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Zwischen Mut und Demut fließt mein Leben


272918_R_K_by_Carsten-Przygoda_pixelio.deDemut und Demütigung – das können viele Menschen nicht auseinander halten. Schon länger wollte ich darüber schreiben, zuletzt gedacht gestern, als ich über die Hingabe an das Feuer geschrieben habe. Eben las ich auf Matthias Kreis Blog, dass er das Thema aus seiner Perspektive am Wickel hat. Er schreibt, dass Hingabe persönliche Entwicklung ermöglicht und leichter fällt, wenn man sich klar macht, dass es um Hingabe an eine Wachstumshierarchie und nicht um Unterordnung in einer Machthierarchie geht.

Ich finde, mit dieser von Ken Wilber eingeführten Hierarchie-Unterscheidung lassen sich Demut und Demütigung wunderbar differenzieren. “Nach unten treten, nach oben buckeln”, das beschreibt die Radfahrermentalität, eine Kultur der Demütigung, die noch in vielen Unternehmen und Familien vorherrscht. Zahlreiche Religionen und esoterische Kreise, aber auch Schulen und Universitäten sind durch Unterwerfungsrituale geprägt.

Demut hingegen hat mit beseeltem Dienen zu tun. Ich diene meinem höheren Selbst, d.h. immer wieder löse ich, worum sich meine menschliche Hand ängstlich krallt. Auch in meiner Arbeit mit anderen Menschen nehme ich eine demütige Haltung vor den Bewegungen der anderen Seele ein. Ich kenne nicht den richtigen Weg des jeweiligen Menschen, des Teams, des Unternehmens. Aber ich bin gut darin, den Bewegungen der Seele den Weg freizuräumen. Demut bedeutet auch, mich nicht als Heilerin oder spirituelle Lehrerin zu bezeichnen, weil Heilung und spirituelles Lernen immer von innen heraus, in der achtsamen Stille geschieht. Ich kann der Heilung und Entfaltung anderer dienen und mich auf eine demütige Haltung besinnen, wenn diese Bewegungen anders ausssehen als gedacht.

Unsere psychotherapeutischen Praxen sind voll mit Menschen, die durch demütigende Erfahrungen geprägt wurden. Matthias schreibt, dass Hingabe verpönt sei, da sie oft mit Machtaufgabe gleichgestellt werde. Ich beobachte ebenfalls, dass Menschen, die allergisch darauf reagieren, wenn ich von Demut spreche, sich im Grunde nur von der Demütigung abgrenzen wollen. Das kann ich gut verstehen. Gleichzeitig sind das oft aber auch die Menschen, die sich in beruflichen und privaten Beziehungen weiterhin bis zur Selbstaufgabe opfern (z.B. weit über Ihre Grenzen hinaus Überstunden leisten oder in der Partnerschaft Konflikten aus dem Weg gehen). Immer sind hier Verlustängste am Werk nach dem Motto “Wenn ich bin, wie ich bin, verliere ich den Job, meinen Partner etc. und dann bin ich allein.”). Damit ist der Wirkmechanismus einer Machthierarchie beschrieben. Wer als Kind oft genug für Außerungen seines wahren Selbst bestraft (gedemütigt) wurde, verhält sich auch als Erwachsener entsprechend unterwürfig.

Bei tieferer Betrachtung ist das Problem also kein Mangel an Hingabe, sondern ein Zuviel im Sinne einer Selbstaufgabe. Nur wer bei sich bleiben und “Nein” sagen kann, vermag sich hinzugeben. Denn nur dann läuft er nicht Gefahr, sich in diesem Prozess zu verlieren. “Das Nein in der Liebe” von Peter Schellenbaum beschreibt wundervoll, wie Hingabe und wahre Nähe erst durch die Fähigkeit zur Abgrenzung möglich wird. Sein Buch zählt für mich zu den Top Five der wichtigsten Bücher meines Lebens.

Im Bild der Rose lässt sich das veranschaulichen. Die Rose gibt sich hin, verströmt sich mit ihrer Schönheit, ihrem Duft, ihrer Anmut… Mit ihren Dornen schützt sie sich, bleibt bei sich, zieht Grenzen. Wer zu verzeihen versucht, bevor er seine Wut gespürt und konstruktiv gelebt hat, wird nicht weit kommen. Wer seinen Nächsten mehr liebt als sich selbst, wird hängen bleiben. Wer sich hingibt, ohne bei sich selbst zu sein, wird sich verlieren.

In jeder Therapie und allen Lebensberatungszenen, die ich kennengelernt habe, gibt es irgendwann im Prozess eine Tendenz zum Normativen: Das Ziel (Verzeihen, Hingabe, bedingungslose Liebe etc.) wurde kognitiv erkannt, als richtig bewertet und fortan zur Unterdrückung der ungeliebten, aber sich immer wieder aufdrängenden Impulse (Angst, Wut, Hass, Neid, Egoismus etc.) benutzt. Dadurch wird Entwicklung zwar nicht ver-, aber behindert. Heilung ist wie Wasser (*seufz* trotz sanitärer Baustelle :-) ) und findet ihren Weg, z.B. durch herausfordernde Lebenskonstellationen, die in Resonanz zum verdrängten Schatten stehen (Spiegelprinzip).

Anders als Matthias verstehe ich Hingabe nicht als Hingabe an den nächstHÖHEREN Entwicklungsschritt, sondern als Hingabe an das, was ist. Wenn ich Angst habe, WEISS ich zwar, dass dies ein illusionärer Zustand von Trennung, von Nicht-Liebe ist, aber ich kann diesen Zustand nicht überspringen. Aber ich kann mich ihm hingeben, indem ich ihn lebe. Das hat mit Loslassen zu tun. Die Vorstellung loszulassen, dass ich keine Angst haben darf, weil ich ja weiß, dass ich keine Angst zu haben brauche.

Angst schwingt niedriger als Liebe, aber meine Angst von heute schwingt höher als meine Angst von gestern. Insofern stimme ich mit Matthias überein, dass es um den nächstHÖHEREN Entwicklungsschritt geht :-) .

Ich kann mich aber ebenfalls einem Menschen, der Natur, einem Tanz, einem Buch, dem Zubereiten einer Mahlzeit etc. hingeben. Das hat auch etwas mit Selbstvergessenheit und Flow zu tun.

Demut oder die Energie des “Surrender”-Lieds hat noch eine andere Qualität. Es bedeutet, dass mein menschliches Selbst seine Grenzen anerkennt, seinen zugewiesenen (vom höheren Selbst gewählten) Platz einnimmt und sich bei aller Größe und Wertigkeit bewusst wird, dass es “nur” Sternenstaub, ein göttlicher Funken aus dem großen Ganzen ist.

So gebe ich mich wechselnd hin. Mal ist es eine Hingabe an meine Größe (wenn es gelingt: Leuchten ohne Selbstüberhöhung), mal ist es eine Hingabe an meine Kleinheit und Beschränktheit im unglaublich phantastischen Kosmos (wenn es gelingt: Demut ohne Erniedrigung). Beides ist immer eine Gratwanderung, die stets neu auszubalancieren ist.

Die Hingabe an das eigene Licht erfordert Mut (Transformieren der Angst vor dem Göttlichen in uns), die Hingabe an den eigenen Schatten erfordert Demut (Transformieren der Angst vor dem Menschlichen in uns). In beiden Fällen gebe ich Kontrolle auf. Ich gebe mich dem Fluss meines Lebens hin. Zwischen Mut und Demut fließt mein Leben. Als göttliches Wesen erfahre ich mich in menschlicher Polarität – aufgespannt zwischen Mut und Demut.

Simone Meller
Foto: pixelio, Carsten Przygoda

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Ein wahrer Traum von Frau und Mann


338675_R_by_Bernd-Wachtmeister_pixelio.deIch träume seit jeher luzide. Luzides Träumen oder Klarträumen bedeutet, dass man beim Träumen merkt, dass man träumt. Im Labor wird dies zum Beispiel dadurch nachgewiesen, dass die träumende Versuchsperson leicht den Zeigefinger hebt. Für Menschen, die sich morgens nicht einmal an ihre Träume erinnern können, mag das unvorstellbar sein. Sie zweifeln daran, ob sie überhaupt träumen. Diesen Zweifel kann ich leicht zerstreuen, jeder Mensch träumt nachts. Anderenfalls würde er erschöpfen und erkranken. Das weiß man aus Experimenten im Schlaflabor, in denen man Versuchspersonen immer dann weckte, wenn sie zu träumen begannen (an EEG und Augenbewegungen erkennbar). Träumen ist lebenswichtig. Warum das allerdings so ist, darüber gehen die Fachmeinungen erheblich auseinander.

Ich deute dieses Faktum so, dass nachts ein besonders nährender Kontakt zur Seele besteht. (Meine These geht noch wesentlich weiter, nämlich dass wir nachts u.a. auf Seelenebene untereinander Absprachen über weitere Lebenswege treffen. Aber das würde jetzt in diesem Beitrag zu weit führen.) Ich komme zu dieser Aussage aufgrund meiner langjährigen Beschäftigung mit meinen eigenen Träumen.

Träume helfen beim Verarbeiten von Lebensereignissen, spülen Konflikte hoch, liefern Lösungen oder weisen humorvoll daraufhin, dass das Problem doch nicht so schlimm oder sogar längst gelöst ist. Bilder, die meine Seele mir schickt, berühren mich inniglich, weil ich mich durch sie in meiner tiefsten Tiefe verstanden und auf meinem Weg bestärkt fühle.

Viele meiner Träume sind Wahrträume. Das kann bedeuten, dass ich mich am nächsten Morgen nur wundern kann und erst drei Wochen später beim Eintritt eines neues Lebensereignisses plötzlich den Traum dekodiere und ihn BRAUCHE, um meinen nächsten Schritt tun zu können. Bildlich gesprochen sind solche Träume wie ein formloser Schlüssel, der erst in dem Moment Form annimmt, wenn ich vor der richtigen Tür stehe.

Tröstende Kraft durch transzendente Botschaften

Manchmal haben solche Träume auch ein enorm tröstende Kraft. Ich erinnere, wie ich einst in einen Sarg gelegt wurde. Über mich senkte sich der Sargdeckel und eine geschlechtsneutrale Stimme sagte sanft: “Es wird sich anfühlen, als ob du stirbst.” Ich wachte auf – und rätselte. Es folgten weitere Träume mit merkwürdigem Ausgang. Wochen später passierte es. Es trat ein Lebensereignis ein, das mich zutiefst erschütterte und so sehr schmerzte, dass ich dachte, daran sterben zu müssen. In dem Moment erinnerte ich mich an den Traum (“Es wird sich anfühlen, als ob du stirbst”) und fiel in die tröstende Umarmung des Himmels, der mir in weiser Vorausschau alles Wesentliche vorausgesagt hatte, damit ich in dieser akuten Phase sicher sein konnte: “So schlimm es sich auch anfühlt, ich bin auf dem richtigen Weg. Auf meinem Weg.”

In den autobiographisch geprägten Büchern der amerikanischen Psychiaterin Judith Orloff habe ich ähnliche Berichte gefunden. Für sie ist die Geschlechtsneutralität einer Stimme zumeist Anzeichen für eine transzendente Botschaft (im Unterschied zur Trauminszenierung von inneren Konflikten durch verschiedene Rollenspieler mit Gesicht). Meine Seele scheut aber auch nicht vor personenbezogenen, handfesten, fast komisch anmutenden Bildern zurück, um mir ihre Nachrichten auf einfachste Weise zu vermitteln. Auch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Während ich und viele praktizierende Therapeut/innen und Lebensberater/innen also von einem nächtlichen, hochgradig nährenden Kontakt zur Seele ausgehen, vertritt die akademische Mainstreampsychologie die Hypothese, dass das alles reine Phantasie ist. Die Bilder werden weder als Symbole und Archetypen noch als individuelle Botschaften gedeutet, sondern als Abreaktionen des Gehirns verstanden. Das Gehirn wird als höchste Instanz gesehen und gilt als biologisches Korrelat unseres Bewusstseins. Immerhin kann man es anfassen (natürlich nur bei Schädelöffnung) und fotografieren (bildgebende Verfahren) und durch Substanzen manipulieren (Medikamente, Drogen).

Nächtliche Dialoge zwischen menschlichem und höheren Selbst

Beim Klarträumen verändert sich die Aktivität im Stammhirn, was im psychologischen Mainstream gedeutet wird als “Ein Teil des Gehirns wacht auf, der Rest schläft weiter”. Jüngste Forschungen weisen darauf hin, dass sich luzides Träumen trainieren lässt, was als bedeutsam für Alpträume angesehen wird und möglicherweise auch für die Behandlung von Psychosen. In dieser Sicht wird die Unterscheidung zwischen “Traum”, “wahr” und “Wahn” auf eine rein kognitive Fertigkeit reduziert, die bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger ausgeprägt ist. Als ob Menschen mit Wahnvorstellungen einen Defekt haben. Ich schaue lieber, wofür das Symptom Wahn steht, welch lang verdrängter Schatten da ins Licht drängt.

Meine Vermutung ist übrigens, dass jeder Mensch luzide träumen kann. Dies setzt einen ähnlichen Bewusstseinsentwicklungsprozess voraus wie das Erinnern von Träumen. Das, was im Mainstream als Träumen und Klarträumen unterschieden wird, erlebe ich als Dialoge zwischen menschlichem und höherem Selbst. Etwas Neues will einströmen, das Alte beboachtet es und kommentiert es auf bisherigem Bewusstseinsniveau, manchmal wird daraus auch Kritik oder Abwehr. Als Vergleich fallen mir die Systemupdates beim Computer ein. Manche schnurren einfach durch und bei anderen zickt das System.

Wenn mein System Zicken macht, wache ich mit sehr schmerzhaften Muskelverspannungen auf, was ein Zeichen für das Festhalten von Energie ist. Besonders heftig habe ich dies in der Nacht zum 09.08.09 erlebt, als die letzte Etappe meines 9jährigen Wachstums- und Entfaltungsprozesses eingeleitet wurde, die am 09.09.09 enden sollte (über datierte Punktlandungen zu schreiben, wäre sicher auch mal lohnenswert). Jene Nacht war ein steter Wechsel von Schlafen und Wachen, von Krampfen und Atmen, von Kämpfen und Loslassen. Immer wenn ich vor Schmerz aufwachte, hörte ich es in mir singen “Lass es gehen… in Liebe weiterziehen…”. Also von dieser Nacht hätte mich die EEG-Auswertung auch brennend interessiert ;-) !

331227_R_B_by_Dieter-Schütz_pixelio.deEine Vollendung – ohne Perfektion

Solche Erfahrungen, meinen eigenen Widerstand (Angst!) gegen wundervolle Systemupdates (wachsendes Einheits- bewusstsein!) zu spüren, haben mich im Laufe der Jahre sehr weich werden lassen.

Sie ermöglichen mir in meiner Arbeit ein geduldiges und verständnisvolles Mitgefühl, wenn ich Zeugin werde, wie mein Gegenüber qualvoll auf der Stelle tritt, das Neue herbeisehnt und zugleich voller Angst davor alle Energiekanäle verschließt. Meine unermüdliche Hoffnung speist sich aus meinem eigenen Heilungs- und Selbstverwirklichungsprozess.

Meine größten Brocken sind gelöst, so dass ich nun in meiner vollen Kraft stehe und befreit auf meinem Weg voranschreiten kann. Natürlich endet meine Entwicklung nicht nach der jüngst überschrittenen Schwelle. Wie kann ich es beschreiben? Es fühlt sich an, als ob ich voll und ganz bei mir angekommen bin, als ob ich laut und deutlich “Nein zu allem Leid” und “bedingungslos Ja zu Simone” gesagt habe. Es fühlt sich an wie ein qualitativer Ebenenwechsel. Ich habe in den letzten 9 Jahren unzählige Häutungsprozesse durchlaufen und eine Transformation nach der anderen erlebt. DAS hier fühlt sich anders an, es ist wie das Zusammenlaufen aller bisheriger Entwicklungsstränge in einem Höhepunkt. Ich fühle eine Vollendung – ohne damit Perfektion zu meinen.

Hätte mir vor 9 Jahren jemand gesagt, was alles passieren würde und wo ich in Zukunft einmal stehen sollte, ich hätte nur abwinkend gelacht und mich gewundert, was es für komische Leute gibt. Selbst vor 4 Jahren noch, als auch auf bewusster Ebene eine Rückverbindung zur Quelle einsetzte, hatte ich nur vage Vorahnungen. Heute erinnere ich mich lächelnd an einen Traum aus jener Zeit, in dem eine lange Reise mit einem wunderschönen Gefühl von “Wiedervereinigung” (so hieß das Bild) endete. Heute weiß ich, dass diese Szene die Hochzeit mit meiner Seele meinte, die harmonische Vereinigung mit Anima und Animus, mit Yin und Yang, mit femininer und maskuliner Energie. In einem steten Wechseltanz entwickelten sich meine innere Frau und mein innerer Mann zu ihrer jeweils vollen Kraft und sind mittlerweile gemeinsam ein erlöstes Liebespaar.

Ein Traum im Sommer diesen Jahres kurz vor meinem Geburtstag bestätigte mir dies: Ich fuhr in einem Zug in Richtung Italien, in den aus Versehen eine männliche (und von früher sehr vertraute) Person mit eingestiegen war, die mich eigentlich nur bis zum Bahnhof hätte bringen sollen. Ich sagte dem Schaffner (einem Mann!) Bescheid und tatsächlich hält die Lokführerin (eine Frau!) auf offener Strecke an, so dass die Person (Symbol für eine alt-energetisches Konzept, in dem die maskuline Energie die feminine Energie unterdrückt) sang- und klanglos aussteigen konnte. Beim Aufwachen schmunzelte ich über dieses treffende Bild: Meine innere Frau (Intuition) führt, weil nur sie weiß, wo der Weg lang geht (Lokführerin), mein innerer Mann ist ihr mit voller Kraft liebevoll zu Diensten (Schaffner).

Grenzenlose Fülle als Geschenk der Neuen Energie

In einem glücklichen Leben (Italien-Symbol) – egal ob wir dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehören – führt die innere Frau und führt damit den inneren Mann einer neuen Bestimmung zu. Beide sind happy! Damit ist ein Paradigmenwechsel beschrieben, nämlich der Übergang von der Alten in die Neue Energie. Diesen Wandel vollziehen immer mehr Menschen (Zeitenwende), jeder in seinem Tempo und auf seine individuelle Weise. Kürzer und einfacher drücke ich es in meiner Arbeit gerne so aus: In einem glücklichen Leben führt das Herz, dem all unsere Kräfte folgen. Daraus erwächst eine nie zuvor dagewesene Mächtigkeit, die – und das ist das Wunderbare – auf Liebe ausgerichtet ist. Nicht mehr der Kampf um Macht bestimmt dann das Leben, sondern eine Fülle, die keine Grenzen mehr kennt.

Übrigens: Die aus dem Zug gestiegene Person (aus Frankfurt) hat an meinem Geburtstag nicht angerufen. Ich verstand es nicht, bis ich mich an meinen Traum erinnerte. Dem wahr gewordenen Traum von Frau und Mann.

William Shakespeare sagte einst:

“Es gibt viel mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als sich unsere Weisheit träumen läßt.”

Ich finde, er hat recht.

Simone Meller
Fotos: Pixelio, Bernd Wachtmeister, Dieter Schütz

* * *

Nachbemerkung zur Veranschaulichung der Teamarbeit von Lokführerin und Schaffner:

Meine Pläne für diesen Nachmittag und Abend waren andere. Aber es zog mich unwiderstehlich zu diesem Artikel hin. Alles andere hatte zu warten. Während ich schrieb, fielen mir meine Postings der letzten Tage ein. Um diese Bezüge für mich persönlich festzuhalten, habe ich eben all diese Links nachträglich eingefügt. Ich konnte daran erkennen, wie mich die Lokführerin durch das 09-09-09-Tor gezogen hat und der Schaffner an den verschiedenen Stationen stets eine kleine Dokumentations-Marke setzte. Mehr war bei der Geschwindigkeit und Ladung des Zuges nicht drin! Heute war Nachbearbeitung angesagt. Das hat viel Zeit und Kraft gekostet. Doch die Lokführerin hat nicht eher locker gelassen, bis der Schaffner seinen Zugebericht fertig getippt hatte. Und trotz aller Mühe und Überstunden hat er es gerne für sie getan. Weil er weiß, dass er durch jeden Schritt, den er für sie tut, glücklicher wird. Deshalb kann sich die Lokführerin zu 100% auf ihn verlassen und unbeschwert zu JEDEM Ziel aufbrechen, dessen Ruf sie vernimmt. Das macht auch sie noch glücklicher. Aus beider Glück entsteht sagenhafte Fülle – in Leichtigkeit.

Ich glaube, jetzt bin ich fertig.

Der Schaffner hält inne und schaut hinüber zur Lokführerin. Beide atmen tief durch, spüren ihre neueste gemeinsame Schöpfung, ein Kind der Liebe. Lächeln sich an. Sie nickt. Da steht er auf und bittet sie zum Tanz. Es erklingen die Takte von “Oh Königin, wie eine Feder”. Überglücklich wirbeln sie durch Zeit und Raum. Sterne werfend.

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