Posted on 18 November 2010. Tags: Annahme, Aspekte, Bejahung, Dunkelheit, Entwicklung, Freiheit, göttlich, Grenzen, Häutung, Hier & Jetzt, Ich bin, Idealisierung, Kind, Klarheit, Leid, Liebe, Normen, objektiv, Opfer, Schatten, Sein, Selbsttäuschung, Selbstverrat, Stimmigkeit, Strahlen, subjektiv, Synchronizität, Verantwortung, Verjüngung, vollkommen, Wachstum, wahres Selbst, Wahrheit, Wille, Wohl, Wut, Zusammenfassung, Zustand
Jenseits von Normen und Idealen bin ich
Mein wahres Selbst ist mein unmittelbares Erleben hier und jetzt. Ich bezeichne mit dem wahren Selbst keinen angenehmen Ideal-Zustand, sondern alles, was jeweils in mir ist. Mein wahres Selbst ist keine Finest Selection meiner Lieblingszustände, sondern ein ununterbrochener Fluss wechselnder Zustände. Manche davon sind so unbeschreiblich herrlich, dass die Versuchung naheliegt, sie als das anzustrebend Wahre zu bezeichnen. Doch so verjüngend und strahlend manche zwischenmenschlichen und transzendenten Zustände auch sind, sie sind meiner Erfahrung nach nicht wahrer oder richtiger als andere Zustände.
Mein wahres Selbst gibt es nur in diesem Augenblick – jenseits von Normen und Idealen. Jetzt bin ich. Jetzt bin ich, die ich bin. Auch in Momenten völliger Finsternis. In der Bejahung eines jeden sich gerade in mir ereignenden Zustands bin ich jeweils in meiner vollen Kraft. Mein wahres Selbst ist mein unmittelbares Erleben hier und jetzt. Seine Bejahung erfordert Liebe, ist annehmende Liebe.
Selbstverrat und (Selbst-)Täuschung
Das wahre Selbst wird dort geopfert, wo es nach Liebe verlangt, aber auf Ablehnung stößt. Diese Erfahrung habe ich als Kind gemacht, z.B. wenn ich wütend war, aber auch wenn ich für meine Familie unangenehm klar war. An die Stelle meines abgelehnten wahren Selbst trat das falsche Selbst, eine (Selbst-)Täuschung, um der Ablehnung zu entgehen und Liebe zu ernten. Nur wurde ich ja nicht für das geliebt, was ich war, sondern für das, was ich vorgab zu sein. In diesem kontinuierlichen Selbstverrat vermehrte sich mein Schatten, wuchsen in mir Probleme heran, bis ich mich ihnen als junge Erwachsene zu stellen begann. Ich hatte genug von meinem Leid. Ich begann mich dort zu lieben, wo ich einst in die Verbannung gegangen war. In diesem Leben und in vielen anderen Inkarnationen.
Vom falschen Selbst (Selbstverrat) spreche ich also nur dann, wenn das unmittelbare Erleben verneint und infolge unstimmig gehandelt wird. Sobald ich meinen Selbstverrat erkenne und liebevoll annehme, lebe ich schon wieder mein wahres Selbst. Doch unabhängig davon, wie (un-)stimmig ich jeweils handele, bin ich dank unaufhörlicher Synchronizitäten immer auf meinem Seelenweg. Aus dieser höheren Sicht bin ich nie verloren und verstoßen, sondern immer ein geliebtes göttliches Kind, das sich mit jedem Schritt in neuen Umständen spiegeln darf (s. Von scheinbarer Tragik und ewiger Sicherheit). Das ist eine unglaubliche Geborgenheit, in der das, was wir gerne als “Fehler” bezeichnen, nichts weiter als Erfahrungen sind. Zugleich sind wir als Erwachsene niemals unserer Verantwortung enthoben, denn wir entscheiden immer aufgrund unseres freien Willens.
Es gibt kein objektiv Richtiges oder Falsches. Das jeweils subjektiv Wahre und Stimmige verändert sich von Moment zu Moment. Gestern kann meine Abgrenzung gegenüber einem Seins-Aspekt noch stimmig gewesen sein, während sie heute Selbstverrat wäre, weil die Öffnung meiner Grenze für diesen Seins-Aspekt ansteht.
Kontinuierliche Einladung zum Wachstum
Das wahre Selbst ist also nicht etwas gegenständlich Festes, sondern etwas, das sich fortlaufend im puren Sinne des Wortes ent-wickelt. Es ist etwas, das immer wieder neu und anders ist. Es ist ein Weg zu mehr Wohlbefinden. Auf diese Weise geschieht Wachstum. Mein wahres Selbst hebt mich Stufe um Stufe empor, ohne dass deshalb die vorherigen Stufen an sich falsch oder weniger wert würden, sie entsprechen mir nur nicht mehr, sind nicht mehr stimmig.
Ich befinde mich in einem ununterbrochenen Häutungsprozess. Keine meiner alten Häute entspricht mir noch, keine davon ist mein wahres Selbst. Doch eine jede von ihnen war einmal für einen kurzen oder langen Moment mein wahres Selbst. Keine Haut war besser oder schlechter als die andere, aber jede war vollkommen. So wie mein wahres Selbst jetzt.
Text: Simone Meller | Foto: bellmers, Pixelio
Posted in Klartext
Posted on 07 November 2010. Tags: Echo, Erkenntnis, Fühlen, objektiv, Realität, Resonanz, Schöpferkraft, Spiegelung, Unterscheidung
es gibt keine objektiven spiegel
ich sehe im spiegel was mich beschäftigt
indem ich mich auf mein reagierendes fühlen einlasse
erkenne ich was mir persönlich gespiegelt wird
also: was ich mir an dir spiegele
so kann es sein
dass ein und diesselbe situtation
dir und mir etwas unterschiedliches spiegelt
wir sehen jeweils das was uns entspricht
unsere realität schallt wie ein echo zurück
simone meller
Posted in Klartext
Posted on 06 Juni 2010. Tags: Alles & Nichts, Alte Energie, Angst, Ausdruck, Blüte, Dualität, Einfaltung, Einheit, Entwicklung, Erde, Erfahrung, Erkenntnis, Erotikblüte, Herz, Himmel, Hölle, Integration, Kampf, Kosmos, Leben, Liebe, Neue Energie, Normalität, objektiv, Orgasmus, Phänomen, Polarität, Quelle, Realität, Stimmigkeit, subjektiv, Wahrheit, Welt, Zyklus
In fünf Zeilen fasse ich meine bisherigen Texte über Realität und Erkenntnis, Alte und Neue Energie, Ein- und Entfaltungen sowie Himmel und Hölle zusammen. Die Struktur ist vorläufig, wie sie sich phänomenologisch aus meinen Erfahrungen ergibt.

- Normalität : Alles scheint eindeutig : Realität ist nicht hinterfragbar : sicherer Erkenntnisrahmen
- Alte Energie : Hölle auf Erden : Extrem auseinander gefallene Polarität und Dualität : Angst führt
- Neue Energie : Himmel auf Erden : In die Vereinigung findende Polarität und Dualität : Liebe führt
- Einfaltung : Verschwinden der Welt : Zergehen von Polarität und Dualität : Alles sinkt ins Nichts
- Entfaltung : Alles ist wieder da : Nichts ist wie es war : Integration ins Leben und neuer Zyklus
Realitäten des Lebens sind Blüten des Lebens. Jedes der fünf Bilder zeigt ein- und diesselbe Blüte. So sind auch die beschriebenen Realitäten nichts als Ausdrücke ein- und derselben Quelle. Kein Ausdruck (und damit keine Realität) ist objektiv wahrer als der (die) andere. Für die persönliche Entwicklung zählt allein die subjektive Stimmigkeit, die ich gerne als Wahrheit des Herzens bezeichne.
Text & Bilder: Simone Meller
Posted in Klartext
Posted on 19 April 2010. Tags: dynamisch, Erfahrung, Erkenntnis, erlebnisaktivierend, frontal, Führung, Herz, Körper, lebendig, Meinung, Methoden, Multidimensionalität, objektiv, Orientierung, persönlich, populärwissenschaftlich, Potenzial, rational, Rhetorik, sachlich, schwingen, Sprache, Struktur, subjektiv, Verstand, Vortrag, Wissenschaft
Eine wissenschaftliche Arbeit ist nichts anderes als eine subjektive Meinungsäußerung, die sich von den alltäglichen Statements dadurch unterscheidet, dass sie rational nachvollziehbar fundiert wird. Die Kunst eines (populär)wissenschaftlichen Vortrags besteht darin, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Herzen öffnen. Denn die besten Argumente und Belege nützen nichts, wenn das Herz der Zuhörenden verschlossen ist. Erkenntnis geschieht eher durch Erfahrung, als durch Worte. Sprache und Struktur bieten dem Verstand eine Orientierung. Ein orientierter Verstand kann dem Herzen den Weg frei machen und hinterher das Erlebte neu ordnen. In der Frontalsituation eines Vortrags geht es nun darum, die bisherige Erfahrung des Publikums zu aktivieren und darin enthaltene Potenziale für eine gemeinsame Schwingungserhöhung nutzbar zu machen. Dies geschieht durch ein erlebnisaktivierendes Vorgehen, das die Faktenlage keineswegs ersetzt, sondern auf geschickte Weise in einer Reihenfolge des Herzens ansteuert. Bei aller Vorbereitung obliegt die schlussendliche (Durch-)Führung der Kraft des Herzens. Ein lebendiger Vortrag ist eine dynamische und multidimensionale Massenkommunikation, deren große Herausforderung darin liegt, persönlich und sachlich zugleich zu sein.
Simone Meller
Posted in Klartext