Tag Archive | "Seelenplan"

Nackt und ohne Schutz


Ich lass dir deine Krone
und tanze meine Schritte
verbrenne meine Kleider
im Feuer deiner Blicke

Du hilfst mir zu werden
was ich immer schon bin
will nicht mehr verbergen
meine Power ihren Sinn

Ich zeige dir mein Leben
nackt und ohne Schutz
das wonach wir streben
liegt unter uns’rem Putz

Simone Meller

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antworten lernen


ich lernte
zu lassen
die finger
vom schicksal
dem fremden

ich lernte
zu lieben
die schatten
vom schicksal
dem fremden

ich lernte
zu antworten
den fragen
vom schicksal
in dir und mir

simone meller

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später segen


als ich lernte
dein schicksal
loszulassen
und bedingungslos
zu bejahen
entstand
eine blume
die uns
beide meint

simone meller

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Wir kamen überein


Für L. und alle anderen
in Achtung und Dankbarkeit

* * *

Ich habe erkannt:

Wir waren zwei verletzte Menschenkinder, die miteinander spielten, so wie wir es verabredet hatten vor Anbeginn der Zeit.

Wir kamen zueinander, um uns zu lehren, was wir jeweils vergessen hatten in unserem Schicksal. Wir kamen zueinander, um uns zu erinneren an Heilungsaufgaben und Projekte. Wir kamen überein, zur gleichen Zeit auf der Erde zu sein. Wir kamen überein, in enger Berührung miteinander zu sein. Wir kamen überein, mit so einem großen Unterschied zwischen uns zu sein, dass uns diese Berührung schwer fallen würde. Wir kamen überein, in so vielem gemeinsam zu sein, dass wir den Unterschied nicht als Ausrede nutzen konnten, nichts voneinander wissen zu wollen.

Wir kamen überein, in der gleichen Sache verschiedenen Menschen von Nutzen zu sein, wir kamen überein, bedingungslos zu dienen. Wir kamen überein, voneinander trotz Skepsis, trotz Berührungsängsten überzeugt zu sein. Wir kamen überein, miteinander wieder im Frieden zu sein. Wir kamen überein, uns eines Tages die Masken vom Gesicht zu reißen und den Bruder, die Schwester zu sehen, die wir uns immer schon waren und weiterhin sind.

Wir sind zwei Menschenkinder auf ihrem Weg, auf ihren Wegen. Wir sind zwei Menschenkinder, die sich kennen, voneinander wissen, die sich zuwinken, die voneinander lernen, die sich übereinander ärgern, die sich gegenseitig trösten und Signale der Zuversicht schenken. Wir sprechen eine offizielle und eine geheime Sprache und dazwischen gibt es Platz für sehr viele Wunder, die unseren Verstand überschreiten.

Wir kamen überein, noch einmal in der Idealisierung zu sein – und in der Entwertung. Wir kamen überein, nach all der Verwirrung mit diesen Spielen in Klarheit zu sein. Wir kamen überein, nicht mehr aufsässig gegen unsere wahre Natur zu sein.

Wir kamen überein, nie mehr anders als wir selbst zu sein. Wir kamen überein, nie mehr anders als unser wahres Selbst zu sein. Wir kamen überein, miteinander in Wahrheit und in Frieden zu sein. Nichts kann uns abhalten, diesen Frieden aufzugeben, denn da wir ihn fanden, kennen wir seinen Wert und geben ihn nicht mehr her. Er ist unverkäuflich, wir sind unbestechlich. Wir lassen uns nicht mehr ein auf die Spiele der Heuchelei und die Verkleidungen der Angst. Wir lassen uns nicht mehr mehr darauf ein.

Wir kamen überein, parallel in dieser Erfahrung zu sein. Wir kamen überein, dabei weiterhin in einem großen Unterschied miteinander zu sein. Wir kamen überein, uns gegenseitig diese Wachstumsaufgabe zu schenken und so lange vor Augen zu halten, bis sie erlöst ist. Niemand könnte dass besser als du, niemand besser als ich. Denn wir kennen uns schon sehr lange, haben schon tausende von Spielen miteinander gespielt. Tausende Male verkannt, tausende Male Schmerzen zugefügt. Und warum? Aus dieser einen tiefen Liebe heraus, uns die Erfahrungen zu ermöglichen, weswegen wir hier sind. Hier zu sein und diese Erfahrung einerseits zu teilen und gleichzeitig nicht teilen zu können. Wir blicken aufeinander, während wir das jeweilig unsere tun.

Es ist wie eine fortwährende Prüfung, eine fortwährende Aufgabe mit diesem Unterschied und mit dieser Einigkeit zu sein. Es ist eine fortwährende Aufgabe, es nicht in einer überschwenglichen Umarmung auflösen zu können, Friede, Freude, Eierkuchen zu backen, sondern aus einer zunehmend wohlwollenden Distanz heraus auf das Tun der anderen zu blicken und dabei uneingeschränkt das eigene zu tun. Es ist Verführung und Bestärkung zugleich. Es ist Geschenk und Prüfung zugleich. Es ist das, was wir Karma oder Schicksal oder Fügung nennen. Es ist das, was wir vereinbarten vor Anbeginn der Zeit.

Und wir hielten uns an unsere Versprechen. Und wir taten das so gut, dass wir  f a s t  vergaßen, dass es nur Versprechen waren. Es sind Vereinbarungen und Verträge, an die wir uns halten, um zu werden, was wir sind. Es sind die besten Absichten, die uns bis hierhin getragen haben und weiterhin tragen werden. Wir schauen aufeinander in Liebe. Und obwohl wir uns in Liebe erlösen, fallen wir einander nicht in die leiblichen Arme, denn dies gehört (noch) nicht zum Plan.

Aus dieser liebevollen Distanz heraus… eine Spannung zu halten, an der wir beide wachsen… hin… dorthin zum Anbeginn der Zeit.

Amen.

Simone
01/09/10

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