Posted on 07 Juni 2010. Tags: Atmen, Einheit, Elbe, Ergriffenheit, Fliege, Fliegen, Gischt, Gnade, Grenzen, Lachen, Meer, Melodram, Möwe, Nordsee, Puls, Regen, Rose, Schleier, Tanz, Vögel, Wehen, Weinen, Wiegen, Wind

Gib mir Flügel zu fliegen mit den Fahnen im Wind
denn schon wiege ich im Rhythmus des einen Atems
wenn das graue Meer stürmt gewaltig zum Fluss herein
und unsere Grenze zwischen Nordsee und Elbe vergeht
Bin ich die Möwe die da schreit so gell am Wolkenberg
wie auch die Fliege auf der Suche nach einem Fenster
so weht mein Schleier mit dem Rosenstrauch am Haus
pulsend und wiegend, alles schmiegt sich in eins hinein
Sind es meine Tränen oder ist es das Meer das rollt
Ergreift es mich oder ergreife ich das nicht zu Ergreifende
Immer sind es Wehen die bringen und holen das Eine
als Gischt als Regen als Lachen als Tanz als Gnade herein
Simone Meller
Foto: Johannes Vortmann/Pixelio
Posted in Lyrik
Posted on 05 Juli 2008. Tags: Blockade, Flexibilität, Fliege, Freiheit, Lösung, Problem, Sturheit
Wenn ich am Schreibtisch arbeite, fliegt manches Mal eine Fliege durch das offene Fenster herein und erkundet mit lautem Gebrumm den Raum. Selten findet sie den Weg zurück ins Freie, sondern schmettert immer wieder kräftig gegen die Glasscheiben der geschlossenen Fenster. Dabei müsste sie nur einen knappen Meter weiter nach rechts durch das geöffnete Fenster düsen, und schon wäre sie aus ihrem scheinbaren Gefängnis befreit!
Diese kleine Tragödie der Fliege erinnert mich an unsere zeitweilige Sturheit, wenn wir uns in Umständen gefangen fühlen. Wir kommen manchmal nicht auf einfachste Problemlösungen, weil wir nur die Blockade und nicht den Ausgang sehen. Wenn wir etwas suchen, finden wir es immer da, wo wir zuletzt suchen (weil die Brille, der Schlüssel, das Handy da ja unmöglich sein konnte). Und ähnlich wie die Fliege sind wir kräftig am Strampeln, anstatt einfach einen Schritt zurückzutreten und unsere Perspektive zu erweitern. Ein hilfreicher Satz in solchen Momenten kann sein: Es gibt bestimmt eine Lösung, auch wenn ich sie gerade noch nicht sehe. Auf der Handlungsebene empfiehlt es sich, einfach etwas ANDERES zu tun als immer wieder das Gleiche. Denn nur dann passiert etwas Neues im Leben.
Simone Meller
Posted in Klartext