Posted on 30 November 2010. Tags: Abschied, absichtslos, Affirmation, Allgegenwart, Anerkennung, Angst, Annahme, Arbeit, Aufrichtigkeit, Ausdehnung, bedingungslos, Begegnung, Bestimmung, Bewusstsein, Danke, Dienen, Dunkelheit, Einheit, Erfahrung, Erkenntnis, Erlösung, Essenz, Form, Freiheit, Frieden, Fülle, Geld, Gewahrsein, Herz, Inkarnation, Inspiration, Kampf, Konkurrenz, Konsequenz, Kraft, leicht, Leid, Leistung, Liebe, Loslassen, Lust, Mangel, Menschenspiel, Name, Paradox, Peristaltik, Point of no Return, Polarität, Priorität, Prokrastination, Resonanz, Schatten, Schmerz, Selbstbehauptung, Spiegelung, Spiritualität, Stimmigkeit, Systemimmanenz, Tod, Transformation, Vertrauen, vollkommen, Wahrheit, Wandel, Weite, Widerspruch, Wirtschaft, Wohl
Mangels Liebe nach Anerkennung streben
Konkurrenz kann nur dort bestehen, wo noch kein Bewusstsein über die Vollkommenheit eines jeden existiert. Konkurrenz endet dort, wo solches Bewusstsein von Volllkommenheit die Führung übernimmt. In diesem Bewusstsein stirbt der Kampf um Anerkennung. Anerkennung war/ist ein mehr oder weniger hart zu erarbeitendes Surrogat für fehlende Liebe. Im Bewusstsein der Vollkommenheit ist klar, dass Liebe nicht durch Leistung gewonnen werden muss, ja dass im Wetteifern das Geschenk der allgegenwärtigen Liebe verpasst wird. Das Schöne daran ist für mich, dass dies nicht nur eine trockene Erkenntnis ist, sondern ich erfahren darf, wie sich dadurch mein Dasein fundamental verändert (hat). So vieles in meinem privaten und beruflichen Leben ist bereits leichter geworden. Und jeden Tag stoße ich mir den Kopf an übrigen Blockaden, von denen jede einzelne mich darauf hinweist, dass ich mich noch mehr von Liebe ernähren darf.
Ich meine das völlig praktisch. Denn ich übe das hier Gesagte am Umgang mit Geld. Ich verdiene mein Geld mit Liebe und ich gebe es in Liebe aus. Dadurch ist immer genug da. Ich erinnere mich an Zeiten des Mangels: Da verdiente ich mein Geld aus Angst vor Mangel mit unstimmigen Tätigkeiten. So war ich zeitlich und energetisch belegt für stimmige Aufgaben Ich hatte die Hände nicht frei und war oft erschöpft. Zudem hatte ich in der Angst vor Mangel Schwierigkeiten, mir von meinem Geld das zu gönnen, was mein Wohl befördert und mir in der daraus erwachsenen Stärke herzensaufrichtiges Arbeiten erleichtert hätte.
Zuerst motivierte mich mein Leid, später meine Unfähigkeit zu leiden
Der hier beschriebene Wandel war kein Umschaltprozess von einem Tag auf den anderen, sondern erstreckte sich über mehrere Jahre. Affirmationen haben mich zwar inspiriert, aber ich habe mit ihnen nicht mein wahres (Mangel-)Denken und Fühlen übertüncht. Das wäre Verdrängung und damit Vermehrung des Schattens gewesen. Ich habe meinen Mangel erlebt und gespürt, dass ich nicht mehr leiden will. So war mein Leid gewissermaßen meine spirituelle Peristaltik, die mich Stück für Stück nach vorne schob. Es war Transformation von einem Tag zum nächsten und zum nächsten und zum nächsten. Und wie bereits gesagt, die Transformation hält weiterhin an. Je weiter ich komme, desto mehr entdecke ich von dem, was mein Leben nicht berühren würde, säße ich noch innerhalb meiner alten Sicherheitszäune. Viele meiner neuen Ängste kann ich nur spüren, weil ich überhaupt erst zu dieser Weite vorgedrungen bin, in der sie auftauchen, um erlöst zu werden.
Dieses Prinzip der Transformation (bzw. Selbsterlösung) mache ich seit 10 Jahren auf verschiedenen Wegen transparent, im Privaten wie im Beruflichen. Es ist kein Geheimnis, sondern etwas, was jeder jederzeit tun kann, nämlich sein Ungeliebtes ins Licht lassen und dem Wandel durch bedingungslos annehmende Liebe zu vertrauen. Es ist also mehr Sein als Tun, dennoch bedarf es eines Entschlusses dazu. Oft wurde ich nicht verstanden (“Und das funktioniert??”), und ich verstand nicht die Schwierigkeit derjenigen, die in ihren Blockaden stecken blieben. Aus dieser konstruktiven Reibung entstand zum einen wachsende Klarheit über das, was ich tat, und wie ich andere durch gemeinsam Erfahrung unterstützen konnte. Zum anderen gelangte ich zur Erkenntnis, dass ich in der Anwendung des Transformationsprinzip oft nur konsequenter war als mein Umfeld. Ich setze meine Prioritäten einfach anders! Zwar bin ich bis heute nicht frei von Trägheit, Ablenkung, Prokrastination etc., aber vergleichsweise intolerant in Bezug auf wahrgenommene Unstimmigkeiten und Schmerzen in meinem Leben. Es gibt einen Point of no Return, an dem ich nicht mehr anders kann, als mit dem Transformieren zu beginnen. Und je mehr Erlösung ich im Laufe der Jahre fand, desto leidensunfähiger wurde ich, desto früher stellte sich der Point of no Return ein. Warum sollte ich leiden, wenn ich doch in der Lage war meinen Schatten zu erlösen?
Den Weg zu Ende gehen
“Simone ist die, die den Weg zu Ende geht” heißt es zu meinem Namen für diese Inkarnation. Die darin zum Ausdruck gebrachte Konsequentheit trifft mein Fühlen: Ich bin nicht besser im Transformieren als andere, sondern ich kann nicht anders, als mein täglich neu daherkommendes Dunkles ins Herz zu nehmen. Das ist meine Bestimmung, der ich folge. Es gab Jahre, in denen mir der irdische Preis dafür teuer erschien: Denn immer wieder hatte ich Menschen loszulassen, die sich aus ihrer eigenen Bestimmung heraus an meiner Konsequenz stießen und an der nächsten Kreuzung eine andere Richung als ich wählten. Im Loslassen all dieser Menschen lernte ich, wie sehr bedingungslose Liebe frei gibt, was längst frei ist. Je öfter ich den Zyklus von Begegnung und Abschied durchlief, desto mehr begriff ich, dass ich nicht teuer bezahlte, sondern im Gegenteil das schier Phantastische empfing: Nämlich voll und ganz meiner Bestimmung folgen, aus Herzenslust mich selbst leben zu dürfen und dabei immer von perfekt resonanten Menschen umgeben zu sein. Indem ich meine Vorstellung von äußerer Konstanz losließ, empfing ich innere Fülle, die sich nach außen auszudehnen begann. So verstand ich den Unterschied zwischen Essenz und Form. Der unaufhörliche Wandel der Formen klärte meinen Blick für die Essenz und lässt mein Leben bis heute immer zwangloser werden.
Nicht immer bin ich sofort einverstanden mit dem ständigen Wandel, manchmal strapaziert mich das Zerbrechen des Alten und das Ringen nach dem Neuen. Gelegentlich weiß ich in sozialen Situationen nicht zu antworten, nämlich wenn Struktur und Begriffe der Frage nicht mehr meinem Sein entsprechen. Ich lernte zu antworten, wie es mir entspricht und zwar systemimmanent, also in Struktur und Begrifflichkeit des Fragenden! Welch ein Paradox! Und welch ein Fortschritt: Denn war es mir einst, als nicht hinreichend geliebtes und um Anerkennung kämpfendes Wesen, unerträglich, falsch verstanden bzw. nicht gesehen zu werden, wie ich wirklich bin, gehört es heute zu meinem täglichen Dasein, kampflos die Verkennung zuzulassen, wie sie meinem Gegenüber eben dient. Er spiegelt sich in mir. Das kann ich ihm doch lassen und mir zugleich meiner selbst gewiss sein (s. herzoffene Unterscheidung). Ich erkannte, dass ich im Kampflosen (meine neue Spiegelung der einstigen “Verkennungs-”Situation) vielmehr die bin, ich wirklich bin, als im Kampf um die Anerkennung (alte Spiegelung) eines sowieso unkontrollierbaren Gegenübers. Damit diente jede schmerzliche Verkennung insofern auch mir, wie sie zu der hier geschilderten Entwicklung und Erkenntnis beitrug.
Vom Kampf zur friedfertigen Selbsttreue
Das einzige, was ich steuern kann, ist mein Bewusstsein. Und selbst dort bedarf es einer gewissen Absichtslosigkeit, die den Wandel der Formen erleichtert und vertrauensvoll nimmt, was gerade ist. Und dann wiederum, nach so viel Erkenntnis und Erlösung, gibt es die Momente, in denen es Selbstverrat wäre, nicht mit einer Klage aufzubegehren gegen das gefühlte Unrecht einer Behörde oder nicht zu beharren in einem Beziehungskonflikt auf der subjektiven Wahrheit. Doch geschieht auch solche Selbstbehauptung in dem Maße kampffreier, wie ich mir unseres dadurch zum Audruck gebrachten Spielzuges gewahr werde. Dann nehme ich meine Rolle an, ohne mich in ihr zu verheddern. Dann trete ich ein für mein Recht, ohne am Unrecht zu zerbrechen. Dann sage ich aufrichtig meine Meinung, ohne auf ihre Bestätigung angewiesen zu sein. Dann vertrete ich mich, wie ich aber auch mein Gegenüber vertreten könnte, und bleibe mir dennoch treu.
In dieser Selbsttreue bin ich nicht kämpferisch, sondern friedfertig. Doch werde ich das, was ich heute als “friedfertiger” erlebe, schon morgen als “noch kampfesbereit” bezeichnen. Denn so ist mein sich in der Polarität entwickelndes Leben: ein permanenter Widerspruch, an dem ich die Einheit von allem erfahren darf. Heute ist besser als gestern. Und morgen wird es besser als gestern sein. Aber jetzt ist es unverbesserlich vollkommen. So stehe ich weder in Konkurrenz mit mir selbst noch mit anderen. Denn immer gibt es genug Liebe hier und jetzt. Sofern ich diesen Schritt im Bewusstsein vollziehe. Wieder und wieder neu.
Text: Simone Meller | Fotos: Marco Wessels & Joujou, Pixelio
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Posted on 14 September 2010. Tags: Anerkennung, Arbeit, Brücken, Coaching, Energie, feminin & maskulin, fest, Fortschritt, Fremdheit, Führung, Gefühl, Gewohnheit, Glaubenssatz, Herz, Inspiration, Intuition, Kraft, Kundenorientierung, Leadership, Leistung, Liebe, Macht, Mitarbeiter, Motivation, Muster, Präsenz, Respekt, sanft, Tabu, Unternehmen, Unternehmensberatung, Unternehmenskultur, Veränderung, Verstand, Widerspruch, Widerspruchsgeist, Widerstand, Wirtschaft, Zukunft
Ideen scheitern oft an der Unternehmenskultur
Viele gute Ideen und Projekte werden im Unternehmen durch die bestehende Kultur ausgebremst. Das ist nicht ungewöhnlich. Denn dieses sozialpsychologische Phänomen ist überall zu beobachten, wo sich Menschen in Gruppen zusammenfinden und ein unterschwelliges Übereinkommen etnsteht, was im Gruppenkontext wünschenswert ist und was nicht. Diese unsichtbaren Gesetze kann man recht schnell greifen, wenn man sich fragt: Was muss ich hier tun, um anzukommen und Ansehen zu gewinnen? Was muss ich hier tun, um ins Fettnäpfchen zu treten oder es mir zu verscherzen? Gerne frage ich meine Kunden auch ganz klassisch: “Wenn morgen eine Freundin oder ein Freund von Ihnen hier im Unternehmen neu anfangen würde, welche Tipps bezüglich Kleidung, Verhalten, Sprache etc. würden Sie ihr/ihm geben? Über welche dieser Kriterien sind Sie hier und jetzt bereit zu sprechen und über welche nicht? Warum ist das so?”
“Das funktioniert bei uns eh nicht!”
Im Coaching erfahre ich die Unternehmenskultur indirekt, nämlich wenn sich das Gesicht meines Kunden nach einem Aha-Erlebnis plötzlich verdunkelt und er sagt “Das funktioniert bei uns eh nicht”. Wenn ich Prozesse im Unternehmen moderiere oder einen Vortrag halte, erlebe ich den Tabubruch meinerseits entweder durch atemlos gespannte Stille oder durch eine sich zerstreuende Aufmerksamkeit. Während ich in der Spannung noch im Rennen bin, weil ich durch mein Tun die unausgesprochene Frage beantworte, ob ich – bildlich gesprochen – das aufgemachte Fass auch halten kann, warnt mich die Aufmerksamkeitsflucht, dass ich Menschen abgehängt habe. Im ersten Fall mache ich vergnügt weiter (denn das ist mein Job!) und im zweiten Fall halte ich inne, eruiere Widerstände und Zweifel, überprüfe meine Wahrnehmungen und Hypothesen und einige mich gemeinsam mit der Gruppe auf ein weiteres Vorgehen.
Brücken bauen für eine neue Wirtschaft
Sehr oft höre ich also von meinen Kundinnen: „Aber das können wir doch nicht machen…“ Und genau an dieser Stelle kommt meine Dienstleistung ins Spiel. (Wohl gemerkt, wir reden hier nicht davon, morgen als Mann im Schottenrock zur Arbeit zu gehen, sondern davon, Arbeitsabläufe konstruktiv zu verändern und Projekte innovativ aufzuziehen.) Ich kokettiere damit, eine Tabu-Brecherin zu sein. Gewissermaßen entspricht dies den Tatsachen, wenn ich auch nicht brachial vorgehe, sondern Brücken zu neuen Sicht- und Handlungsweisen baue. Ich baue Brücken von der bestehenden Unternehmenskultur zu einem Weg des Herzens in der Wirtschaft. Das Herz steht hierbei als Symbol für die harmonische Vereinigung von Verstand, Intuition und Gefühl.
Ich arbeite mit femininer Energie – also spürig, sensitiv, Zusammenhänge erkennend – und mit maskuliner Energie – indem ich mit meiner Wahrnehmung konfrontiere, hartnäckig bleibe und mich nicht abschütteln lasse. Das, worüber meine Kundinnen und Kunden am liebsten nicht sprechen würden, ist genau das Thema, um das es geht. Mit einer Mischung aus Sanftheit und Festigkeit gelingt die Bearbeitung.
Selbstbewusstsein verändert Unternehmenskultur
Man kann alles machen, wenn es in liebevoller Absicht und mit Respekt vor anderen Menschen geschieht. Dann kann man auch die ungewöhnlichsten Dinge bringen. Dazu ermutige und inspiriere ich andere. Bin ich im Unternehmen engagiert, kann ich es ein Stück weit vorleben und gemeinsam mit den Anwesenden etablieren. Meinen Coachees kann ich nur helfen, indem wir die zugehörigen Selbstblockaden in der Tiefe ihrer Seele auflösen. Dies geschieht bei entsprechender Bereitschaft leicht innerhalb weniger Sitzungen und führt zu veränderten Resonanzen (nicht nur) im Arbeitskontext.
Alles was wir tun, steht und fällt damit, aus welcher Haltung heraus wir es tun. Wer sich zum Beispiel nicht traut, der Chefin oder dem Kunden konstruktiv zu widersprechen (um nur zwei von vielen möglichen Abhängigkeitsbeziehungen zu nennen), weil er in sich den Glaubenssatz trägt, “dass man das nicht tut”, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bestätigendes Erlebnis (self fullfilling prophecy) haben. Genauso diejenige, die zwar um diesen Glaubenssatz weiß, jedoch untransformiert nach dem Motto “Augen zu und durch” handelt. Wer jedoch wahrhaftig davon überzeugt ist, dass sich Leistungsmotivation bzw. Kundenorientierung durchaus mit inspirierendem Widerspruchsgeist vertragen und dies mit jeder Pore seines Körpers ausstrahlt, wird gerade damit Erfolg haben, dass er anders ist als man gemeinhin erwartet. Und zwar nicht, weil es eine erstrebenswerte Charaktereigenschaft wäre, partout immer anders zu sein, sondern weil das Neue, das den Fortschritt bringt, am Anfang immer ein bisschen fremd ist.
Echtes Leadership führt sicher durch die Fremde
Schon immer ist es das Fremde gewesen, das verunsichert. Deshalb bedürfen wir einer inneren Festigkeit und einer für Einwände offen bleibenden Überzeugung, wenn wir dem anderen unsere neue – fremde – Idee zumuten. Brauchen wir seine Anerkennung und Bestätigung, stehen unsere Chancen schlecht, mit der Idee zu überzeugen. Sind wir davon jedoch unabhängig, weil wir in uns selbst ruhen, leben wir das, was ich echtes Leadership nenne. Nämlich die Fähigkeit ohne Anwendung hierarchischer Macht Menschen zu neuen Möglichkeiten und Erfahrungen zu führen. Einfach durch das kraft- und damit machtvolle Leben der eigenen Präsenz. Genau das braucht unsere Wirtschaft jetzt mehr denn je – von ihren Führungskräften sowieso und gerade auch von der operativ tragenden Basis, die durch ihren anderen Blickwinkel neue Sichtweise eröffnen kann. Jedes Tabu, das sanft berührt und entschlossen überwunden wird, bringt uns nach vorn. Jedes Tabu ist nichts weiter als ein altes Gewohnheitsmuster. Leadership verändert dieses Muster durch die Kraft von Menschen, die vorangehen und Wachstum stimulieren. Immer haben sie Erfolg, auch wenn das oft erst lange Zeit später gesehen wird. Wie gut, dass wahres Leadership von dieser Anerkennung unabhängig ist!
Text: Simone Meller | Fotos: Rainer Sturm, Susanne Beeck, Pixelio
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Posted on 24 Mai 2010. Tags: Arbeit, Arbeitsstörung, Aufgabe, Balanced Score Card, Beitrag, Bewusstseinsfaktor, Bilanz, Burnout, Business, Coaching, Druck, Energieräuber, Erde, Erfolg, Feedback, Fehler, Führung, Führungskraft, Geist, Glaubenssatz, Grenzen, Großunternehmen, Haben, Hamburg, Herz, Insuffizienz, KMU, Kollegen, Kompetenz, Konzentrationsstörung, Kunde, Leadership, leicht, Leistung, Management, Meeting, Mitarbeiter, Mut, Neues Bewusstsein, Organisation, Perfektionismus, Personalmangel, Produktivität, Projekt, Prozess, Reizbarkeit, Ruhe, Same, Schlafstörung, Seele, Sein, Selbstverwirklichung, Sinn, Soll, Störung, Telefoncoaching, To-do-Liste, Umstrukturierung, Wahnsinn, wahres Selbst, Wandel, Wirkung, Wirtschaft, Zielvereinbarungen, Zweifel
Führungskräfte werden durchschnittlich alle 7 Minuten (durch Telefonate, Fragen von Mitarbeiter/innen etc.) gestört und mit ihrer Arbeit aufgrund von Masse nie wirklich fertig. Wenn sie abends nach Hause fahren, gehen sie im Geiste die Dinge durch, die sie noch nicht erledigen konnten. Dabei entgleitet ihnen das, was sie tagsüber faktisch geschafft haben.
Es ist riskant, sich auf das “Nicht” zu fokussieren, während das “Geschaffte” durch das Netz der Erinnerung fällt. Denn auf diese Weise bahnt man Insuffizienzgefühlen, Zweifeln an der eigenen Kompetenz und anderen Energieräubern den Weg. Häufig gestehen sich auf Perfektion bedachte Führungskräfte dieses negative Selbsterleben nicht ein, so dass es unbewusst antreibend wirkt und im Bewusstsein nur als “Druck” ankommt (s. Von der Maßlosigkeit zur Angemessenheit).
Mögliche Folgen sind Reizbarkeit, Schlafstörungen, Vernachlässigung von Hobbies, übermäßiges Arbeiten, zunehmende Flüchtigkeitsfehler, Konzentrations- und Arbeitsstörungen etc.. Schnell schaukelt sich das in einer Spirale bis zum Burnout hoch, das dann letztlich zu der Ruhe zwingt, die bereits jeden Abend auf der Heimfahrt oder, besser noch, bereits am Tage hätte sein dürfen. Auch Führungskräfte sind Menschen mit Grenzen. Einige Punkte auf der täglichen Aufgabenliste können abgehakt werden, andere nicht.
Allen, die sich abends ihr Soll vorhalten, empfehle ich eine banale Haben-Liste, auf der das Erledigte vermerkt wird UND das Unvorhergesehene, das ebenfalls geleistet wurde. Ganz abgesehen von diesem Leistungskatalog rate ich Führungskräften, sich bewusst zu machen, dass ihr größter Beitrag darin besteht, sich auf ihre persönliche Art und Weise in das Unternehmen einzubringen. Es hat einen Sinn, dass sie auf den Posten sitzen und nicht andere. Ihre Handschrift ist gefragt. Diese jeden Tag neu zu erbringen – bei all dem Wahnsinn, der in den letzten Jahren durch die Großunternehmen tobt und auch die KMU nicht unberührt lässt – das ist die wahre Leistung.
Es ist diese Leistung, die in meinen Augen bloßes Management von ernsthaftem Leadership unterscheidet. Sie taucht in keiner Balanced Score Card auf, obwohl sie langfristig und entscheidend auf die Bilanz eines Unternehmens wirkt. Sie ist das, was man im Business-Slang auch “Bewusstseinsfaktor” nennen könnte. Ginge es nur um die Funktion, so wäre jede Führungskraft jederzeit austauschbar. Doch gefragt ist eben auch ihr Sein, das über das Managen von Aufgaben hinaus auf Mitarbeiter, Kolleginnen, Kunden und in Feedbackschleifen zum nächst höheren Vorgesetzten wirkt.
So wie sich die Atmosphäre einer U-Bahn von Station zu Station beim Ein- und Aussteigen der verschiedenen Leute verändert, wandelt sich der Geist eines Unternehmens durch die ihm angehörenden Menschen über ihre bloße Aufgabenerfüllung hinaus. Ob man es nun als Seele oder Bewusstsein eines Unternehmens bezeichnet, ist mir mir weniger wichtig als die Sensibilisierung für den Unterschied, ob DU oder jemand anders den Job macht.
Wie im Privaten beginnt Selbstverwirklichung im Business ebenfalls im Kleinen. Von der Gestaltung der Meetings, der Organisation von Projekten, dem Umgang mit Personalmangel und unhaltbaren Zielvereinbarungen bis hin zu Schritten mehr oder weniger erfolgreicher Umstrukturierungen. In der Rückverbindung an die eigenen wahren Werte und deren mutiger Verfolgung im unternehmerischen Alltag geschehen Dinge, die die To-Do-Liste übersteigen, ohne dass diese nun unwichtig geworden wäre. Nur sollte in all der Geschäftigkeit (übrigens: ist diese wirklich immer produktiv?) nicht der eigentliche Herzensbeitrag zu einer sich wandelnden Wirtschaft untergehen. Nicht immer ist der Beitrag sofort und für alle sichtbar, doch er entfaltet augenblicklich seine Wirkung, wie ein Same, der in die Erde gesetzt wurde.
Mein Business-Coaching bewegt sich genau in diesem scheinbaren Spagat zwischen Leistungserbringung und Bewusstseinswandel. Beides bleibt nur solange ein Widerspruch, wie der Glaubenssatz gepflegt wird, das eine sei mit dem anderen unvereinbar. Dabei kommt beides in einer Person zur Deckung, die sich traut, ihr wahres Sein in das Unternehmen einzubringen und dadurch in Leichtigkeit Prozesse verändern kann, die vorher mit Meißeln nicht zu durchdringen waren. Sehr viele Menschen gehen diesen Weg bereits, und täglich werden es mehr.
Simone Meller
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