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Nur scheinbar paradox: Absichtslosigkeit spart Kosten


Absichtsloses Maximum

Wenn ich dir absichtslos begegne, bleibe ich meinen Impulsen treu. Ich fühle mich, während ich dich wahrnehme. Zwei Ausdrücke eines Resonanzkörpers, die von Moment zu Moment sind, was sie sind.

Wir fallen in Liebe und steigen mit Leichtigkeit. Es ist das Zarte, das uns ergreift und zur nächsten Station trägt. Wir schwingen, erleben impulsfreie Räume, schwingen weiter, erleben impulsfreie Räume und so fort. Das Maximum, das sich zwischen Menschen entfalten kann, entsteht in absichtsloser Begegnung.

Der Kunde darf skeptisch sein

Dieses anmutige Prinzip lebe ich auch beruflich als Auftragnehmerin. Das setzt natürlich voraus, dass ich den Auftrag vor Annahme auf Übereinstimmung mit meinen Werten prüfe und sich mein Auftraggeber vertrauensvoll auf unsere Prozessarbeit einlässt. Prozessorientierung an sich ist nicht neu. Vielernorts noch ungewohnt ist die ungebrochene Ausrichtung des Prozesses auf Liebe und Wahrhaftigkeit.

Oft ist dann – vor allem im Unternehmen – kundenseitig der erste Impuls, es könnten Fässer geöffnet werden, deren Inhalte nicht tragbar sind. Indem wir diese wahrhaftig ausgesprochene Angst in Liebe sein lassen, entsteht eine Beruhigung und aus dieser heraus der nächste Impuls zur Vertiefung der Arbeit. Die Kraft der Impulse wird nicht unterdrückt, damit scheinbar produktiv gearbeitet werden kann, sondern aktiv genutzt. Meine Herausforderung besteht darin, auch an heiklen Punkten in der bedingungslosen Liebe verwurzelt zu bleiben und mit Klarsicht bei der Navigation durch Nebelfelder zu unterstützen.

Ohne Chaos zielführend und  kostensparend

Ich kenne kein zielführenderes und kostensparenderes Vorgehen als die absichtslose Begegnung, obwohl sie mit alten Maßstäben betrachtet nicht zielführend zu sein scheint. Fallstricke entstehen dort, wo mangels Erfahrung und Modell der Prozess vorzeitig zugunsten von Idealvorstellungen unterdrückt wird. An diesen Stellen ist sensible und energische Prozessbegleitung gefragt, um auf absichtslosem Kurs zu bleiben. Ein Paradoxon.

Absichtslosigkeit meint keinesfalls das Chaos eines unstrukturierten Vorgehens, sondern charakterisiert etwas, das ich in Anlehnung an den Begriff der Transrationalität als transstrukturell bezeichnen möchte. So wie Transrationalität Rationalität nicht ablehnt, sondern übersteigt, wird Struktur von Absichtslosigkeit nicht abgelehnt, sondern konstruktiv überstiegen. Den Nutzen von Absichtslosigkeit abstrakt zu beschreiben, fällt schwerer, als ihn im Herzensgespräch konkret zu erfahren.

Bei Bereitschaft zur Klarheit ermöglicht Absichtslosigkeit binnen kurzer Zeit Heilung (Psychotherapie), Ausrichtung (Coaching) und Geschäftsoptimierung (Unternehmensberatung). Diese Wandlungen entstehen in völliger Leichtigkeit, wenn wir uns für das öffnen, was sich längst entwickeln will.

Text: Simone Meller | Foto: Maren Beler, Pixelio

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Beruflicher Wandel zwischen Hoffnung und Neubeginn


Wenn das Alte Platz macht

Immer wenn etwas versiegt, ist das ein Zeichen dafür, dass Raum für Neues entsteht. Egal ob das im Bereich Arbeit, Liebe, Finanzen, Freundschaft, Gesundheit, Fitness etc. passiert. Das Alte zieht sich zurück und gibt den Platz frei für das, was kommen möchte.

In meiner eigenen Entwicklung  habe ich das oft so erlebt, als ob mir der Stecker gezogen wurde. Damit war ich zwar einverstanden gewesen, nicht jedoch mit dem gefühlten Zwischenraum zwischen meinem alten und meinem neuen Leben. Oftmals schien es mir unerträglich lang zu dauern, bis die neue Verstöpselung stand. Manches Mal habe ich mich gefragt, warum dieser oder jener Übergang nicht sanfter (in Wahrheit meinte ich: unauffälliger) über die Bühne gehen konnte. Doch hätte ich ihn dann überhaupt bemerkt geschweige denn vollzogen?

Im Zwischenraum gibt es nur zwei Gefahren. Die erste besteht darin, mangels “guter Hoffnung” wieder enttäuscht zum alten Stecker, also zur bisherigen Lebensweise zu greifen. Die zweite Gefahr besteht darin, in realitätsfernes Wunschdenken zu verfallen, sich auf “falsche Hoffnungen” zu versteifen und den Anschluss an das Neue vielleicht zu verpassen. Jenseits dieser Extreme, die beide dem Mangelbewusstsein zuzuordnen sind, gibt es einen liebevollen Weg der Mitte. Dort wird den Herzenswünsche die Treue gehalten und  eine Angst nach der anderen transformiert. Im Kern ist es das, was ich Selbstverwirklichung nenne. Und im Zweifel gilt: Nicht warten, sondern leben!

Im Zwischenraum findet dein Seelenplan Luft zum Atmen

Mittlerweile habe ich gelernt, diesen Zwischenraum weitgehend zu genießen. Er schenkt mir Zeit, Luft und Energie, um mich weiter gemäß meinem Seelenplan zu entwickeln. Ich hadere weniger “Warum kann denn nicht jetzt…”, sondern frage öfter “Was ist dank der besonderen Situation jetzt möglich? Wozu werde ich gerade eingeladen?”. Da purzelt’s dann regelmäßig Geschenke,  sofern ich sie anerkenne und nicht dem unangemessenen (besserwisserischen!) Anspruch opfere, dass jetzt eigentlich etwas ganz anderes stattfinden müsste.

Ich begleite Menschen beim “Umstöpseln” in die Neue Energie – eine Metapher für scheinbar unstete Prozesse der Selbstverwirklichung. Ich weiß, dass es mit einmal “Umstöpseln” nicht getan ist. Besonders herausfordernd kann der Wandel in beruflicher Hinsicht verlaufen (s. Coaching für Selbstverwirklichung im Business). Einerseits hängt das eigene Leben von einer steten Quelle der Geldeinnahme ab, andererseits mögen viele Menschen ihre kostbare Lebenszeit nicht mehr um jeden Preis verkaufen. Ist eine solche Situation nun ein unlösbarer Patt, ein heikler Spagat oder eine im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbare Chance auf Selbstverwirklichung? Das ist zunächst eine Frage der individuellen Perspektive. Aus meiner Sicht läuft die Zeit der Doppelleben (Arbeiten für ein Leben “danach”) kollektiv laaangsam auf ein Ende zu. Was aus höherer Perspektive ein evolutionärer Schritt der Menschheit ist, verteilt sich in tausenden von Mustern auf unsere täglichen, berufsbezogenen Entscheidungen und die der nachfolgenden Generationen. Wir alle entwickeln uns permanent weiter, doch arbeiten wir nicht immer parallel an den gleichen Themen. Auf diese Weise können wir uns in unserer Unterschiedlichkeit erfahren und zugleich optimal voneinander lernen.

Persönliche Zeichen für deine anstehende berufliche Veränderung

Es gibt persönliche Zeichen, die darauf hinweisen, dass es für dich an der Zeit sein könnte, den Wandel auch in deinen Beruf oder dein derzeitiges Arbeitsfeld hereinzulassen. Zum Beispiel bist du bei der Arbeit schnell erschöpft, du fühlst dich verkleidet und musst dich zu bestimmten Verhaltensweisen zwingen. Es ist das Versiegen deiner Alten Energie. Immer wieder hast du Visionen davon, was du gerne anders machen würdest, und du fühlst dich frisch, aktiviert und voller Tatendrang, wenn du mit etwas in Berührung kommst, das in diese Richtung weist. Das ist das Einströmen der Neuen Energie. Je mehr Menschen dieser Neuen Energie vertrauen, desto deutlich sichtbarer wandelt sich das Antlitz der Wirtschaft. Ein komplexes System wie unsere Wirtschaft verändert sich weniger durch das (politische) Drehen bestimmter Stellschrauben, als durch Neues Bewusstsein der wirtschaftenden Menschen. Jeder, der sich ein Herz fasst und um seiner selbst willen etwas Neues wagt, bahnt Wege und zieht andere allmählich mit.

Doch es gibt eben auch diese Phasen im oben beschriebenen Zwischenraum. Das Alte ist fort, das Neue noch nicht greifbar nah. Unsicherheit über die nächsten Schritte entsteht. Zwischen Hoffnung und Neubeginn fragst du dich, ob du wirklich noch auf Kurs bist und zwar auf deinem Kurs!

In solchen Übergangsprozessen, in denen es um wichtige Weichenstellungen für dein zukünftiges (Arbeits-)Leben geht, kann Coaching eine Wohltat sein. Wenn dir ein Projekt vorschwebt, dessen Nutzen sich gegenüber der Unternehmensleitung argumentieren lässt, wird dir vielleicht ein Einzelcoaching bezahlt. Seid Ihr mehrere Gleichgesinnte, kann ein zugeschnittenes Gruppencoaching (z.B. in Anlehnung an diese Veranstaltung) noch ökonomischer sein. Falls du dein Coaching selbst finanzierst, weil es unter Umständen auf ein Verlassen der Firma hinauslaufen könnte oder weil du bereits selbstständig bist, so will ich dir sagen, dass ich dir aus genau diesem Grund seit neuestem die Mehrwertsteuer schenke. Alles über mein überregionales Coaching und das neue Preissystem erfährst du hier.

Wir verändern das Gewebe des Lebens

Sollten sich unsere Wege im Operativen nicht kreuzen, so haben sie es zumindest auf einer anderen Ebene bereits getan. Denn ich schreibe dir, und du liest meine Worte. Du und ich – wir stehen zueinander in einer ganz bestimmten Resonanz. Wir beide sind Teile eines Musters in der menschlichen Evolution. Wir folgen dem, was uns jeweils richtig erscheint und verändern auf diese Weise das Gewebe des Lebens. Entsprechendes geschieht bei dir zu Hause, in der Firma, beim Sport etc.. Machen wir uns diese unendliche Vielfalt der Resonanzen bewusst, so erscheint es doch weniger erstaunlich, dass wir manchmal im Zwischenraum hängen, sondern vielmehr höchst bemerkenswert, wie oft die Umstöpselung von der Alten in die Neue Energie reibungslos klappt! Komm, lass uns dies feiern – und die Zwischenräume genießen, wie sie sich ergeben. Sie sind Stationen in deinem Seelenplan: Halte inne, stelle Weichen und fahr zur rechten Zeit mit voller Kraft voraus!

Text: Simone Meller | Fotos: Gabi Schoenemann, Ingo Heemeier, Kurt Michel, Pixelio
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Selten, doch produktiv: Stille im Unternehmen


Wer kauft Stille?

Noch nie wurde ich dafür engagiert, Stille ins Unternehmen zu bringen, aber immer habe ich sie im Handgepäck. Noch bevor ich mir darüber bewusst zu werden begann, erhielt ich oft die Rückmeldung, man würde in meiner Gegenwart zur Ruhe finden. Für Schwung hatte man mich engagiert und fand ihn in der Ruhe der von mir moderierten und begleiteten Prozesse. Mir war’s recht, ich konnte sowieso nicht anders und begann zu explizieren, was ich ohnehin schon tat: nämlich zur Stille anregen.

Stille funktioniert ohne Spiritualität und Psychologie

Wir brauchen weder über Spiritualität noch über Psychologie zu reden, wenn wir hier und da im Unternehmen zur Stille anregen. Ich tue das mittlerweile überall, wo ich auftrete, egal ob es sich um eine Teamentwicklung, einen Vortrag oder eine kleinere Gesprächsrunde handelt. Stille: ungewohnte Labsal in der zuweilen hektischen Betriebsamkeit von Unternehmen und eine oft unterschätzte Quelle für richtungsweisende Erkenntnisse!

Vor Jahren traf ich auf einem Kongress einen Manager der Europäischen Zentralbank, der öffentlich – sonst würde ich das hier nicht wiedergeben – darüber berichtete, wie er gemeinsam mit seinem Team meditierte. Zunächst heimlich, später standen alle dazu. Doch Meditation ist nicht jedermanns Sache, weshalb ich das Wort zumeist vermeide und niedrigschwellige Einstiege in die Stille anbiete. Es folgen ein paar Vorschläge, die alle nicht neu sind, sondern einzig und allein davon leben, wie wir sie realisieren. Der Ton macht die Musik, und unsere Worte der Einleitung bestellen das Feld. Mein persönlicher Stil ist eine entwaffnende Mischung aus Offenheit, Charme und Unerschütterlichkeit. Ich habe eine Idee (Stille!), weiß um ihre Ungewöhnlichkeit und signalisiere dennoch meine Überzeugtheit. Ich beharre nicht auf einer bestimmten Form, sondern achte das Feld, dass ich in meiner Gastrolle als Beraterin oder Moderatorin betrete.

Niedrigschwellige Einstiege in die Stille

  • Minimale Übungen zur achtsamen Wahrnehmung von Boden, Stuhl, Körper, Atmung, Geräuschen, Gedanken und Gefühlen
  • Vor, während, nach der Besprechung einfach eine Minute still miteinander sitzen – ohne Ehrgeiz, ohne Anspruch auf das Erleben phantastischer Phänomene
  • Wenn sich das Gespräch erhitzt oder anderweitig aus dem Ruder läuft, zu ein paar Minuten Stille einladen
  • Wenn der Weg zur lautlosen Stille zu weit ist, zum Beispiel weil es gerade einen heftigen Konflikt gab, dann erzähle ich eine kleine Parabel, zitiere einen passenden Spruch und/oder geleite mit eigenen Herzensworten in ruhigere Gewässer.

Der Schlüssel ist die eigene Stille

All das funktioniert natürlich nur, wenn man selbst still ist und mit jeder Pore des eigenen Körpers ausstrahlt, dass es einem mit dieser Intervention wirklich ernst ist. Das Schließen meiner Augen und der Rhythmus meines Atmens dienen anderen dabei als greifbare Haltepunkte, während natürlich in der Tiefe eine stärkere Feldeinwirkung durch die Kraft meiner eigenen Stille geschieht. Zum Beispiel kenne ich einen Angestellten einer Reederei, der unter fachlichen Vorwänden zu schwierigen Verhandlungen hinzugebeten wird, weil in seiner Präsenz keines dieser heiklen Gespräche eskaliert. Und viele, die Trainings und Seminare selbst durchführen, kennen das Phänomen, dass eine Gruppe still wird, wenn der Referent still wird. Ich werde auch still bei Unterbrechungen, Störungen und bedeutsamen Ereignissen, die leicht übergangen werden könnten.

Ich bereite meine Kunden mit wenigen und zur Situation passenden Worten auf Stille vor. Ich gewöhne sie bereits in unseren vorangegangenen Gesprächen an das Aroma der Stille, indem ich mit Verweis auf meine Langsamkeit das Tempo aus dem Gespräch nehme oder davon erzähle, dass nicht jede Geschäftigkeit auch produktiv ist. Obwohl ich noch nie auf die Anregung von Stille verzichtet habe, wenn sie mir wichtig war, kann ich mir Situationen vorstellen, in denen es sehr schwer sein könnte. Dann wäre meine Empfehlung, an anderen Stellschrauben der Unternehmenskultur zu drehen, z.B. eine Unterbrechungspause von 5 Minuten anzuregen und ggf. anschließend die Sitzordnung verändern. Auch erlebe ich immer wieder Unternehmen, in denen nicht einmal eine Mittagspause kultiviert wird. Wie will man da still werden? Also je schneller die Taktung einer Firma, desto basaler und entschiedener haben unsere Interventionen zu sein. Auch hier brauchen wir weder Spiritualität noch Psychologie. Ich bleibe schlichtweg bei meinen Bedürfnissen und meinem daraus resultierenden Erstaunen: “Wie? Sie machen keine Mittagspause? Also, ich brauche jetzt eine. Kommen Sie mit?”

Den Nutzen der Stille ins Bewusstsein heben

Ob wir nun in die Stille oder immerhin in die Mittagspause gegangen sind – danach ist es wichtig, den erfahrenen Nutzen dieser Zeitinvestition ins Bewusstsein zu heben! Nur zu schnell gehen der Gewinn oder zumindest der Return on invest in der Email-Flut, dem nächsten Telefonat oder der neuen Akte auf dem Schreibtisch unter. Beim Explorieren bestehe ich natürlich nicht auf diesem hier demonstrativ verwendeten betriebswirtschaftlichen Vokabular. Auch referiere ich nicht die Vorteile von vegetativer Entspannung, sondern frage, was in der Stille erlebt oder wahrgenommen wurde oder wie man sich jetzt nach der Mittagspause fühlt. Viele machen die Erfahrung, dass ihnen erst in der (relativen) Stille klar wurde, dass sie die Lösung für ein Problem längst wissen und nur noch zur Anwendung zu bringen haben. Anderen kamen in dieser Pufferzone zwischen Alltag und Alltag auf neue Ideen, die vorher niemand bedacht hatte. Manche bemerken Kopfschmerzen oder Erschöpfung und wissen dann, worum sie sich eben auch zu kümmern haben.

Doch für all das werde ich nicht engagiert. Ich bringe es eben einfach mit, weil es zu mir und meinen Dienstleistungen gehört. Rege ich zur Stille an, so nicht, weil ich Psychologin oder spirituell bin, sondern weil es erfahrungsgemäß gut tut. Immer dient Stille dem Wohl aller Beteiligten und zeitigt ganzheitliche Wirkung. Stille verändert Menschen und damit die Unternehmen, in denen sie arbeiten. Jedes Unternehmen existiert nur durch die Menschen, die es realisieren. Immer sind es Menschen, die etwas unternehmen.

Text: Simone Meller
Foto: Rainer Sturm, Pixelio

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