Tag Archive | "pur"

Nein zum puren Sein?


Auch wenn ich eine vollkommene Antwort auf eine Frage an meine innere Weisheit erhielt, will ich manchmal eine Lösung, die perfekter ist als mein pures Sein. Sobald ich es bemerke, ist mir zum Schmunzeln. Ich verlange nach einer vermeintlich besseren Lösung, anstatt einfach die empfangene Antwort zu leben. Manchmal ist die Leichtigkeit des Seins wirklich unerträglich.

Simone Meller

Posted in KlartextKommentare deaktiviert

Ohne Manifestation gibt es nichts zu schauen


Ich setze nicht den erfahrbaren Zustand der Nondualität als absolut, sondern das hinter allen erfahrbaren Zuständen unmanifestierte Gewahrsein. Ob man das nun Quelle, Nichts, Ewigkeit oder Gott oder noch anders nennt, ist eine Frage des augenblicklichen Geschmacks und bei mir sehr oft auch eine Angelegenheit der Grammatik (“göttlich” geht leichter als “quellig”).

Die Kunst des spirituellen Weges scheint mir die zu sein, sich von keinem Zustand vereinnahmen zu lassen, also weder vom Streit noch einem Kratzer am Auto noch von nondualen Erfahrungen (s. Spiritueller Alltag: Ausdehnung von Erleuchtung). Göttlich (“quellig”) sind alle drei genannten Zustände, die als Beispiel für unendlich viele dienen. Ein Zustand ist sehr leicht daran zu erkennen, dass er Anfang und Ende hat. Er kommt, ist und geht vorüber. Er ist ein abgrenzbares Ereignis in Zeit und Raum. Verschiedene Zustände erhellen einander.

Alles, was mir erscheint (einschließlich der vielfältigen geistigen Welt), verschwindet auch wieder. Das einzige, für das dies nicht gilt, ist das unmanifestierte Gewahrsein. Es ist das, was ewig ist.

Die Herausforderung der Bewusstseinsevolution besteht also in einer Gratwanderung zwischen zwei Polen. Der eine Pol ist die Verhaftung in einem personifizierten oder anderweitig dualem Gottesbild, der andere Pol ist die Identifikation mit einem vergegenständlichten nondualen Zustand (s. Erleuchtungsfalle: Identifikation mit dem Nichts).

Wenn ich von dieser Herausforderung der Bewusstseinsevolution schreibe, so impliziert das keinesfalls, dass ein personifiziertes oder vergegenständlichtes Gottesbild weniger göttlich wäre. Jede Manifestitation einschließlich des atheistischen Erlebens entspringt derselben Quelle. Deshalb ist das zwanghafte Niederreißen des illusionären Schleiers genauso wenig erleuchtend wie die infantile Anbetung singulärer Manifestationen. Wiederum sind beide Strebungen derselben Quelle entsprungen und genauso göttlich wie alles andere. Es sind eben auch nur Zustände.

Das einzige, was ohne Zustand ist, ist das unmanifestierte Gewahrsein. So verstehe ich meinen Entwicklungsweg als einen der permanenten Gewahrwerdung. Mit der “Permanz” verweise ich auf das über Zustände hinausgehende und mit der “Werdung” auf das den Zuständen noch anheim gegeben sein. Zugleich wissend, dass ich das “Angestrebte” (hilflose Sprache!) bereits bin.

Gewahrsein bedeutet weder Anhaftung noch deren Gegenteil im Form von Weltflucht. Gewahrsein ist kein anstrebbares Ideal, denn damit wäre es wieder Zustand. Reines Gewahrsein ist das unmanifestiert Absolute, das die manifestierten Zustände schaut. Anschauung pur.

So schaue ich jetzt…

und lebe zugleich saftig weiter, denn sonst würde das Schauen unmöglich.

Ohne Manifestation gibt es nichts zu schauen.

Das meint mein Reden vom Nichts. Doch muss ich nicht davon reden, um mir der Welt gewahrzusein.

Simone Meller
Foto: Albrecht E. Arnold, Pixelio

Posted in KlartextKommentare deaktiviert

Eine Triebfeder der Kunst


Aber von mir weiß ich, dass ich kein Programm habe, nur die unerklärliche Sehnsucht, das zu fassen, was ich sehe und fühle und dafür den reinsten Ausdruck zu finden.

Karl Schmidt-Rotluff

Posted in ZitateKommentare deaktiviert

Pur und einfach


Pur und einfach ist mein Sein
fließt ständig in mich hinein
Ich trage mich hinaus in die Welt
die dich, dich und mich hat bestellt
So nehmen wir alle Platz – voll und ganz
wenn das Spiel bittet uns zum Tanz

Simone Meller

*

*

*

Posted in LyrikKommentare deaktiviert

Seite 1 von 3123
Welle