Tag Archive | "höheres Selbst"

Es kommt darauf an, was gerade angemessen ist


Wie oft lese und höre ich Menschen sagen: “Mein Verstand will dies…”, “Mein Herz will das…”, “Mein Ego sagt…”, “Mein inneres Kind…”, “Mein höheres Selbst meint…”, “Der Geizhals in mir…”, “Meine Seele möchte…” etc. Solche Arbeit mit inneren Teilen (“Teilearbeit” nennen wir das in der Psychologie) ist manchmal nützlich, wenn es um die Auflösung innerer Konflikte geht.

Anfänger staunen über die Entdeckung ihrer inneren Pluralität, Fortgeschrittene tüten sorgfältig alles wieder ein und dazwischen ist viel Raum für Entwicklung. Denn so sehr wir uns auch hilfsweise unter-teilen können, so bleiben wir doch die Person, die wir nun mal sind. Ich bejahe vorübergehende Teilearbeit und warne vor dauerhafter Abspaltung, so salbungsvoll freundlich getarnt sie auch daher kommen mag. Dies sei den akut an sich selbst arbeitenden Menschen genau so gesagt wie den von Teilearbeit begeisterten Lebensberatern. So wie nach dem Wort des Paracelsus die Menge das Gift macht, kann eine unangemessen verwendete Methode schädlich wirken.

Das Ziel von Teilearbeit ist die Integration

Teilearbeit sollte immer in Integration münden und nicht im Ausgrenzen des Geizhals, des Verstands und anderer ungeliebter, als Sündenbock fungierender Anteile (die häufig unter “Ego” subsummiert werden). Immer bedarf es eines liebenden Ichs, das alle seine Teile heimholt. Dieses Ich weiß: Ich bin nicht nur dieser und jener Teil. Aber auch dieses und jenes bin ich. Damit hat es den Übergang von einer einschränkenden Identifizierung in eine gesunde und frei schwingende Identität vollzogen. Nur dazu dient ja die Methode der Teilarbeit: Aus der Identifikation mit einem Teil heraustreten, sein freies Ich spüren und damit den ursprünglich behindernden Teil versöhnt integrieren können. Ein solcher Mensch übernimmt Verantwortung für sich selbst und weiß, dass es immer seine eigene Energie ist, die diese und jene Anteile speist.

Erst aus einer solchen gefestigten Persönlichkeit heraus kann das Einheitserleben mit anderen Menschen angestrebt werden, ohne unterwegs kindliche Symbiose, kalten Dogmatismus oder eine spirituelle Krise zu riskieren. Die Einheit muss dann nämlich überhaupt nicht “angestrebt” werden, sondern entsteht auf ganz natürliche Weise von allein. Auch deshalb mag ich so sehr das Zitat des Khalil Gibran von der Seele, die auf allen Pfaden wandelt und wie eine Lotusblume mit zahllosen Blättern wächst.

Es gibt keine Trennung von Ego und Seele

Wir sind herausgefordert zur Flexibilität und Achtsamkeit, zum permanenten Fühlkontakt mit der Frage “Was ist jetzt angemessen?”. So unterstütze ich beispielsweise jene, die einen Unterschied zwischen Ego und Seele zu entdecken beginnen. Und ich konfrontiere solche, die die Einheit von allem preisen, ohne sie in sich zu beschließen. Diesen, die vom bedingungslosen Annehmen reden, während sie im gleichen Atemzug subtil ausschließen, sage ich gern augenzwinkernd: “Zeige mir, wie du Ego und Seele trennst – und ich zeige dir, was du nicht bist.”

Damit rede ich nicht dem grundsätzlichen Abschied von der Teilearbeit das Wort, sondern möchte dafür sensibilisieren, offen für die eigene Entwicklung zu bleiben. Das meint permanentes Loslassen von Konzepten, so sehr sie einem früher auch geholfen haben. Zugleich bedeutet es nicht, grundsätzlich alle Konzepte über Bord zu werfen. Mein hiesiges Plädoyer ist ein energisches “Es kommt darauf an”. Es kommt darauf an, was gerade angemessen ist. Ich möchte dafür werben, die Essenz führen und die Form dienen zu lassen. Mit anderen Worten: Praktiziere deine Teilearbeit, so lange es dir bei deiner Ganzwerdung dient. Höre auf damit, sobald sie dich in deiner Ganzwerdung behindert. Sei achtsam dafür, dass es heute so und morgen anders und übermorgen wieder so, nur anders sein kann.

Einverleibung erfolgt jenseits von Diät und Völlerei

Wir entwickeln uns nicht linear, sondern spiralförmig aufwärts. Wir durchlaufen Wachstumskreise, innerhalb derer wir uns schrittweise auf höhere Bewusstseinsebenen schwingen. Da gibt es Tage, an denen ich mit mir selbst Teilearbeit praktiziere, und Tage, an denen ich nicht einmal weiß, wie man Teilearbeit buchstabiert. Ich beuge mich demütig meinem Prozess.

Ich begleite Menschen also nicht beim Abspecken ihres Ichs, indem sie sich trickreich zerlegen und dabei heimlich von immer mehr Teilen trennen dürfen. Solche perfektionistisch motivierten Diätversuche sind nichts als eine Gegenbewegung zur in Status und Prestige verhafteten Völlerei.  Zwischen diesen Extremen gibt es einen Weg der Mitte. Jenseits von Diät und Völlerei unterstütze ich Menschen beim Einverleiben von allem, was ihnen begegnet.  Damit diese Einverleibung nicht zu tatsächlichem Übergewicht führt, empfehle ich die Hineinnahme in das Herz als einen allverbundenen, inneren Ort der Liebe (s. Als das Pferd die Katze zu essen begann). Je öfter wir diesen Prozess durchlaufen, desto mehr werden wir zu dem Herz, von dem Khalil Gibran so beschwörend einfach spricht:

… stellt euch ein Herz vor, das all eure Herzen enthält, eine Liebe, die all eure Liebe umfasst, einen Geist, in dem sich der Geist eines jeden von euch wiederfindet, eine Stimme, die all eure Stimmen in sich vereint, und ein Schweigen, das tiefer ist als das eure und zudem zeitlos und ewig.

Wie könntest du auch nur einem einzigen Teil von dir diese bergende Erfahrung vorenthalten? Doch selbst wenn du es versuchtest, wäre er geborgen. Denn kein Teil von dir und keiner deiner Wege liegt außerhalb des Göttlichen oder des persönlich Seelischen. Alles ist eine Manifestation aus ein- und derselben Quelle. Ob du dich zerteilst oder nicht – immer bist du in dem Einen geborgen. Du wählst nur, wie sehr du es fühlst. Darauf wollte ich hinweisen.

Simone Meller

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Multidimensionalität


Aufregende Erfahrungen

Multidimensionalität ist eine der abgefahrensten und aufregendsten Erfahrungen in der Neuen Energie. Sie ist einer der Gründe für die häufige Müdigkeit bis hin zum Schlafzwang aus heiterem Himmel. Je nach Weite des eigenen Bewusstseins kann Schlaf der Zustand sein, in dem man die energetischen Prozesse am wenigsten stört.

Multidimensionaliät ist das Phänomen, dass ich mit bestimmten Seins-Aspekten Erlebnisse habe, an die sich bei tagesbewusster Ansprache einige der Aspekte (z.B. Freunde) nicht erinnern können. Oder jemand hat mit mir etwas erlebt, auf das ich tagesbewusst nicht zugreifen kann. Oder wir “träumen” nachts etwas, was einige Tage später geschieht.

Zu Multidimensionalität gehört auch, dass ich Optionen (“Lebensabzweigungen”) von mir und anderen wahrnehme, als ob sie geschehen. Später zeigt sich, dass die Option nicht gelebt wurde. Multidimensionalität ermöglicht auch die Erfahrung, in der geistigen Welt etwas “anzuchanneln”, was in seiner irdischen Weiterentwicklung direkt vor der eigenen Nase abgelehnt wird. Multidimensionalität ist sooooo viel und jeden Tag für neue Überraschungen gut…!

Neuauflage der Frage “Wer bin ich?”

Multidimensionalität wirft auf neue Weise die Frage auf, wer oder was ich bin. Multdimensionalität ist das, was manche Psychiater das Fürchten lehrt und doch alle Etiketten von vermeintlicher Schizophrenie sprengt. Denn Schizophrenie ist nicht das passende Etikett dafür, auch wenn es weiterhin Krankheitsbilder gibt, auf die die Bezeichnung Schizophrenie zutrifft.

Ich nehme Multidimensionalität zunehmend als EINEN sich weitenden Bewusstseinsraum zwischen ALLEM und NICHTS wahr. Wo wir aber für unser irdisches Alltagshandeln Bewusstseinsfilter braucht, erscheinen die Phänomene weiter als “Multidimensionalität”. Es bleibt spannend, welche Erlebnisse unser Wachbewusstsein erreichen und welche nicht.

Vermöchte ich nicht zu lachen, so könnte es mich kränken – zu erleben, wie sich nach jahrelanger Transformation und gewachsener Klarheit wunderbare Räume und Phänomene entfalten, um sich schlussendlich wieder ins Nichts einzufalten. Mehrmals täglich verschwindet die duale Welt im kosmischen Abfluss meines Bewusstseins, um schon kurze Zeit später wieder in ihrer bunten Vielgestaltigkeit vor meinen Augen aufzuerstehen (s. auch “Ich pulse und quelle”). Je weiter ich mein Bewusstsein zu öffnen vermag, desto mehr erlebe ich bzw. stellt sich die Frage, wer da eigentlich was erlebt.

Wer bin ich, wenn ich die Welt esse?

Ich benutze die Metapher vom “Essen” für das zunehmende Hineinlassen bislang ausgegrenzter Seins-Aspekte in mein Leben. So wie das Pferd die Katze aß, aß ich anfangs meine Biografie, dann meine früheren Inkarnationen und zunehmend das Leiden aus dem Kollektiv. Auf diese Weise verdaute ich immer mehr von der Welt in mir, in meinem inneren Bewusstseinsraum. Und ich begann hinter verschiedenen Geschichten die gemeinsame Energie zu verstehen. Nach der transformierenden Arbeit an einer kollektiv relevanten Spaltung durch die Finsternis erhellte sich mir “meine” einstige Existenz als Maria Magdalena und deren Dualseelenschaft zu Jeshua (Jesus Christus). Dieser “Punkt” erwies sich als “Überkreuzung”, was ich weiter unten erklären werde. Ich wurde u.a. begleitet von Sananda, der gesammelten und weiterentwickelten Christusenergie, und prüfend herausgefordert von Satan, einem energetischen Teufelsaspekt des Seins. In der Dualität zu Sananda (Sananda ist nicht Simone) und zu “fremden” Inkarnationen (also solchen, die nicht “meinem” höheren Selbst zuzuordnen sind) durchlief ich zahlreiche weitere Prozesse, die jeweils im Nichts endeten, das Alles ist.

Vor einigen Tagen bestätigte mir Sananda mein Ahnen: “Sananda ist nicht GANZ das, was du bist. Du wirst weiter wachsen und Sananda essen.” – Heute kulminierten mehrere Prozesse letztlich darin, dass ich Sananda und damit “fremde” Inkarnationen zu essen begann. Das meine ich mit “Überkreuzung”. Doch eigentlich ist es keine Überkreuzung, sondern ich gelange sozusagen im Baum der Erkenntnis am Stamm an. Es führt mich tiefer in meine Angst vor meiner Größe und meinem Licht, das in allem und jeden ist. Es fordert mich zur Transformation dieser Ängste heraus. Es ist eine weitere Ausweitung meines Bewusstseinsraums, in der sich mein Ich am Erlebten nicht besitzergreifend aufbläht, sondern zu so etwas wie einer Trägersubstanz für das Erlebte wird und es wohlbringend zu verdauen (zu integrieren) hat. Es hängt also von der Weite meines “Ichs” ab, was ich jeweils bin und was nicht (s. weiterführend zur Frage der Identität auch Ohne Ego keine Einheit). Auf Multidimensionalität ist Verlass: Beim nächsten Schwingungseinbruch war Sananda wieder zur Stelle mit vielen anderen lieben Aspekten im Schlepptau.

Alles essen, um Nichts zu sein

Ich erlebe “meine” letzte Inkarnation, an deren Ende ich ALLES aufgegessen haben werde, um NICHTS zu sein. Es ist die vollständige Zurücknahme ALLER Projektionen ins NICHTS. Das Pferd isst die Katze. Ich esse meine Schöpfung. Du isst deine Schöpfung. Multidimensionalität bedeutet, nicht nur zu erkennen, sondern zu ERFAHREN, dass alle Aspekte des Seins meine Schöpfung sind – genau so wie sie auch deine Schöpfung sind. Denn wer sind du und ich, wenn wir nicht in Dualität, aber auch nicht in Einheit sind?

Multidimensionalität fordert mich heraus und offenbart eine Gigantik des Menschenspiels, die meinen Verstand weit, weit überspannt. So übe ich mich im Aushalten von Transrationalität, während ich meinen Erfahrungen folge. Ich dehne meine Grenzen aus ins Unbekannte… und berge das Fremde in mir.

Text: Simone Meller | Foto: U. Herbert, Pixelio

Multidimensionalität ist eine der abgefahrensten und aufregendsten Erfahrungen in der Neuen Energie. Sie ist einer der Gründe für die häufige Müdigkeit bis hin zum Schlafzwang aus heiterem Himmel. Je nach Weite des eigenen Bewusstseins kann Schlaf der Zustand sein, in dem man die geistigen Prozesse am wenigsten stört.

Multidimensionaliät ist das Phänomen, dass ich mit allen Aspekten des Seins Erlebnisse habe, an die sich bei tagesbewusster Ansprache einige der Aspekte (z.B. Freunde) nicht erinnern können. Oder jemand hat mit mir etwas erlebt, auf das ich tagesbewusst nicht zugreifen kann. Oder wir “träumen” nachts etwas, was einige Tage später geschieht.

Zu Multidimensionalität gehört auch, dass ich Optionen (“Lebensabzweigungen”) von mir und anderen wahrnehme, als ob sie geschehen. Später zeigt sich, dass die Option nicht gelebt wurde.

Multidimensionalität ermöglicht auch die Erfahrung, in der geistigen Welt etwas “anzuchanneln”, was in seiner irdischen Weiterentwicklung direkt vor der eigenen Nase abgelehnt wird.

Multidimensionalität ist so viel und jeden Tag für neue Überraschungen gut… sie macht Spaß!!

Multidimensionalität ist das, was jeden alt-energetischen Psychiater das Fürchten lehrt und alle Etiketten von Schizophrenie sprengt. Denn Schizophrenie ist nicht das passende Etikett dafür, auch wenn es weiterhin Krankheitsbilder gibt, auf die die Bezeichnung Schizophrenie zutrifft.

Ich nehme Multidimensionalität zunehmend als EINEN sich weitenden Bewusstseinsraum von hier bis zum NICHTS, das ALLES ist, wahr. Da das aber noch nicht allen so geht und unser irdisches Alltagshandeln Bewusstseinsfilter braucht, erscheint es weiter als “Multidimensionalität” und es bleibt spannend, welche Erlebnisse unser Wachbewusstsein erreichen und welche nicht.

Wäre es nicht lustig, so könnte es kränken – zu erleben, wie sich nach jahrelanger Transformation und Selbstklärung wunderbare Räume und Phänomene entfalten, um sich schlussendlich wieder ins Nichts einzufalten.

Mehrmals täglich verschwindet die duale Welt im kosmischen Abfluss meines Bewusstseins, um schon kurze Zeit später wieder in ihrer bunten Vielgestaltigkeit vor meinen Augen aufzuerstehen.

So wie das Pferd die Katze isst, aß ich anfangs meine Biografie, dann meine “früheren” Inkarnationen (Zeit und Raum sind hilfreiche Illusion der Dualität), dann das Leiden aus dem Kollektiv. Die Reihenfolge beschreibt eine Tendenz, es gibt Überschneidungen und Nacharbeitungen, aber deutlich weniger, als ich bei anderen beobachte.

Nach erfolgreicher Arbeit an einem finsteren Kollektiv-Thema erhellte sich mir glaklar meine einstige Existenz als Maria Magdalena und deren Dualseelenschaft zu Yeshua (Jesus Christus). Dieser “Punkt” erwies sich als “Überkreuzung”. Ich wurde u.a. begleitet von Sananda, dem transformierten Christusbewusstsein, und herausgefordert von Satan, dem transformierten Luzifer. In der Dualität zu Sananda (Sananda ist nicht Simone) und zu “fremden” Inkarnationen (die nicht “meinem” höheren Selbst zuzuordnen sind) durchlief ich weiter zahlreiche anstehenden Prozesse, die jeweils im Nichts endeten, das Alles ist.

Vor einigen Tagen erklärte mir Sananda: “Sananda ist nicht GANZ das, was du bist. Du wirst weiter wachsen und Sananda essen.”

Heute kulminierten mehrere Prozesse letztlich darin, dass ich Sananda und damit “fremde” Inkarnationen zu essen begann. Das meine ich mit “Überkreuzung”. Doch eigentlich ist es keine Überkreuzung, sonder ich gelange im Baum der Erkenntnis am Stamm an. Es ist das ungeheuerlichste und lichtvollste Erlebnis, das mir Multidimensionalität bislang bescherte. Es führt mich in die Reste meiner Angst vor meiner Größe und meinem Licht, das in allem und jeden ist. Es führt mich in die Transformation dieser Ängste in Liebe.

Und: Auf Multidimensionalität ist Verlass. Beim nächsten Schwingungseinbruch war Sananda mit anderen lieben Aspekten wieder zur Stelle.

Ich erlebe meine letzte Inkarnation, an deren Ende ich alles aufgegessen haben werde. Ich bin ALLES, was ist, und ich bin NICHTS. Genau wie du.

Multidimensionalität bedeutet, zu erkennen und auszuhalten, dass alle Aspekte des Seins meine Schöpfung sind – genau so wie sie auch deine Schöpfung sind. Es ist die vollständige Zurücknahme ALLER Projektionen ins NICHTS.

Das Pferd isst die Katze. Ich esse meine Schöpfung. Du isst deine Schöpfung.

Dieses gigantische Menschenspiel, das unseren Verstand so weit, weit, weit überspannt, ist der größte Witz aller Zeiten.

Einen solchen Witz kann nur das Nichts erzählen.

Höre, wie es lacht.

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Zwischen Mut und Demut fließt mein Leben


272918_R_K_by_Carsten-Przygoda_pixelio.deDemut und Demütigung – das können viele Menschen nicht auseinander halten. Schon länger wollte ich darüber schreiben, zuletzt gedacht gestern, als ich über die Hingabe an das Feuer geschrieben habe. Eben las ich auf Matthias Kreis Blog, dass er das Thema aus seiner Perspektive am Wickel hat. Er schreibt, dass Hingabe persönliche Entwicklung ermöglicht und leichter fällt, wenn man sich klar macht, dass es um Hingabe an eine Wachstumshierarchie und nicht um Unterordnung in einer Machthierarchie geht.

Ich finde, mit dieser von Ken Wilber eingeführten Hierarchie-Unterscheidung lassen sich Demut und Demütigung wunderbar differenzieren. “Nach unten treten, nach oben buckeln”, das beschreibt die Radfahrermentalität, eine Kultur der Demütigung, die noch in vielen Unternehmen und Familien vorherrscht. Zahlreiche Religionen und esoterische Kreise, aber auch Schulen und Universitäten sind durch Unterwerfungsrituale geprägt.

Demut hingegen hat mit beseeltem Dienen zu tun. Ich diene meinem höheren Selbst, d.h. immer wieder löse ich, worum sich meine menschliche Hand ängstlich krallt. Auch in meiner Arbeit mit anderen Menschen nehme ich eine demütige Haltung vor den Bewegungen der anderen Seele ein. Ich kenne nicht den richtigen Weg des jeweiligen Menschen, des Teams, des Unternehmens. Aber ich bin gut darin, den Bewegungen der Seele den Weg freizuräumen. Demut bedeutet auch, mich nicht als Heilerin oder spirituelle Lehrerin zu bezeichnen, weil Heilung und spirituelles Lernen immer von innen heraus, in der achtsamen Stille geschieht. Ich kann der Heilung und Entfaltung anderer dienen und mich auf eine demütige Haltung besinnen, wenn diese Bewegungen anders ausssehen als gedacht.

Unsere psychotherapeutischen Praxen sind voll mit Menschen, die durch demütigende Erfahrungen geprägt wurden. Matthias schreibt, dass Hingabe verpönt sei, da sie oft mit Machtaufgabe gleichgestellt werde. Ich beobachte ebenfalls, dass Menschen, die allergisch darauf reagieren, wenn ich von Demut spreche, sich im Grunde nur von der Demütigung abgrenzen wollen. Das kann ich gut verstehen. Gleichzeitig sind das oft aber auch die Menschen, die sich in beruflichen und privaten Beziehungen weiterhin bis zur Selbstaufgabe opfern (z.B. weit über Ihre Grenzen hinaus Überstunden leisten oder in der Partnerschaft Konflikten aus dem Weg gehen). Immer sind hier Verlustängste am Werk nach dem Motto “Wenn ich bin, wie ich bin, verliere ich den Job, meinen Partner etc. und dann bin ich allein.”). Damit ist der Wirkmechanismus einer Machthierarchie beschrieben. Wer als Kind oft genug für Außerungen seines wahren Selbst bestraft (gedemütigt) wurde, verhält sich auch als Erwachsener entsprechend unterwürfig.

Bei tieferer Betrachtung ist das Problem also kein Mangel an Hingabe, sondern ein Zuviel im Sinne einer Selbstaufgabe. Nur wer bei sich bleiben und “Nein” sagen kann, vermag sich hinzugeben. Denn nur dann läuft er nicht Gefahr, sich in diesem Prozess zu verlieren. “Das Nein in der Liebe” von Peter Schellenbaum beschreibt wundervoll, wie Hingabe und wahre Nähe erst durch die Fähigkeit zur Abgrenzung möglich wird. Sein Buch zählt für mich zu den Top Five der wichtigsten Bücher meines Lebens.

Im Bild der Rose lässt sich das veranschaulichen. Die Rose gibt sich hin, verströmt sich mit ihrer Schönheit, ihrem Duft, ihrer Anmut… Mit ihren Dornen schützt sie sich, bleibt bei sich, zieht Grenzen. Wer zu verzeihen versucht, bevor er seine Wut gespürt und konstruktiv gelebt hat, wird nicht weit kommen. Wer seinen Nächsten mehr liebt als sich selbst, wird hängen bleiben. Wer sich hingibt, ohne bei sich selbst zu sein, wird sich verlieren.

In jeder Therapie und allen Lebensberatungszenen, die ich kennengelernt habe, gibt es irgendwann im Prozess eine Tendenz zum Normativen: Das Ziel (Verzeihen, Hingabe, bedingungslose Liebe etc.) wurde kognitiv erkannt, als richtig bewertet und fortan zur Unterdrückung der ungeliebten, aber sich immer wieder aufdrängenden Impulse (Angst, Wut, Hass, Neid, Egoismus etc.) benutzt. Dadurch wird Entwicklung zwar nicht ver-, aber behindert. Heilung ist wie Wasser (*seufz* trotz sanitärer Baustelle :-) ) und findet ihren Weg, z.B. durch herausfordernde Lebenskonstellationen, die in Resonanz zum verdrängten Schatten stehen (Spiegelprinzip).

Anders als Matthias verstehe ich Hingabe nicht als Hingabe an den nächstHÖHEREN Entwicklungsschritt, sondern als Hingabe an das, was ist. Wenn ich Angst habe, WEISS ich zwar, dass dies ein illusionärer Zustand von Trennung, von Nicht-Liebe ist, aber ich kann diesen Zustand nicht überspringen. Aber ich kann mich ihm hingeben, indem ich ihn lebe. Das hat mit Loslassen zu tun. Die Vorstellung loszulassen, dass ich keine Angst haben darf, weil ich ja weiß, dass ich keine Angst zu haben brauche.

Angst schwingt niedriger als Liebe, aber meine Angst von heute schwingt höher als meine Angst von gestern. Insofern stimme ich mit Matthias überein, dass es um den nächstHÖHEREN Entwicklungsschritt geht :-) .

Ich kann mich aber ebenfalls einem Menschen, der Natur, einem Tanz, einem Buch, dem Zubereiten einer Mahlzeit etc. hingeben. Das hat auch etwas mit Selbstvergessenheit und Flow zu tun.

Demut oder die Energie des “Surrender”-Lieds hat noch eine andere Qualität. Es bedeutet, dass mein menschliches Selbst seine Grenzen anerkennt, seinen zugewiesenen (vom höheren Selbst gewählten) Platz einnimmt und sich bei aller Größe und Wertigkeit bewusst wird, dass es “nur” Sternenstaub, ein göttlicher Funken aus dem großen Ganzen ist.

So gebe ich mich wechselnd hin. Mal ist es eine Hingabe an meine Größe (wenn es gelingt: Leuchten ohne Selbstüberhöhung), mal ist es eine Hingabe an meine Kleinheit und Beschränktheit im unglaublich phantastischen Kosmos (wenn es gelingt: Demut ohne Erniedrigung). Beides ist immer eine Gratwanderung, die stets neu auszubalancieren ist.

Die Hingabe an das eigene Licht erfordert Mut (Transformieren der Angst vor dem Göttlichen in uns), die Hingabe an den eigenen Schatten erfordert Demut (Transformieren der Angst vor dem Menschlichen in uns). In beiden Fällen gebe ich Kontrolle auf. Ich gebe mich dem Fluss meines Lebens hin. Zwischen Mut und Demut fließt mein Leben. Als göttliches Wesen erfahre ich mich in menschlicher Polarität – aufgespannt zwischen Mut und Demut.

Simone Meller
Foto: pixelio, Carsten Przygoda

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Die Erlösung von Frau und Mann


245946_R_K_by_Manfred_pixelio.deBeim Schreiben von “Ein wahrer Traum von Frau und Mann” fiel mir das Buch “Leben im Licht” von Shakti Gawain ein. Da sich meine Lokführerin ihr so seelenverwandt fühlt, fand der Schaffner auch sofort die richtige Stelle (S. 108-109, Ullstein-Auflage November 2004):

“Die weibliche Kraft unserer Intuition, die Kraft unseres höheren Selbst, ist immer in unserem Innern vorhanden. Es hängt von unserer männlichen Energie ab, was wir mit dieser Kraft machen. Entweder wir bekämpfen, blockieren und kontrollieren sie (…), oder wir geben uns dieser Kraft hin, öffnen uns für sie und lernen, sie zu unterstützen und mit ihr zu fließen. Für jeden Einzelnen wie auch im Ganzen findet eine Veränderung in der Einstellung gegenüber der Intuition statt. (…) Die Kraft der femininen Energie erwacht in unserer Welt. Wenn sie in unserem eigenen Innern lebendig wird und wir sie annehmen und uns ihr hingeben, dann wird das ‘alte Männliche’ in uns transformiert. Es wird durch die innere Frau noch einmal wiedergeboren als der ‘neue’ Mann, der im Vertrauen und der Liebe zu ihr vollkommen aufgeht. Er muss wachsen, um so stark zu werden wie sie, so dass sie die Liebenden sein können, als die sie gedacht sind. (…) Die Geburt des ‘neuen Mannes geht einher mit der Geburt des Neuen Zeitalters. Die neue Welt entsteht in unserem Innern und nimmt in unserer Umwelt Gestalt an. Der neue Mann (die physische Welt) wird in seiner ganzen Vollkommenheit aus der weiblichen Kraft (der spirituellen Energie des Kosmos) erschaffen.”

Ich möchte hinzufügen, dass mit dieser Neugeburt der Kampf der Geschlechter aufhört. Erlöste Frauen und Männer, also solche die ihre inneren Frauen und Männer neu geboren haben, haben unweigerlich auch dem jeweils anderen Geschlecht vergeben. Beide Prozesse sind meiner Erfahrung nach untrennbar miteinander verbunden.

Wer sich selbst heilt, heilt eine ganze Welt.

Es ist die Rückkehr von Adam und Eva ins Paradies. Aus dem sie nie verstoßen wurden. Sondern sie verließen es, um Erkenntnis darüber zu gewinnen, wer sie sind. Aus der Einheit (Paradies) kommend wählten sie Dualität (Erdenleben). Sie durchliefen die Erfahrung von Polarität und plötzlich – Jahrtausende später – stehen sie sich gegenüber: Wiedervereinigung. Was für ein Wiedersehen! Was für ein Fest! Dualität kehrt heim.

Text: Simone Meller | Foto: Manfred, Pixelio
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