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Schreibblockade? Hilfe am Telefon für Doktoranden


Du promovierst? Du erlebst eine unglaubliche Zeit mit Höhen und Tiefen? Du trittst auf der Stelle und weißt nicht weiter? So erging es mir auch einmal, bevor ich mit meiner Dissertation die Kurve bekam. Der Alltag vieler Doktoranden ähnelt einer emotionalen Achterbahn. Promovieren bedeutet Persönlichkeitsentwicklung – und das spiegelt sich in deinem Dissertations-Thema: in formalen Fragen von Aufbau und Struktur genauso wie in der inhaltlichen Ausrichtung.

Zur ersten Selbsthilfe von Schreibblockaden und Arbeitsstörungen habe ich einige allgemeine Tipps formuliert. Individuell auf dich zugeschnitte und einfühlsame Hilfe findest du in meiner telefonischen Begleitung. Im Rahmen solch klärender Prozessbegleitung entstehen kritische Fragen, Denkanstöße, Ankedoten und Metaphern, um wieder in Schwung zu kommen. Auch das Üben von Vorträgen für Zwischenpräsentationen und Disputation/Rigorosum/Verteidigung ist möglich.

Da ich im Gegensatz zu deinem Betreuer bzw. Prüfungsausschuss deine Arbeit nicht begutachten werde, kannst du bei mir angstfrei “ins Unreine” sprechen. Bereits das hat eine befreiende Kraft. Ich höre dir sehr genau zu und steige nicht inhaltlich in dein Thema ein (das beherrschen du und deine Betreuer/innen), sondern unterstütze dich ohne Umschweife beim Auflösen deiner Blockaden.

Text: Simone Meller | Foto: Dorothea Jacob/Pixelio.de

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Der Ruf der Blockade: Schreib dich frei!


Die Schreibblockaden während meiner Promotionszeit waren äußerst quälend, weil ich mich dabei so inkompent, versagend und ohnmächtig erlebte. Dennoch möchte ich im Nachhinein keine einzige dieser “Pestbeulen” missen, denn jede verwies auf eine mangelnde Kongruenz zwischen dem, was ich meinte schreiben zu müssen, und dem, was ich wirklich dachte.

Auch in der strengen Welt der Wissenschaft das schreiben zu lernen, was der Wahrheit meines Herzens entsprach, wurde zum Katalysator einer intensiven Persönlichkeitsentwicklung (s. Nachwort zu Fröhlich wandelnde Wissenschaft). Damit bin ich bei meinem ersten Tipp:

  1. Grundsätzlich kannst du alles schreiben, so sehr es auch vom akademischen Mainstream abweicht oder einem Tabu-Bruch gleichkommt, wenn du deine Gedanken wissenschaftlich anschlussfähig machst. Viele kluge Gedanken werden vom Mainstream nur deswegen ignoriert, weil sie in den gängigen Paradigmen noch nicht nachvollzogen werden können oder weil zum Verstehen ein Paradigmenwechsel notwendig ist. Bedenke, dass die Legitimation einer wissenschaftlichen Arbeit ja genau darin liegt, etwas neues zu schreiben. Ja, ich weiß, je mehr man sich mit einem Thema beschäftigt, desto mehr erkennt man, dass es eigentlich keine neuen Gedanken gibt und alles irgendwo schon enthalten ist. Tatsächlich verursachte dies bei mir eine weitere Schreibblockade, bis mir klar wurde, dass meine Sicht nicht von drei Jahrzehnten publizierter Gesundheitspsychologie geteilt wurde. Deshalb wurde meine Diss zu einem Buch, in dem ich anderen zeige, was ich sehe.
  2. Überfordere dich nicht. Das Wesen einer wissenschaftlichen Arbeit besteht zwar darin, die Gedanken möglichst widerspruchsfrei zu entfalten und anzuordnen. Wiederum muss man sich auch Widersprüche erlauben können, um in einen Schreibfluss zu kommen. Du brauchst Worte und Begriffe, die du einfach akzeptierst, sie dienen dir sozusagen als Gefäße, um deine neue Essenz überhaupt transportieren zu können. Zum Beispiel hatte meine Diss zum Ziel, die Begriffe Selbstverwirklichung und Ganzheitlichkeit gesundheitspsychologisch zu klären und zu rehabilitieren (u.a. mit der Begründung, dass deren Vermeidung zu einer Aufblähung und Stagnation des Fachs geführt hatte). Außerdem arbeite ich mich an der Definition von Gesundheit und Krankheit ab, schied den Begriff der Salutogenese von Antonovskys Werk und argumentierte mit Hilfe von Quantenphysik und Erkenntnistheorie dafür, Geist und Materie als gemeinsamen Ursprungs anzusehen. Dafür brauchte ich bereits 400 Seiten. Ich ließ jedoch davon ab, die Begriffe Psyche, Seele und Geist oder Körper, Materie und Leib auseinander zu klamüseren. Einerseits fühlte ich mich damit unwohl, meinte, dass das doch ebenfalls sehr klar herausgearbeitet werden müsste. Andererseits wusste ich, dass der Stoff für ein, zwei weitere Dissertationen reichen würde und irgendwo auch mal “Schluss” sein muss. Also verwandte ich die ungeklärten Begriffe rein intuitiv, indem ich mal den einen, mal den anderen benutzte. Im Nachhinein bin ich froh darüber, sonst würde ich vielleicht heute noch promovieren.
  3. Erkenne die Vielzahl deiner Ängste hinter den Schreibblockaden. Bei den ersten beiden Tipps klang das bereits an. Wir trauen uns nicht, etwas zu schreiben, weil es ein Tabu-Bruch oder unvollständig ist. Wir haben Angst vor Ächtung oder schlimmer noch, mit der Dissertation nicht zur Prüfung zugelassen zu werden, also zu versagen. Doch das sind nur zwei von unzähligen anderen Varianten. In der Angst war es mir nicht möglich, die Wahrheit meines Herzens schreibend anschlussfähig zu machen, das ging nur in der Liebe zu mir selbst. Meine Selbsterfahrung war mir eine große Hilfe, auch meine spirituelle Praxis, das Wissen um Energie und ihre Transformation. Ich habe viel mit anderen über meine Zweifel und Sorgen gesprochen, konkrete Hilfen (z.B. Gegenlesen von Abschnitten, Erörtern statistischer Alternativen etc.) angenommen. Am wichtigsten war vielleicht dies: Bei der Blockade den Schreibtisch verlassen, aber nicht, um den Gummibaum abzustauben oder Geschirr zu spülen (Aufschieberitis!), sondern um zur Ruhe zu kommen und zu schauen (nicht zu grübeln!) was gerade los ist. Spaziergänge und Sofa waren meine liebsten Varianten. Ich kann wirklich sagen, dass ich die wesentlichen Teile meiner Diss auf dem Sofa empfangen habe, wenn ich entspannt und meiner Wahrheit liebevoll zugewandt war. Am Schreibtisch ging’s dann nur um die blanke Ausführung. Dabei half mir Musik im Dauer-Repeat, um die empfänglich-liebevolle Schwingung zu halten und nicht wieder in eine Angstblockade zu rutschen. Bestimmte Musikstücke habe ich tagelang gehört, sie waren für mich wie ein Geländer auf einem sich mir stückweise offenbarenden Weg.

Dürfte ich nicht drei, sondern nur einen Tipp nennen, so wäre es der letzte. In liebender Ruhe liegt die Kraft, die Wandel schafft. In der Ruhe finden wir zurück in unsere Mitte, in unsere Liebe. Weder vermeiden wir die Auseinandersetzung mit der Schreibblockade noch versuchen wir, sie mit Gewalt zu brechen. Sie darf sein, und wir mit ihr – während wir schauen, was sie uns offenbaren möchte. Meine Erfahrung ist, dass in jeder Schreibblockade die Botschaft lag: “So, nicht, liebe Simone. Schreib dich frei. Folge auch und gerade hier der Wahrheit deines Herzens.”

So wünsche ich auch dir den Mut, dem Ruf deiner Schreibblockaden zu folgen: Komm, schreib dich frei!

Gerne unterstütze ich dich am Telefon.

Simone Meller | Foto: Oliver Haja/Pixelio.de

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Fröhlich wandelnde Wissenschaft


Lachen_ist_ansteckend_304823_JoujouFür alle Student/innen der Psychologie, die gerade über wissenschaftlichen Texten brüten,
für alle Diplomand/innen und Doktorand/innen, die mit ihren Schreibblockaden ringen,
für alle humorigen Kolleg/innen,
für alle Wissenschaftler/innen anderer Disziplinen, die über den Tellerrand lugen wollen,

hier kommt was zum Lachen:

Die generalisierte Heiterkeitsstörung,

Psychotherapie bei Gummibären und

Implizites Gedächtnis bei Gummibärchen.

* * *

Nun noch ein ernsthafter Tipp, der mir am meisten durch mein Auf und Ab der Promotion geholfen hat: Eine wissenschaftliche Publikation ist nichts anderes als eine fundierte und systematisch angeordnete Meinungsäußerung. Ich weiß, das klingt provokativ, fast kränkend, und ich betone, dass ich nicht das prosaische Aneinanderreihen von Gemeinplätzen oder pseudowissenschaftliches Geschreibsel meine. Eine wissenschaftliche Publikation ist der Blick auf gemeinsames Wissen durch eine subjektive Brille. Also nur Mut zur Brille – und schon fließt es wieder!

Was ich hier schreibe, ist das Gegenteil von dem, was ich im Grundstudium beim Berichteschreiben im Experimentalpsychologischen Praktikum lernen musste. Doch je mehr wissenschaftliche Texte ich in all den lahren las, desto klarer trat zutage: Dort wird überall nur mit Wasser gekocht! Egal wie hochtrabend der Text verfasst ist. Das arbeiten obige Persiflagen für meinen Geschmack herrlich heraus.

Je bewusster mir die Subjektivität einer wissenschaftlichen Arbeit wurde, desto unehrlicher erschien mir das Objektivität heuchelnde Vermeiden der Ich-Form durch Gebrauch von Passiv, Umschreibungen, Pluralis Majestatis etc.. In meiner Diplomarbeit 2000 hatte ich es mich noch nicht getraut, doch meine im März 2008 abgeschlossene Diss reichte ich in der Ich-Form ein. Leseproben gibt es hier.

Wesentlich für mein Selbstbewusstsein (also die Arbeit so abzugeben und entsprechend zu disputieren) war, dass ich berufsbegleitend und selbst finanziert promoviert hatte. Zum einen war ich dadurch völlig unabhängig. Zum anderen  hatte ich während der 5 Jahre viele andere Entwicklungsprozesse privater und beruflicher Art genommen, die mir ein Standing verliehen, das über die Rolle der klassischen Doktorandin hinausging. Außerdem ermöglichte mir diese Konstellation einen Brückenschlag zwischen Praxis und Wissenschaft.

Mein Rat lautet deshalb, sich nicht auf die zu schreibende wissenschaftliche Arbeit zu fixieren, sondern außerhalb des Elfenbeinturms den Impulsen des eigenen Herzens nachzugehen! Bei mir war es sogar so, dass bestimmte Kapitel monate- oder jahrelang auf mich “gewartet” haben, bis ich dem Ruf meines Herzens nachgekommen war und bestimmte Persönlichkeitsentwicklungen vollzogen hatte.

Das wirft ein neues Licht auf Schreibblockaden: Mir signalisierten sie oft “So nicht. Folge deinem Herzen und versuch’ es später noch mal.” Anfangs rebellierte mein Verstand, weil er es nicht erzwingen, sondern nur durch Demut (dem Herzen dienend) erreichen konnte. Immer wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt mit neuer innerer Reife die Kapitel nur so aus mir herausflossen, wusste ich: Keinen Tag eher wäre dies möglich gewesen. Die Diss war größer und weiter als ich und hat geduldig wie eine Mutter auf jeden meiner Schritte gewartet.

Die Zeit meiner Promotion war Hochzeit mit mir selbst. Sie war die Zeit der Neugeburt von Anima und Animus, um es archetypisch auszudrücken. Die Bilder meiner Seele waren dafür anfangs ein kleines kreatives Mädchen und ein kesser Junge, der sagte “Ich bin voll und ganz meiner Meinung!”, und zuletzt eine Lokführerin und ein Schaffner (nachzulesen hier). Meine Diss ist immer nur dann geflossen, wenn meine feminine Energie führen durfte. Gleichzeitig konnte sie sich nur in dem Maße ergießen, wie meine maskuline Energie bereit war, tausendprozentig und öffentlich dazu zu stehen.

Als kontrastierender Vergleich dazu eine Anekdote am Tiefpunkt meiner Diss: Nichts ging mehr. Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen. Beim Doktorandenstammtisch gestand ich zwei Kolleginnen: “Ich hoffe, dass niemand meine Arbeit liest…” Mir war so peinlich, was ich verzapft hatte, und es schien in meinen Augen überhaupt nicht wissenschaftlichen Standards zu genügen. Zu meiner Überraschung brachen beide in erleichterndes Gelächter aus, denn ihnen ging es insgeheim genauso. – Das war also jene Zeit, in der meine alte maskuline Energie ohne inneren Halt eine wissenschaftliche Arbeit reißen wollte. Meine Seele duldete es nicht und ließ  meinen inneren Mann kläglich scheitern…Demut lernen.

Zur Wende kam es, als meine innere Frau die Führung übernehmen und die Texte KOMPLETT wandeln durfte. Mein innerer Mann geriet dabei immer wieder ins Schwitzen (“Nein, das können wir unmöglich so schreiben!!”), aber tapfer wuchs er mit seinen (Formulierungs-)Aufgaben (“Äh, ja klar vertreten wir das genau so und nicht anders!”) und meisterte am Ende auch den akademischen Initiationsritus, die Disputation. Am Ende blickten beide – Frau und Mann – stolz auf ihr gemeinsames Kind: Ein herausforderndes Buch, hinter dem sie voll und ganz stehen können. Ein Werk, das nur duch ein neues Zusammenspiel von Yin und Yang möglich geworden war.

Nie, niemals hätte ich mir 2003 bei der Wahl meines Dissthemas (“Salutogenese durch Selbstverwirklichung”) träumen lassen, dass mich wissenschaftliches Arbeiten dermaßen transformieren würde. Doch der Name war Programm: Selbstverwirklichung pur. Auf jedem Zentimeter meines Weges.

Diese tiefgreifende Selbsterfahrung fließt in meine Coachings mit ein, wenn es um Schreibblockaden und andere Arbeitsstörungen, wie z.B. Aufschieberitis oder aktive Prokrastination geht. Die Coachings finden statt in meiner Hamburger Praxis oder per Telefon.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Joujou

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