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sexuelle orientierung als suche nach heimat


vor jahrzehnten fast gestand mir ein “schwul” gewordener bekannter
den ich zuerst als “hetero” kennen gelernt hatte
dass er manchmal ja schon wieder lust auf frauen hätte
aber dafür seine szene verlassen müsste
in der er gerade fuß und heimat gefunden hätte
er fühlte sich festgelegt auf eine wahl
aus einer zeit die ein entweder oder bedeutete
sehnte sich nach freiem schwingen mal männer mal frauen
warum muss er homo hetero oder bi sein und einer szene angehören
nur um zu leben was ihm entspricht?
um auf die menschen zu treffen mit denen es passt war sein erklären
und ich verstand es so dass alles was gesellschaftlich ausgegrenzt wird
sich in subkulturen bündelt und dort stärkung erlebt zu begegnen
den projektionen und vorurteilen der anders lebenden
und ich fühlte wie irgendwann eine hilfe zur bürde werden kann
wie subkulturen das trauma der ausgrenzung aneinander gegenseitig wiederholen
kurze zeit später verloren wir uns aus den augen doch nicht aus dem sinn

das ist eine geschichte aufgehängt am plakativen thema sexuelle orientierung
doch lässt sie sich erzählen für viele andere themen
für meine themen erzählte ich sie zum beispiel hier

finden wir heimat in uns finden wir eine friedliche welt
das könnte die gemeinsame essenz vieler geschichten sein egal um welche themen sie sich ranken

simone meller

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Sanftes Fallen


Nichts an dem ich mich fest halten könnte
nur sanftes Fallen in die erste Rose im Garten
nun kehrt auch hier im Norden schwül der Juni ein

Die großen Pötte ächzen durch die Fahrrinne
Sog und Wellenschlag tränken Ufer im saftigen Grün
Hunde im Sand mit Frauchen wer führt wen wohin

Der Ostwind schon nachts für Unruhe sorgend
bringt das Neue treibt es hinaus auf das Meer
Es steigt auf und flirrt durch die Lüfte hin zu dir

Text & Bilder: Simone Meller

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