Tag Archive | "Rose"

Meine Sommerhymne


Weder den Duft der englischen Rosen
noch das Zirpen der Grillen im Garten
kann ich bebildern oder in Worte kleiden

Mir bleibt der Genuss von Sommerfreuden
und eine Spur von Buchstaben zum Zeigen
der Spinnennetze im Haar und Krabbelgetier

Schon musste ich lassen die Rosen – verblüht
kürzer werden die Tage die Füße abends kühl
erstmals vergessen zu bewässern die Beete

Versunken in der Exotik des Moschusbocks
leuchten die satten Farben des Sommers
wohin ziehen die Schnecken und mein Herz

Wie gerne hielte ich die Wärme dieser Zeit
geborgen in der Umarmung des Sommers
barfüßig und leicht durch Schatten tanzend

Simone Meller
Foto: Irene Lehman, Pixelio

*

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Einladung zur Sonnenwende


Noch essen wir Äpfel aus dem vergangenem Jahr
doch die Kastanien tragen bereits Früchte
nachdrücklich der Sommersonnenwende entgegen

Noch rauscht der Wind durch das dichte Laub
doch flüstert er schon die Frage in dein Ohr
ob du dich erinnerst was in dir noch reifen will

Noch blühen die Rosen und ihre Schwestern
doch die Luft ist bereits voller Pappelsamen
der Schnee des Sommers lädt ein zu wachsen

Simone Meller
Foto: I. Friedrich/pixelio.de

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Sanftes Fallen


Nichts an dem ich mich fest halten könnte
nur sanftes Fallen in die erste Rose im Garten
nun kehrt auch hier im Norden schwül der Juni ein

Die großen Pötte ächzen durch die Fahrrinne
Sog und Wellenschlag tränken Ufer im saftigen Grün
Hunde im Sand mit Frauchen wer führt wen wohin

Der Ostwind schon nachts für Unruhe sorgend
bringt das Neue treibt es hinaus auf das Meer
Es steigt auf und flirrt durch die Lüfte hin zu dir

Text & Bilder: Simone Meller

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Melodram am Mittag


Gib mir Flügel zu fliegen mit den Fahnen im Wind
denn schon wiege ich im Rhythmus des einen Atems
wenn das graue Meer stürmt gewaltig zum Fluss herein
und unsere Grenze zwischen Nordsee und Elbe vergeht

Bin ich die Möwe die da schreit so gell am Wolkenberg
wie auch die Fliege auf der Suche nach einem Fenster
so weht mein Schleier mit dem Rosenstrauch am Haus
pulsend und wiegend, alles schmiegt sich in eins hinein

Sind es meine Tränen oder ist es das Meer das rollt
Ergreift es mich oder ergreife ich das nicht zu Ergreifende
Immer sind es Wehen die bringen und holen das Eine
als Gischt als Regen als Lachen als Tanz als Gnade herein

Simone Meller
Foto: Johannes Vortmann/Pixelio

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