Posted on 04 Juli 2010. Tags: Absolute, Alles & Nichts, Allgegenwart, Anhaftung, Anschauung, Atheismus, Dualität, Erleuchtung, Erscheinung, Evolution, Ewigkeit, Geist, Gewahrsein, göttlich, Herausforderung, Ideal, Identifikation, Illusion, infantil, Leben, Manifestation, Neues Bewusstsein, Nondualität, pur, Quelle, Raum, Setzung, Spiritualität, Welt, Weltflucht, Zeit, Zustand
Ich setze nicht den erfahrbaren Zustand der Nondualität als absolut, sondern das hinter allen erfahrbaren Zuständen unmanifestierte Gewahrsein. Ob man das nun Quelle, Nichts, Ewigkeit oder Gott oder noch anders nennt, ist eine Frage des augenblicklichen Geschmacks und bei mir sehr oft auch eine Angelegenheit der Grammatik (“göttlich” geht leichter als “quellig”).
Die Kunst des spirituellen Weges scheint mir die zu sein, sich von keinem Zustand vereinnahmen zu lassen, also weder vom Streit noch einem Kratzer am Auto noch von nondualen Erfahrungen (s. Spiritueller Alltag: Ausdehnung von Erleuchtung). Göttlich (“quellig”) sind alle drei genannten Zustände, die als Beispiel für unendlich viele dienen. Ein Zustand ist sehr leicht daran zu erkennen, dass er Anfang und Ende hat. Er kommt, ist und geht vorüber. Er ist ein abgrenzbares Ereignis in Zeit und Raum. Verschiedene Zustände erhellen einander.
Alles, was mir erscheint (einschließlich der vielfältigen geistigen Welt), verschwindet auch wieder. Das einzige, für das dies nicht gilt, ist das unmanifestierte Gewahrsein. Es ist das, was ewig ist.
Die Herausforderung der Bewusstseinsevolution besteht also in einer Gratwanderung zwischen zwei Polen. Der eine Pol ist die Verhaftung in einem personifizierten oder anderweitig dualem Gottesbild, der andere Pol ist die Identifikation mit einem vergegenständlichten nondualen Zustand (s. Erleuchtungsfalle: Identifikation mit dem Nichts).
Wenn ich von dieser Herausforderung der Bewusstseinsevolution schreibe, so impliziert das keinesfalls, dass ein personifiziertes oder vergegenständlichtes Gottesbild weniger göttlich wäre. Jede Manifestitation einschließlich des atheistischen Erlebens entspringt derselben Quelle. Deshalb ist das zwanghafte Niederreißen des illusionären Schleiers genauso wenig erleuchtend wie die infantile Anbetung singulärer Manifestationen. Wiederum sind beide Strebungen derselben Quelle entsprungen und genauso göttlich wie alles andere. Es sind eben auch nur Zustände.
Das einzige, was ohne Zustand ist, ist das unmanifestierte Gewahrsein. So verstehe ich meinen Entwicklungsweg als einen der permanenten Gewahrwerdung. Mit der “Permanz” verweise ich auf das über Zustände hinausgehende und mit der “Werdung” auf das den Zuständen noch anheim gegeben sein. Zugleich wissend, dass ich das “Angestrebte” (hilflose Sprache!) bereits bin.
Gewahrsein bedeutet weder Anhaftung noch deren Gegenteil im Form von Weltflucht. Gewahrsein ist kein anstrebbares Ideal, denn damit wäre es wieder Zustand. Reines Gewahrsein ist das unmanifestiert Absolute, das die manifestierten Zustände schaut. Anschauung pur.
So schaue ich jetzt…
… und lebe zugleich saftig weiter, denn sonst würde das Schauen unmöglich.
Ohne Manifestation gibt es nichts zu schauen.
Das meint mein Reden vom Nichts. Doch muss ich nicht davon reden, um mir der Welt gewahrzusein.
Simone Meller
Foto: Albrecht E. Arnold, Pixelio
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Posted on 14 April 2010. Tags: Ausdruck, Form, Fühlen, Karl Schmidt-Rotluff, Kreativität, Programm, pur, Sehen, Sehnsucht
Aber von mir weiß ich, dass ich kein Programm habe, nur die unerklärliche Sehnsucht, das zu fassen, was ich sehe und fühle und dafür den reinsten Ausdruck zu finden.
Karl Schmidt-Rotluff
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Posted on 06 April 2010. Tags: einfach, Einheit, Erotikblüte, feminin & maskulin, Fließen, ganz, Lyrik, Menschenspiel, Neue Energie, Platz, pur, Sein, Tanzen, Welt
Pur und einfach ist mein Sein
fließt ständig in mich hinein
Ich trage mich hinaus in die Welt
die dich, dich und mich hat bestellt
So nehmen wir alle Platz – voll und ganz
wenn das Spiel bittet uns zum Tanz
Simone Meller
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Posted on 31 März 2010. Tags: Abkürzung, Ablenkung, Akzeptanz, Alles & Nichts, Alltag, Angst, Anziehung, Archetypen, Aspekte, Du, Dualität, Ego, Einfaltung, Einsamkeit, Entfaltung, Entwicklung, Erde, Erdung, Erfahrung, Erkenntnis, Essenz, Ewigkeit, Flucht, früh, Führung, ganz, Geborgenheit, Geduld, Gefühle, Geist, Gewalt, Heilung, Hermann Hesse, Herz, Himmel, Hohelied, Ich, Illusion, Klarheit, Konfrontation, kosmische Gesetze, Kosmos, Kraft, Leib, Leid, Liebe, Luzifer, Martin Buber, Meditation, Medizin, Meer, Menschenspiel, Mitgefühl, Multidimensionalität, Mut, Ordnung, Phänomen, Polarität, Prozess, Prozessorientierung, Pseudo-Nichts, Psyche, Psychotherapie, pur, Regeneration, Reset, Resonanz, Retraumatisierung, Ruhe, sanft, Satan, Schatten, Schmerz, Schöpfung, Seele, Seelenplan, Sein, sich stellen, situationsangemessen, Spaltung, spiritual bypassing, Sprache, Sprechen, Stabiliität, Sterbehilfe, Stille, Teufel, Tiefe, Tod, Transformation, Trauma, Unterscheidung, Verlassenheit, Verletzung, Vermeidung, Vernichtung, Vertrauen, Wahrheit, Weg, Weite, Wirkung
Ich erzähle hier von der Flucht in die Stille und ihrem unermesslichen Leid.
Zunächst beschreibe ich Phänomene der Stille und deren positive Wirkung. Während viele Menschen vor der Stille ausweichen (z.B. stundenlang ihr Meditationskissen umkreisen oder immer neue Ablenkungen finden), gibt es eben auch Menschen, die den Seins-Zustand der Stille über alle Maßen bevorzugen und sich möglichst oft dorthin flüchten.
Ursache dafür sind Traumata, deren Transformation noch nicht gewagt wird. Die Transformation kann erst dann riskiert werden, wenn ausreichend Liebe vorhanden ist. Es bedarf der inneren, sammelnden Erfahrung, pure Liebe zu sein, und einer äußeren Begleitung, die kompromisslos auf Liebe ausgerichtet ist. So entwickelt sich aus der Flucht in die Stille eine heilsame Stille, in der das Sprechen gelernt wird.
Ich unterscheide zwischen äußerer und innerer Stille. Bei der Inneren Stille nehme ich behelfsweise eine weitere Differenzierung vor:
a) Stille im Seelenmeer
b) Stille im geistigen Reich
c) stillste aller Stillen (Nichts)
Auch wenn ich erfahren habe, dass alles eins ist und diese Unterscheidungen Illusionen sind, so sind sie doch sehr hilfreich im Auf und Ab des Menschenspiels. Wir dürfen sie und/oder andere Unterscheidungen benutzen.
zu a) Für das “Grobe” im Alltag genügt oft bereits ein kurzes Eintauchen in das Seelenmeer. Sofort strömt mehr Liebe in die Situation, und sie wandelt sich binnen Sekunden. Diese Stille erfährt man besonders nach einem schmerzlichen Transformationsprozess als sehr nährend. Diese Stille erdet zudem, da sie die Einheit zwischen uns und unserer Seele (ganz hier auf der Erde sein) verstärkt.
zu b) Wenn ich durcheinander bin und nach Klarheit strebe, sinke ich tiefer, nämlich in das geistige Reich hinein und lehne mich an das Tor zur ewigen Stille. Im Bewusstsein des Nichts an meinem Rücken lasse ich mich ein auf Bilder, Worte, Klänge, Gefühle etc. im geistigen Reich. Es ist hier sehr still, aber nicht völlig still. Die Stille ähnelt der in einem Theater, während auf der Bühne die Inszenierung erfolgt. Hier finde ich Klärung und Führung. Manchmal ist etwas angebracht, was ich vorläufig mit “Intensivierung” etikettieren möchte, dann löse ich mich im SEIN auf. Spätestens jetzt bin ich wieder kristallklar.
zu c) Mit bestimmten Prozessen durchschreite ich im Finale das Tor zur ewigen Stille und gelange im Nichts an. In vielen meiner Texte beschreibe ich es als Einfaltung der Welt, so wie sich eine aufziehbare Klappkarte zusammen faltet. Dort erfahre ich mich als Nichts, als Alles, als Weite, als Ewigkeit, als pure Essenz von Liebe. Dort zu sein, ist extrem wohltuend und regenerierend. Dort passiert etwas, was ich mit “Reset” umschreibe.
Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Geschichte die Erfahrung der Stillsten aller Stillen (c) vor allen anderen Lebenserfahrungen bevorzugen. Nur dort fühlen sie sich ganz und geborgen. Dort wollen sie so oft wie möglich sein, auch wenn die Erfordernisse des Alltags andere sind. Leben zeichnet sich dadurch aus, dass wir nicht ständig in Stille sind, sondern Dualität und Polarität erfahren. Sie neigen also dazu, ihre nächsten Schritte im Menschenspiel zu überspringen (eine Variante des “spiritual bypassing”, s. Punkt 2 dieses Artikels). Häufig sind das Menschen, die zu Beginn ihres Lebens (meist im vorsprachlichen Bereich) eine solche Gewalt und psychische Vernichtung erlebt haben, dass sie davon nichts mehr wissen und nur zurück ins kosmische Nichts wollen. Das kann ich sehr gut nachfühlen.
Zugleich hat es einen Sinn, dass diese früh und so massiv verletzten Menschen diese Erfahrung machten. Ihre Seelen wählten die brachiale Gewalt, um sie transformieren zu lernen. Allerdings fühlt sich irdisch manches schlimmer an, als sich die Seele dies bei der Planung ihres Lebens vorstellte. So tendiert das menschliche Ego in diesen Fällen zur Flucht in das Nichts, das dann paradoxerweise oft nicht mehr das ewige Nichts (c), sondern ein abgespaltenes Pseudo-Nichts ist, wo eine neue Welt kreiert wird. (Es ist leichter, diesen Unterschied zu fühlen, als ihn in Worten zu beschreiben.)
Diese Menschen vermeiden die Konfrontation mit ihrem Schatten, weil sie von der Angst gesteuert werden, ein zweites Mal am lebendigen Leib zu sterben. Sie versuchen, am Leid vorbei einen Bypass zurück in den Spirit zu legen. Dabei verkennen sie, dass auch das hiesige Leid und alle anderen Varianten des Menschenspiels Spirit sind. Spiritual bypassing beschreibt nur ein Phänomen, denn in Wahrheit kann es nicht funktionieren, weil die kosmische Ordnung auch hier wirkt: Über das Resonanzprinzip zieht der innere Schatten äußeren Schatten an. Probleme und Herausforderungen im Außen nehmen zu und fordern heraus, sich dem innerlich abgespaltenen Schattenthema zu stellen (s. Kosmische Gesetze).
In dieser nun einsetzenden Konfrontation kommen dem hier beschriebenen “Bypasser-Typ” seine stabilisierenden Erfahrungen im Nichts zugute. Nach unermesslicher Erschütterung am Anfangs seines Lebens hat er dort in der Stillsten aller Stillen Ruhe, Kraft und Vertrauen getankt. All das braucht er in maximaler Ausprägung, um sich seinen Traumata stellen zu können, ohne ein weiteres Mal zu sterben. In archetypischen Bildern ausgedrückt lernt er, allen Teufelsaspekten des Seins ins Gesicht zu schauen. Indem er den hässlichen Fratzen begegnet, beginnt er, sein persönliches Menschenspiel zu durchschauen. Er erinnert sich an seinen Seelenplan und findet neuen Mut für die nächsten Spiele. Er beginnt, sich zu erden. Er beginnt, den Himmel auf die Erde zu holen.
Das hier Beschriebene geschieht nicht nur einmal, sondern viele, viele Male. Jeder dieser Schritte gelingt nur in liebevoller Begleitung. Anderenfalls kommt es zur Retraumatisierung, und der Prozess wird abgebrochen. Sanftheit, Geduld und Angemessenheit sind hier gefragt. Die Prozesse dürfen jederzeit unterbrochen werden. Im Gegensatz zum eskalierenden Abbruch stabilisiert eine bewusst herbeigeführte Unterbrechung die Person. Die scheinbare Pause bereitet den Boden für die nächsten Schritte.
So phantastisch all die Stillen sind und zur Heilung beitragen: Für früh verletzte Menschen ist das SPRECHEN Medizin. “Der Mensch wird am Du zum Ich”, brachte es Martin Buber brillant auf den Punkt. Genau das haben diese Menschen, denen mein ganzes Mitgefühl gebührt, nachzuholen: Sich einzulassen auf ein spirituelles Wesen aus Fleisch und Blut, nämlich auf einen Menschen. Also auf die Spezies, die am Anfangs ihres Lebens vernichtend einwirkte. Um zu heilen, müssen sie das tun, was sie am Lebensanfang zu lassen lernten: Vertrauen. Die zwischenzeitlich gemachte Erfahrung des wunderschönen ewigen Nichts hilft ihnen, sich dem allerschlimmsten und einst scheinbar ewig währenden Nichts (nämlich totale Verlassenheit) zu stellen.
Ihre spirituelle Erfahrung ermöglicht ihnen, ihre menschliche Erfahrung ins Herz zu nehmen und zu erkennen, dass alles, einschließlich des entsetzlichen Lebensanfangs mit seinen fatalen Folgen für das weitere Leben, ein gigantisches und trotzdem ernst zu nehmendes Spiel ist. Zugleich erspart ihnen diese immer öfter wiederkehrende Erkenntnis NICHT, sich den nächsten schmerzlichen Aspekten zu stellen. Transformation ist und bleibt ein Prozess, egal wie weit die eigene Erkenntnis bereits reicht. Im Menschenspiel gibt es keine Abkürzungen. “Es kommt alles wieder, was nicht bis zum Ende gelitten und gelöst wird”, formulierte Hermann Hesse so treffend.
Gibt es auch keine Abkürzungen, so existiert doch ein Weg, der auch das Entsetzlichste annehmbar macht: Es ist der Weg der Liebe. Ich kenne keinen umfassenderen und schöneren Text als das Hohelied der Liebe. Er führt jeden Seins-Aspekt heim in die pure Essenz von Liebe. Denn von dort kommen wir. Dorthin gehen wir zurück. Von DORT sind wir nie getrennt, auch wenn wir HIER sind.
Liebe führt nicht am Leid vorbei, sondern mitten hindurch. Mit dem Herzen kann ich Leid nicht wegmachen – in der Liebe darf es SEIN und von innen heraus Wandlung erfahren.
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Simone Meller
Foto: Pixelio, Jürgen Nieen
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Posted on 24 März 2010. Tags: Alles & Nichts, C. G. Jung, Elfen, Erzengel, Ewigkeit, Freiheit, Geist, Jeshua, Jesus Christus, Klartext, Körper, Labsal, Licht, Menschenspiel, Pioniere, pur, Resonanz, Sananda, Schöpferkraft, Schwingung, Schwingungsniveau, Seele, Sein, Spiegelprinzip, Wahl, Zeit
Immer wenn Jeshua, Sananda, meine Elfenschar, ein Erzengel, C. G. Jung und viele andere auftauchen, weiß ich: Ich habe mein höchstes Schwingungsniveau verlassen und darunter liegende Entwicklungsebenen von Spiritualität gewählt. So ist das Leben, so funktioniert das Menschenspiel. Mein höchstes lebbares Schwingungsniveau ist das hellste Licht. Als noch höher schwingend erfahre ich zwar das ewige Nichts, aber dieses pure Labsal kann ich derzeit nur vorübergehend aufsuchen, weil es für längere Zeit nicht mit dem körperlichen Dasein vereinbar zu sein scheint. Das Nichts ist das, was wir sind, bevor wir sind.
Simone Meller
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Posted on 08 März 2010. Tags: Anmut, Einheit, Ewigkeit, Flut, Herz, Klartext, laut, Liebe, Lied, Poesie, pur, Sein, Sog, spiralförmig, Stille, Tanzen, Ton
In mir klingt ein Lied. Was ich auch tue oder lasse, in mir singt eine wundervolle Poesie, die um so köstlicher wird, je einfacher und spiralförmiger sie ihre Tänze dreht. Sie ist ein Sog in die Einheit und verklingt dort in einem einzigen Ton, der sich immer stiller und lauter zugleich durch mein tägliches Leben zieht. Nur ein Bruchteil dieses ewigen Singsangs erreicht meinen Blog. Es ist eine kleine Spur für die, die folgen möchten. Ein plauderndes Rinnsal, das beim vollständigen Hineinnehmen in das eigene Herz (genauso wie das Pferd die Katze in sich aufnimmt), seine volle Fülle enfaltet. Nehmen wir die daraus erwachsende Liebe wiederum in unser Herz, so entdecken wir eine wahre Flut, die aufsteigt und sich in einer solch unbeschreiblichen Anmut wieder in einem Ton versenkt, das nur noch Ewigkeit bleibt.
Simone Meller
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