Tag Archive | "Konsequenz"

Über das allmähliche Sterben von Kampf und Konkurrenz


Mangels Liebe nach Anerkennung streben

Konkurrenz kann nur dort bestehen, wo noch kein Bewusstsein über die Vollkommenheit eines jeden existiert. Konkurrenz endet dort, wo solches Bewusstsein von Volllkommenheit die Führung übernimmt. In diesem Bewusstsein stirbt der Kampf um Anerkennung. Anerkennung war/ist ein mehr oder weniger hart zu erarbeitendes Surrogat für fehlende Liebe. Im Bewusstsein der Vollkommenheit ist klar, dass Liebe nicht durch Leistung gewonnen werden muss, ja dass im Wetteifern das Geschenk der allgegenwärtigen Liebe verpasst wird. Das Schöne daran ist für mich, dass dies nicht nur eine trockene Erkenntnis ist, sondern ich erfahren darf, wie sich dadurch mein Dasein fundamental verändert (hat). So vieles in meinem privaten und beruflichen Leben ist bereits leichter geworden. Und jeden Tag stoße ich mir den Kopf an übrigen Blockaden, von denen jede einzelne mich darauf hinweist, dass ich mich noch mehr von Liebe ernähren darf.

Ich meine das völlig praktisch. Denn ich übe das hier Gesagte am Umgang mit Geld. Ich verdiene mein Geld mit Liebe und ich gebe es in Liebe aus. Dadurch ist immer genug da. Ich erinnere mich an Zeiten des Mangels: Da verdiente ich mein Geld aus Angst vor Mangel mit unstimmigen Tätigkeiten. So war ich zeitlich und energetisch belegt für stimmige Aufgaben Ich hatte die Hände nicht frei und war oft erschöpft. Zudem hatte ich in der Angst vor Mangel Schwierigkeiten, mir von meinem Geld das zu gönnen, was mein Wohl befördert und mir in der daraus erwachsenen Stärke herzensaufrichtiges Arbeiten erleichtert hätte.

Zuerst motivierte mich mein Leid, später meine Unfähigkeit zu leiden

Der hier beschriebene Wandel war kein Umschaltprozess von einem Tag auf den anderen, sondern erstreckte sich über mehrere Jahre.  Affirmationen haben mich zwar inspiriert, aber ich habe mit ihnen nicht mein wahres (Mangel-)Denken und Fühlen übertüncht. Das wäre Verdrängung und damit Vermehrung des Schattens gewesen. Ich habe meinen Mangel erlebt und gespürt, dass ich nicht mehr leiden will. So war mein Leid gewissermaßen meine spirituelle Peristaltik, die mich Stück für Stück nach vorne schob. Es war Transformation von einem Tag zum nächsten und zum nächsten und zum nächsten. Und wie bereits gesagt, die Transformation hält weiterhin an. Je weiter ich komme, desto mehr entdecke ich von dem, was mein Leben nicht berühren würde, säße ich noch innerhalb meiner alten Sicherheitszäune. Viele meiner neuen Ängste kann ich nur spüren, weil ich überhaupt erst zu dieser Weite vorgedrungen bin, in der  sie auftauchen, um erlöst zu werden.

Dieses Prinzip der Transformation (bzw. Selbsterlösung) mache ich seit 10 Jahren auf verschiedenen Wegen transparent, im Privaten wie im Beruflichen. Es ist kein Geheimnis, sondern etwas, was jeder jederzeit tun kann, nämlich sein Ungeliebtes ins Licht lassen und dem Wandel durch bedingungslos annehmende Liebe zu vertrauen. Es ist also mehr Sein als Tun, dennoch bedarf es eines Entschlusses dazu. Oft wurde ich nicht verstanden (“Und das funktioniert??”), und ich verstand nicht die Schwierigkeit derjenigen, die in ihren Blockaden stecken blieben. Aus dieser konstruktiven Reibung entstand zum einen wachsende Klarheit über das, was ich tat, und wie ich andere durch gemeinsam Erfahrung unterstützen konnte. Zum anderen gelangte ich zur Erkenntnis, dass ich in der Anwendung des Transformationsprinzip oft nur konsequenter war als mein Umfeld. Ich setze meine Prioritäten einfach anders! Zwar bin ich bis heute nicht frei von Trägheit, Ablenkung, Prokrastination etc., aber vergleichsweise intolerant in Bezug auf wahrgenommene Unstimmigkeiten und Schmerzen in meinem Leben. Es gibt einen Point of no Return, an dem ich nicht mehr anders kann, als mit dem Transformieren zu beginnen. Und je mehr Erlösung ich im Laufe der Jahre fand, desto leidensunfähiger wurde ich, desto früher stellte sich der Point of no Return ein. Warum sollte ich leiden, wenn ich doch in der Lage war meinen Schatten zu erlösen?

Den Weg zu Ende gehen

“Simone ist die, die den Weg zu Ende geht” heißt es zu meinem Namen für diese Inkarnation. Die darin zum Ausdruck gebrachte Konsequentheit trifft mein Fühlen: Ich bin nicht besser im Transformieren als andere, sondern ich kann nicht anders, als mein täglich neu daherkommendes Dunkles ins Herz zu nehmen. Das ist meine Bestimmung, der ich folge. Es gab Jahre, in denen mir der irdische Preis dafür teuer erschien: Denn immer wieder hatte ich Menschen loszulassen, die sich aus ihrer eigenen Bestimmung heraus an meiner Konsequenz stießen und an der nächsten Kreuzung eine andere Richung als ich wählten. Im Loslassen all dieser Menschen lernte ich, wie sehr bedingungslose Liebe frei gibt, was längst frei ist. Je öfter ich den Zyklus von Begegnung und Abschied durchlief, desto mehr begriff ich, dass ich nicht teuer bezahlte, sondern im Gegenteil das schier Phantastische empfing: Nämlich voll und ganz meiner Bestimmung folgen, aus Herzenslust mich selbst leben zu dürfen und dabei immer von perfekt resonanten Menschen umgeben zu sein. Indem ich meine Vorstellung von äußerer Konstanz losließ, empfing ich innere Fülle, die sich nach außen auszudehnen begann. So verstand ich den Unterschied zwischen Essenz und Form. Der unaufhörliche Wandel der Formen klärte meinen Blick für die Essenz und lässt mein Leben bis heute immer zwangloser werden.

Nicht immer bin ich sofort einverstanden mit dem ständigen Wandel, manchmal strapaziert mich das Zerbrechen des Alten und das Ringen nach dem Neuen. Gelegentlich weiß ich in sozialen Situationen nicht zu antworten, nämlich wenn Struktur und Begriffe der Frage nicht mehr meinem Sein entsprechen. Ich lernte zu antworten, wie es mir entspricht und zwar systemimmanent, also in Struktur und Begrifflichkeit des Fragenden! Welch ein Paradox! Und welch ein Fortschritt: Denn war es mir einst, als nicht hinreichend geliebtes und um Anerkennung kämpfendes Wesen, unerträglich, falsch verstanden bzw. nicht gesehen zu werden, wie ich wirklich bin, gehört es heute zu meinem täglichen Dasein, kampflos die Verkennung zuzulassen, wie sie meinem Gegenüber eben dient. Er spiegelt sich in mir. Das kann ich ihm doch lassen und mir zugleich meiner selbst gewiss sein (s. herzoffene Unterscheidung). Ich erkannte, dass ich im Kampflosen  (meine neue Spiegelung der einstigen “Verkennungs-”Situation) vielmehr die bin, ich wirklich bin, als im Kampf um die Anerkennung (alte Spiegelung) eines sowieso unkontrollierbaren Gegenübers. Damit diente jede schmerzliche Verkennung insofern auch mir, wie sie zu der hier geschilderten Entwicklung und Erkenntnis beitrug.

Vom Kampf zur friedfertigen Selbsttreue

Das einzige, was ich steuern kann, ist mein Bewusstsein. Und selbst dort bedarf es einer gewissen Absichtslosigkeit, die den Wandel der Formen erleichtert und vertrauensvoll nimmt, was gerade ist. Und dann wiederum, nach so viel Erkenntnis und Erlösung, gibt es die Momente, in denen es Selbstverrat wäre, nicht mit einer Klage aufzubegehren gegen das gefühlte Unrecht einer Behörde oder nicht zu beharren in einem Beziehungskonflikt auf der subjektiven Wahrheit. Doch geschieht auch solche Selbstbehauptung in dem Maße kampffreier, wie ich mir unseres dadurch zum Audruck gebrachten Spielzuges gewahr werde. Dann nehme ich meine Rolle an, ohne mich in ihr zu verheddern. Dann trete ich ein für mein Recht, ohne am Unrecht zu zerbrechen. Dann sage ich aufrichtig meine Meinung, ohne auf ihre Bestätigung angewiesen zu sein. Dann vertrete ich mich, wie ich aber auch mein Gegenüber vertreten könnte, und bleibe mir dennoch treu.

In dieser Selbsttreue bin ich nicht kämpferisch, sondern friedfertig. Doch werde ich das, was ich heute als “friedfertiger” erlebe, schon morgen als “noch kampfesbereit” bezeichnen. Denn so ist mein sich in der Polarität entwickelndes Leben: ein permanenter Widerspruch, an dem ich die Einheit von allem erfahren darf. Heute ist besser als gestern. Und morgen wird es besser als gestern sein. Aber jetzt ist es unverbesserlich vollkommen. So stehe ich weder in Konkurrenz mit mir selbst noch mit anderen. Denn immer gibt es genug Liebe hier und jetzt. Sofern ich diesen Schritt im Bewusstsein vollziehe. Wieder und wieder neu.

Text: Simone Meller | Fotos: Marco Wessels & Joujou, Pixelio

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Evolution und Ideologie unterscheiden


evolutionäres wachstum entwertet nicht vorheriges und anderswo noch bestehendes als weniger wahr
denn es unterscheidet sich wohltuend von einer ideologie die hier idealisiert und dort entwertet

evolution ist ein natürlicher prozess der nicht gemacht werden kann
der sich dort ereignet wo jeweils sein darf was gerade ist
aber auch dort wo (ideologisch) unterdrückt wird was ist
weil auch unterdrückung unter dem deckmantel von befreiung sein darf
auf dass den vermeintlichen befreiern ihre unterdrückung in stimmiger geschwindigkeit bewusster wird

evolution geschieht indem wir unsere wahlen sind
wir fallen in konsequenzen und damit in uns selbst
dort wählen wir neu oder alt wie es uns entspricht

keine wahrheit steht über einer anderen
alle seins-aspekte begegnen sich auf augenhöhe
wenn wir es wählen in unserem bewusstsein
auch wo wir es (noch) nicht wählen dürfen wir sein

dürfen wie üben in diesem einen großen spiel
in dem es keine verlierer und keine gewinner gibt
nur ein unzahl von erfahrungen aneinandergereiht
keine vollkommener als die andere der einzige unterschied
im ausmaß von freude und leiden im (un)wohl sein hier und jetzt

simone meller

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Gewahrsein entfacht die Lust am saftigen Leben


Das Nichts ist nicht wichtiger als Alles. Es ist der Gegenpol vom Alles. Im Laufe unserer Bewusstseinsentwicklung erreichen wir diesen erquickenden Pol viele Male und haben ihn jedes Mal wieder zu verlassen. Wieder und wieder haben wir kreisförmig durch die Polarität “Alles – Nichts” zu schwingen, während wir dem entgegenwachsen, was wir immer schon waren. Beides, Alles und Nichts sind menschliche Zustände. Dahinter schimmert jedoch als einzig bleibendes etwas durch, was mir in seiner Erfahrung unübersteigbar scheint und was nach und nach mein gesamtes Leben erhellen kann: Gewahrsein. Innerhalb dessen manifestiert sich die Bandbreite sämtlicher erfahrbarer Zustände zwischen den Polen Alles und Nichts, Dualität und Einheit, Geist und Materie etc.. Aus diesem Gewahrsein heraus  verliert das Streben nach bestimmten Polen an Bedeutung, ohne dass die jeweiligen Zustände deshalb bedeutungslos würde. Ich betone: Das eben Gesagte gilt auch für die Erfahrung von nondualen Zuständen!

Aus diesem Gewahrsein heraus ist es gleich-gültig, wie ich lebe, wie du lebst, wie er, sie, es leben… Deshalb mache ich anderen keine Lösungen und lebe selbst nach Herzenslust mein Menschsein auf Erden. Gewahrsein der Beliebigkeit befreit, ohne dogmatische Kälte oder zynische Herzlosigkeit zu bewirken. Denn eine Orientierung besteht fort: Das einzige Kriterium für Richtungsentscheidungen, das mir seit meinem spirituellen Coming-out geblieben ist, ist die Lust. Meine Lust führt mich von einer Freude zur nächsten, sie hilft mir unangenehme Zustände zu transformieren und leitet mich auf so spielerische Weise durch die Stationen meines Seelenplans, dass mein Leben leicht geworden ist und ich nur noch eines kann: Meine Kraft ausdrücken. Selbstausdruck pur. Ich pulse und quelle über und erfahre dabei eine Wandlung nach der nächsten. Ich treffe auf Menschen, manche tanzen mit mir, andere ziehen kopfschüttelnd weiter.

Auf meinem Weg der Selbstverwirklichung gelangte ich in die Fülle. Ich bin dankbar, dass ich mit der ansteckenden Weitergabe dieser Erfahrung mein Geld verdienen – mich weiter selbstverwirklichen – darf. Das ist weder Privileg noch Augenwischerei! Es ist das Ergebnis konsequenter Schattenarbeit, der Konfrontation mit den dunklen Seiten in mir, der Auflösung von Selbstblockaden, eine nach der anderen. So wurde eine permanente Ausdehnung möglich, die ohne Anstrengung und in Leichtigkeit geschieht und geschieht und geschieht.

Da ich bei meinen Kunden aus Dienst an der Sache weniger Worte loswerde als in mir entstehen, fließt ein Teil über in diesen Blog und erreicht eine wachsende Zahl mir unbekannter Menschen. Auch dieses Geheimnisvolle ist wieder so spannend! Vor allem, wenn Leser/innen nach einiger Zeit einen Namen oder ein Gesicht bekommen. Wieviel Inspiration und Freude gelangt durch Feedback, Fragen, Kommentare, Zuschriften und kritische Äußerungen herein! Ich danke euch!

Noch eines möchte ich hier teilen: Wenn es jetzt schon so toll ist, wie soll das noch werden, wenn sich auch die Reste lösen?! Ich bin weiterhin munter am Transformieren. Es ist mein Leid, das mich diesen Weg lehrte. Es ist meine Lust, die mich anfeuert, zu sein, was ich bin.

Wem der erste Absatz zu pointiert ist, kann hier ausführlich nachlesen:

Text und Bild: Simone Meller

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