Alle die starben
- ihre Antworten
auf unsere Fragen
hören wir,
wenn wir achtsam genug sind -
alle die leben,
Untätige, Tätige
wirken, weben
am Muster der Welt.
Walter Helmut Fritz
Posted on 20 Februar 2011.
Alle die starben
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hören wir,
wenn wir achtsam genug sind -
alle die leben,
Untätige, Tätige
wirken, weben
am Muster der Welt.
Walter Helmut Fritz
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Posted on 22 Dezember 2010.
Wenn mir einst jemand sagte “Das ist doch völliger Quatsch”, fühlte ich mich entwertet, bis mir dämmerte, dass dies nichts anderes als eine persönliche Meinungsäußerung ist. In dem Moment, da ich eine solche Unterscheidung (für dich Quatsch, für mich nicht) stehen lasse – vielleicht sogar noch interessiert nachfrage (“Aha, wieso denn?”) – bleibt mein Selbstwertgefühl unberührt.
Persönliche Meinungen (Anwendung von Urteilsvermögen auf das eigene Leben) tasten keinen anderen Menschen in seiner Würde an, es sei denn sie resultieren in bedrohlichen Handlungen für Leben und Freiheit (z.B. Nötigung, Diskriminierung, Verfolgung, Todesstrafe etc.). Ich rede hier also von einer emotionalen Destabilisierung des Selbstwertgefühls, und diese passiert meiner Beobachtung erst dann, wenn eine Unterscheidung reflexartig schmerzliche Gefühle auslöst und infolge als potenzielle Abwertung der eigenen Person interpretiert wird. Es kommt zu einer inneren Wirklichkeitskonstruktion, die Bestandteil unserer Schöpferkraft ist. In psychologischer Sprache bezeichnet man das als Projektion oder Übertragung.
Projektionen und Übertragungen sind also Chancen, mir alte Gefühlsmuster bewusst zu machen. Dort, wo diese emotionalen Vorgänge in ihrer Tiefe und Tragweite (noch) nicht bewusst wahrgenommen und reflektiert werden können, entsteht Streit. Was mir nicht bewusst ist, muss ich agieren. Rationale Erkenntnis hilft, aber erst das Erleben der Schmerzen und ihre Annahme in Selbstliebe bringt die Erlösung. In beiden Fällen, der Projektion wie der Übertragung (die im übrigen dem spirituell konnotierten Spiegelprinzip entspricht), wird die Verantwortung für diese bislang unbewussten, schmerzlichen Selbstaspekte in dem gesucht, der sie durch seine vorgenommene Unterscheidung auslöst (nicht verursacht!). Es bedarf dafür nicht mal einer deutlich dargelegten Meinung. Mittels Projektion und Übertragung kann bereits die Unterhaltung über ein zu weiches Frühstücksei im Streit enden. (Genauso gibt es aber auch positive Übertragungen und Projektionen, dann kommt es zu Verherrlichung und Idealisierung wie zum Beispiel in der Verliebtheit.)
Das Ende vom Streit beginnt in der Heilung des Schmerzes. Jeder heilt sich selbst, indem er sich immer mehr lieben lernt. So ist für alle gesorgt. Je mehr ich mir meiner selbst und der Berechtigung meines Daseins gewiss bin, desto weniger muss ich die, die mir weh taten (also alten Schmerz auslösten) bekämpfen oder umerziehen (dies stellt einen Versuch dar, ihr jeweiliges Sein zu kontrollieren, also zu unterdrücken!). Dann kann ich sie lassen, wie sie sind. Indem ich mir Liebe schenke, anstatt sie (autoritär bis totalitär) von anderen zu fordern, übernehme ich Verantwortung für mich sich selbst. Auf diese Weise werden wir alle freier. Indem ich bei mir bleibe und mich meiner Gefühle annehme, geschieht ein absichtsloser Beitrag zum Frieden.
In solcher Zurücknahme von persönlichen Projektionen und Übertragungen lässt sich das Prinzip der Schöpferkraft beschreiben: In der äußeren Welt manifestiert sich das Geschehen meiner inneren Welt. Ob ich das nun psychologisch oder spirituell ausdrücke, ist gehupft wie gesprungen. Mir geht es hier um das Aufzeigen der inhaltlichen Entsprechung. Der Weg zum Weltfrieden führt nicht an der eigenen Persönlichkeit vorbei, sondern manifestiert sich schrittweise durch Arbeit an sich selbst. Insofern ist es für mich kein Quatsch, sondern anteilig erfahrene Realität: Der Frieden auf Erden beginnt als Friede in uns selbst.
Simone Meller
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Posted on 27 Oktober 2010.
Schöpferkraft hat ihren Ursprung in der Fähigkeit zur Unterscheidung. Jahrzehnte bevor ich das so formulieren konnte, begann sich allein durch Unterscheidungsfähigkeit mein Leben zu verändern. Einfach indem ich in jeder Situation neu zwischen Wohl und Leid zu unterscheiden lernte, also zwischen…
… meinem Widerstand gegen das, was mir nicht entspricht (Selbstfürsorge/Wohl) und
meinem Widerstand gegen das, was mir entspricht (Selbstsabotage/Leid).
… meiner Lust auf das, was mir entspricht (Ausrichtung auf Fülle/Wohl) und
meiner Lust auf das, was mir nicht entspricht (Ausrichtung auf Mangel/Leid).
Die Schwierigkeit liegt dabei nicht in der gegenständlichen Unterscheidung von Wohl und Leid, sondern in der Formulierung “was mir (nicht) entspricht”. Was mir gestern noch entsprochen hat (wahres Selbst), kann bereits heute unstimmig (falsches Selbst) und in neuer Form morgen wieder stimmig sein. Denn ich befinde mich im beständigen Wandel. Es gibt also keine harten Kriterien für die Unterscheidung, sondern das einzige, was mir hilft, ist so etwas wie ein Spürbewusstsein. Ich kann spüren, was meinem Wohl dient und was nicht. Ich unterteile meine Realität nicht per se in positive und negative Energie, denn es steht und fällt jeweils neu mit meiner Reife und Schwingung, welche Energie für mich positiv (hebend) oder negativ (senkend) sind.
Ich begleite Menschen beim Üben dieser Unterscheidungen und damit beim Entdecken ihrer Schöpferkraft. Solange sie nicht situationsbezogen zwischen Wohl und Leid unterscheiden können, entscheiden sie sich mehr oder weniger für ihre bisherige Gewohnheiten und sind frustriert, dass es mit ihrer Schöpferkraft anscheinend nicht so weit her ist. Dabei wenden sie fortlaufend ihrer Schöpferkraft an! Nur kann nichts Neues entstehen, solange die (unbewussten) Entscheidungsmuster fortgeführt werden.
Ob mal jemand ausgerechnet hat, wieviele Entscheidungen wir täglich treffen? Wieviel Prozent unserer Entscheidungen sind stimmig und wieviele unstimmig? Was bedeutet das für unser persönliches Resonanzfeld? Wir ziehen solche Menschen und Situationen an, in denen wir uns optimal spiegeln können. Wir erkennen uns im Spiegel, indem wir auf die in uns entstehednen Gefühle achten und liebevoll mit ihnen sind.
Mein Weg der Heilung und Entfaltung bestand in einer Veränderung meiner Entscheidungsgewohnheiten (s. Nein-Sagen). Ich lernte, mich immer öfter für mein stimmiges Wohl zu entscheiden. Dieses Prinzip nenne ich Selbstverwirklichung. Ich übe die Anwendung dieses einfachen Prinzips in allen Lebensbereichen. Dadurch hat sich mein Dasein grundlegend gewandelt und es wandelt sich weiterhin. Wie viele andere Menschen auch hatte ich eine schwierige Biografie. Doch verdanke ich ihr die Erfahrung meiner Schöpferkraft. Denn ohne das erfahrene Leid könnte ich das Leben in Wohligkeit nicht schätzen, vermöchte ich das Stimmige nicht vom Umstimmigen zu unterscheiden.
Nur dort, wo wir unterscheiden können, werden wir fähig zur bewussten Entscheidung. Wir treffen auf Scheidewege – Tag für Tag, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde. Wir verfeinern unsere Fähigkeit zur bewussten Anwendung von Schöpferkraft, während uns Alles-was-ist beständig den Spiegel vorhält. Aber auch hier unterscheiden wieder wir, was wir darin sehen und was eben (noch) nicht. Wir sind frei. Wir dürfen wählen. Und jederzeit sind wir der Liebe wert – unabhängig davon, was wir wählen. Nie sind wir nicht auf unserem Weg.
Simone Meller
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Posted on 14 September 2010.
Viele gute Ideen und Projekte werden im Unternehmen durch die bestehende Kultur ausgebremst. Das ist nicht ungewöhnlich. Denn dieses sozialpsychologische Phänomen ist überall zu beobachten, wo sich Menschen in Gruppen zusammenfinden und ein unterschwelliges Übereinkommen etnsteht, was im Gruppenkontext wünschenswert ist und was nicht. Diese unsichtbaren Gesetze kann man recht schnell greifen, wenn man sich fragt: Was muss ich hier tun, um anzukommen und Ansehen zu gewinnen? Was muss ich hier tun, um ins Fettnäpfchen zu treten oder es mir zu verscherzen? Gerne frage ich meine Kunden auch ganz klassisch: “Wenn morgen eine Freundin oder ein Freund von Ihnen hier im Unternehmen neu anfangen würde, welche Tipps bezüglich Kleidung, Verhalten, Sprache etc. würden Sie ihr/ihm geben? Über welche dieser Kriterien sind Sie hier und jetzt bereit zu sprechen und über welche nicht? Warum ist das so?”
Im Coaching erfahre ich die Unternehmenskultur indirekt, nämlich wenn sich das Gesicht meines Kunden nach einem Aha-Erlebnis plötzlich verdunkelt und er sagt “Das funktioniert bei uns eh nicht”. Wenn ich Prozesse im Unternehmen moderiere oder einen Vortrag halte, erlebe ich den Tabubruch meinerseits entweder durch atemlos gespannte Stille oder durch eine sich zerstreuende Aufmerksamkeit. Während ich in der Spannung noch im Rennen bin, weil ich durch mein Tun die unausgesprochene Frage beantworte, ob ich – bildlich gesprochen – das aufgemachte Fass auch halten kann, warnt mich die Aufmerksamkeitsflucht, dass ich Menschen abgehängt habe. Im ersten Fall mache ich vergnügt weiter (denn das ist mein Job!) und im zweiten Fall halte ich inne, eruiere Widerstände und Zweifel, überprüfe meine Wahrnehmungen und Hypothesen und einige mich gemeinsam mit der Gruppe auf ein weiteres Vorgehen.
Sehr oft höre ich also von meinen Kundinnen: „Aber das können wir doch nicht machen…“ Und genau an dieser Stelle kommt meine Dienstleistung ins Spiel. (Wohl gemerkt, wir reden hier nicht davon, morgen als Mann im Schottenrock zur Arbeit zu gehen, sondern davon, Arbeitsabläufe konstruktiv zu verändern und Projekte innovativ aufzuziehen.) Ich kokettiere damit, eine Tabu-Brecherin zu sein. Gewissermaßen entspricht dies den Tatsachen, wenn ich auch nicht brachial vorgehe, sondern Brücken zu neuen Sicht- und Handlungsweisen baue. Ich baue Brücken von der bestehenden Unternehmenskultur zu einem Weg des Herzens in der Wirtschaft. Das Herz steht hierbei als Symbol für die harmonische Vereinigung von Verstand, Intuition und Gefühl.
Ich arbeite mit femininer Energie – also spürig, sensitiv, Zusammenhänge erkennend – und mit maskuliner Energie – indem ich mit meiner Wahrnehmung konfrontiere, hartnäckig bleibe und mich nicht abschütteln lasse. Das, worüber meine Kundinnen und Kunden am liebsten nicht sprechen würden, ist genau das Thema, um das es geht. Mit einer Mischung aus Sanftheit und Festigkeit gelingt die Bearbeitung.
Man kann alles machen, wenn es in liebevoller Absicht und mit Respekt vor anderen Menschen geschieht. Dann kann man auch die ungewöhnlichsten Dinge bringen. Dazu ermutige und inspiriere ich andere. Bin ich im Unternehmen engagiert, kann ich es ein Stück weit vorleben und gemeinsam mit den Anwesenden etablieren. Meinen Coachees kann ich nur helfen, indem wir die zugehörigen Selbstblockaden in der Tiefe ihrer Seele auflösen. Dies geschieht bei entsprechender Bereitschaft leicht innerhalb weniger Sitzungen und führt zu veränderten Resonanzen (nicht nur) im Arbeitskontext.
Alles was wir tun, steht und fällt damit, aus welcher Haltung heraus wir es tun. Wer sich zum Beispiel nicht traut, der Chefin oder dem Kunden konstruktiv zu widersprechen (um nur zwei von vielen möglichen Abhängigkeitsbeziehungen zu nennen), weil er in sich den Glaubenssatz trägt, “dass man das nicht tut”, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bestätigendes Erlebnis (self fullfilling prophecy) haben. Genauso diejenige, die zwar um diesen Glaubenssatz weiß, jedoch untransformiert nach dem Motto “Augen zu und durch” handelt. Wer jedoch wahrhaftig davon überzeugt ist, dass sich Leistungsmotivation bzw. Kundenorientierung durchaus mit inspirierendem Widerspruchsgeist vertragen und dies mit jeder Pore seines Körpers ausstrahlt, wird gerade damit Erfolg haben, dass er anders ist als man gemeinhin erwartet. Und zwar nicht, weil es eine erstrebenswerte Charaktereigenschaft wäre, partout immer anders zu sein, sondern weil das Neue, das den Fortschritt bringt, am Anfang immer ein bisschen fremd ist.
Schon immer ist es das Fremde gewesen, das verunsichert. Deshalb bedürfen wir einer inneren Festigkeit und einer für Einwände offen bleibenden Überzeugung, wenn wir dem anderen unsere neue – fremde – Idee zumuten. Brauchen wir seine Anerkennung und Bestätigung, stehen unsere Chancen schlecht, mit der Idee zu überzeugen. Sind wir davon jedoch unabhängig, weil wir in uns selbst ruhen, leben wir das, was ich echtes Leadership nenne. Nämlich die Fähigkeit ohne Anwendung hierarchischer Macht Menschen zu neuen Möglichkeiten und Erfahrungen zu führen. Einfach durch das kraft- und damit machtvolle Leben der eigenen Präsenz. Genau das braucht unsere Wirtschaft jetzt mehr denn je – von ihren Führungskräften sowieso und gerade auch von der operativ tragenden Basis, die durch ihren anderen Blickwinkel neue Sichtweise eröffnen kann. Jedes Tabu, das sanft berührt und entschlossen überwunden wird, bringt uns nach vorn. Jedes Tabu ist nichts weiter als ein altes Gewohnheitsmuster. Leadership verändert dieses Muster durch die Kraft von Menschen, die vorangehen und Wachstum stimulieren. Immer haben sie Erfolg, auch wenn das oft erst lange Zeit später gesehen wird. Wie gut, dass wahres Leadership von dieser Anerkennung unabhängig ist!
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