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Abgetriebene und verlorene Kinder annehmen


Frauen schulden ihren abgetriebenen oder verlorenen Kindern nichts. Ihre ungeborenen Kinder schlagen dies vor: Ich bin dein Kind. Und du bist meine Mutter. Eine solche Annahme des ungeborenen Kindes setzt Gefühle frei. Im Zulassen dieser erlösen sich Frauen von bislang unerkannter Last. Sie schenken sich Mutterschaft, Würde und Freiheit: Ja, du bist mein Kind. Und ich bin deine Mutter.

Und wenn eine Frau den einstigen Todeskampf ihres ungeborenen Kindes fühlt, so darf sie inmitten ihrer Tränen sagen: Ich bin ich. Und du bist du. Jede Mutter-Kind-Beziehung steht irgendwann vor der Auflösung der Symbiose. Auch die zwischen Mutter und ungeborenem Kind. Jede Seele darf ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich bin ich. Und du bist du. Du gehst deinen Weg. Und ich gehe meinen Weg.

Im Ertragen und Annehmen dieser Dualität liegt die Chance zur seelischen Reifung. Wie könnte Einheit erfahren werden, wenn sie niemals verlassen würde? Wie könnte Leben erfahren werden, wenn nicht gestorben würde? Jedes Leiden endet in der bedingungslosen Annahme des zu Erfahrenden. Annehmen ist leicht. Nur sich dagegen wehren und sträuben ist schwer. Wie könnte das Leichte ohne das Schwere erfahren werden?

Simone

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Mitgefühl durch Klarheit


da ich dir nichts mehr geben will
steht nichts mehr zwischen uns

bin dir so nah wie ich mich einlasse
und ich fühle fühle alles was ist

staunend dein universum sehen
sein geschehen das mich bewegt

hin zu freien worten und gesten
ergebene resonanz zu deinem sein

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text: simone meller | foto: uschi dreiucker, pixelio

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Geformt in neuem Ton


meine augen schauen deine
meine hand fühlt meinen bauch
ich schmecke deinen kuss
und sinke ins explodierende feuer der erde
ich zergehe wie einst die hexen
und ersteige wie der phönix
doch all dies fühlen ist eins eins eins
tränen und schreie entspringen meinem sein
zerberste stampfend zur sonne
lande geformt in neuem ton
ich bin bin bin bin bin bin

simone

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es gibt keine objektiven spiegel


es gibt keine objektiven spiegel
ich sehe im spiegel was mich beschäftigt

indem ich mich auf mein reagierendes fühlen einlasse
erkenne ich was mir persönlich gespiegelt wird
also: was ich mir an dir spiegele

so kann es sein
dass ein und diesselbe situtation
dir und mir etwas unterschiedliches spiegelt

wir sehen jeweils das was uns entspricht
unsere realität schallt wie ein echo zurück

simone meller

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