Ich sah einen Fernsehbericht über den Kreationismus (s. Wikipedia). Demnach sollen 45% der US-Amerikaner und 15% der Deutschen Anhänger dieser Strömung sein, die wissenschaftsfeindlich eine konkretistische Auslegung der Bibeltexte dogmatisiert. Sogar in Schulen wird diese Denke bereits gelehrt. Dahinter steht ein Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit, der Wunsch nach etwas, das über allem steht und klar sagt: “Das ist richtig, das ist falsch. Das will Gott, das will er nicht.”
Der Kreationismus ist ein Beispiel dafür, wie ein Zurückfallen in die Prärationalität persönliche und spirituelle Entwicklung hemmt (s. Transrationalität ist ein Tor). Anstatt das Wagnis eigener Erfahrungen und Werteabwägungen einzugehen, bleiben die Anhänger des Kreationismus im regressiven Bedürfnis nach einer autoritären Macht verhaftet (s. Punkt 1 Pilzsuche im psycho-spirituellen (Esoterik-)Wald).
So bedenklich mir diese Entwicklung aus psychologischer Perspektive erscheint, darf diese Spielart aus Sicht des Seins natürlich sein.
Ich persönlich sage “Nein” zum Kreationismus und akzeptiere auf Seins-Ebene seine Existenz (s. Was Nein-Sagen bedeutet). Sie ist der Ausdruck eines Teilkollektivs, das sich auf seinen eigenen Weg nach Hause macht.
Auch ich habe mich einst auf meinen Weg gemacht und jede Information ignoriert, die noch nicht zu meinem Sein passte (s. Entwicklung von Neuem Bewusstsein). Auch ich habe die Spiele der Idealisierung und Entwertung gespielt und schrittweise zu einer gesunden Mitte gefunden.
Wenn Menschen Spiele spielen, die nicht mehr meine Spiele sind, bleibt mir nur, ihnen im Herzen die Hand zu halten. Ich lasse los und bleibe offen für Neubegegnung zur rechten Zeit. Es ist Liebe, die bleibt.
Ich bin in der Schule ausgelacht, gedemütigt und gemobbt worden. Anlässe gab es viele: meine damals weißblonden Haare, meine helle Haut, meine Sommersprossen, meine Kleidung, meine Intelligenz, meine Emotionalität. Zugleich war die Schule der Ort, wo ich mein Elternhaus kritisch hinterfragen konnte, wo ich neue Einflüsse kennenlernte, meine Talente erfahren und ausbauen konnte und wo ich Freunde fand.
Damals gab es noch kein Internet, geschweige denn Blogs, also schrieb ich in den Pause Gedichte an die Tafel. Ich gründete eine Schülerzeitung und engagierte mich in sozialen und politischen Projekten. Ich hatte Freude an Logik und ließ in den sprachlichen Fächern meiner Kreativität freien Lauf. Oft teilten die Lehrer meine dargelegten Überzeugungen nicht, aber aufgrund meiner Stringenz erteilten sie mir dennoch sehr gute Noten. Ich liebte Ethik und Philosphie und danke den Lehrern, die mir zeigten, dass das alles bereits in mir steckte.
Nein, ich sehne keinen einzigen Tag zurück. Aber ich möchte auch keinen einzigen Tag meiner Schullaufbahn missen.
Kleine Video-Session gefällig? Hier kommt ein zauberhafter Film für alle…
… die wissen möchten, wie Herzöffnung funktioniert
… die geerdete Spiritualität spüren wollen
… die eine schwere Kindheit überlebt haben
… die eine schlimme Schulzeit hatten
… die den Traum einer echten “Schule für’s Leben” in sich tragen
… die im Büro gemobbt werden
… die (nicht) weinen können
… die (keine) Kinder haben
… die sich ihrer Gefühle manchmal schämen
… die sich zeitweise einsam fühlen
… die sich wünschen, gesehen zu werde
… die Angst davor haben, gesehen zu werden
Die Botschaft des preisgekrönten Dokumentarfilms “Children Full of Life” ist Wasser auf den Mühlen meines Wissenschaftswälzers “Salutogenese durch Selbstverwirklichung”. Wenn wir uns trauen zu sein, was wir wirklich sind, wenn wir uns mit all unseren Gefühlen annehmen, dann, ja dann, finden wir Heilung und Glück. Eigentlich ganz einfach, oder?
Jedenfalls schaffen das die kleinen japanischen Viertklässler im Handumdrehen – und zwar mit links! Diese zarten Knirpse erobern jedes Herz. Es sind wahre Lehrmeister für ein Mitgefühl, das das Antlitz unserer Welt verändert.
Ich stelle mir den Domino-Effekt solcher Schulen vor! Im Geiste sehe ich, wie sich eine Welle des Mitgefühls über den Globus ausbreitet…wow!
Ich danke Markus Sikor, der einen entsprechenden Hinweis in der Xing-Gruppe “Gewaltfreie Kommunikation (GfK)” postete, so dass ich mir auf seinem Blog das erste Video anschauen konnte. Ich war spontan so angetan, dass ich sofort alle Videoausschnitt in einem Posting zusammenführen und mit Ihnen teilen wollte! Heute, am Tag 09-09-09 könnte ich mir für meinen Blog kein schöneres Posting vorstellen!
Weiter unten folgen nun also fünf Video-Abschnitte von “Children Full of Life”: Grundschüler/innen schreiben ihre wahren Gefühle auf und lesen sie der Klasse vor. Sie atmen tief durch und lassen das Schmerzliche ziehen… Spüren Sie selbst, welche kraftvolle Dynamik dadurch entsteht!