Tag Archive | "Konzept"

Wie im “echten” Leben: Selbsterfahrung in der Meditation


Du schaust durch die Brille deiner Biografie

Jede Biografie hinterlässt Spuren und Prägungen. Nur weil du den transzendenten Raum betrittst, hören diese deine Wahrnehmungsfilter und Projektionen nicht auf. Im Gegenteil, sie werden dir Täuschungen, Gaukeleien und Missverständnisse präsentieren, die in perfekter Resonanz zu deinen unbewussten Wünschen und Ängsten stehen. Wisse um dieses Phänomen bei dir und bei anderen. Zentriere dich immer wieder auf die bedingungslose Liebe, in deren Mitte du schonungslos deine persönliche Wunsch- und Angstparade beobachtest und der Transformation anvertraust. Aber wisse auch hier: Zu behaupten, es zu tun, ist nicht dasselbe, wie es wirklich zu tun.

In der psychotherapeutischen Meditationsbegleitung beobachte ich immer wieder, wie Menschen ihre Absicht erklären, in die Klarheit zu gehen oder etwas ins Herz zu nehmen, ohne dabei in ihrem Wort zu sein. Ich kenne das auch aus meiner eigenen Entwicklung. Es geschieht unbewusst, weshalb es hilfreich ist, von Zeit zu Zeit gemeinsam zu meditieren und miteinander die Wahrnehmungen zu vergleichen.

Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold

Sehr, sehr oft ist das, was wir in spiritiuellen Kreisen derzeit noch “Medialität” oder “Channeln” nennen, zwar durchaus geistige Kommunikation (offen gesagt: ich kenne nichts, was nicht geistige Kommunikation wäre), aber mit deinen gut verkleideten dunklen Anteilen. Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold. Wenn ich das in einer Meditationsbegleitung wahrnehme, stelle ich meine Sicht zur Reflexion zur Verfügung. Ich rege an, das vermeintlich Glanzvolle ins Herz zu nehmen und achtsam zu spüren, was geschieht. Manchmal ist dieser Schritt der Transformation eine Kleinigkeit (dann war das Persönlichkeitsthema in der Regel bekannt und schon zu großen Teilen bearbeitet). Manchmal werden Schmerzen frei gesetzt, die überhaupt erst Zugang zu einem lange verdrängten Thema schaffen.

Lässt sich das Thema im transzendeten Raum bearbeiten, bleiben wir dort. Manchmal ist es der Erschütterung angemessener, in ein “normales” Gespräch zu wechseln. Dies ist fallweise auch deshalb sinnvoll, weil die bestehende Wahrnehmungsverzerrung vermehrt zu eingetrübten Bildern und Falschinformationen in der Meditation führt. In meiner Praxis (oder am Telefon) schwingen wir oft auch fließend hin und her, da gibt es kein Dogma, sondern nur “Freistil” und stete Orientierung an deinem Heilungs- und Entwickungsprozess.

Eine gemeinhin bekannte Herausforderung in der Meditation besteht darin, wahrgenommene Bilder, Empfindungen und Texte nicht vorschnell mit eigenen Konzepten zu überformen. Das ist leichter gesagt als getan. Denn wie willst du beispielsweise Licht oder einen Engel wahrnehmen, wenn du kein Konzept davon hast? Auch die, die angeblich konzeptfrei durchs Leben gehen, sind nicht frei von Bewertungen. Ein Bekannter von mir, mit dem ich gelegentlich gemeinsam meditiere, kommentiert viele unserer gemeinsamen Bilder mit “Schööön!”. Wenn seine  Schön-Bewertungen versiegen, weiß ich, dass ihm die aktuellen Bilder gerade gegen den Strich gehen. Wiederum nimmt er manchmal Geschehnisse wahr, die mir durch die Maschen gerutscht sind.

Den Bildern ihren Lauf lassen

Wie kannst du das Problem der Überformung vermeiden? Indem du den Bildern, Empfindungen und Texten ihren Lauf lässt, anstatt mit deinen eigenen Vorstellungen dirigierend einzugreifen. Das ist nicht immer einfach. “Channelst” du beispielsweise eine dich positiv stimmende Nachricht, ist es ein Leichtes, unbemerkt Teile deines persönlichen Wunschkonzerts mit einfließen zu lassen. Aber auch die Zweifler auf der ewigen Hut vor der “Verdunklungsgefahr” haben ein Problem: Sie resonieren in ihrer Angst vor einer fehlerhaften Wahrnehmung ebenfalls stärker mit der Dunkelheit als mit dem Licht. Im transzendenten Raum besteht also das Risiko, dich entweder blenden zu lassen oder zu sehr an dir zu zweifeln. Beides sind Spielarten der Dunkelheit. Ihre Extreme rufen nach der liebevollen Mitte, in der alles sein darf.

Auch das ist leichter gesagt als getan. Sehr oft beobachte ich in den Meditationsbegleitungen, wie Szenen zugunsten einer Idealvorstellung von Frieden u.ä. aufgelöst oder unverbundene Fragmente mutwillig zusammengefügt werden. Das ist heikel, weil es unerkannt das Persönlichkeitswachstum hemmt, und eine Chance, wenn die eigenen Projektion erkannt und zurückgenommen werden kann. Ein Beispiel: Im transzendenten Raum begegnen wir nicht nur schönen Bildern, sondern auch solchen, die uns schrecklich vorkommen. Dazu zählen auch teuflische Archetypen, also fratzenhafte oder herrlich verkleidete Seelenbilder, die für die destruktiven Kräfte in uns stehen. So wie wir uns im Täglichen gerne vom Hässlichen abwenden, geschieht das auch reflexhaft in der Meditation. Der zweite Impuls ist häufig eine Befriedung, da wird der Fratze vorschnell eine Nuckelflasche aus Liebe gereicht oder eine alles versöhnende Umarmung inszeniert. Die dahinter stehenden Motive mögen ehrenwert sein, doch verschleiert solches “Dazwischenfunken” die tatsächliche Dynamik der Bilder. In der Meditationsbegleitung ermutige ich dazu, sich den Bildern zu stellen und abzuwarten, was geschehen möchte. Dadurch erhellt sich vieles auf überraschende Weise, entstehen tiefe, nonverbale Erkenntnisse.

Wiederum gibt es auch viele Meditationssituationen, in denen du gefordert bist, dich mit deinen Impulsen, deinem Wissen und deinen Absichten aktiv einzubringen. Mir ist klar, dass das jetzt für manche verwirrend klingen mag. Denn das, worauf ich mit diesem Artikel hinauswill, ist zum einen eine Sensibilisierung für die Selbsttäuschung im transzendenten Raum (der keineswegs objektiver ist als unsere äußere Welt) und zum anderen eine Stärkung deines Gefühls für prozessorientierte Angemessenheit.

Es geht nicht um Technik, sondern um Liebe

Ich möchte dort zur Skepsis anregen, wo nur von den allerschönsten Meditationserfahrungen erzählt wird. Falls du einen Meditationslehrer hast, möchte ich dich ermutigen, ihn nach den (verborgenen) Schattenseiten im transzendeten Raum zu fragen. Ich möchte dir Zuversicht schenken, wenn du den Eindruck hast, in deiner meditativen Entwicklung zu stagnieren. Es könnte daran liegen, dass du unbemerkt einer Vernebelungsaktion aus deinem Schattenreich zum Opfer gefallen bist. Vielleicht kannst du jetzt, nachdem du den Text gelesen hast, dich noch bewusster in der bedingungslosen Liebe verankern, um den Nebel zu lichten. Oder du wählst eine Person deines Vertrauens, mit der du gemeinsam meditierst und deine Wahrnehmung abgleichen kannst.

In der Meditation erfährst du dich selbst als spirituelles Wesen. Du wirst konfrontiert mit Spiegelungen deines Seins. Du lernst, dich einerseits dem Strom der Bilder zu ergeben, ohne der Verblendung zu verfallen; andererseits das Geschehen zu reflektieren, ohne es durch Perfektionismus oder Überformung zu zerstören. Was in Worten kompliziert scheint, ist in korrekter Praxis einfach zu erfahren. Korrekt bezieht sich nicht auf die richtige Anwendung einer  (traditionellen) Technik, sondern auf die permanente Ausrichtung deines Prozesses auf die bedingungslose Liebe. Du wirst tausende Male vom Weg abkommen und ihn tausende Male wieder finden im Glauben, ihn jetzt nicht mehr zu verlieren. Denn das ist der Weg.

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Dies ist eine Unterseite meines Informationsangebots über Psychotherapie. Ich biete psychotherapeutische Telefonberatung und Meditationsbegleitung (überregional), Kurz-/Langzeit- und Intensivtherapie (in Hamburg) sowie Krisenintervention bis hin zu 24-h-Begleitung in besonderen Notfallsituationen (vor Ort).

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Text: Simone Meller
Foto: Ren, Pixelio
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Ich habe versucht nicht Psychologin zu werden


Ich habe versucht nicht Psychologin zu werden. Als ich nicht anders konnte, habe ich versucht zumindest nicht Psychotherapeutin zu werden. Als ich wiederum nicht anders konnte, habe ich versucht die Spiritualität herauszuhalten. Als ich auch das nicht abwenden konnte, habe ich mich in den letzten Jahren öfter gefragt, ob ich wirklich immer noch Psychotherapeutin sein muss.

Du kennst die Antwort. Und ich staune über diesen Teil meines Seelenplans und meine Anstrengungen, ihn nicht zu leben. Dabei ist es so leicht, mich von ihm durchs Leben tragen zu lassen. Heilung war immer schon meins, nur an die Fächer Psychologie und Psychotherapie musste ich mich gewöhnen – und später an meine herausfallende Rolle in diesen traditionellen Berufsfeldern. Da ich erfahren habe, dass es die bedingungslose Liebe ist, die heilt, sind mir konzeptuell weder die Psychotherapie noch die Spiritualität besonders wichtig (s. Wissenschaft und Spiritualität sind relativ unwichtig).

Aber ich beuge mich diesem höheren Plan, der da sagt, dass es derzeit trotzdem wichtig ist, als Ansprechperson für beide Konzeptsammlungen zur Verfügung zu stehen. Ich tue das auch wirklich gern, genauso wie ich gerne Psychologie studiert, die Weiterbildung zur Psychotherapeutin gemacht und die Spiritualität in meine Arbeit integriert habe. Was dir nun wie ein einziger Widerspruch vorkommen mag, erscheint mir als eine Art Punktspiegelung im transzendenten Raum, eine Anordnung von Energie in Polarität, um das Wollen wie das Nicht-Wollen und ihre Identität in Einheit erfahren zu können. Hier versagt mir die Sprache, denn letztlich besteht meine Qualifikation als Ansprechperson für Psychotherapie und Spiritualität exakt darin, dass mir beides nicht wichtig ist, aber dieses neue Bewusstsein konnte ich nur entwickeln, weil mir beides einmal so wichtig war, dass ich es am liebsten nicht leben wollte. Heute lebe ich es mit Leidenschaft und Gleichmut zugleich.

Das kann nun deuten, wer will. Ich schließe für heute, bevor mein Verstand kollabiert, während mein Herz gemeinsam mit dir lacht. Ich danke dir, dem ewigen Du in unzähliger Gestalt, das mir täglich aufs Neue zeigt, was zu meinem Seelenplan gehört und was nicht. Fragte mich neulich ein Kollege, woher ich das denn jeweils wüsste, so vermochte ich nicht zu antworten, außer dass ich es eben spüre. Ich spüre den Unterschied zu den Momenten, da ich versuchte nicht Psychologin zu werden…

Text: Simone Meller
Foto: Renate Franke, Pixelio

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Unfertig in den Feierabend


Ich bin mit einer konzeptionellen Arbeit nicht fertig geworden. Eigentlich keine große Sache, und Zeit wäre auch noch gewesen. Doch plötzlich versiegten die Ideen, und ich hatte keine Lust mehr. Ungern verlasse ich mit dieser offenen, inneren Gestalt mein Büro, aber vorbei sind die Zeiten, in denen ich mich zur Arbeit zwang. Was fließt, fließt, und was nicht, tut es sicher morgen wieder. Ich mache Feierabend, obwohl, nein, weil das Unerledigte auf meinem Schreibtisch auf mich wartet.

Das ist etwas, was ich als Schreibtischtäterin während eines hochgradig komplexen und unübersichtlichen Projektes, nämlich dem Schreiben meiner Doktorarbeit, gelernt habe: Bestimmte Abschnitte und Kapitel hatten mich zunächst überfordert und geduldig auf meine Persönlichkeitsreifung “gewartet”. Ich konnte sie erst verfassen, als ich mich weiter entwickelt hatte, also selbst in neuer Verfassung war. Manchmal hat das Wochen, Monate und teilweise auch Jahre gedauert. Deshalb war es praktisch, dass es an der Diss selbst und darüber hinaus beruflich so viel zu tun gab. Immer wenn es an einer Stelle nicht weiter ging, machte ich woanders weiter. Nach dem Motto: Nur nicht verbeißen, sondern flexibel bleiben und sich bewegen.

So habe ich das eben auch gemacht und ein bisschen gebloggt ;-) . Und vielleicht darf ich dich mit dem Teilen meiner Erfahrung ermutigen, dein Unfertiges in Ruhe reifen zu lassen und Feierabend zu machen?! Ich jedenfalls tue es jetzt: Feieeeraaabend!!

Simone Meller

P.S.: Dieses hier beschriebene Verlieren von Lust ist nicht dasselbe wie die Unlust, die mich beim Ausfüllen von Steuerformularen überfällt. Aber über diesen Unterschied, der eine kreative Schaffenspause von Aufschieberitis (Prokrastination) zu trennen weiß, schreibe ich ein anderes Mal.

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Weder mehr noch weniger


Es gab eine Zeit, in der sagte ich Menschen,
wir seien mehr als wir gerade sind.

Es gab eine Zeit, in der ich still dachte,
wir seien weniger als wir gerade sind.

Es gab eine Zeit, in der ich gewahr wurde
dass wir niemals mehr oder weniger sind
und wir es mal so und mal so sehen dürfen.

Simone Meller
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