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Kostenfaktor im Unternehmen: Die Angst zu scheitern


Die heimliche Angst zu scheitern

Die heimliche Angst zu scheitern lässt uns Neues erst gar nicht versuchen. Die Angst zu scheitern ist der Tod jeder neuen Idee. Aber auch der Leichtsinn kann zum Scheitern führen. Was die Angst dramatasiert, fegt der Leichtsinn vom Tisch. Wie immer gibt es einen versöhnten Weg der Mitte, in dem der Idee vertraut und eine angemessene Risikoabwägung vorgenommen wird.

Präsentation vor der Geschäftsführung

Nehmen wir das Beispiel einer Präsentation vor der Geschäftsführung. Eine solche Präsentation gelingt nur, wenn wir der Idee vertrauen und uns auf etwaige Schwierigkeiten (heikle Punkte, kritische Fragen, Ablehnung, Zeitknappheit, Störungen etc.) vorbereiten. Bei dieser Vorbereitung geht es zwar auch um fachliche, kommunikative und rhetorische Aspekte, doch vor allem ist es wichtig, sich auf die Situation einzustimmen.

Bewusstwerdung durch Ruhe und Langsamkeit

Das gelingt, wenn wir still werden oder in einem ruhigen und langsamen Gespräch einem Freund unsere konkreten Wahrnehmungen und Phantasien schildern. Dadurch werden automatisierte innere Prozesse verlangsamt und überhaupt erst bewusstseinsfähig; das ist etwa so, als wenn wir ein Video in Zeitlupe anschauen. Nun geht es darum, alles, was uns bei dieser inneren Reise begegnet, in die Mitte, also in die annehmende Liebe zu bringen, und zwar das Drama genauso wie die Ignoranz von Schwierigkeiten, die sich oft in Phantasien der eigenen Großartigkeit zeigen. Die Verführung dabei zu schummeln (“husch husch weg”) ist groß, wie ich in Coachings häufig erlebe. Dann funktioniert es nicht.

Liebe ist ein unterschätzter Ratgeber in der Wirtschaft

Doch wer sich wahrhaftig auf einen solchen Prozess einlässt, den ich auch Herzensgespräch nenne, erfährt fundamentale Veränderung. Liebe ist nicht nur ein riesiger Transformator, sondern auch ein unglaublich weiser Ratgeber. Wir erleben, wie sich unsere Ausstrahlung, Präsenz und Kommunikation verändern und damit auch die Situationen, die wir betreten. Wir haben unsere Resonanz verändert und dürfen entsprechend veränderte Erfahrungen machen.

Es ist einfach, wenn (!) wir es tun

Kurz: Die Angst zu scheitern muss nicht der Tod einer neuen Idee sein, wenn sie als Chance genutzt wird, mehr Liebe in sich, die Situation, das Unternehmen fließen zu lassen. Das klingt zwar wie im Märchen, aber das Schöne daran ist, dass es wirklich funktioniert. Wenn wir uns die Zeit nehmen, auf die Stille einlassen und uns dem stellen, was kommt. Es ist einfach – wenn wir es wählen.

Simone Meller

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Wissenschaftliche Vorträge


Eine wissenschaftliche Arbeit ist nichts anderes als eine subjektive Meinungsäußerung, die sich von den alltäglichen Statements dadurch unterscheidet, dass sie rational nachvollziehbar fundiert wird. Die Kunst eines (populär)wissenschaftlichen Vortrags besteht darin, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Herzen öffnen. Denn die besten Argumente und Belege nützen nichts, wenn das Herz der Zuhörenden verschlossen ist. Erkenntnis geschieht eher durch Erfahrung, als durch Worte. Sprache und Struktur bieten dem Verstand eine Orientierung. Ein orientierter Verstand kann dem Herzen den Weg frei machen und hinterher das Erlebte neu ordnen. In der Frontalsituation eines Vortrags geht es nun darum, die bisherige Erfahrung des Publikums zu aktivieren und darin enthaltene Potenziale für eine gemeinsame Schwingungserhöhung nutzbar zu machen. Dies geschieht durch ein erlebnisaktivierendes Vorgehen, das die Faktenlage keineswegs ersetzt, sondern auf geschickte Weise in einer Reihenfolge des Herzens ansteuert. Bei aller Vorbereitung obliegt die schlussendliche (Durch-)Führung der Kraft des Herzens. Ein lebendiger Vortrag ist eine dynamische und multidimensionale Massenkommunikation, deren große Herausforderung darin liegt, persönlich und sachlich zugleich zu sein.

Simone Meller

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