Tag Archive | "Gnade"

Verrat setzt Loyalität voraus


Das Konzept Verrat setzt das Konzept Loyalität voraus. Ich erfahre, dass sich in der freigebenden Liebe das Konzept Loyalität schrittweise auflöst und damit auch die Idee von Verrat. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal so sprechen würde, denn… obwohl, doch! Vor langer Zeit – das war 1999 – bin ich zerbrochen an einem biografisch gelernten und von mir selbst zur Spitze getriebenen Loyalitätskodex. Es war ein not-wendiges Zerbrechen von erbarmungsloser Härte. Die Härte zerbrach sich selbst, bevor ich die Gnade der Weichheit zuzulassen begann. Zusammen mit intensiven Karmaauflösungserfahrungen der letzten Jahre hat das dazu geführt, dass ich niemanden mehr etwas verspreche und niemanden mehr ein Versprechen abverlange. Nicht aus Furcht vor Karma, sondern aus der Einsicht, dass sich lebendiges Leben nicht festnageln lässt. Mir ist bewusst geworden, wie ich die Entfaltung von Leben mit Versprechen beschränken würde. Liebe gibt frei. Nicht dem anderen, sondern seinem eigenen inneren Frieden zuliebe.

Simone Meller

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Methoden entstehen durch Verallgemeinerung


Methoden entstehen, wenn Menschen ihren persönlichen Heilungs- oder Erfolgsweg verallgemeinern und auf entsprechend gewillte Menschen treffen, also auf solche, die sich auf dieses Benefit versprechendes Experiment einlassen. Ich bin nicht gegen Methoden. Im Gegenteil, ich habe von ihnen profitiert: mein Gang durch die Methoden hat meinen Blick geschärft und mich die sanft wandelnde Kraft des puren Seins erfahren lassen. Aufgrund dieser immer wieder neu gemachten Erfahrung besteht meine Arbeit primär aus Herzensgesprächen, die ich erst sekundär, sofern der Prozess danach verlangt, um methodische Interventionen ergänze. Doch sobald eine Methode meinen Kunden bei der Entfaltung seiner augenblicklichen Wahrheit stört, lasse ich sie los. Eine Methode ist eine Methode ist eine Methode.  Jeder Mensch darf seinen Weg finden, wie ihn noch nie jemand ging. Insofern stehe ich mit meinem Angebot nicht für bestimmte Methoden. Ich habe auch keine neue Methode kreiert, die ich als Ausbildungsangebot zu Markte zu tragen hätte. Was ich tue, ist nicht neu, sondern so alt wie die Menschheit. Ich verlasse mich auf den Wandel durch aufrichtige Begegnung von Herz zu Herz. Dadurch bin ich uninteressant für Kunden, die nach Anbietern oder Ausbildern für bestimmte Methoden suchen, und merkwürdig für Kolleginnen, die von einer Fortbildung nach der anderen erzählen. Ich verkörpere nicht das, wonach sie streben, und das ist in der Gleichzeitigkeit zu meinem Erleben von Fülle eine aufschlussreiche Selbsterfahrung. Wir gehen unterschiedliche Wege. Und ich erfahre es als Gnade, dass wir das tun dürfen. So ist niemand gezwungen, sondern jeder frei das seine zu tun. Diese Freiheit schätze ich sehr.

Simone Meller

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Die Gnade der Zeit


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Vom Glauben zum Fühlen


Wenn der Zen-Schüler
mit der Kettensäge kommt
und der Christ
den Weichspüler holt
dann will ich rufen:
Jesus! Buddha!
Kommt herbei!

Tanzt mit uns
bis sich die Lehre leert
und wir atemlos FÜHLEN
dass Extreme die Hölle
und Vereinigung der Himmel
auf Erden sind

Keine Liebe
will den Nihilismus
im abgeholzten Wald
Kein Mitgefühl
will das Märtyrertum
des konturlosen Herz

Vorbei die Zeit
der Inquisition
Kein Scheiterhaufen
folgt meiner Impertinenz
doch vielleicht Entrüstung
wenn ich sage dass
Greuel subtile Formen
tragen kann und
Missbrauch nicht nur
sexueller Art ist

All diese Spiele dauern an
bis auch der letzte erkannt hat
dass man Schatten nicht töten
nicht abschneiden nicht ignorieren
nicht aufweichen nicht verleugnen
sondern nur mutig lieben kann

Jenseits von
Kettensäge und Weichspüler
gibt es einen Weg der Wahrhaftigkeit
Er beginnt in dir und mir
wenn wir leben was wir sind
anstatt zu scheinen
wie wir GLAUBEN zu sollen

Wenn wir die Lehren leerten
und mit Erfahrung füllten
entdecken wir ein
christliche Alles im
buddhistischen Nichts
und vice versa

Doch weder holzten wir ab
noch spülten wir weich
sondern blieben verwurzelt
in der Gnade des irdischen Lebens

Simone Meller

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