Posted on 23 April 2010. Tags: Akte, cartesianisches Weltbild, Definition, Dissertation, Einheit, Empirie, EPR-Korrelation, Erkenntnistheorie, Erkrankung, funktionieren, Ganzheit, ganzheitlich, Geist, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Handout, Heilung, instantan, integrativ, Kausalität, komplementär, Komplementarität, Körper, Krankheit, Leib-Seele-Dualismus, Materie, mechanistisch, Mikro-Zeichen, Nichtlokalität, Pathogenese, Prozess, Quantentheorie, Salutogenese, Seins-Formen, Selbstbestimmung, Selbstentfremdung, Selbstrealisierung, Selbstverkennung, Selbstverleugnung, Selbstverwirklichung, Selbstwerdung, Stagnation, Synchronizität, Theoriebildung, triadisches Konzept der Selbstverwirklichung, Ungeteiltheit, Universität Hamburg, Ursprung, Vortrag, wahres Selbst, Wohl
Vorbemerkung: Ich veröffentliche hier die bislang kürzeste Zusammenfassung meiner Dissertation, wie sie 2008 für das Handout eines wissenschaftlichen Kurzvortrags an der Universität Hamburg entstanden ist. Die zugehörige Buchveröffentlichung kann portofrei als Hardcover (451 Seiten) oder als E-Book direkt beim Verlag bestellt werden. Inhaltsverzeichnis, Abstract, Einführungskapitel und einige weitere Leseproben finden sich hier.
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Theoriebildung anhand von 5 Thesen
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Der Mensch gilt dann als gesund, wenn er funktioniert. Diese mechanistische Sichtweise in Verbindung mit dem traditionellen Leib-Seele-Dualismus hat die Gesundheitspsychologie bislang wirksam behindert: Die Idee eines engen Zusammenhangs zwischen Persönlichkeit und Gesundheit lässt sich empirisch nicht nachweisen.
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Die Quantentheorie beschreibt präzise Konzepte von materieller Ganzheit (Einheit, Ungeteiltheit, Komplementariät) jenseits von Beliebigkeit und Phrasenhaftigkeit und führt auf erkenntnistheoretischem Wege die cartesianische Trennung von Geist und Materie ad absurdum. Geist und Materie sind gemeinsamen Ursprungs, so dass in unserem Alltag die Prinzipien Kausalität und Nichtlokalität (EPR-Korrelation, Synchronizität) wirksam sind.
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Gesundheit und Krankheit stellen komplementäre Seins-Formen von persönlicher Ganzheit dar. Gesundheit meint im Idealzustand ein vollständiges geistig-körperliches Wohlbefinden, zunehmende Krankheitsanteile gehen mit wachsendem Unwohlsein einher. Menschen sind zu jedem Zeitpunkt mehr oder weniger gesund bzw. krank.
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Selbstverwirklichung als triadisches Konzept bedeutet Selbstbestimmung unter permanenter Bezugnahme auf Prozesse der Selbstwerdung (sein wahres Selbst zulassen) und Selbstrealisierung (sein wahres Selbst im alltäglichen Handeln berücksichtigen). Komplementär dazu besteht Selbstentfremdung in selbstbestimmten Akten der Selbstverkennung und Selbstverleugnung.
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Selbstverwirklichung geht mit Salutogenese einher, Selbstentfremdung mit Pathogenese: Kausal bedingte Akte von Selbstverwirklichung sind durch EPR-Korrelationen instantan mit Mikro-Zeichen von Gesundheit verbunden und Akte von Selbstentfremdung mit Mikro-Zeichen von Krankheit. Die Akkumulierung solcher Mikro-Zeichen erklärt Prozesse von Heilung und Erkrankung.
Simone Meller
Posted in in Wissenschaft
Posted on 17 April 2010. Tags: Achtsamkeit, Alchimedus, Angst, Aspekte, Bauch, Business, Coaching, Dissertation, Egomanie, Enttäuschung, Erklärung, falsches Selbst, Fokus, Freude, Gefühle, Gesetz der Anziehung, Glück, Hamburg, Heilung, Herz, Impuls, Inspiration, Klarheit, Konflikt, Konzept, Kopf, Korrektur, kosmische Gesetze, Krankheit, Leichtigkeit, Loslassen, Norm, Nürnberg, Resonanz, Rücksichtslosigkeit, Salutogenese, Schatten, Schmerz, Schwingung, Sein, Selbstbestimmung, Selbstentfremdung, Selbstverwirklichung, Sprache, Telefon, Trennung, Vergessen, Verlernen, Verletzung, Verstand, Vortrag, Wachstum, wahres Selbst, Wandel, Werner Sprenger, Wirtschaft, Wissenschaft
Ich bereite meinen Vortrag “Salutogenese durch Selbstverwirklichung. Ein Paradigmenwechsel mit (Er-)Folgen.” für den Alchimedus-Inspirationstag in Nürnberg vor. Eine der Hauptschwierigkeiten meiner Dissertation war, Selbstverwirklichung so zu konzipieren, dass es von Rücksichtslosigkeit, Egomanie etc. nicht nur fühlbar, sondern rational abgrenzbar ist. Zur Unterscheidung verwende ich das Konzept vom wahren Selbst. Selbstbestimmung lässt sich nur dann als Selbstverwirklichung bezeichnen, wenn sie sich am wahren Selbst orientiert. Die Orientierung am falschen Selbst führt in die Selbstentfremdung. Im folgenden Gedicht wird der Übergang vom wahren zum falschen Selbst als Verlernen von sich selbst beschrieben:
Wie ich mich verlernte
Sobald ich sprechen lernte,
lernte ich,
das zu verschweigen,
was mich am tiefsten bewegte,
was mich am tiefsten aussprach.
Und lernte bald sagen,
was ich nicht fühlte.
Und fühlte so oft,
was ich nicht sagte.
Je mehr ich sprechen lernte,
so zu sprechen wie die anderen,
desto mehr verlernte ich mich.
Und je mehr ich mich verlernte,
desto besser hatte ich es,
desto besser verstanden mich die anderen.
Werner Sprenger
In den letzten Tagen habe ich öfter darüber nachgedacht, ob ich das Konzept vom wahren Selbst überhaupt noch brauche. Das wahre Selbst ist im Kontakt leicht erfahrbar, doch rational nur schwer erklärbar. Ihm haftet etwas “Schwammiges” oder “Beliebiges” an, was mit dem steten Wandel des wahren Selbst zu tun hat (s. Mein wahres Selbst führt mich heim). Deshalb gibt es nur wenig wissenschaftliche Literatur dazu. Und in der Welt der Wirtschaft spielt es bislang keine führende Rolle.
Ich stolpere zunehmend über die einst praktische Unterscheidung von wahrem und falschem Selbst. Ist nicht beides mein Sein? Wie kann ein Sein wahrer als das andere sein? Bringt die Unterscheidung noch Klarheit? Ich erkläre meine Bereitschaft, das Konzept loszulassen, sollte es mir nicht mehr dienen (s. Wozu ein Gefäß dient).
In der Praxis empfehle ich den Fokus auf das Herz, über das wir unsere jeweils höchste Schwingung empfangen können (s. Im Herzen spüre ich mein wahres Sein). Gelingt uns das in bestimmten Situationen nicht, so bleibt uns nur, unseren Impulsen aus Kopf und Bauch achtsam zu folgen (s. Illusionen sind Freunde auf dem spirituellen Weg). Achtsamkeit ist hierbei der Ersatzschlüssel, wenn der Herzenskontakt verloren ging.
Wenn ich achtsam wahrnehme, was mir und anderen beim Leben meiner Impulse geschieht, kommen rasch und sanft Kurskorrekturen herein. Tue ich das nicht, ziehe ich härtere Korrekturen an. Im Kosmos herrscht immer Ordnung (s. Kosmische Gesetze), wir wählen nur das Schwingungsniveau und mit ihm unseren Grad an Schmerz oder Freude. Die kosmischen Gesetze zeigen uns in ihrem faszinierenden Gefüge, dass ALLES sein darf und ALLES heimführt. Wozu also noch ein Konzept vom wahren Selbst? Ich nahm meine wirbelnden Gedanken in mein Herz und erfuhr die Antwort des Seins:
Alle Menschen kommen aus einem Sein.
Jeder Mensch darf ganz sein.
Menschsein bringt Unterscheidung herein.
Spiele kommen rein.
Menschen dürfen nicht ganz sein,
müssen anders sein als sie sind.
Anpassung an Normen kommt herein,
falsches Selbst kommt herein.
Trennung zum wahren Ursprung kommt herein,
künstlich anders als natürlich echt zu sein.
Vergessen des wahren Selbst kommt herein.
All das kommt aus einem Sein.
Das eine ist leichtes, weiches Sein.
Das andere ist angestrengtes, hartes Sein.
Beides ist Sein, beides darf sein.
Denn freier Wille kam herein.
Ohne freien Willen kann Selbsterfahrung nicht sein.
Mit dieser Antwort kam mehr Leichtigkeit in mein Erklären des wahren Selbst herein. Unser wahres Sein ist leichter, weicher, natürlicher, fließender als unser falsches Sein. Doch widerstrebt es mir etwas, im Unterschied dazu vom falschen Selbst zu sprechen, weil es letztlich auch ein Aspekt unseres Seins ist. “Falsch” bezieht sich auf die Trennung, auf das Vergessen, dass es leicht sein darf. Nur ist es in der Praxis oft so, dass Menschen tausend Tode sterben, wenn sie eingeladen sind, sie selbst zu sein: “Oha, man könnte mich nicht mögen!”, “Was würden die anderen dazu sagen?”, “Er/Sie könnte verletzt, enttäuscht von mir sein.” etc. Darauf real folgende Konflikte spiegeln letztlich die zu Glaubenssätzen verfestigten Erfahrungen (z.B. “Wenn ich ich selbst bin, bekomme ich Ärger… habe ich keinen Erfolg.”). Genau hier setzt mein Coaching für Selbstverwirklichung im Business an.
Obwohl unser wahres Sein so leicht ist, kommt es uns oft schwer vor. Weil wir verlernt haben, in Leichtigkeit zu sein, was wir sind. Weil wir gelernt haben, etwas anderes darzustellen, was wir sind. Natürlich ist diese Darstellung ebenfalls eine Form des Seins (eben das falsche Selbst). Auch mit ihr lässt sich heimfinden, es dauert nur länger und geht gemäß meiner wissenschaftlichen Ausarbeitung mit mehr Krankheit und anderen Wachstumsschmerzen einher.
Zu bedenken ist, dass nicht alles, was leicht scheint, automatisch das wahre Selbst meint. Es ist sehr leicht, den Hausputz, die Steuererklärung, das Konfliktgespräch u.v.m. vor sich herzuschieben. Ja, es bedarf sogar einer gewissen Anstrengung, nämlich der Fokussierung seines Willens auf Klarheit, um die unangenehme Aufgabe zu erledigen. Doch ist diese Anstrengung harmlos im Vergleich zu der, wenn man versucht, nicht klar man selbst, sondern jemand anders zu sein. Nur letzteres erscheint vielen Menschen noch normaler. Statistisch betrachtet ist Norm das, was in der überwiegenden Zahl der Fälle auftritt oder gewählt wird.
Ich stelle fest, ich brauche das Konzept noch, um die Entstehung von Glück und Heilung (Salutogenese) rational nachvollziehbar erklären zu können. In der Kürze einer Vortragssituation fällt mir das allerdings immer noch schwer.
Deutet diese Schwere darauf hin, dass ich meinem falschen Selbst folge? Oder ist es schwer, weil im Massenbewusstsein das falsche Selbst dominiert?
Ich meine, dass Letzteres der Fall ist. Nur verweist meine Resonanz (Erleben von Schwere) auf einen Schattenanteil in meinem Sein. Ich nehme ihn in mein Herz und blicke himmelwärts…
Feedback und andere Impulse sind herzlich willkommen.
Simone Meller
Posted in in Wirtschaft
Posted on 13 Februar 2010. Tags: Alte Energie, Arbeit, Ausdruck, Authentizität, Begeisterung, Beruf, beseelt, Bewusstseinswandel, Dialog, Dissertation, Erfolg, Fachbuch, feminin & maskulin, Freude, Gesellschaft, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Hamburg, Herz, Impuls, Internet, Intuition, Journalismus, Kollektiv, Kreativität, Kunde, Liebe, Mut, Neues Bewusstsein, Paradigmenwechsel, Praxis, privat, Psychologin, Publikationen, Quantenphysik, Resonanz, Ruhe, Salutogenese, Selbstverwirklichung, Sprache, Tod, Verantwortung, Verstand, Wachstum, wahres Selbst, Wahrheit, Wahrnehmung, Web 2.0, Wissenschaft, Wurzel
Gesundheit, Freude und Erfolg sind unvermeidbare Begleiterscheinung eines Lebens, das auf Wahrhaftigkeit und Liebe ausgerichtet ist. Ich habe das nicht nur in meiner eigenen Biografie und in der professionellen Begleitung meiner Kundinnen und Kunden erfahren, sondern auch wissenschaftlich fundieren können.
Als Diplom-Psychologin publizierte ich 2002 meine Erkenntnisse über die Entstehung von Begeisterung bei der Arbeit. Berufsbegleitend und aus eigenen Mitteln finanziert promovierte ich fünf Jahre in Gesundheitspsychologie über Salutogenese unter Berücksichtigung quantenphysikalischer Erkenntnisse. Meine Dissertation wurde maßgeblich von meiner praktischen Erfahrung beeinflusst und erhielt durch deren Übersetzung in eine wissenschaftliche Sprache einen innovativen Charakter. 2008 erschien mein zugehöriges Fachbuch “Salutogenese durch Selbstverwirklichung”.
Die Salutogenese fragt nach den Wurzeln von Gesundheit. Wie kann trotz widriger Umstände Gesundheit erhalten werden? Warum sterben einige Menschen an schweren Krankheiten, während sich andere davon erholen? Wie entsteht Heilung? Erklärungsansätze gibt es viele, eine sie umfassende Denkfigur ist die der Selbstverwirklichung. Wer sein wahres Selbst fortlaufend realisiert, erfährt Heilung, Freude und Erfolg. Selbstverwirklichung meint mehr als “Töpfern in der Toskana”, nämlich die lebenslange Herausforderung, sein wahres Selbst zu spüren (feminines Prinzip) und es beruflich wie privat mutig zum Ausdruck zu bringen (maskulines Prinzip).
Das bedeutet in meiner Arbeit, dass ich Menschen in sämtlichen beruflichen Positionen dazu ermutige, ihren Verstand zu beruhigen und der Stimme ihres Herzens zu folgen. Das Herz steht dabei für klare Intuition, für eine in Liebe verankerte Wahrnehmung von Wachstumsimpulsen, in die auch Kopf und Bauch harmonisch integriert werden. Eine solche Entwicklung von Neuem Bewusstsein stellt einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel dar. Denn in der Alten Energie führte der Verstand und unterdrückte das Herz.
Dieser Paradigmenwechsel mit all seinen Facetten ist Thema meiner Vorträge und weiterer Texte journalistischer und lyrischer Art, die ich fortlaufend auf dieser Website veröffentliche. Aus purer Freude spiele ich dabei kreativ mit Sprache und Ausdruck, erreiche je nach Genre und Stil mal diese, mal jene Leserinnen und Leser. Wenn du meinen Blog nicht regelmäßig liest, kannst du dir in der von mir regelmäßig aktualisierten Auwahl an Publikationen einen Überblick verschafffen.
Internet und Web 2.0 machen es möglich, binnen Sekunden über meine alltäglichen Berufsrollen hinaus mit Menschen in Resonanz zu treten, die diesen Paradigmenwechsel bereits in irgendeiner Form zu leben begonnen haben oder nach der nächsten Umsteigemöglichkeit suchen. Rückmeldungen in Form von Kommentaren, Emails und Telefonaten zeugen von Berührung und Auseinandersetzung, münden manchmal in (kritischen) Fragen und Dialogen, die für beide Seiten neue Wachstumsimpulse setzen. Eines von vielen Zeichen für den kollektiven Bewusstseinswandel.
Simone Meller
Foto: Pixelio, Richard
Posted in Für Neues Bewusstein...
Posted on 16 November 2009. Tags: Atmen, cartesianisches Weltbild, Dialog, Dualität, Einheit, Evidenzbasierte Medizin, Evolution, Expertentagung, Freiheit, Gesundheitssystem, Gesundheitswissenschaft, Impuls, interdisziplinär, Kompetente Patienten, Paradigmenwechsel, Patientenkompetenz, Quantenphysik, quantentheoretisch-holistisches Weltbild, Salutogenese, Schatten, Seele, Selbstverwirklichung, Simon Jakob Drees, Verstand
Knapp 20 Expert/innen verschiedener Fachrichtungen waren am 13/14. November 2009 in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder zusammengekommen, um aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema “Patientenkompetenz” zu beleuchten und neue Forschungsaufgaben zu identifizeren. Dieses ungewöhnliche Projekt war eine Idee von Dr. Bettina Berger vom Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Viadrina-Universität und wurde finanziell ermöglicht von der Karl und Veronica Carstens-Stifung, einer Fördergemeinschaft für wissenschaftliche Forschung zur Naturheilkunde und Homöopathie.
Mein Beitrag war ein Impulsreferat zu “Salutogenese durch Selbstverwirklichung”. Ich hatte mich über die Einladung zur Tagung gefreut, weil ich angesichts der Zersplitterung der Wissenschaftsbetriebe eine solche interdisziplinäre Zusammenführung für wichtig und zukunftsweisend erachte. Zudem ist es mir ein Herzensanliegen, die Ressourcen und Selbstheilungskräfte von Patient/innen im Gesundheitswesen (politisch) zu stärken. Bettina Berger hatte eine spannende und konstrastreiche Komposition aus verschiedenen Vorträgen erstellt und sehr, sehr unterschiedlich arbeitende Expert/innen nach Frankfurt eingeladen. Diese Mischung erwies sich als brisant – was auf Potenzial verweist, aber leider sind meiner Wahrnehmung nach zwischen den zum Teil weit auseinander scheinenden Positionen keine echten Dialoge entstanden. Es war schwer und teilweise unmöglich, miteinander in einer Weise zu sprechen, die das Auftauchen neuer Erkenntnisse ermöglicht.
Mich stimmte das traurig, und ich fühlte mich mit meiner fachlichen Sichtweise auf das Thema weitgehend allein. Zudem wurde mein Vortrag als einziger nicht diskutiert. Ein Teilnehmer hatte sogar die Tagung vorzeitig verlassen, um meinen Vortrag, der als letztes auf dem Programm stand, nicht hören zu müssen. Ich akzeptiere diesen Ausdruck von Freiheit, der mir zugleich verdeutlicht, wie herausfordernd (überfordernd?) unserer Zusammenkunft war. Mich hat die Tagung sehr viel Kraft gekostet.
Zum Ende der Tagung äußerte ein Teilnehmer, dass er sich in diesen zwei Tagen Dinge angehört habe, bei denen seine Kollegen aufgestanden und gegangen wären. Er meinte, dass es wohl bereits eine Leistung von uns gewesen sei, dass wir uns gegenseitig “ausgehalten” und angehört hätten. – Ja, jetzt wissen wir voneinander. Die erlebten Reibungen und Debatten haben unweigerlich Spuren beieinander hinterlassen, die sicherlich in uns weiter arbeiten werden. Ich habe das jedenfalls heute deutlich gespürt. Das Aufeinandertreffen konfrontierte uns mit unserem jeweiligen Schatten. Gefreut hat mich das Nachgespräch mit Bettina Berger, in dem eine sehr konstruktive Reflexion des gruppendynamisch hochinteressanten Tagungsverlaufs möglich war.
Der Höhepunkt der Tagung war für mich persönlich der künstlerische Beitrag von Simon Jakob Drees mit einer beeindruckenden musikalischen Improvisation, die mich zutiefst berührt hat. Anschließend erzählte er, wie er durch seine Asthmaerkrankung zum Atemexperten wurde und seine Form der Heilarbeit entwickelte. Spannend fand ich, dass er mit seiner Geschichte alle in der Runde (d.h. diejenigen Tagungs-Teilnehmer/innen, die zu diesem Programmpunkt erschienen waren und tags auf intellektueller Ebene unvereinbare Sichtweisen vertreten hatten) faszinierte.
Dieser Abend war in meinen Augen ein Geschenk. Er zeigte, wie auf einer seelischen Ebene Annäherung möglich ist und dass die Trennung “nur” in den intellektuellen Denkgebäuden der Anwesenden lag. Die Schemata schienen am nächsten Tag unverändert, aber ein Impuls war gesetzt worden – mit unbestimmten Ausgang. Eine Freundin, der ich telefonisch davon erzählte, meinte treffend, dass ein solches Erzählen einfach eine ergreifende Schönheit hat. Mich erinnerte der Beitrag von Simon zudem daran, dass ich meinen eigenen Paradigmenwechsel (vom cartesianischen zum quantentheoretisch-holistischen Weltbild) einst nur durch persönliche Selbsterfahrung vollzogen hatte. Kein rationales Argument hatte mich zuvor erreicht – allenfalls produktiv irritiert. Meine später erfolgte Promotionsstudie darüber war “nur” der Versuch, das, was viele Menschen in der Praxis erleben, wissenschaftlich anschlussfähig und von Scharlatanerie unterscheidbar zu machen. Denn die Entscheidungen im Gesundheitssystem darüber, was als Heilmittel taugt und von den Kassen bezahlt wird, orientieren sich an den Ergebnissen der Evidenzbasierten Medizin.
Als ich mein Tagungsmaterial sichtete, fand ich in einem Flyer von Simon ein wundervolles Zitat (Auszug s.u.), in dem sich meine Gedanken und Gefühle zur Tagung bündeln lassen, danke!
Simone Meller
Bild: Anna Regula Hartmann
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Einheit und Zerteilung
Der Sinn durchdringt und verbindet. Jede Trennung, jede in sich abgeschlossene Vollendung ist dem Untergang verfallen. Was führt zu diesen Trennungen? Diese Trennungen entstehen durch das Streben nach Vollständigkeit. Wodurch entsteht dieses Streben nach Vollständigkeit? Es entsteht dadurch, dass man das Leben vollständig besitzen will. Darum, wer sich nur nach außen wendet, ohne zu sich selbst zurückzukehren, der geht als Gespenst um, und hat er, was er da draußen sucht, erreicht, so zeigt es sich, dass das, was er erreicht hat, der Tod ist. (…)
Dschuang Dsi
Posted in in Wissenschaft