Tag Archive | "Chaos"

Zwei Minuten für früh verletzte Menschen


Die beständige Liebe der eigenen Seele ist die erste Liebe beim Eintritt ins Leben. Das Erleben dieser tragenden Liebe vermischt sich mit der fremden Liebe, nämlich der der unzuverlässigen Liebe der Eltern. Es ist verwirrend: Beides fühlt sich nach Liebe an, doch so oft ist da Schmerz und Ungewissheit, ob die Liebe wieder kommt. Das Baby fürchtet den Schmerz, der zugleich als “gut” erlebt wird, weil er immerhin eine Antwort auf die eigene Existenz, die Sehnsucht nach Liebe ist.

Durch die Vermischung beider Lieben, die das Leben auf der Erde mit sich bringt, kann das Baby die eine Liebe nicht mehr von der anderen unterscheiden. Es adaptiert seinen “Begriff” von Liebe an sein Erleben “Liebe/Schmerz” und beginnt sein Herz zu schließen. Es will sterben. Es ist am tiefsten Punkt der Dualität angekommen, der Hölle auf Erden.

Der spätere Erwachsene versteht nicht, was mit ihm los ist: Chaos und Verwirrung prägen seinen Alltag. Die Kommunikation fällt schwer, ist anfällig für Missverständnisse. Typisch sind auch anhaltende Beziehungsschwierigkeiten bis hin zu -abbrüchen, diffuse Schmerzen bis hin zu Lust am Schmerz, innere Kälte im Wechsel mit Gefühlsausbrüchen,  dann wieder Leere, Abgestumpftheit und Todeswünsche. Am nächsten Tag ist plötzlich alles prima, bis der nächste Einbruch folgt.

Wie kann ihn sein Umfeld verstehen, wenn er nicht einmal sich selbst versteht? Während er allen Verpflichtungen und Verantwortungen eines erwachsenen Daseins unterliegt, schmort sein Säugling noch in der Hölle.

Alle genanntenn Symptome und viele mehr sind ein einziger Schrei des kleinen hilflosen Wesens:

W a n n   h o l s t   d u   m i c h  e n d l i c h   h i e r   r a u s ?

Simone Meller
Foto: unopaella/Pixelio

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Was Schmerz ist


“Euer Schmerz ist das Zerbrechen der Schale, die Euer Verstehen umschließt.” – Khalil Gibran

Schmerz ist das Zerbrechen von Illusionen ohne Bewusstsein für die sich dabei entfaltende Essenz. Neues Bewusstsein zeichnet sich dadurch aus, dass es die Schmerzen nicht ignoriert, sondern sie wertschätzend wahrnimmt und aus ihnen herausführt. Es geht um Transformation, die in einem klaren Feld der Liebe geschieht. Siehe dazu auch:

Schmerz ist eine Einladung auf etwas zu achten, das wir gewohnheitsmäßig ausblenden. Schmerz ist ein Geschenk des Seins, das uns daran erinnert, GANZ zu SEIN. Der Schmerz lässt sofort nach, wenn wir uns erlauben, ganz zu sein. Schmerzen sind eine Übung in Achtsamkeit. Die einengende Form weicht, um noch mehr unseres Seins hereinzulassen.

Niemals verlieren wir uns selbst  oder andere. Im Gegenteil, es geschieht Selbstverwirklichung: Wir finden das wieder, was wir immer schon waren. Wir finden eine neue Form zu sein, bis irgendwann auch diese Form wieder abgelöst wird. Je mehr wir das durchschauen, desto schmerzfreier werden unsere Transformationen.

Selbstverwirklichung bedeutet, ganz man selbst zu sein. Das wahre Selbst gibt es nur im Hier und Jetzt; es wird in jeder Gegenwart neu geboren.  Selbstverwirklichung ist ein permanenter Wechsel der Form zugunsten der einströmenden Essenz. Er unterscheidet sich vom beliebigen Chaos dadurch, dass er in einer Person Kontinuität findet. Die Person wird zu EINEM Strom für ihr wahres Selbst. Das wahre Selbst schwingt sich spiralförmig durch die polare Welt hinauf zu einem authentisch durch Lebenserfahrung erarbeiteten Einheitsbewusstsein.

Simone Meller

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Winter im Wunderland


Im Kamin trifft Feuer auf Eis:
Obwohl so glühend heiß,
klopft der Ostwind ganz unten an,
kuschelt die Glut, so nah er kann.

Wen wundert’s, denn in diesem Winter,
bekommen Schneemänner ihre Kinder!
Die Emanzipation, sie zieht hier ein,
dazu gehört auch die Ehe im Feuerschein.

Es wandelt sich alles, doch sei unbesorgt,
null Chaos entsteht an diesem Zauberort.
Aber eines sei klar gesagt und laut benannt:
Staunen würde sogar Alice im Wunderland!

So bleibt nur die eine Frage noch offen:
Worauf dürfen wir im Frühjahr hoffen?
Oh, ich bin gespannt, was dann will keimen
und welch komisch’ Zeug ich werde reimen.

Text und Foto: Simone Meller

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Welle