Tag Archive | "Natur"

Sprache


Die Sonne spricht zu uns mit Licht,
Mit Duft und Farbe spricht die Blume,
Mit Wolken, Schnee und Regen spricht
Die Luft. Es lebt im Heiligtume
Der Welt ein unstillbarer Drang,
Der Dinge Stummheit zu durchbrechen,
In Wort, Gebärde, Farbe, Klang
Des Seins Geheimnis auszusprechen.
Hier strömt der Künste lichter Quell,
Es ringt nach Wort, nach Offenbarung,
Nach Geist die Welt und kündet hell
Aus Menschenlippen ewige Erfahrung.
Nach Sprache sehnt sich alles Leben,
In Wort und Zahl, in Farbe, Linie, Ton
Beschwört sich unser dumpfes Streben
Und baut des Sinnes immer höhern Thron.
In einer Blume Rot und Blau,
In eines Dichters Worte wendet
Nach innen sich der Schöpfung Bau,
Der stets beginnt und niemals endet.
Und wo sich Wort und Ton gesellt,
Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,
Wird jedesmal der Sinn der Welt,
Des ganzen Daseins neu gestaltet,
Und jedes Lied und jedes Buch
Und jedes Bild ist ein Enthüllen,
Ein neuer, tausendster Versuch,
Des Leben Einheit zu erfüllen.
In diese Einheit einzugehn
Lockt euch die Dichtung, die Musik,
Der Schöpfung Vielfalt zu verstehn
Genügt ein einziger Spiegelblick.
Was uns Verworrenes begegnet,
Wird klar und einfach im Gedicht:
Die Blume lacht, die Wolke regnet,
Die Welt hat Sinn, das Stumme spricht.

Hermann Hesse

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Das Wunder der Kirschen


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Fotos: Karl-Heinz Liebisch/Pixelio; Simone Meller/Wunder; Renate Franke/Pixelio

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Sanfte Übergänge


Die quakende Ente aus der Ferne
mahnt das ungeschriebene Gedicht
Am Himmel leuchten jetzt die Sterne
wo morgens floss so sanftes Licht

Pulvernder Schnee auf spiegelnder Glätte
glitzert in Sonnenstrahlen, weich, nicht grell
Scheinbar ruht die Natur im weißen Bette
doch die Vögel zwitschern munter und hell

Unvorstellbar: in der Luft war ein Frühling zu ahnen
Jetzt da große Schiffe durch das Dunkle fahren
zwischen Schollen aus Eis sich ihre Wege bahnen
gedenke ich dem zauberhaften Morgengebaren

Eine sonderbare Stimmung, sie lud mich ein
bevor ein Tag begann so unerwartet voll und zäh
war’s auch nicht möglich konstant bei ihr zu sein
erinner’ ich mich jetzt, wenn ich zum Wasser späh’

Oh, mögen meine Übergänge so sanft erklingen
wie dieser frühe gnadenvolle Augenblick
sich meine Wünsche herab auf Erden schwingen
zum Wohle dienen dem Menschengeschick

Text: Simone Meller
Foto: Pixelio, Mike501

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Meine Neujahrsgrüße


Neujahr1

Ich wünsche allen ein erfülltes Neues Jahr, wachsenden Mut zur Präsenz: Ich BIN da.

Vernehmt die Grüße aus dem Elfenreich: “Der ganze Wald ist voller Geschenke!”

Simone Meller

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