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Ein einfaches Leben führen


Öffnung für beständigen Wandel

Ein einfaches Leben zu führen hat viel mit Loslassen zu tun. Es bedeutet aber nicht in Armut zu leben. Du lässt Ballast und Schwere los. Du öffnest dich für den beständigen Wandel der Formen. Du fühlst und lebst dein wahres Selbst. Einfach zu leben bedeutet auch nicht, kulturelle Errungenschaften über Bord zu werfen, denn Evolution geht vorwärts, nicht rückwärts. Jedoch kannst du alles, was dir als eng und hinderlich erscheint, transzendieren.

Vorsicht: Flucht nach vorn

Armut auf dem spirituellen Weg entsteht, wenn du Teile von dir an den Nagel hängst, bevor du sie transzendiert hast. Das passiert, wenn du dich selbst zu überholen versuchst (z.B. aus dem Geldsystem aussteigen), anstatt liebevoll authentisch mit dir Schritt zu halten (z.B. das Geldsystem bejahen lernen).

Vorsicht: Flucht nach hinten

Geldmangel kann auch entstehen, wenn du an dem festzuhalten versuchst, was du gestern eigentlich schon – und zwar berechtigterweise – an den Nagel gehängt hast. Überlebte Projekte, nicht mehr passende Aufgaben oder Arbeitsbedingungen. Doch du hältst fest, aus Angst, weil du nicht weißt, was stattdessen kommt. Du spürst etwas Neues kommen, doch kannst du es rational nicht fassen.

Das persönlich Stimmige leben

Manchmal ist es verwirrend und nicht immer leicht, das persönlich Stimmige (Selbstfürsorge) von der Flucht nach vorn oder hinten unterscheiden (Vermeidung von anstehenden Entwicklungsschritten). Der Fokus auf dein Herz hilft dabei. Im Herzen werden widerstreitende Impulse aus Kopf und Bauch harmonisch integriert, fließt beständig der Strom deiner intuitiven Führung.

Schweres erleichtern, Kompliziertes vereinfachen – ohne zu fliehen

Alles, was dir schwer und kompliziert erscheint, kann von dir erleichtert und vereinfacht werden.  Du bejahst dein Hier und Jetzt  anstatt ihm zu entfliehen. Einfach leben bedeutet den einfachen Schritten deines Herzens zu vertrauen, auch wenn sie bescheidener oder größer als die Normen deines Umfelds daher kommen. Du kannst sie still oder singend gehen, ohne sie künstlich aufzubauschen (Idealisierung) oder zu verkleinern (Entwertung). Einfachheit und Fülle sind Schwestern in der Neuen Energie.

Simone Meller

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Kann ein Sein wahrer als das andere sein?


Ich bereite meinen Vortrag “Salutogenese durch Selbstverwirklichung. Ein Paradigmenwechsel mit (Er-)Folgen.” für den Alchimedus-Inspirationstag in Nürnberg vor. Eine der Hauptschwierigkeiten meiner Dissertation war, Selbstverwirklichung so zu konzipieren, dass es von Rücksichtslosigkeit, Egomanie etc. nicht nur fühlbar, sondern rational abgrenzbar ist. Zur Unterscheidung verwende ich das Konzept vom wahren Selbst. Selbstbestimmung lässt sich nur dann als Selbstverwirklichung bezeichnen, wenn sie sich am wahren Selbst orientiert. Die Orientierung am falschen Selbst führt in die Selbstentfremdung. Im folgenden Gedicht wird der Übergang vom wahren zum falschen Selbst als Verlernen von sich selbst beschrieben:

Wie ich mich verlernte

Sobald ich sprechen lernte,
lernte ich,
das zu verschweigen,
was mich am tiefsten bewegte,
was mich am tiefsten aussprach.
Und lernte bald sagen,
was ich nicht fühlte.
Und fühlte so oft,
was ich nicht sagte.
Je mehr ich sprechen lernte,
so zu sprechen wie die anderen,
desto mehr verlernte ich mich.
Und je mehr ich mich verlernte,
desto besser hatte ich es,
desto besser verstanden mich die anderen.

Werner Sprenger

In den letzten Tagen habe ich öfter darüber nachgedacht, ob ich das Konzept vom wahren Selbst überhaupt noch brauche. Das wahre Selbst ist im Kontakt leicht erfahrbar, doch rational nur schwer erklärbar. Ihm haftet etwas “Schwammiges” oder “Beliebiges” an, was mit dem steten Wandel des wahren Selbst zu tun hat (s. Mein wahres Selbst führt mich heim). Deshalb gibt es nur wenig wissenschaftliche Literatur dazu. Und in der Welt der Wirtschaft spielt es bislang keine führende Rolle.

Ich stolpere zunehmend über die einst hilfreiche Unterscheidung von wahrem und falschem Selbst. Ist nicht beides mein Sein? Wie kann ein Sein wahrer als das andere sein? Bringt die Unterscheidung noch Klarheit? Ich erkläre meine Bereitschaft, das Konzept loszulassen, sollte es mir nicht mehr dienen.

In der Praxis empfehle ich den Fokus auf das Herz, über das wir unsere jeweils höchste Schwingung empfangen können (s. Im Herzen spüre ich mein wahres Sein). Gelingt uns das in bestimmten Situationen nicht, so bleibt uns nur, unseren Impulsen aus Kopf und Bauch achtsam zu folgen (s. Illusionen sind Freunde auf dem spirituellen Weg). Achtsamkeit ist hierbei der Ersatzschlüssel, wenn der Herzenskontakt verloren ging.

Wenn ich achtsam wahrnehme, was mir und anderen beim Leben meiner Impulse geschieht, kommen rasch und sanft Kurskorrekturen herein. Tue ich das nicht, ziehe ich härtere Korrekturen an. Im Kosmos herrscht immer Ordnung (s. Kosmische Gesetze), wir wählen nur das Schwingungsniveau und mit ihm unseren Grad an Schmerz oder Freude. Die kosmischen Gesetze zeigen uns in ihrem faszinierenden Gefüge, dass ALLES sein darf und ALLES heimführt. Wozu also noch ein Konzept vom wahren Selbst? Ich nahm meine wirbelnden Gedanken in mein Herz und erfuhr diese Antwort:

Alle Menschen kommen aus einem Sein.
Jeder Mensch darf ganz sein.
Menschsein bringt Unterscheidung herein.
Spiele kommen rein.
Menschen dürfen nicht ganz sein,
müssen anders sein als sie sind.
Anpassung an Normen kommt herein,
falsches Selbst kommt herein.
Trennung zum wahren Ursprung kommt herein,
künstlich anders als natürlich echt zu sein.
Vergessen des wahren Selbst kommt herein.
All das kommt aus einem Sein.
Das eine ist leichtes, weiches Sein.
Das andere ist angestrengtes, hartes Sein.
Beides ist Sein, beides darf sein.
Denn freier Wille kam herein.
Ohne freien Willen kann Selbsterfahrung nicht sein.

Mit dieser Antwort kam mehr Leichtigkeit in mein Erklären des wahren Selbst herein. Unser wahres Sein ist leichter, weicher, natürlicher, fließender als unser falsches Sein. Doch widerstrebt es mir etwas, im Unterschied dazu vom falschen Selbst zu sprechen, weil es letztlich auch ein Aspekt unseres Seins ist. “Falsch” bezieht sich auf die Trennung, auf das Vergessen, dass es leicht sein darf. Nur ist es in der Praxis oft so, dass Menschen tausend Tode sterben, wenn sie eingeladen sind, sie selbst zu sein: “Oha, man könnte mich nicht mögen!”, “Was würden die anderen dazu sagen?”, “Er/Sie könnte verletzt, enttäuscht von mir sein.” etc. Darauf real folgende Konflikte spiegeln letztlich die zu Glaubenssätzen verfestigten Erfahrungen (z.B. “Wenn ich ich selbst bin, bekomme ich Ärger… habe ich keinen Erfolg.”). Genau hier setzt mein Coaching für Selbstverwirklichung im Business an.

Obwohl unser wahres Sein so leicht ist, kommt es uns oft schwer vor. Weil wir verlernt haben, in Leichtigkeit zu sein, was wir sind. Weil wir gelernt haben, etwas anderes darzustellen, was wir sind. Natürlich ist diese Darstellung ebenfalls eine Form des Seins (eben das falsche Selbst). Auch mit ihr lässt sich heimfinden, es dauert nur länger und geht gemäß meiner wissenschaftlichen Ausarbeitung mit mehr Krankheit und anderen Wachstumsschmerzen einher.

Zu bedenken ist, dass nicht alles, was leicht scheint, automatisch das wahre Selbst meint. Es ist sehr leicht, den Hausputz, die Steuererklärung, das Konfliktgespräch u.v.m. vor sich herzuschieben. Und es bedarf einer gewissen Anstrengung, nämlich der Fokussierung seines Willens auf Klarheit, um die unangenehme Aufgabe zu erledigen. Doch ist diese Anstrengung harmlos im Vergleich zu der, wenn man versucht, nicht klar man selbst, sondern jemand anders zu sein. Nur erscheint  etzteres vielen Menschen noch normaler. Statistisch betrachtet ist Norm das, was in der überwiegenden Zahl der Fälle auftritt oder gewählt wird.

Ich stelle fest, ich brauche das Konzept noch, um die Entstehung von Glück und Heilung (Salutogenese) rational nachvollziehbar erklären zu können. In der Kürze einer Vortragssituation fällt mir das allerdings immer noch schwer.

Ich nehme die Schwere in mein Herz (Annahme meines wahren Selbst) und blicke himmelwärts… Plötzlich wandelt sich meine Blockade, in aller Kürze das Konzept des wahren Selbst zu vermitteln, zu einem lebendigen Vortragsgerüst. Alles, was ich fachlich zu transportieren habe, lässt sich knackig an meinem 5jährigen Prozess der Doktorwerdung veranschaulichen. Eine Geschichter voller Abenteuer! Mit ihr wird es plötzlich auch sehr leicht, von meinen Übergang von der Alten in die Neue Energie zu erzählen, von der neuen Balance von maskuliner und femininer Energie und der Annahme meiner Rolle als Pionierin für Neues Bewusstsein durch Abgabe der Diss. Das alles war schon Jahre zuvor energetisch auf den Weg gebracht worden, aber die Promotion war das Nadelöhr. Während ich es durchschritt, entwickelte ich gleichzeitig den Mut, meine Arbeitsfelder, in denen ich parallel tätig war, entsprechend zu transformieren. Indem ich diese Geschichte aus der Tiefe meines Herzens erzählen werde, werde ich nicht nur meinen fachlichen Auftrag in Nürnberg erfüllen, sondern auch in Leichtigkeit das Wesen der Neuen Energie vermitteln können.

Zu dieser Inspiration konnte ich gelangen, weil ich meine Blockade nicht leugnend überging, sondern geduldig annahm. Genau das meine ich, wenn ich sage: Mein wahres Selbst führt mich heim.

Simone Meller

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