Hätte ich Worte für meine Erkenntnis,
würde ich sie teilen Tag für Tag.
Doch da ich die Worte nicht kenne,
schweige ich Tag für Tag.
Posted on 05 September 2010.
Hätte ich Worte für meine Erkenntnis,
würde ich sie teilen Tag für Tag.
Doch da ich die Worte nicht kenne,
schweige ich Tag für Tag.
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Posted on 28 Juli 2010.
Was meine Patienten nicht erzählen können, muss ich erleben. So erleide ich in Auszügen ihr Schicksal, bringe es in mir zur Heilung und biete das sich dabei als hilfreich erweisende als Speise an. Manchmal genügt es auch, dass ich es erfahren habe und davon zu sprechen weiß. Immer geht es darum, mich berühren zu lassen vom Furchtbaren, ohne darin unterzugehen. Es sind meine Ich-Grenzen, die uns retten, denn sie ermöglichen mir aus einer tiefen Geborgenheit heraus eine Öffnung für das vermeintlich Fremde. Noch nie fand ich Fremdes in der Tiefe, wohl aber unüberwindbare Hilflosigkeit, die gemeinsam ausgehalten werden wollte. So sind die tapfersten Momente oft jene gewesen, in denen nichts mehr ging und ich meine Bereitschaft erklärte, die vollständige Lähmung durch das Leid zu erfahren. Wie von Zauberhand löste sich dann der Bann, wenn ich mein Erleben in Worte zu fassen begann. Es war, als ob ich etwas hatte sehen müssen, wovor zu oft die Augen verschlossen gewesen waren. Immer war es das Hässliche, ob es nun als entsetzliche Ohnmacht, Scham oder anders abscheulich daher kam und das mich fragte: Siehst du mich? Siehst du mich endlich? Endlich siehst du mich. Jetzt kann ich endlich sein. So schöpfen wir Hoffnung in der Tiefe und tragen sie in die Welt. Während wir das tun, verändert sich unser Antlitz und mit ihm das Antlitz der Welt.
Simone Meller
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Posted on 06 Juli 2010.
Vor einer verschlossenen Tür
kannst du die schönsten Töne singen
kein Sesam-öffne-dich
kein Zauberwort
kein Schlüssel der passt
Alles nur Klopfen lauter und leiser
bis der Tag kommt und
die Tür sich von innen öffnet
Das Warten lohnt nicht
wohl aber Fliegen lassen
von haltenden Wünschen -
Freiwerden für das was ist
Denn lauter als jedes Pochen
ist dein Orchester das da
spielt ohne Noten voll Herrlichkeit
all deine Töne ohne Begrenzung
des Schalls an der verschlossenen Tür
Komm’, hafte nicht an der Tür
der Unerreichbarkeit
Nur der der sich da einschloss
vermag sie zu öffnen oder auch nie
Dein größtes Geschenk ist ihn
in Liebe zu lassen zu segnen seinen Weg
und dann: Flieg!
Simone Meller
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Posted on 19 Juni 2010.
Sich im Leblosen
unverletzt zu spiegeln
zeigt ein neues Leben an
Es ist der Aufbruch
der Ohnmächtigen
ins gelobte Land
Wenn das Erfrorene
seine Auferstehung feiert
folgt das Leblose hinterher
Und es kommt der Tag
an dem sich das Leblose
in deiner Lebendigkeit spiegelt
Simone Meller
Foto; Karin Jung/Pixelio
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