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Ohne Ego keine Einheit


Das Ego ist ein Geschenk der Ewigkeit an das menschliche Leben. Es ermöglicht uns, einem ewigem Bewusstsein, eine Selbsterfahrung der evolutionären Art. Seit mehreren Jahren beobachte ich bei einer wachsenden Zahl von Personen die ganz natürliche Heimkehr von alten Inkarnationen. So als ob alle Filme aus früheren Leben in ein Regal einsortiert werden; unser Bewusstsein klärt und erweitert sich.

Manche Inkarnationen kehren eher beiläufig heim, z.B. wache ich nachts kurz auf, sage “Ah ja”, nehme mein altes Leben in mein Herz und schlafe weiter.

Andere Inkarnationen integrieren sich dramatischer über mehrere Tage oder Wochen. Sie bringen angenehme, aber auch schmerzliche Potenziale mit, verlangen nach intensiver Aufmerksamkeit und einen achtsamen Umgang, um karmische Wiederholungsschleifen rechtzeitig in Liebe zu transformieren. Ich habe bei mir und anderen beobachtet, dass diese  intensiveren Integrationen in einem stärkeren Zusammenhang mit dem hiesigen Seelenplan stehen. So fiel mir in den letzten Jahre bei einigen solcher Integrationsprozesse wie Schuppen von den Augen, warum die ersten 20 Jahre meines Lebens genau so und nicht anders verlaufen sind. Ich konnte jeden Millimeter aus ganzem Herzen bejahen.  Denn diese thematische Reinszenierung vor moderner Kulisse entsprach unbewältigten Themen aus anderen Leben, ermöglichte meiner Seele Reifung und Evolution.

Weder nehme ich die Identität von heimgekehrten Inkarnationen an, noch ändere ich meinen Namen. Aber ich lasse zu, wie mich das Heimholen von Inkarnationen aufwühlt und mich selbst neu ordnen lässt. Auch so entsteht schrittweise Neues Bewusstsein. Die vorherigen Inkarnationen kamen immer dann rein, wenn ich gerade stark genug worden war, sowohl ihr Leid als auch ihre Kraft zu integrieren. Es war jedes Mal ein erschütterndes Erlebnis mit vielen wertvollen Erkenntnissen.

Zweimal erlebte ich bewusst, wie ich ein früheres Leben heimholte, während andere Menschen vor und nach dieser Integration in einem inspirierenden geistigen Kontakt zu genau diesem einstigen Lebewesen (heute also: Geistwesen) standen. Das hatte einerseits etwas Kurioses (nichts ist verrückter als unser menschliches Dasein), zum anderen fand ich es kurzzeitig ungerecht. Denn während die anderen einfach vom Allerbesten ihres gewählten geistigen Mentors profitierten, heizte mir der Schatten der heimkehrenden Lichtgestalt ordentlich ein. Ich hatte die Schattenseite dieser einstigen Person lieben zu lernen, während die anderen sich einfach nur von deren Sonnenseite wärmen ließen. Ganz abgesehen davon, dass es oft genug auch anders herum ist (ich profitiere von einem Geistwesen, dessen Inkarnation jemand anders heimzuholen hat[te]), war es genau dieses merkwürdige Stolpern, das mein Verständnis über Dualität, Non-Dualität und Einheit sowie über individuelle und kollektive Transformation von Energie wesentlich vertiefte.

Seelen tauchen mittels Inkarnationen in die irdischen Energien ein und transformieren diese so weit, wie sie während ihres Lebens kommen. Nach ihrem Tod bleiben die noch zu transformierenden Energien sozusagen als offene Aufgaben zurück, an deren Lösung sich die Seelen mittels weiterer Inkarnationen begeben können. Ich integriere also weder meinen noch den Schatten der heimkehrenden Inkarnationen, sondern transformiere niedrig schwingende kollektive Energie. (Zugleich bleibt es phänomenologisch betrachtet ich-hafte Schattenarbeit.) Einerseits ist das heute leichter als vor 2.000, 1.000 oder 100 Jahren, weil es mit jedem Inkarnationsbeitrag in der kollektiven Evolution voranging. Zugleich wird es auch immer schwerer, weil mit wachsender Schwingung neue Herausforderungen einhergehen.

So ist Jeshua einerseits ein zeitloses Beispiel für einen Menschen, der sich immer wieder neu zu bedingungsloser Liebe aufschwang. Sein Beispiel strahlt bis in die Gegenwart. Andererseits dienten viele seiner Reden mit ihren spezifischen Metaphern nur dem damaligen Christusbewusstsein und nicht unserem heutigen Bewusstseinszustand. Sie reichen nur noch schwach in die Gegenwart hinein. Deshalb können wir in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend das Auftauchen von Texten beobachten, die das ursprünglich Gemeinte in eine neue, nämlich zeitgemäße Sprache gießen. Auch ich empfange Übersetzungen, die ich zumeist indirekt in meine Arbeit und meine Texte einfließen lasse. Doch geht es dabei weniger um Kosmetik, sondern um weiter gehende Schritte hinein in Neues Bewusstsein. Es gilt den Blick zu lösen von einem Christus, der uns erlöst, und zu erkennen, dass sich jeder nur selbst erlösen kann. So wie uns das Durchdringen der Opfer- und Täterspiele offenbart, dass wir niemanden außer uns selbst kreuzigen können. Dabei kann Jeshuas Wesen genauso inspirieren wie das weiter entwickelte Seelenhaus Sananda. Beide wurzeln in der einen Liebe, während Jeshua eher “hauchig” und Sananda eher “handfest” spricht. Zwischen beiden Energien liegt eben ein zurückgelegter Evolutionsweg an irdischer Transformationsarbeit.

Auf der einen Seite sind Zeit und Raum Illusion, auf der anderen Seite ist die durch sie mögliche Ordnung wohltuend. Eine Zeit lang fand ich es erstaunlich, wie es bei einer Quelle von allem überhaupt möglich sein kann, von meiner und deiner Inkarnation zu sprechen. Dieses Thema bewegte mich in einigen meiner Beiträge über den Baum der Erkenntnis und Multidimensionalität. Ich vergewisserte mich in der geistigen Welt immer wieder über die “Zugehörigkeit” der verschiedenen Inkarnationen zu mir und anderen. Im Moment verstehe ich es so, dass diese Zuordnungen über die “Splitter der Einheit” , also unsere Seelen, möglich sind. Doch auch da erlebte ich Erstaunliches, wie Phänomene von Dualseelen, Überseelen und Seelengruppen (Teilkollektive). Zum Beispiel ist meine Seele die einstige Überseele von drei Dichterinkarnationen; und ich kenne mehrere lebende Personen, durch die gelegentlich ein gemeinsamer Geist spricht. Solche Erlebnisse weiten und differenzieren mein Bewusstsein, während zugleich neue Fragen aufgeworfen werden.

Da ich immer öfter erfahre, dass meine Erlebnisse irgendwann im Alles & Nichts enden, denke ich manchmal: Warum mache ich mir noch die Mühe all das auseinander zu klamüsern? Warum ist es wichtig, dass ich jener Halunke und diese Lichtgestalt war, aber nicht der Meister und die Hexe, die du einst warst? – Zum einen bleibt mir nur, meine Wahrnehmung anzunehmen (mein Wahres anzunehmen), zum anderen erfahre ich, dass bestimmte Differenzierungen spirituell erst dann verzichtbar werden, nachdem man sie vornehmen kann. Sie zu überspringen destabilisiert und führt tiefer in die Dualität. Außerdem scheint die Zuordnung in meins und deins mit etwas zusammenzuhängen, was ich salopp als spirituelle Arbeitsteilung bezeichnen möchte. Jeder transformiert sein Päckchen, und alle profitieren davon.

In einem erweiterten Bewusstseinszustand kann ich ganz bewusst an diesem Profit teilhaben. In solchen Momenten isst nicht mehr das Pferd die Katze (meine eigenen Aspekte heimholen), sondern die Katze das Pferd (das “Fremde” heimholen). Ich erfahre, dass es niemals um die Abstreifung eines Egos gehen kann, sondern nur um die Ausdehnung eines Ichs, in dem dann Platz für die ganze Welt ist. Dieses Erleben kommt in einigen meiner Texte durch Formulierungen “Ich bin Licht”, “Ich bin Gott”, “Ich bin du”, “Ich bin Alles und Nichts”, “Kosmischer Orgasmus”, “kristalline Maximalkörpererfahrung” etc. zum Ausdruck. Je bewusster ich werde, desto überzeugter bin ich: Ohne Ego keine Einheit. Entscheidend ist allerdings der Zustand des Ichs.

Rein rhetorisch ist dies nicht von einem Psychotiker zu unterscheiden, der sich als Napoleon oder Gott bezeichnet. Wiederum sagte auch Jeshua, dass er das Licht der Welt, das Brot des Lebens, die Tür zur Seligkeit sei. Der Unterschied zwischen Erleuchtung und Wahnsinn ist nur im Kontakt fühlbar. Das Ich eines Menschen, der eine Psychose erleidet, ist eng, fragmentiert und von Angst zerfressen. Es ist diese Desintegration, die ihm die Orientierung in unserer konsensualen Welt so schwer macht.

Hingegen integriert sich alles, was ich über mein Herz hereinhole, harmonisch in mir. In dem Maße wie mein Herz größer wird, weite ich mich Tag für Tag. Ich bin nicht mehr das Kleinkind Simone, die Abiturientin Simone, die Psychologin Simone etc. Mein Selbst ist all das und all das, was ich fortlaufend von mir, dir und der Einheit erfahre. Nur mittels meines Ichs erfahre ich Einheit. Mein Bewusstsein erweitert sich und macht Platz für wunderbare Erfahrungen von kosmischer Liebe, in der es keine Unterschiede mehr zwischen dir und mir und unseren Inkarnationen gibt. Es ist weich, ewig und still. Ich bin das alles und zugleich nichts. Einfach herrlich. Irgendwann entfaltet sich dann wieder die Dualität, so dass ich mich unterschieden von einem Geistwesen wahrnehmen kann, das mich sanft zurück zu meinen nächsten Spielzügen auf der Erde begleitet. Ich sehe die Welt, und manchmal breche ich dann in lautes Lachen aus. Mich vor Lachen zu schütteln, erleichtert mir die “Rückkehr” in den Körper. Unglaublich hier zu sein.

Ebenfalls unglaublich ist die Existenz meines Taufscheins. Nicht nur, weil ich mit 13 Jahren die Konfirmation verweigerte und aus der evangelischen Kirche austrat, sondern weil ich in den letzten Jahren so viel aussortiert habe, dass sein Überleben einem Wunder gleichkommt. Jedenfalls steht auf dem Deckblatt dieses geschrieben:

Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. – Jesaja 43,1

Ich brauchte über 20 Jahre Abstand zur kirchlichen Glaubenslehre und ein gewachsenes Selbstverständnis als transkonfesionelle Mystikerin, um in diesem Zitat meine Gedanken wiederzufinden. Denn in meinem Herzen übersetzt sich das Zitat wie folgt:

Ich vertraue der Liebe hinter dem illusionären Spiel. Ich erlöse mich selbst durch wachsendes Einheitsbewusstsein. Ich lebe mein Leben unter dem Namen der Seele, mit der ich mich scheinbar aus der Einheit, der wir alle angehören, löste. Ich kehre heim.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Rainer Sturm

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Weiterführende Texte:

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Herausforderungen der Multidimensionalität


Immer mehr Menschen erfahren sich selbst multidimensional und versuchen ihre Erfahrungen verstehend zu strukturieren. Dieser gesunde Impuls wird außerhalb der spirituellen Subkulturen dadurch erschwert, das es im gesellschaftlichen Mainstream eine Tendenz gibt, diese Erfahrungen vorschnell zu pathologisieren. Das geschieht aus Unkenntnis und Vorurteilen heraus. Zum Beispiel ruft die Erwähnung des Teufels (s. Gibt es einen Teufel?) Assoziationen zu kirchlichen Dogmen und/oder schizophren verlaufenden Prozessen hervor. Aus Angst vor Entwertung und Verkennung bleiben viele Menschen mit intensiver geistiger Selbsterfahrung im Verborgenen. Genau diese Isolation ist jedoch mangels Verarbeitungsmöglichkeiten und kritischen Feedbacks der Nährboden für die Entwicklung pathologischer Prozesse, die auf jedem (!) spirituellen Entwicklungsniveau jederzeit einsetzen können.

Gerade in der Erfahrung von Multidimensionalität ist es wichtig, mit anderen unbefangen über die Erlebnisse sprechen zu können und sie dadurch adäquat zu integrieren. Auch ist es hilfreich, gemeinsam diese Vielfalt abenteuerlicher Spielfelder zu durchlaufen, denn vier oder sechs Augen sehen mehr als zwei. Ich beobachte, dass die Wahrnehmung von Teufelsaspekten selbst denen schwer fällt, die ansonsten sehr geübt sind in der geistigen Kommunikation. Deswegen möchte ich an dieser Stelle betonen, dass auch in der (manchernorts als Erlösung gefeierten) 5. Dimension die Schattenspiele der Projektion weiterlaufen (s. Neues Bewusstsein für Konflikte). Es ist nicht schlimm, sondern im Gegenteil sehr aufschlussreich, diese Entsprechungen zu beobachten und für Transformation zu nutzen.

Außerdem apelliere ich, sich Achtsamkeit und kritische (Selbst-)Reflexion zu bewahren. Menschen, die ihr inneres Kind noch nicht vollständig heim geholt haben, neigen dazu, Botschaften aus der geistigen Welt und/oder die überbringenden Medien unkritisch zu idealisieren. Obwohl sich alle Seins-Aspekte auf Augenhöhe begegnen (vom Erzengel über Jeshua bis zum Teufel), kuscheln sie sich dauerhaft in ein geistiges Eltern-Kind-Verhältnis ein. Aus meiner Sicht spricht nichts gegen eine vorübergehende, der eigenen Heilung dienende Regression, die liebevoll gehalten wird. Problematisch ist der Übergang in eine spirituelle Regression, also wenn man spirituell nicht erwachsen werden will (s. hier). Das ist dann keine Lichtbefreiung, sondern Ermächtigung der Finsternis.

Viele Male habe ich die Schwelle zwischen Licht und dem Nichts, das Alles ist, passiert. Manchmal verweilte “ich” relativ lange in der Quelle, d.h. “ich” erfuhr unbeschreibliche Einheit und Ewigkeit. Manchmal erlebte ich bei mir und anderen, wie wir binnen Sekunden durch unerlöste Schattenanteile aus diesem Einheits- und Ewigkeitserleben herausgezogen werden, während uns vorgekaukelt wurde, weiterhin in diesem Zustand zu sein. Der Unterschied ist fühlbar, wenn man zu dieser Wahrnehmung gewillt ist. Diese Selbsterfahrung veranlasst mich zu der Empfehlung, immer achtsam zu sein. Auf jedem Schwingungsniveau kehrt die teuflische Verführung in neuem Gewand zurück. In dem Moment, wo wir uns gefeit vor ihr fühlen, sind wir ihr schon wieder verfallen. In der Multidimensionalität erleben wir unzählige Male in solcher Anschaulichkeit und Eleganz die Heimkehr der Finsternis in das Licht, dass wir die Schöpfung des Menschenspiels, nämlich die Teilung von Licht in Licht und Finsternis, neu verstehen.

Simone Meller

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“Ich sehe dein Licht”


Der früh verletzte Mensch (s. Von der Flucht in die Stille) kann sein Leid nicht erzählen. So bleibt ihm nur, seine Bezugspersonen sein Leid erfahren zu lassen. Je mitfühlender und liebevoller man auf einen früh verletzten Menschen ZUGEHT desto aggressiver und verletzender wird er. Er agiert aus, was ihm widerfuhr. Dies geschieht unbewusst. Wäre es ihm bewusst, könnte er darüber sprechen und den Weg des Erzählens gehen. Was nicht bewusst ist, kann nur agiert werden.

Partner, Freundinnen und Therapeuten geben hier meist ihr Bestes, doch oft reicht das nicht. Häufig bedarf es zahlreicher zerschlagener Beziehungen und mehrerer Therapieversuche, um Bewusstwerdung und damit Heilung zu erreichen. Ich möchte zwei Widerstände beschreiben, die gemeistert werden müssen, der eine liegt in der helfenden Person, der andere im früh verletzten Menschen.

Wenn die helfende Person nicht kompromisslos auf Liebe ausgerichtet ist und alle Übertragungen, Projektionen, Verblendungen und Aggressionen in ihr Herz nehmen kann, wird sie zur blind zurückschießenden Mitspielerin in der Wiederaufführung der Traumata. In diesem Inferno verliert sie die eigene Klarheit, die entscheidend für einen heilsam korrigierenden Prozess ist. Das passiert, wenn die helfende Person selbst eine helfende Person bräuchte.

Das Leid des früh verletzten Menschen sprengt jede Beziehung, wenn nicht beide voll und ganz zum Heilungsbündnis entschlossen sind. Keinesfalls bedeutet das, auf die eigenen Grenzen zu verzichten, denn das wäre lieblos sich selbst gegenüber. Es bedeutet, vollständig “Ja” zu mir und “Ja” zum anderen zu sagen und “Nein” zum Leid gegen mich.

Am Anfang war Beziehung. Der Mensch wird am Du zum Ich. – Martin Buber

Der früh verletzte Mensch versucht, mich mit der Kraft der Verzweiflung zu nötigen, mein Fundament der liebevollen Klarheit zu verlassen. Er versucht mich auf subtile und/oder brutale Weise zu provozieren. Damit bin ich bei seinem Widerstand, der sich u.a. darin äußert, dass er Gründe sucht, sich über sein Leiden nicht bewusst werden zu müssen. Wenn es ihm gelänge, mich wie viele andere vor mir auszuschalten, dann müsste er sich nicht mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Widersteht die helfende Person den zahlreichen Versuchungen, so bleibt ihm nur noch, sich zu stellen. Vergangenheitsauflösung ist kein Selbstzweck, sondern dient einzig und allein dazu, Schmerzen von gestern, die den gegenwärtigen Eintritt in die Freude verhindern, zu transformieren.

Die Gegenwart ist der Kraftpunkt, der Vergangenheit und Zukunft verbindet. Nur im gegenwärtigen Augenblick ist es möglich, unbewältigte Vergangenheit abzuschließen und neue Weichen für die Zukunft zu stellen. – Gerd Ziegler

Ein früh verletzter Mensch weigert sich, diesen Schritt zu gehen, wenn er Angst hat, in der eigenen Dunkelheit unterzugehen. Er hat Angst, noch einmal fallen gelassen zu werden. Und so ist sein Widerstand zugleich die Prüfung der helfenden Person auf Geborgenheit: “Hältst du mich wirklich? Hältst du mich aus? Wirst du zu all der Hässlichkeit in mir stehen?” Während ich diese dunkle Seite nur als einen Teil von ihm sehe (eine spielerische Schöpfung des Lichts), fühlt er sich mit dieser finsteren Energie unbewusst identifiziert. Er kann diesen großen Schatten erst sehen und annehmen, wenn die Identifizierung in eine Arbeit mit Teilen übergeht. Dafür braucht er mich. Deshalb greift er mich an. In meinem modellhaften Umgang damit erreicht ihn Inspiration zur Erlösung seiner selbst.

Selbsterlösung ist nichts anderes als die mannigfach wiederholte Erfahrung, dass alles in uns selbst seinen Ursprung nimmt und auch dort wieder sein Ende findet. Wir sind alles und nichts. Erkenntnis genügt nicht. Wir wollten es erfahren, deshalb sind wir hier.

Genauso genügt auch dem verletzten Menschen nicht das verbale “Ja” der helfenden Person: “Ja, ich werde dich halten, egal, was geschieht.” – Bevor er sich für den Abgrund in sich öffnet, will er überzeugt sein. Sein Abgrund ist der eisigste Tiefpunkt an Dualität und Polarität, das maximal erfahrbare Leid im Menschenspiel (s. Kosmische Gesetze). Nun will er erfahren, dass er in bedingungsloser Herzenswärme gehalten wird, egal, was geschieht. Also überzeugt er sich, indem er um sich schlägt.

Jeder Schlag ist eine verzweifelte Frage. Und jede Hineinnahme in das helfende Herz ist eine heilende Antwort. Sie lautet: “Ja, du verletzt mich. Und ich sehe dein Licht.”

Simone Meller
Foto: Pixelio, Achim Lueckemeyer

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Für eine lebendige und freie Spiritualität


Die menschliche Evolution geht weiter, niemals bleibt sie stehen. Religionen und spirituelle (Individual-)Bewegungen haben Schritt zu halten. In christlichen Kirchen hängt noch ein blutiger Leib am Kreuz, als ob vor 2000 Jahren  mit Jeshua nur das und seitdem nichts mehr passiert wäre. Mediale Lebensberater vermarkten Channelings mit Geistwesen, die von höher schwingenden Energien integriert und weiter entwickelt wurden. Das darf SEIN, denn wir wählen unser Schwingungsniveau, und uns wird gespiegelt, was wir sind.  Aus der geistigen Welt tritt das an uns heran, was uns in diesem Moment entspricht. Erkennen wir, dass wir mehr sind, als der Spiegel zeigt, ziehen wir in sich spiralförmig nach oben ausdehnenden Kreisen weiter, und siehe da: das Spiegelbild ändert sich. Unsere Spiegel sind unsere Schöpfungen, wandeln sich von Tag zu Tag. In der Einheit falten sie sich zusammen wie eine aufziehbare Klappkarte, um sofort wieder dual aufzuerstehen, wenn wir sie brauchen. Es ist ein Spiel, dessen Anmut und Exaktheit mir den Atem raubt.

Simone Meller

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Weihnachten: kleinster gemeinsamer Nenner und größtes Potenzial


82788_R_K_B_by_Claudia-Hautumm_pixelio.deMenschen feiern Weihnachten aus Sehnsucht. Aus Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Liebe. Aus Sehnsucht nach der Überwindung von Dualität, der Trennung zwischen sich selbst und dem Göttlichen (Sehnsucht nach innerem Frieden), der Trennung zwischen sich und anderen Menschen (Sehnsucht nach äußerem Frieden). Das Weihnachtsfest ist ein vom Massenbewusstsein noch nicht vollständig ausgedeutetes Symbol für eine tiefe Sehnsucht nach Heimkehr zur Einheit: Egal, ob man im Jesuskind eine Brücke zwischen der Menschheit und dem Göttlichen sieht, oder ob man einfach ein paar besonders schöne Feiertage miteinander verbringt. Für die meisten ist Weihnachten unumstößlich, und egal, ob man auf hoher See, im warmen Süden oder bei der Arbeit ist – Weihnachten zieht um die Welt, nirgendwo kann man ihr entkommen. So säkularisiert unser Leben mittlerweile ist, undenkbar Weihnachten abzuschaffen. Weihnachten ist der kleinste gemeinsame Nenner des Massenbewusstseins, und es ist der Ansatz eines zart sprießenden Einheitsbewusstseins.

Fülle im Alltag statt Geschenkeflut

Am kollektiven Geschenketausch zur Weihnachtszeit beteilige ich mich seit über 10 Jahren  nicht mehr. Während des ganzen Jahres schenke ich mir selbst, was ich brauche. Andere Menschen beschenke ich spontan, Eingebungen und Situationen folgend. Ich ziehe natürliche Fülle im Alltag einer künstlich terminierten Geschenkeflut vor. Bereits als Jugendliche habe ich mich gewehrt, wenn mir verschiedenen Formen von Weihnachten aufgezwungen oder traditionelle Erwartungen an mich herangetragen wurden. Noch heute empfinde ich vieles davon als aufgesetzt, fast heuchlerisch. Mit meiner kritischen Sicht fühlte ich mich oft allein.

So lauschte ich Jahr für Jahr hin, was Weihnachten eigentlich ist. Jedes Jahr wurde ich fündig, jedes Jahr zeigten sich mir veschiedene Facetten von Weihnachten, die sich nach und nach zu einem Bild zusammensetzen. Manche Feste verbrachte ich bewusst allein, und als ich in dieser unangetasteten Stille erstmals bewusst die Christusenergie spürte, weinte und schluchzte ich aus tiefstem Herzen. Es war ein überwältigendes Gefühl, wie diese unendlich liebevolle Energie in alle Häuser, in alle Menschen drang, unabhängig davon, ob sie ein Bewusstsein dafür hatten oder nicht. Es war überwältigend, ihre Kraft der Transformation in mir zu spüren, wie sie Krusten löste und mein Herz befeite.

Jeder Tag kann Weihnachten sein

Vor einigen Jahren entdeckte ich die Kraft der Wintersonnenwende, seitdem sind die Tage und Nächte zwischen dem 21. Dezember und 06. Januar “meine heilige Zeit zwischen den Jahren”. In dieser Zeit (vorchristlich traditionell auch Rauhnächte genannt) vollziehen sich Ablösung vom alten Jahr, intensive Bewusstwerdung und Ausrichtung auf das neue Jahr. Spontan entstehen Rituale, Begegnungen, auch Konflikte, Zeiten von Rückzug und Stille, Unternehmungen… was auch immer  – ich lasse es fließen, vertraue meiner inneren Stimme, die mich so wunderbar bis zum heutigen Ort geleitet hat. Ich lasse mich tragen von der Dynamik dieser Zeit des Wechsels, mal ausgelassen tanzend, mal innig lauschend. Seit zwei Jahren nehme ich bereits im Vorfeld dieser Zeit etwas war, was ich als “Sog der Wintersonnenwende” bezeichne. Themen kündigen sich an, Vorbereitungen werden angestoßen, Weichen gestellt.

In der letzten Nacht stieg mir ins Bewusstsein, dass ich jeden Tag das lebe, wonach sich Menschen nicht nur zur Weihnacht, aber da eben besonders sehnen. Es klingt platt, zu sagen, jeder Tag in meinem Leben ist Weihnachten, doch vom Kern her meine ich das schon. Oft, wenn ich einfach selbstbewusst lebe, was ich bin ,und mich damit über das Private hinaus in meine Arbeitsbereiche Heilkunde, Wirtschaft und Wissenschaft ausdehne, fühle ich mich Jeshua verbunden. Vor 2000 Jahren waren er und seine Freundinnen und Freunde nur wenige. Ihrer liebevollen Ausdehnung wurde ein gewaltsames Ende gesetzt. Die Zeiten haben sich geändert, die menschliche Bewusstseinsevolution schreitet voran.

Zwar erfuhr auch ich Schmerzen von Verkennung und Verrat, doch nahm ich dankbar wahr, dass die Zeiten der Kreuzigung vorbei sind. Bei vielen meiner öffentlichen Schritte durchlebte ich Ängste “wie vor einer Hinrichtung” und war froh, dass die Zeiten der Hexenverbrennung vorbei sind. Ich nehme immer mehr Menschen wahr, die Nondualität erfahren und ihr wachsendes Einheitsbewusstsein in das alltägliche Leben, in bestehende Systeme und Berufe tragen. Anfeindungen, Skepsis und Spott zum Trotz. Warum? Weil es selbstbelohnend ist. Auch wenn auf dem eigenen Herzensweg Wachstumskrisen und Konflikte zu durchschreiten sind, wird das irdische Leben so viel leichter und freudvoller!

Weihnachten als Platzhalter für das größte Potenzial der Menschheit

Bei mir ist diese Weihnachtsbotschaft angekommen: Jeder Tag meines Lebens ist Weihnachten. Ich brauche kein Jesuskind in der Krippe als Zeichen, dass Gott sich mit den Sündern versöhnen will. Ich muss Jesus nicht als Sohn Gottes feiern, sondern ich weiß, das wir alle Töchter und Söhne Gottes sind, ja, dass wir Gott sind. Vor 2000 Jahren war dies kein verbreitetes Bewusstsein, so bedurfte es eines sensitiven Menschens wie Jeshua und seiner Clique, die durch ihr Sein und Handeln daran erinnerten. Infolge schuf die christliche Kultur das Weihnachtsfest als einen (unbewussten) Platzhalter für das größte Potenzial der Menschheit.

Noch heute ist für viele Menschen die gefühlte Kluft zwischen ihnen selbst und dem Göttlichen so groß, dass sie einen Jesus, eine Kirche, einen Guru oder ein Medium als Vermittler brauchen. In diese Gestalt hinein projizieren sie ihre eigene Göttlichkeit. Sie haben ihr Göttliches abgespalten und entdecken es im idealisierten Gegenüber wieder (das je nach Integrität und Geschäftstüchtigkeit daraus Profit schlägt). Projektionen sind Lernfelder, wenn sie Schritt für Schritt zurückgenommen werden. Die Göttlichkeit des idealisierten Anderen steckt ja auch in mir und dir! Das Göttliche antwortet dir in dir.

Weihnachten ist ein großes Lernfeld. Es geht um die Rücknahme (kollektiver) Projektionen, die ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg der Rückverbindung von Himmel und Erde waren. Es geht um die Entwicklung von Neuem Bewusstsein: Wir alle sind Gott, wir erfahren und begegnen uns als getrennte Teile von ihm hier auf Erden im Menschenspiel. Das Menschenspiel ist ein große Selbsterfahrung, es ist Gott, der sich im Menschenspiel erfährt – in den schwärzesten Zeiten und den jubelnden Momenten und in den vielen, vielen Räumen dazwischen.

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden? Nein. Ehre sei Gott auf Erden! Ehre sei all den den mutigen Seelen, die sich so viel für ihre Menschenleben vorgenommen haben, sich manchmal überfordert und verzweifelt fühlen oder sich so verirrt haben, dass sie vorübergehend den Heimweg nicht finden. Ehre sei Gott auf Erden und den Menschen beim Suchen und Finden von Frieden.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Claudia Hautumm
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