Phrasenhaftigkeit und führt auf erkenntnistheoretischem Wege die cartesianische Trennung von Geist und Materie ad absurdum. Geist und Materie sind gemeinsamen Ursprungs, so dass in unserem Alltag die Prinzipien Kausalität und Nichtlokalität (EPR-Korrelation, Synchronizität) wirksam sind.
-
Gesundheit und Krankheit stellen komplementäre Seins-Formen von persönlicher Ganzheit dar. Gesundheit meint im Idealzustand ein vollständiges geistig-körperliches Wohlbefinden, zunehmende Krankheitsanteile gehen mit wachsendem Unwohlsein einher. Menschen sind zu jedem Zeitpunkt mehr oder weniger gesund bzw. krank.
-
Selbstverwirklichung als triadisches Konzept bedeutet Selbstbestimmung unter permanenter Bezugnahme auf Prozesse der Selbstwerdung (sein wahres Selbst zulassen) und Selbstrealisierung (sein wahres Selbst im alltäglichen Handeln berücksichtigen). Komplementär dazu besteht Selbstentfremdung in selbstbestimmten Akten der Selbstverkennung und Selbstverleugnung.
-
Selbstverwirklichung geht mit Salutogenese einher, Selbstentfremdung mit Pathogenese: Kausal bedingte Akte von Selbstverwirklichung sind durch EPR-Korrelationen instantan mit Mikro-Zeichen von Gesundheit verbunden und Akte von Selbstentfremdung mit Mikro-Zeichen von Krankheit. Die Akkumulierung solcher Mikro-Zeichen erklärt Prozesse von Heilung und Erkrankung.
Simone Meller
Posted in schwungwerk.de