Tag Archive | "Seele"

Abgetriebene und verlorene Kinder annehmen


Frauen schulden ihren abgetriebenen oder verlorenen Kindern nichts. Ihre ungeborenen Kinder schlagen dies vor: Ich bin dein Kind. Und du bist meine Mutter. Eine solche Annahme des ungeborenen Kindes setzt Gefühle frei. Im Zulassen dieser erlösen sich Frauen von bislang unerkannter Last. Sie schenken sich Mutterschaft, Würde und Freiheit: Ja, du bist mein Kind. Und ich bin deine Mutter.

Und wenn eine Frau den einstigen Todeskampf ihres ungeborenen Kindes fühlt, so darf sie inmitten ihrer Tränen sagen: Ich bin ich. Und du bist du. Jede Mutter-Kind-Beziehung steht irgendwann vor der Auflösung der Symbiose. Auch die zwischen Mutter und ungeborenem Kind. Jede Seele darf ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich bin ich. Und du bist du. Du gehst deinen Weg. Und ich gehe meinen Weg.

Im Ertragen und Annehmen dieser Dualität liegt die Chance zur seelischen Reifung. Wie könnte Einheit erfahren werden, wenn sie niemals verlassen würde? Wie könnte Leben erfahren werden, wenn nicht gestorben würde? Jedes Leiden endet in der bedingungslosen Annahme des zu Erfahrenden. Annehmen ist leicht. Nur sich dagegen wehren und sträuben ist schwer. Wie könnte das Leichte ohne das Schwere erfahren werden?

Simone

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Ich bringe dich nicht zum Weinen oder zum Lachen


ich bringe dich nicht
zum weinen oder zum lachen
mit mir darfst du
jede erfahrung in liebe machen

gern lausche ich mit
was tief in deinem herzen klingt
wenn meine seele mit
deiner ein liedchen in stille singt

manchmal möchte ich
dir gerne was schönes schenken
was kann ich geben
ohne von dir zu mir zu lenken

ich halte den mund
bis das herz hebt zu sprechen an
ich lasse die gesten
bis das herz setzt zum handeln an

mich berührt dein sein
auf vertraut wie fremde weise
suche nach wegen
zu schließen immer neue kreise

simone

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Das Wort des freien Herzens II


1. das wort des freien herzens
achtet jede grenze und ist grenzenlos zugleich
denn es wurzelt im ewigen wandel des wortlosen seins

2. das wort des abhängigen herzens
missachtet grenzen und sucht die anerkennung
denn es ist haltlos im ewigen wandel des verkannten seins

3. das wort des freien herzens
entspricht dem archetyp des göttlichen kindes
und damit der einheit von feminin und maskulin von yin und yang

4. das wort des abhängigen herzens
entspricht dem archetyp des verletzten kindes
und damit seiner verlassenheit durch mann und frau

5. das wort des freien herzens
entsteht aus der transformation des verletzten kindes
aus der heilung von mann und frau hin zum göttlichen kind

6. das wort des freien herzens
entspringt der selbstklärung eines erwachsenen menschen
der seine verantwortung nicht delegiert und keine fremde verantwortung übernimmt

7. das wort des freien herzens
lässt sich geduldig auf alle realitäten ein
denn weder verliert es seine energie im anderen noch folgt es fremder energie

8. das wort des freien herzens
entspringt der vereinigung von agape und eros
diese herzenslust entspricht dem archetyp der erotikblüte

9. das wort des freien herzens
grenzenlos und verwurzelt zugleich
entspricht den chakren von den sohlen bis zum scheitel vereinigt in einem punkt

10. das wort des freien herzens
ist wechselnder ausdruck lebendiger dualität
ohne polarität zu verstärken und ohne zur einheit zu zwingen

11. das wort des freien herzens
entspringt zwischen ich und du sowie zwischen leib und seele
es ist die zeitliche bewegung des sich ausdehnenden geistes im multidimensionalen raum

12. das wort des freien herzens ist leicht
das wort des abhängigen herzens ist schwer
traurig stimmende begegnung ruft neu zu klären das eigene herz

simone meller

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Zähne zeigen – auch beim Zahnarzt


Als ich wieder einmal gegen zahnärztlichen Rat handelte und in mir jene angstauslösenden Argumente nachhallten, denen ich aber nicht meine Intuition unterordnen wollte, dachte ich: Es bräuchte ein Zahn-Forum der Hoffnung, in dem Menschen sich gegenseitig mit ihren Erfahrungsberichten unterstützen.

“Karies heilen” tippte ich in die Suchmaschine und entdeckte die deutschsprachige Version dieser Website Healing Teeth Naturally, auf der ich einige meiner (Heilungs-)Erfahrungen wiederfinden konnte. Ach, das tat gut! Natürlich ersparte mir die Lektüre nicht meine seelische Schattenrbeit und die Erlösung zugehöriger emotionaler Themen, aber ich konnte Bestätigung daraus ziehen.

Weil ich meine eigenen Zähne nicht im 360° Grad Panorama betrachten kann, lasse ich sie regelmäßig untersuchen und mir sogenannte kritische Stellen (z.B. alte Füllungen und andere Verdachtsmomente) im Handspiegel zeigen. Dann erfolgt eine Abwägung: Ich höre mir die fachliche Einschätzung an, gleiche sie mit meiner Wahrnehmung ab und lausche in mein Herz: Stehe ich so weit in meiner Schöpferkraft, allen Themen dieser Baustelle heilend zu begegnen? Wenn nein, würde ich mit der Ablehnung einer konservativen Behandlung meinen Zahn riskieren. Wenn ja, würde ich mit der Zustimmung einer konservativen Behandlung eine Körperverletzung begehen. Für diesen Klärungsprozess nehme ich mir gerne mehrere Tage Zeit. Ich folge dem ersten klaren (!) Impuls. Vor kurzem erbrachte das erlaubte Bohren an einer Stelle ein klares Nein für fünf weitere Stellen. In dieser Festigkeit bleibe ich offen für meinen mir unbekannten Entwicklungsprozess.

Der Zahnarztpraxis kommuniziere ich meine Entscheidung insoweit, wie es innerhalb unserer unterschiedlichen Paradigmen möglich ist. Ich muss nicht verstanden werden, wenn ich von meinem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch mache. Ich entscheide, wer wann und wo in meinen Körper eindringt. Zähne zeigen – auch beim Zahnarzt! Zurück bleiben gemischte Gefühle auf beiden Seiten; das sind dann meine Hausaufgaben, zumindest was meinen Anteil anbelangt.

Ich bin froh, dass es Zahnärzte gibt. Sie haben zum Erhalt und zur ästhetischen Wiederherstellung meiner Zähne beigetragen, als andere Wege nicht möglich waren. In der Interaktion mit ihnen und meinen Zähnen habe ich sehr viel gelernt. Ich bin froh, experimentieren zu dürfen und im Hintergrund für den Fall der Fälle eine moderne Zahmedizin zu wissen. Die Zahmedizin und mein Eigensinn stammen aus ein- und derselben Quelle. Das möchte ich betonen, genauso wie die Gefahr von Verdrängung und Selbstschädigung durch Missachtung ärztlichen Rates. Auf meinen Haftungsausschluss sei hiermit verwiesen. Ich trage Verantwortung für mich und du für dich.

Text: Simone Meller | Foto: Viktor Mildenberger

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