Posted on 06 August 2010. Tags: absichtslos, Alles & Nichts, Anhaftung, Begegnung, Bewegung, Bibel, Blüte, cartesianisches Weltbild, Channeling, Clearing, Demut, Dienen, Dienstleistung, Elastizität, Energie, Erkenntnis, Erzengel, Flexibilität, Freiheit, Geist, Geschichte, göttlich, Gruppendynamik, Gruppenseele, Guru, Identifikation, Impuls, Inkarnation, Integration, Jeshua, Karma, Konflikt, Konfrontation, Konzentrationslager, Konzept, Kunde, Liebe, manifestieren, Maria Magdalena, Migräne, Mystik, Orientierung, Physik, Quantentheorie, rational, Raum, Realität, Resonanz, Satsang, Schatten, Seele, Seelenplan, Spiritualität, Stille, Teamentwicklung, Überseele, Unternehmen, Wahrheit, Wahrnehmung, Welt, Wirtschaft, Wissenschaft, Wohl, Zeit
Wenn es keine Friedhöfe gäbe, bräuchte ich nicht das Konzept der (Re-)Inkarnation. Da ich mich offensichtlich in einer Welt bewege, in der wir uns mit Hilfe von Zeit und Raum orientieren und in der Menschen geboren werden und wieder sterben, kann das Konzept der (Re-)Inkarnation vorübergehend hilfreich sein. Es macht vieles erklärlich und verdaulich, wenn wir von früheren Leben eingeholt, erschüttert und beschenkt werden. Ich erleb(t)e Auflösung von Karma als mächtige Befreiung.
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Jedes Leben ist eine Geschichte und jede Geschichte ist angeordnete Energie
Längst habe ich aufgehört zu zählen, zu sortieren und zu datieren, was “ich” alles war. Doch immer stand liebevolle Intergration an, wenn alte Inkarnationen heimkehrten. Jedes Leben ist eine Geschichte, eine bestimmte Anordnung von Energie. Viele Leben, viele Geschichten ranken sich ineinander wie die Blätter einer Blüte. So bildet jede Einzelseele, jede Überseele, jede Gruppenseele etc. ihre Blüte. Und all diese Blüten sind wiederum Blätter der einen Blüte, der wir alle entsprungen sind.
Alle Manifestationen der materiellen und geistigen Welt, die mir begegnen, sind nichts weiter als Geschichten, verschiedene Variationen ein- und derselben Energiequelle. Deswegen sind mir wissenschaftliche und mystische Erkenntnisgewinnung trotz ihres unterschiedlichen Vorgehens auch völlig gleichwertig, keins von beidem steht über dem jeweils anderen. Das einzige, was in meinen Augen jeweils führen darf, ist das als subjektiv wahr Empfundene. Für den einen sind das die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie, für den anderen die jüngste Wirtschaftsumfrage, für den nächsten die Erhellung in der Stille und für den übernächsten ein Channeling mit Jeshua, Maria Magdalena oder Erzengel Michael, die Worte eines Gurus während eines Satsangs oder schlichtweg die Schrift der Bibel.
Ich diene dir mit dem, was du brauchst
Mit all diesen Menschen komme ich klar, weil ich gelernt habe, mich vor der Wahrheit des anderen zu verneigen, seinen Seelenplan und seinen freien Willen zu achten. Ich verstehe meine Dienstleistungen im ursprünglichen Sinne des Wortes als dienende Leistung, lasse mich auf mein Gegenüber ein und biete das an, was jeweils benötigt wird. Da braucht ein Chemiker eine wissenschaftliche Erklärung, warum sein Migräneanfall während unserer Sitzung binnen weniger Minuten verschwindet, gemeinsam arbeiten wir uns durch die Fragwürdigkeit des cartesischen Schnitts und durch plausible Ableitungen einer generalisierten Quantentheorie. Eine Versicherungsangestellte durchlebt Fragmente ihrer Hinrichtung im sogenannten Konzentrationslager, währenddessen begleite ich sie mit meiner Energie und validiere ihre Wahrnehmungen durch meine eigenen. Ein Manager ist fasziniert vom Resonanzprinzip und ich unterstütze ihn bei der Anwendung in seinem Unternehmen. Eine körperlich schwer kranke, zwischen Ungläubigkeit und verzweifelter Gottsuche schwankende Rentnerin sucht Halt und findet ihn während unseres Gesprächs in der Seele ihres verstorbenen Vaters. Ich werde gebucht für eine Teamentwicklung, in der Spiritualität keine explizite Rolle spielt, wohl aber mein Gespür für Gruppendynamik und meine Fähigkeit zu strukturieren.
Wenn Auftragsarbeit absichtslos wird
Als Dienstleisterin ergebe ich mich dem Prozess zum Wohle meines Kunden, und auf diese Weise erhält Auftragsarbeit den Charakter von Absichtslosigkeit, ohne in gleichgültige Beliebigkeit zu fallen. Während ich mich flexibel auf die Realitäten meiner Kunden einstelle und systemimmanent mit ihnen arbeite, bleibe ich gleichzeitig meiner Wahrnehmung treu. So entsteht ein Dialog, im Zuge dessen wir uns – dem Wachstum der Kundin verpflichtet – über unsere unterschiedlichen und gemeinsamen Konzepte verständigen. Durch dieses Zusammenspiel verschiedener Wahrnehmungen kommen die schwierigen Themen ans Licht, zum Beispiel wenn sich jemand mit dem Nichts identifiziert, Jeshua verherrlicht, im Resonanzprinzip das Wirken des Schattens übersieht oder Teamkonflikten auszuweichen versucht.
Gerne lasse ich jedes Konzept los, sobald ich es nicht mehr brauche. Und gerne benutze ich es wieder, wenn es der Situation dient. Ich erlebe dieses Hin und Her nicht als das in den Wind Hängen meines Fähnchens und auch nicht als einen bequemen Eklektizismus oder ein Ausweichen vor Schattenarbeit. Vielmehr sehe ich darin eine kompromiss- und bedingungslose Ausrichtung auf das höchste Wohl. des jeweiligen Kunden. Da ich das nicht kenne, bleibt mir nur Demut: ich falle mit all dem mir Anvertrauten in die Liebe. Dort nehme ich den nächsten stimmigen Schritt wahr: ein Impuls zu einer fachlichen Aufklärung, zu einer Anleitung für Stille, zu einer wertschätzenden Konfrontation oder zu einem Plädoyer für das Vergessene im Kunden.
Ich folge den Bewegungen der Seele, bis sie verschwinden
Damit folge ich den Bewegungen der Seele und in Momenten, da sich auch das Konzept der Seele auflöst, den Bewegungen des Geistes. Ist auch der Geist nicht mehr da, ergebe ich mich dem, was bleibt: Nichts. Doch auch an diesem Zustand habe ich nicht zu haften, sondern mich immer wieder neu für die Manifestationen des Lebens zu öffnen. Ich nehme das Leben, wie es kommt, und lasse es los, wie es geht. In dieser Elastizität bin ich geborgen und frei, mit dir zu sein. Deswegen gleicht keine Begegnung der anderen, obwohl es oft um dasselbe geht. Wir sind hier, um ein- und dasselbe in seinen Variationen zu erleben. Darauf lasse ich mich Tag für Tag ein. Deshalb meine ich, dass sämtliche Konzepte von Wissenschaft und Spiritualität relativ unwichtig sind. Aber es ist praktisch, sie vorübergehend zu nutzen.
Text: Simone Meller | Foto: Klaas Hartz, Pixelio
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Posted on 23 April 2010. Tags: Akte, cartesianisches Weltbild, Definition, Dissertation, Einheit, Empirie, EPR-Korrelation, Erkenntnistheorie, Erkrankung, funktionieren, Ganzheit, ganzheitlich, Geist, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Handout, instantan, integrativ, Kausalität, komplementär, Komplementarität, Körper, Krankheit, Leib-Seele-Dualismus, Materie, mechanistisch, Mikro-Zeichen, Nichtlokalität, Pathogenese, Prozess, Quantentheorie, Salutogenese, Seins-Formen, Selbstbestimmung, Selbstentfremdung, Selbstrealisierung, Selbstverkennung, Selbstverleugnung, Selbstverwirklichung, Selbstwerdung, Stagnation, Synchronizität, Theoriebildung, triadisches Konzept der Selbstverwirklichung, Ungeteiltheit, Universität Hamburg, Ursprung, wahres Selbst, Wissenschaftliche Texte, Wohl, Zusammenfassung
Vorbemerkung: Ich veröffentliche hier die bislang kürzeste Zusammenfassung meiner Dissertation, wie sie 2008 für das Handout eines wissenschaftlichen Kurzvortrags an der Universität Hamburg entstanden ist. Die zugehörige Buchveröffentlichung kann portofrei als Hardcover (451 Seiten) oder als E-Book direkt beim Verlag bestellt werden. Inhaltsverzeichnis, Abstract, Einführungskapitel und einige weitere Leseproben finden sich hier.
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Theoriebildung anhand von 5 Thesen
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Der Mensch gilt dann als gesund, wenn er funktioniert. Diese mechanistische Sichtweise in Verbindung mit dem traditionellen Leib-Seele-Dualismus hat die Gesundheitspsychologie bislang wirksam behindert: Die Idee eines engen Zusammenhangs zwischen Persönlichkeit und Gesundheit lässt sich empirisch nicht nachweisen.
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Die Quantentheorie beschreibt präzise Konzepte von materieller Ganzheit (Einheit, Ungeteiltheit, Komplementariät) jenseits von Beliebigkeit und Phrasenhaftigkeit und führt auf erkenntnistheoretischem Wege die cartesianische Trennung von Geist und Materie ad absurdum. Geist und Materie sind gemeinsamen Ursprungs, so dass in unserem Alltag die Prinzipien Kausalität und Nichtlokalität (EPR-Korrelation, Synchronizität) wirksam sind.
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Gesundheit und Krankheit stellen komplementäre Seins-Formen von persönlicher Ganzheit dar. Gesundheit meint im Idealzustand ein vollständiges geistig-körperliches Wohlbefinden, zunehmende Krankheitsanteile gehen mit wachsendem Unwohlsein einher. Menschen sind zu jedem Zeitpunkt mehr oder weniger gesund bzw. krank.
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Selbstverwirklichung als triadisches Konzept bedeutet Selbstbestimmung unter permanenter Bezugnahme auf Prozesse der Selbstwerdung (sein wahres Selbst zulassen) und Selbstrealisierung (sein wahres Selbst im alltäglichen Handeln berücksichtigen). Komplementär dazu besteht Selbstentfremdung in selbstbestimmten Akten der Selbstverkennung und Selbstverleugnung.
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Selbstverwirklichung geht mit Salutogenese einher, Selbstentfremdung mit Pathogenese: Kausal bedingte Akte von Selbstverwirklichung sind durch EPR-Korrelationen instantan mit Mikro-Zeichen von Gesundheit verbunden und Akte von Selbstentfremdung mit Mikro-Zeichen von Krankheit. Die Akkumulierung solcher Mikro-Zeichen erklärt Prozesse von Heilung und Erkrankung.
Simone Meller
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Posted on 16 November 2009. Tags: Albert Einstein, Ausgrenzung, cartesianisches Weltbild, Dualität, Einheit, Heisenberg, Macht, Nationalsozialismus, Naturwissenschaft, Neues Bewusstsein, Paradigmenwechsel, Quantenphysik, Scham, Schrödinger, Welle-Teilchen-Dualismus, Wissenschaftliche Texte, Zeilinger
“Ich bin Naturwissenschaftler”, bekomme ich in akademischen Kreisen häufig zu hören, wenn ich von meiner Arbeit erzähle und sich daraufhin das Gesicht meines Gegenübers verzieht.
“Aha. Naturwissenschaftler des 19. oder des 20. Jahrhunderts?” frage ich ab jetzt zurück. Denn in der Regel wird dieser Satz mit gleichzeitigem Stirnrunzeln von denen vorgebracht, die sich auf die Physik des 19. Jahrhunderts beziehen.
Ende des 19. Jahrhunderts sah die Physik innerhalb ihres cartesianischen Weltbilds die Newtonschen Bewegungsgesetze als grundlegend und endgültig an (nur die Entdeckung elektrischer und magnetischer Phänomene irritierte und führte zur Theorie der Elektrodynamik).
Anfang des 20. Jahrhunderts standen beide Theorien (die der Mechanik und der Elektrodynamik) unverbunden nebeneinander und riefen Einstein auf den Plan. Zum einen entwickelte er die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie, zum anderen führte er eine neue Betrachtungsweise für elektromagnetische Strahlung ein, die charakteristisch für die Quantentheorie werden sollte, zu deren Entwicklung über Jahre viele internationale Physiker beitrugen.
Die Quantenphysik des letzten Jahrhunderts sprengte das bisherige Weltbild, weil sie durch gut reproduzierbare Experimente die revolutionäre Entdecktung von Ganzheit machte. In der subatomaren Welt, also dem tiefsten Eindringen in die materielle Welt, zeigte sich, dass nicht die Eigenschaften und das Verhalten der Teile das Verhalten des Ganzen bestimmte, sondern dass es genau umgekehrt ist: In der Quantenphysik bestimmt das Ganze das Verhalten der Teile. Weil die Quantenphysik für Laien so schwer verständlich ist, zitiere ich gerne die emotionalen Reaktionen von zwei genialen und hochintelligenten Nobelpreisträgern:
Diese heftige Reaktion auf die jüngste Entwicklung der modernen Physik kann man nur verstehen, wenn man erkennt, dass hier die Fundamente der Physik und vielleicht der Naturwissenschaft überhaupt in Bewegung geraten waren und dass diese Bewegung ein Gefühl hervorgerufen hat, als würde der Boden, auf dem die Naturwissenschaft steht, uns unter den Füßen weggezogen (Heisenberg, 1973, zit. nach Capra, 2005, S. 51, Unterstreichung von mir)
Alle meine Versuche, die theoretischen Grundlagen der Physik dieser neuen Art von Wissen anzupassen, haben völlig versagt. Es war, als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen würde, mit keinem festen Fundament irgendwo in Sicht, auf dem man hätte bauen können. (Einstein, 1949, zit. nach Capra, 2005, S. 51, Unterstreichung von mir)
Während sich die Physiker also erschüttern ließen und für ein neues Verständnis die Quantentheorie entwickelten, die als eine der best bewiesenen Theorien gilt, eifert man im Hauptstrom der Gesundheitswissenschaften der Physik des 19. Jahrhunderts nach.
Das ist nicht weiter überraschend, weil die Medizin wie die meisten anderen inexakten Wissenschaften in gewissem Sinne stets neidisch auf die Physik war. Sie hat sich immer gewünscht, die von der Physik demonstrierte Präzision ebenfalls zu verkörpern. (Dossey, 1986, S. 35)
Auch die akademische Psychologie hat sich stets am Ideal der klassischen Physik orientiert, wie nicht zuletzt die Einführung des “Dr. rer. nat.” als Alternative zum “Dr. phil.” zeigte.
In der Quantenphysik wurde mit neuem Bewusstsein der Paradigmenwechsel vollzogen, während dieses Wissen in viele andere Disziplinen – und unsere tägliche Kultur – noch nicht Einzug gehalten hat. Der österreichsiche Physiker Zeilinger weist darauf hin, dass in Österreich die Unkenntnis von Mozart als inakzeptabel gilt, während die wenigsten wissen, dass Erwin Schrödinger ein herausragender Physiker war, der mathematisch den Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts beschrieb.
Wenn man sich gründlicher damit beschäftigt, kann man erkennen, dass an den Rändern von Wissenschaft und Gesellschaft quantenphysikalisches Wissen bzw. Neues Bewusstsein Einzug gehalten hat und sich von dort langsam ausbreitet. Allerdings immer nur soweit, wie es durch die gegegebenen Machtverhältnise im Mainstream zugelassen wird. Die Machtverhältnisse ändern sich, wenn sich immer mehr Menschen trauen (öffentlich) zu sagen, was sie wirklich denken und erleben. Wenn sie ihre Angst vor (öffentlicher) Ausgrenzung und Demütigung überwinden. Beides beschreibe ich u.a. ausführlich in meiner Dissertation: Den Paradigmenwechsel der modernen Physik und die auf Schamdynamik beruhende Ausgrenzungskultur am Beispiel des Nationalsozialismus, die unsere Gesellschaft noch nicht vollständig überwunden hat (s. neue Leseproben).
Simone Meller
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Posted on 16 November 2009. Tags: Atmen, cartesianisches Weltbild, Expertentagung, Freiheit, Gesundheitssystem, Gesundheitswissenschaft, Impuls, interdisziplinär, Kompetente Patienten, Paradigmenwechsel, Patientenkompetenz, Quantenphysik, quantentheoretisch-holistisches Weltbild, Salutogenese, Seele, Selbstverwirklichung, Simon Jakob Drees, Verstand, Vortrag, Wissenschaft
Knapp 20 Expert/innen verschiedener Fachrichtungen waren am 13/14. November 2009 in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder zusammengekommen, um aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema “Patientenkompetenz” zu beleuchten und neue Forschungsaufgaben zu identifizeren. Dieses ungewöhnliche Projekt war eine Idee von Dr. Bettina Berger vom Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Viadrina-Universität und wurde finanziell ermöglicht von der Karl und Veronica Carstens-Stifung, einer Fördergemeinschaft für wissenschaftliche Forschung zur Naturheilkunde und Homöopathie.
Mein Beitrag war ein Impulsreferat zu “Salutogenese durch Selbstverwirklichung”. Ich hatte mich über die Einladung zur Tagung gefreut, weil ich angesichts der Zersplitterung der Wissenschaftsbetriebe eine solche interdisziplinäre Zusammenführung für wichtig und zukunftsweisend erachte. Zudem ist es mir ein Herzensanliegen, die Ressourcen und Selbstheilungskräfte von Patient/innen im Gesundheitswesen (politisch) zu stärken. Bettina Berger hatte eine spannende und konstrastreiche Komposition aus verschiedenen Vorträgen erstellt und sehr, sehr unterschiedlich arbeitende Expert/innen nach Frankfurt eingeladen. Diese Mischung erwies sich als brisant… Zum Ende der Tagung äußerte ein Teilnehmer, dass er sich in diesen zwei Tagen Dinge angehört habe, bei denen seine Kollegen aufgestanden und gegangen wären. Er meinte, dass es wohl bereits eine Leistung von uns gewesen sei, dass wir uns gegenseitig “ausgehalten” und angehört hätten.
Der Höhepunkt der Tagung war für mich der künstlerische Beitrag von Simon Jakob Drees mit einer musikalischen Improvisation, die mich zutiefst berührt hat. Anschließend erzählte er, wie er durch seine Asthmaerkrankung zum Atemexperten wurde und seine Form der Heilarbeit entwickelte. Spannend fand ich, dass er mit seiner Geschichte alle in der Runde (d.h. diejenigen Tagungs-Teilnehmer/innen, die zu diesem Programmpunkt erschienen waren und tags auf intellektueller Ebene unvereinbare Sichtweisen vertreten hatten) faszinierte.
Dieser Abend war in meinen Augen ein Geschenk. Er zeigte, wie auf einer seelischen Ebene Annäherung möglich ist und dass die Trennung “nur” in den intellektuellen Denkgebäuden der Anwesenden lag. Die Schemata schienen am nächsten Tag unverändert, aber ein Impuls war gesetzt worden – mit unbestimmten Ausgang. Eine Freundin, der ich davon erzählte, meinte treffend, dass ein solches Erzählen einfach eine ergreifende Schönheit hat. Mich erinnerte der Beitrag von Simon zudem daran, dass ich meinen eigenen Paradigmenwechsel (vom cartesianischen zum quantentheoretisch-holistischen Weltbild) einst nur durch persönliche Selbsterfahrung vollzogen hatte. Kein rationales Argument hatte mich zuvor erreicht – allenfalls produktiv irritiert. Meine später erfolgte Promotionsstudie darüber war “nur” der Versuch, das, was viele Menschen in der Praxis erleben, wissenschaftlich anschlussfähig und von Scharlatanerie unterscheidbar zu machen.
Als ich mein Tagungsmaterial sichtete, fand ich in einem Flyer von Simon dieses Zitat:
Einheit und Zerteilung
Der Sinn durchdringt und verbindet. Jede Trennung, jede in sich abgeschlossene Vollendung ist dem Untergang verfallen. Was führt zu diesen Trennungen? Diese Trennungen entstehen durch das Streben nach Vollständigkeit. Wodurch entsteht dieses Streben nach Vollständigkeit? Es entsteht dadurch, dass man das Leben vollständig besitzen will. Darum, wer sich nur nach außen wendet, ohne zu sich selbst zurückzukehren, der geht als Gespenst um, und hat er, was er da draußen sucht, erreicht, so zeigt es sich, dass das, was er erreicht hat, der Tod ist. (…)
Dschuang Dsi
In diesen Worten kann ich all meine Gedanken und Gefühle zur Tagung bündeln, danke!
Text: Simone Meller | Bild: Anna Regula Hartmann
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