Posted on 09 Dezember 2010. Tags: Ausbildung, Begegnung, Entfaltung, Finden, Freiheit, Fülle, Gnade, Herz, Herzensgespräch, Intervention, Kollegen, Kraft, Kunde, Methoden, sanft, Unterscheidung, Verallgemeinerung, Vermarktung, Wahrheit, Wandel, Weg
Methoden entstehen, wenn Menschen ihren persönlichen Heilungs- oder Erfolgsweg verallgemeinern und auf entsprechend gewillte Menschen treffen, also auf solche, die sich auf dieses Benefit versprechendes Experiment einlassen. Ich bin nicht gegen Methoden. Im Gegenteil, ich habe von ihnen profitiert: mein Gang durch die Methoden hat meinen Blick geschärft und mich die sanft wandelnde Kraft des puren Seins erfahren lassen. Aufgrund dieser immer wieder neu gemachten Erfahrung besteht meine Arbeit primär aus Herzensgesprächen, die ich erst sekundär, sofern der Prozess danach verlangt, um methodische Interventionen ergänze. Doch sobald eine Methode meinen Kunden bei der Entfaltung seiner augenblicklichen Wahrheit stört, lasse ich sie los. Eine Methode ist eine Methode ist eine Methode. Jeder Mensch darf seinen Weg finden, wie ihn noch nie jemand ging. Insofern stehe ich mit meinem Angebot nicht für bestimmte Methoden. Ich habe auch keine neue Methode kreiert, die ich als Ausbildungsangebot zu Markte zu tragen hätte. Was ich tue, ist nicht neu, sondern so alt wie die Menschheit. Ich verlasse mich auf den Wandel durch aufrichtige Begegnung von Herz zu Herz. Dadurch bin ich uninteressant für Kunden, die nach Anbietern oder Ausbildern für bestimmte Methoden suchen, und merkwürdig für Kolleginnen, die von einer Fortbildung nach der anderen erzählen. Ich verkörpere nicht das, wonach sie streben, und das ist in der Gleichzeitigkeit zu meinem Erleben von Fülle eine aufschlussreiche Selbsterfahrung. Wir gehen unterschiedliche Wege. Und ich erfahre es als Gnade, dass wir das tun dürfen. So ist niemand gezwungen, sondern jeder frei das seine zu tun. Diese Freiheit schätze ich sehr.
Simone Meller
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Posted on 12 August 2010. Tags: achtsam, Arbeit, Atmen, Bedürfnis, Beruf, Betriebswirtschaft, Erkenntnis, Europäische Zentralbank, Feld, ganzheitlich, Geschäftigkeit, Gespräch, Gewinn, Idee, Intervention, Investition, Konflikt, Kosten, Kraft, Lösung, Manager, Meditation, Mensch, Mittagspause, Moderation, Neues Bewusstsein, Nutzen, Parabel, Pause, Problem, Produktivität, Prozessbegleitung, Psychologie, Referent, return on invest, Ruhe, Seminar, Spiritualität, Stille, Störung, Teamentwicklung, Training, Unterbrechung, Unternehmen, Unternehmensberatung, Unternehmenskultur, Veränderung, Wahrnehmung, Wirtschaft, Wohl, Zeit
Wer kauft Stille?
Noch nie wurde ich dafür engagiert, Stille ins Unternehmen zu bringen, aber immer habe ich sie im Handgepäck. Noch bevor ich mir darüber bewusst zu werden begann, erhielt ich oft die Rückmeldung, man würde in meiner Gegenwart zur Ruhe finden. Für Schwung hatte man mich engagiert und fand ihn in der Ruhe der von mir moderierten und begleiteten Prozesse. Mir war’s recht, ich konnte sowieso nicht anders und begann zu explizieren, was ich ohnehin schon tat: nämlich zur Stille anregen.
Stille funktioniert ohne Spiritualität und Psychologie
Wir brauchen weder über Spiritualität noch über Psychologie zu reden, wenn wir hier und da im Unternehmen zur Stille anregen. Ich tue das mittlerweile überall, wo ich auftrete, egal ob es sich um eine Teamentwicklung, einen Vortrag oder eine kleinere Gesprächsrunde handelt. Stille: ungewohnte Labsal in der zuweilen hektischen Betriebsamkeit von Unternehmen und eine oft unterschätzte Quelle für richtungsweisende Erkenntnisse!
Vor Jahren traf ich auf einem Kongress einen Manager der Europäischen Zentralbank, der öffentlich – sonst würde ich das hier nicht wiedergeben – darüber berichtete, wie er gemeinsam mit seinem Team meditierte. Zunächst heimlich, später standen alle dazu. Doch Meditation ist nicht jedermanns Sache, weshalb ich das Wort zumeist vermeide und niedrigschwellige Einstiege in die Stille anbiete. Es folgen ein paar Vorschläge, die alle nicht neu sind, sondern einzig und allein davon leben, wie wir sie realisieren. Der Ton macht die Musik, und unsere Worte der Einleitung bestellen das Feld. Mein persönlicher Stil ist eine entwaffnende Mischung aus Offenheit, Charme und Unerschütterlichkeit. Ich habe eine Idee (Stille!), weiß um ihre Ungewöhnlichkeit und signalisiere dennoch meine Überzeugtheit. Ich beharre nicht auf einer bestimmten Form, sondern achte das Feld, dass ich in meiner Gastrolle als Beraterin oder Moderatorin betrete.
Niedrigschwellige Einstiege in die Stille
- Minimale Übungen zur achtsamen Wahrnehmung von Boden, Stuhl, Körper, Atmung, Geräuschen, Gedanken und Gefühlen
- Vor, während, nach der Besprechung einfach eine Minute still miteinander sitzen – ohne Ehrgeiz, ohne Anspruch auf das Erleben phantastischer Phänomene
- Wenn sich das Gespräch erhitzt oder anderweitig aus dem Ruder läuft, zu ein paar Minuten Stille einladen
- Wenn der Weg zur lautlosen Stille zu weit ist, zum Beispiel weil es gerade einen heftigen Konflikt gab, dann erzähle ich eine kleine Parabel, zitiere einen passenden Spruch und/oder geleite mit eigenen Herzensworten in ruhigere Gewässer.
Der Schlüssel ist die eigene Stille
All das funktioniert natürlich nur, wenn man selbst still ist und mit jeder Pore des eigenen Körpers ausstrahlt, dass es einem mit dieser Intervention wirklich ernst ist. Das Schließen meiner Augen und der Rhythmus meines Atmens dienen anderen dabei als greifbare Haltepunkte, während natürlich in der Tiefe eine stärkere Feldeinwirkung durch die Kraft meiner eigenen Stille geschieht. Zum Beispiel kenne ich einen Angestellten einer Reederei, der unter fachlichen Vorwänden zu schwierigen Verhandlungen hinzugebeten wird, weil in seiner Präsenz keines dieser heiklen Gespräche eskaliert. Und viele, die Trainings und Seminare selbst durchführen, kennen das Phänomen, dass eine Gruppe still wird, wenn der Referent still wird. Ich werde auch still bei Unterbrechungen, Störungen und bedeutsamen Ereignissen, die leicht übergangen werden könnten.
Ich bereite meine Kunden mit wenigen und zur Situation passenden Worten auf Stille vor. Ich gewöhne sie bereits in unseren vorangegangenen Gesprächen an das Aroma der Stille, indem ich mit Verweis auf meine Langsamkeit das Tempo aus dem Gespräch nehme oder davon erzähle, dass nicht jede Geschäftigkeit auch produktiv ist. Obwohl ich noch nie auf die Anregung von Stille verzichtet habe, wenn sie mir wichtig war, kann ich mir Situationen vorstellen, in denen es sehr schwer sein könnte. Dann wäre meine Empfehlung, an anderen Stellschrauben der Unternehmenskultur zu drehen, z.B. eine Unterbrechungspause von 5 Minuten anzuregen und ggf. anschließend die Sitzordnung verändern. Auch erlebe ich immer wieder Unternehmen, in denen nicht einmal eine Mittagspause kultiviert wird. Wie will man da still werden? Also je schneller die Taktung einer Firma, desto basaler und entschiedener haben unsere Interventionen zu sein. Auch hier brauchen wir weder Spiritualität noch Psychologie. Ich bleibe schlichtweg bei meinen Bedürfnissen und meinem daraus resultierenden Erstaunen: “Wie? Sie machen keine Mittagspause? Also, ich brauche jetzt eine. Kommen Sie mit?”
Den Nutzen der Stille ins Bewusstsein heben
Ob wir nun in die Stille oder immerhin in die Mittagspause gegangen sind – danach ist es wichtig, den erfahrenen Nutzen dieser Zeitinvestition ins Bewusstsein zu heben! Nur zu schnell gehen der Gewinn oder zumindest der Return on invest in der Email-Flut, dem nächsten Telefonat oder der neuen Akte auf dem Schreibtisch unter. Beim Explorieren bestehe ich natürlich nicht auf diesem hier demonstrativ verwendeten betriebswirtschaftlichen Vokabular. Auch referiere ich nicht die Vorteile von vegetativer Entspannung, sondern frage, was in der Stille erlebt oder wahrgenommen wurde oder wie man sich jetzt nach der Mittagspause fühlt. Viele machen die Erfahrung, dass ihnen erst in der (relativen) Stille klar wurde, dass sie die Lösung für ein Problem längst wissen und nur noch zur Anwendung zu bringen haben. Anderen kamen in dieser Pufferzone zwischen Alltag und Alltag auf neue Ideen, die vorher niemand bedacht hatte. Manche bemerken Kopfschmerzen oder Erschöpfung und wissen dann, worum sie sich eben auch zu kümmern haben.
Doch für all das werde ich nicht engagiert. Ich bringe es eben einfach mit, weil es zu mir und meinen Dienstleistungen gehört. Rege ich zur Stille an, so nicht, weil ich Psychologin oder spirituell bin, sondern weil es erfahrungsgemäß gut tut. Immer dient Stille dem Wohl aller Beteiligten und zeitigt ganzheitliche Wirkung. Stille verändert Menschen und damit die Unternehmen, in denen sie arbeiten. Jedes Unternehmen existiert nur durch die Menschen, die es realisieren. Immer sind es Menschen, die etwas unternehmen.
Text: Simone Meller
Foto: Rainer Sturm, Pixelio
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Posted on 19 Juli 2010. Tags: Abi, Beruf, Büro, Coaching, Coachingdauer, Gruppencoaching, Hamburg, Intensivcoaching, Intervention, Klarheit, Kollegen, Meditation, Mitarbeiter, Projektplan, Ruhe, Schlafen, Selbstverwirklichung, Self Coaching, Telefoncoaching, Termine, Tiefe, Unruhe, Wirtschaft
Es gibt Tage der Unruhe. Nichts besonderes ist geschehen, doch innerlich ist da ein mulmiges Gefühl, scheinbar ohne Grund. Solche Unruhe ist wie Kräuseln an der Wasseroberfläche – ein Zeichen dafür, dass sich in der Tiefe ein Thema rührt. Zugleich fällt es dir schwer, in die Tiefe zu tauchen und nachzusehen. Denn dies setzt ein Mindestmaß an Ruhe und Entschlossenheit voraus, die du akut nicht hast.
Vielleicht gibt es jemanden, der dich unterstützen kann, Klarheit zu gewinnen? Um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen, ist eine tragende Lebenserfahrung. Wiederum gilt es, den Bedürfnissen nach Wachstum und Autonomie gerecht zu werden. In diese Richtung zielt mein folgender Tipp zum Self Coaching:
- Akzeptanz. Wenn du unruhig bist, dann tust du gut daran, dies zu bemerken und dir einzugestehen. Anstatt darüber hinwegzuhuddeln und dich von deiner Unruhe unbewusst durch den Tag hetzen zu lassen, lässt du deine Unruhe zu. Du weißt, auch mit Arbeit, Sex oder Alkohol kannst du sie nicht platt machen. Du akzeptierst, dass die Unruhe da ist und lässt dich auf sie ein.
- Bergung. Frage dich, ob du bereit bist, deine Unruhe zu bergen. Das ist keine rhetorische Frage. Bist du nicht bereit, so frage dich, was du brauchst und sorge dafür. Bist du bereit, so beginne, deine Unruhe bergen. Zum Beispiel indem du hier und jetzt dir selbst zugewandt sprichst: “Oh, da ist eine Unruhe in mir…” Es muss nicht dieser Text sein, doch ist es hilfreich, ihn laut zu sprechen (Flüstern im Büro oder auf dem Weg zur S-Bahn geht natürlich auch). Damit kannst du ein Feld errichten, so ähnlich, wie wenn du mit dem Fuß einen Kreis in den Sand malst. Es geht einfach nur darum, einen liebevollen Raum zu öffnen, in dem Platz für deine Unruhe ist.
- Inbrunst. Alles bisher und weiter genannte funktioniert nicht, wenn du es technisch anwendest, nach dem Motto “Schnell den Satz, und dann hab’ ich meine Ruhe”. Sei in deinem Wort, werde zu seinem Gehalt. Lass dich inbrünstig ein und halte diesen Raum ohne (!) Anspruch auf Stille, Tiefe oder sonstige ehrgeizige Ziele. Einfach nur den Raum für die Unruhe halten (“den Kreis im Sand nachzeichnen”). Einfach nur lauschen, was sich zeigt. Einfach laut aussprechen, was du vernommen hast und den Raum halten. Wenn dich deine Unruhe lockt, alles hinzuchmeißen, dann beginne wieder beim ersten Punkt der Akzeptanz.
Das ist eine extrem niedrigschwellige Intervention, deren Zyklen du ein- oder mehrmals durchlaufen kannst. Im Laufe dessen weicht die Unruhe und gibt den Blick frei auf dein Thema. Du hast dein “Abi” (Akzeptanz – Bergung – Inbrunst) geschafft! Prima!
Doch bevor dich der Alltag wieder packt: Gehe Verbindlichkeiten mit dir selbst ein. Was erfordert dein Thema? Vielleicht ein Gespräch, einen Spaziergang oder eine Meditation? Eine Änderung im Projektplan, eine Aussprache mit einem Mitarbeiter oder das Absagen eines Termins? Ein Mittagsschlaf oder ein gutes Essen? Was auch immer es ist: Nimm es ernst. Denn es ist ein Teil von dir, der nach Verwirklichung verlangt. Selbstverwirklichung ist kein einzelner, in sich abgeschlossener Akt, sondern ein ständiger Prozess. Und manchmal macht er mit Unruhe auf sich aufmerksam: “Bitte, schau in die Tiefe!”
Immer öfter kannst du diesen Prozess völlig selbstständig durchlaufen. Liebe dich genau dort, wo es dir noch nicht gelingt und erlaube dir fallweise Unterstützung. Vielleicht fällt dir spontan ein Freund, eine Lebensberaterin, ein Coach oder eine Kollegin ein, die in dieser Sache hilfreich wirken könnte.
Auch ich stelle meine Kompetenz gerne in deine Dienste, wenn es sich für beide Seiten stimmig anfühlt. Je nach Anliegen und Thema schwankt meine Coaching-Dauer in der Regel zwischen 1 bis maximal 12 Sitzungen à 60 Minuten. Ich coache nicht nur in meiner Hamburger Praxis, sondern auch flexibel am Telefon und sogar vor Ort, wenn Gruppencoachings organisiert wurden. Hier findest du alle Infos über mein Coaching auf einen Blick sowie Übernachtungsmöglichkeiten, wenn du für ein Intensivcoaching zu mir an den Elbstrand kommen möchtest. Nur eines solltest du vorher wissen: Ich mach’ dir keine Lösung.
Text: Simone Meller
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Posted on 02 Juli 2010. Tags: Auftrag, Coaching, Erfahrung, Erleben, Gleichwertigkeit, Herzensgespräch, Intervention, Lösung, Machen, Menschenspiel, Methoden, Psychotherapie, Stimmigkeit, Unternehmensberatung, Unterstützung, Wahl, Wahrheit, Wohl, Zulassen
Alle Spielzüge, Erfahrungen und Erlebensweisen sind gleichwertig. Doch nicht immer fühlen wir uns dabei gleich wohl. Dieser Unterschied im Wohlbefinden ist in meinen Augen die einzige Legitimation für meine Interventionen, sofern ich zuvor durch Privatpersonen und Unternehmen dazu per Auftrag aufgefordert wurde. Ich weiß nicht, was richtig für andere ist. Aber ich weiß, wie wir im Herzensgespräch gemeinsam herausfinden, was der nächste stimmige Schritt ist.
Ich kann nicht einmal sagen “Wähle mich als Therapeutin, Coach oder Unternehmensberaterin“. Denn weiß ich, welche Spielzüge als nächstes bei dir anstehen? Nein. Spiele, von denen ich mich verabschiedet habe, kannst du mit mir nicht mehr spielen, aber mit anderen Beratern durchaus. Und auch hier gibt es nichts zu werten, nur das jeweils Stimmige zu wählen. So zeige ich mich im persönlichen Gespräch, in öffentlichen Auftritten und hier auf der Website, damit du wählen kannst, ob ich zu deinem nächsten Schritt passe.
Ich identifiziere mich nicht mit Methoden, sondern schaue mit dir auf das, was du brauchst. In dieser unseren Verbündung mit deiner augenblicklichen Wahrheit entsteht deine Antwort. Wenn du es wählst, begleite ich dich dabei, sie zu empfangen und zu integrieren. So entsteht mehr Wohlbefinden für Menschen und Unternehmen. Es ist ganz einfach. Wenn wir es zulassen.
Ich mach’ dir keine Lösung, sondern unterstütze dich im Zulassen deiner Lösung.
Text: Simone Meller | Foto: Sonja Winzer, Pixelio
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