Tag Archive | "Freude"

Meine Sommerhymne


Weder den Duft der englischen Rosen
noch das Zirpen der Grillen im Garten
kann ich bebildern oder in Worte kleiden

Mir bleibt der Genuss von Sommerfreuden
und eine Spur von Buchstaben zum Zeigen
der Spinnennetze im Haar und Krabbelgetier

Schon musste ich lassen die Rosen – verblüht
kürzer werden die Tage die Füße abends kühl
erstmals vergessen zu bewässern die Beete

Versunken in der Exotik des Moschusbocks
leuchten die satten Farben des Sommers
wohin ziehen die Schnecken und mein Herz

Wie gerne hielte ich die Wärme dieser Zeit
geborgen in der Umarmung des Sommers
barfüßig und leicht durch Schatten tanzend

Simone Meller
Foto: Irene Lehman, Pixelio

*

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Das geschenkte Leben


Der für tot erklärte Kamikaze-Flieger
kehrt heim freudig und verlegen
voller Scham zu leben kein Held

Da erblickt die Mutter ihren Jungen
traut ihren Augen ihrem Gefühl
Du lebst! Du lebst! Du lebst!

Freut sich an für mit ihm doch
wohl erzogen entschuldigt er sich
für den nicht gewonnenen Krieg

Das ist doch völlig egal! antwortet
die Liebe seiner Mutter erlöst sein
Herz erst Jahre später der Mann weint

Simone Meller

*

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Wie kann man nur so sein!


Wie kann man nur so sein! So legen wir gerne Maß an an dem, der uns aus der Ruhe bringt. Jeder private oder berufliche Konflikt hat mit zwischenmenschlichen Unterschieden zu tun. Doch konfliktverursachend sind nicht die Unterschiede, sondern unsere Unfähigkeit, sie zu ertragen. Sei es zu Hause oder in der Firma.

Da können wir helle und dunkle Seiten an uns erleben. In der einen Situation gehen wir liebevoll mit Unterschieden zwischen uns und anderen um. Doch schon im nächsten Moment finden wir uns überfordert von der Fremdheit des anderen in einem handfesten Streit wieder oder kehren um des lieben Frieden Willens die Unterschiede unter den Teppich.

Zwei beliebte Ausweichmanöver im Konflikt

Wenn wir Unterschiede als bedrohlich erleben und uns diesem inneren Thema nicht stellen möchten, haben wir zwei Möglichkeiten zum Ausweichen:

  1. Nivellieren von Unterschieden und Streben nach Symbiose (“Befriedung”)
  2. Bewerten der Unterschiede und Abbrechen des Kontakts (“Zwietracht”)

Damit sind zwei extreme Pole beschrieben, über die zu reflektieren sich lohnt. Gerade in dieser Zeit, da so viele spirituell orientierte Menschen davon sprechen, in der Neuen Energie würden Bewertungen aufhören. Bewertungen hören erst dann auf, wenn wir uns klar machen, was wir gewohnheitsmäßig mit Bewertung wegzumachen versuchen, nämlich die wahrhaftige Aus-ein-ander-Setzung mit uns und unserem Gegen-Über.

Nur eine bemerkte Bewertung kann transformiert werden

Viele Menschen, die die Ebene der Bewertung (“Zwietracht”) überwinden möchten, stellen sich nicht dieser Auseinandersetzung, sondern kippen einfach nur in das andere Extrem (“Befriedung”) und halten dies fälschlicherweise für Einheit und überwundene Dualität. Sie wähnen sich in der Neuen Energie, dabei sind sie am gegenüberliegenden Pol schon wieder in der Alten Energie gelandet. Noch haben sie nicht gelernt, die Bewertung zu transformieren, sondern nur sie zu vermeiden. Das ist nicht schlimm, sondern typisch Mensch.

Ich möchte mit diesen Zeilen für Klarheit werben, wo sich derzeit viele verwirren. Ich möchte dazu ermutigen, sich Konflikten zu stellen. Sich der Aufgabe zu stellen, die Unterschiede zwischen dir und mir auszuhalten, während wir gleichzeitig auf gemeinsamen Grund stehen.

Erst in der Mitte kann das Aushalten von Unterschieden gelernt werden. Zwischen “Befriedung” und “Zwietracht” führt ein schmaler Grat durch die Polarität in die Einheit. In der Mitte darf jeder sein, wie er ist. Da gibt es gewährenden Platz für die Unterschiede genauso wie Raum lassende Freude über Gemeinsamkeiten.

Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen

In der Mitte enden Konflikte, weil jeder Verantwortung für seine Gefühle übernimmt und für sich sorgt. Weil er das liebevoll tut, ist es nicht zum Schaden des anderen, sondern dient dessen Wachstum genauso wie dem eigenen.

Die Mitte ist nicht rechnerisch zu ermitteln. Auch ist sie kein Kompromiss. Sie ist ein Ort der gemäßigten Polarität und der heimfindenden Dualität. Weder vermeidet sie, was ist, noch verstärkt sie, was trennt. Sie lebt in Liebe, was zu leben ist.

In der Mitte bestehen Werte und Wertungen in fließender Weise fort: Nein, diese Vorgehensweise liegt mir nicht. Ja, diese Entscheidung stimmt mit meinen ethischen Vorstellungen überein. Nein, so möchte ich nicht leben. Ja, das gefällt mir sehr. – Das alles darf weiterhin sein und ist etwas völlig anderes, als wenn ich mich oder andere bewerte.

In der Mitte enden Idealisierung und Verachtung

In der Mitte enden Überhebung und Abwertung, Idealisierung und Geringschätzung, Grandiosität und Verachtung. In der Mitte enden Gleichmacherei, Friedhöflichkeit und fromme Verhaltenskodices. In der Mitte werden Polarität und Dualität in gegenseitiger Achtung gelebt und immer wieder auf die eine Liebe ausgerichtet.

In der Mitte atmet das Bewusstsein für das Wunder des Lebens, das ohne Polarität und Dualität nicht möglich wäre.

In der Mitte darfst du weiterhin du selbst und deinen Werten treu sein. In der Mitte darfst du nonduale Erfahrungen sammeln und dein duales Leben lieben.

Die eine Liebe ist überall. In der Mitte und an den Extremen. Doch erst in der Mitte lässt du sie zu. In der Mitte nimmst du mehr und mehr von dieser Liebe an. Du machst den Unterschied.

Du bist der Unterschied zwischen gestern und morgen

Du bist der Unterschied zwischen Neuer und Alter Energie. In tausenden von Entscheidungen Tag für Tag. Sei nachsichtig mit dir. Denn es gibt keinen Grund, streng oder besonders schnell zu sein. Wir alle sind auf dem Weg. Und dieser Weg heißt Leben.

Unterschiede gehören zum Leben. Sie sind eine Einladung uns selbst zu erfahren (s. Von der Bewertung zur Unterscheidung). Nehmen wir die Einladung an. Jetzt.

Text: Simone Meller
Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

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Sagt mir meine Fehler!


“Möge es immer jemanden geben, der mich auf meine Fehler aufmerksam macht”, resumierte ich heute mittag, “und möge es für andere leicht sein, meine Schwächen anzusprechen”.

Nicht die Hitze, sondern eine technische Panne hatte mich in Wallung gebracht. Regelmäßige Leser werden es bemerkt haben, dass seit einigen Tagen im Hintergrund gewerkelt wird. Es sind “nur” sogenannte “Kleinigkeiten”. Dazu gehörte planmäßig gestern das Schrauben am Newsletter-Tool, nicht jedoch das Ereignis des  heutigen Vormittags, das ich als “schleierhafte technische Verselbstständigung” oder “erfolgreiche Verwirrung meiner Newsletter-Abonnentinnen” bezeichnen möchte. Denn diese wurden ohne meine erklärten Willen über ein neues Posting (das in Wahrheit ein drei Tage altes war, das ich just überarbeitet hatte) per Mail informiert. Dank einer blitzschnellen Leserin wurde ich darauf aufmerksam gemacht und nahm meine spammenden Finger von der Tastatur… aaaahh! Denn zu diesem Zeitpunkt war für mich noch nicht erkennbar, ob “ich” in der letzten halben Stunde nur eine oder bereits 10 solcher Dinger verschickt hatte.

Dankbarkeit für das, was ist

Leider konnten der Spezialist und ich den Fehler unter quasi-kontrollierten Bedingungen nicht reproduzieren, sondern nur  im gegenseitigen Einvernehmen seinen “interessanten Charakter” anerkennen. Damit waren wir wieder in meinem Metier: Der interessante Fehler veranlasste mich zu einer spontanen dankbaren Andacht über all die Menschen, die mich in meinem bisherigen Leben auf meine Fehler (und ich meine nicht nur die technischen!) aufmerksam gemacht haben. Wo wäre ich heute ohne sie (also ohne die Rückmeldungen)?! Wie wichtig es doch ist, mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt zu haben, denn jeder sieht etwas anderes. Außerdem dachte ich darüber nach, dass es manchmal die vermeintlich kleinen Sachen sind, die Schwierigkeiten – und Freude machen. Denn besagte Leserin schmunzelte über den unverhofften “Geburtstagsgruß”. Eigentlich biete ich diesen Service ebenso wenig an wie den vor einem Jahr angekündigten Schwungletter…

Die Wahrheit ist nämlich: Newsletter liegen mir nicht. In nahezu acht Jahren Selbstständigkeit habe ich keinen einzigen geschrieben. Schon wieder bin ich dankbar, nämlich dafür, dass es auch ohne geht. Ich schreibe wirklich gern. Seit dem letzten Relaunch im Herbst 2009 habe ich über 300 eigene Beiträge veröffentlicht, aber keinen einzigen Newsletter produziert. Am Schreibfluss kann es also nicht liegen, wohl aber daran, dass mir ein Newsletter nicht entspricht. Jedenfalls derzeit nicht. So. Nun ist die Katze ein paar Tage eher aus dem Sack.

Was gibt es Neues?

Ich erkläre also heute den Abschied vom nicht-existenten Schwungletter, und bei dieser Gelegenheit seien auch gleich die neuen Funktionalitäten dieser Website erläutert. Alle bisherigen Newsletter-Abonnenten erhalten ab jetzt Email-Benachrichtigungen, sobald neue Beiträge online sind. Das ist praktisch für die, die mit RSS-Feeds & Co nicht vertraut sind, und lästig für die, die nicht täglich, sondern nur sporadisch von mir lesen möchten. Man kann sich deshalb ganz einfach an- und abmelden: Entweder über den untersten Link in der Benachrichtigungsmail, über die Sidebar auf der Startseite oder einfach hier.

Allen RSS-Nutzerinnen sei gesagt, dass man nun auch Kommentare abonnieren kann (im URL-Feld von Firefox anklickbar oder auf meiner Startseite im dynamischen Menue (oben rechts) unter dem Reiter “RSS”. Allen anderen bleiben zum Mitverfolgen von Diskussionen wie gehabt zwei Wege:

  1. Selbst einen Kommentar schreiben und beim Absenden das Kästchen anklicken, das man über Folgekommentare benachrichtigt werden will.
  2. Auf der Startseite im dynamischen Menue (oben rechts) ab und zu unter dem Reiter “Kommentare” vorbeischauen.

Komfortables Kommentieren

Das Kommentieren und Diskutieren ist jetzt etwas komfortabler. Die Fotos (“Gravatare”) sind größer, so dass man sich besser sehen und wiedererkennen kann. Auch nach Abschicken des Kommentars besteht noch 15 Minuten lang die Option, ihn nachträglich zu überarbeiten. Außerdem ist es ab sofort leichter, den Text zu formatieren und mit Emoticons zu beleben. Über Permalinks (kleine blaue Rautezeichen) können Kommentare leichter direkt angesteuert werden. Sollte etwas noch nicht einwandfrei funktionieren, bitte ich um Nachsicht und vor allem Feedback! Denn ein paar Optimierungsarbeiten laufen im Hintergrund derzeit noch weiter.

Standardmäßig werden seit heute hinter jedem Posting “Verwandte Beiträge” angezeigt, so dass nicht nur für neue Leser das Stöbern im Blog erleichtert wird. Ich bin schon sehr gespannt, was der Algorithmus zu diesem Post produzieren wird…

Wer länger nicht mehr auf dieser Website war, mag sich vielleicht mein überarbeitetes Profil anschauen, dort verlinke ich auf Texte, die zentral für das Verständnis meiner Arbeit sind.

Dank den Kunden und Leserinnen

Damit bin ich für heute am Ende. Ich danke meinen Kundinnen und Lesern (ja richtig bemerkt, ich schreibe gerne abwechselnd von Weiblein und Männlein) für Vertrauen, Mut und Aufrichtigkeit. Ohne diese Ingredenzien könnten weder Begegnung, Veränderung noch Wachstum entstehen. Egal, ob das Thema die eigene Gesundheit oder eine gemeinsame Herausforderung im Unternehmen ist, immer geht es darum, dass wir uns trauen, ganz wir selbst zu sein (s. Was sind die Wurzeln von Gesundheit, Freude & Erfolg?) Denn nur dann stehen wir in unserer vollen Kraft.

An manchen Tagen fällt uns dies leichter, an anderen schwerer. Doch immer sind nur wir es, die etwas bewegen können. Nämlich uns selbst. Dieses Blog ist ein Raum der gegenseitigen Unterstützung und Inspiration, aber auch ein Ort, an dem Reibung, Kritik und Diskussion sein dürfen. Lernen ist ein vielschichtiger Prozess.

Heute bewegt mich die Frage: Warum wird im Rahmen der technischen Panne von 10 angefassten Postings ausgerechnet das Zitat von Khalil Gibran über das Ungehörte versandt? Was verlangt da nach Gehör?

Auf jeden Fall wäre es ohne Missgeschick nicht zu diesem Posting gekommen. Und wofür es gut ist? Na, das werden wir schon sehen…

Mit herzlichen Grüßen

Simone Meller

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