Posted on 18 Juni 2010. Tags: Buddha, Christ, extrem, Fühlen, Fülle, Glauben, Gnade, Greuel, Herz, Himmel, Hölle, Inquisition, Jeshua, Jesus Christus, Leere, Lehre, Liebe, Märtyrertum, Menschenspiel, Mitgefühl, Mut, Mystik, narzisstischer Missbrauch, Nihilismus, Ping Pong, Schatten, sexueller Missbrauch, Wahrheit
Wenn der Zen-Schüler
mit der Kettensäge kommt
und der Christ
den Weichspüler holt
dann will ich rufen:
Jesus! Buddha!
Kommt herbei!
Tanzt mit uns
bis sich die Lehre leert
und wir atemlos FÜHLEN
dass Extreme die Hölle
und Vereinigung der Himmel
auf Erden sind
Keine Liebe
will den Nihilismus
im abgeholzten Wald
Kein Mitgefühl
will das Märtyrertum
des konturlosen Herz
Vorbei die Zeit
der Inquisition
Kein Scheiterhaufen
folgt meiner Impertinenz
doch vielleicht Entrüstung
wenn ich sage dass
Greuel subtile Formen
tragen kann und
Missbrauch nicht nur
sexueller Art ist
All diese Spiele dauern an
bis auch der letzte erkannt hat
dass man Schatten nicht töten
nicht abschneiden nicht ignorieren
nicht aufweichen nicht verleugnen
sondern nur mutig lieben kann
Jenseits von
Kettensäge und Weichspüler
gibt es einen Weg der Wahrhaftigkeit
Er beginnt in dir und mir
wenn wir leben was wir sind
anstatt zu scheinen
wie wir GLAUBEN zu sollen
Wenn wir die Lehren leerten
und mit Erfahrung füllten
entdecken wir ein
christliche Alles im
buddhistischen Nichts
und vice versa
Doch weder holzten wir ab
noch spülten wir weich
sondern blieben verwurzelt
in der Gnade des irdischen Lebens
Simone Meller
Posted in Lyrik
Posted on 03 Juni 2010. Tags: achtsam, Adamus St. Germain, Alles & Nichts, Allgegenwart, Alltag, Angst, Annahme, Anschauung, Antwort, Atheismus, Atmen, Ausdehnung, Begriff, Bereitschaft, Bezeichnung, Beziehung, Bezogenheit, Buddha, Dualität, Ego, Einheit, Einlassen, Elfen, Erkenntnis, Erleuchtung, Ernsthaftigkeit, Erscheinung, Essenz, Form, Gefäß, Geschenk, Gnade, göttlich, Ich, Ich bin, Jeshua, Jesus Christus, Körper, Kosmos, Kuthumi, Leben, Licht, Liebe, linear, Logik, Loslassen, Menschenspiel, Mohammed, Müll, Neues Bewusstsein, Öko-Markt, Orgasmus, Quelle, Raum, Schatten, Schein, Schmerz, Schneider, Sein, Sexualität, Sophia, Spiegelung, Spiritualität, Teufel, Tiefe, Tod, Transformation, unendlich, Verstand, Wandel, Widerspruch, Zeit, Zynismus
“Ich” sehe “mich” und “die Quelle” als zwei sich gegenüber stehende Spiegel, zwischen denen sich eine unendliche Zahl an Spiegelbildern ergibt. Diese innere Bilderreihe umfasst alle lichtvollen und finsteren Erscheinungen, alle möglichen Spielarten des Lebens. Jedes Spiegelbild ist eine Variante des Seins. Jeder Augen-Blick ist ein gewähltes Spiegelbild.
Dieses vor Monaten aufblitzende Bild der unendlichen Spiegelungen ist ein Erkenntnisgefäß, in dem ich als erfahrende Simone alle Erlebnisse, Erscheinungen und Verwirrungen bergen kann. Diese unendlichen Spiegelungen umfassen alle Krankheiten, alle Schmerzen, alle wunderbaren Erfahrungen von Liebe, alle Erlebnisse von Dualität und Einheit. Sie umfassen die Reiche Gottes und die Reiche des Teufels, die Existenzen Jeshuas, Mohammeds und Buddhas genauso wie die der Atheisten, Agnostikerinnen und Nihilisten.
Alles, was erscheint, entspringt dem Nichts und kehrt auch wieder dorthin zurück. Das einzig Beständige ist das Nichts, das vorübergehend als Alles erscheint. Das Nichts ist nicht gegenständlich zu sehen, die oben beschriebene bildhafte Erkenntnis ist loszulassen. Sie ist nichts weiter als eine Bezeichnung, als eine Spiegelung in der unendliche Reihe, die es nicht gibt.
“Ich” erlebe “mich” als etwas auf “mich” Schauendes und über “mich” Sprechendes, als etwas Weises und Wissendes, das viele Drehbücher kennt. Mal höre ich “mich” daraus vorlesen, mal erlebe “ich” mich darin agierend. – Schwer zu beschreiben. Viele andere formulieren in ihren Worten ähnliches. Wir spielen uns unsere Bezeichnungen zu, finden in ihrer Vielfalt eine Bestätigung des Unfassbaren. Kein Gefäß taugt für unsere Essenz, doch in jedem Gefäß leuchtet sie auf. Wir sind es, die von Form zu Form anders erscheinen, um uns selbst zu demonstrieren, was wir wirklich sind.
In der konkreten Erfahrung ist das hier Angerissene mühelos und leicht anzuschauen. So auch in der spontanen lyrischen Beschreibung. Erst in der verstandesmäßigen Darlegung mit begrenzten Begriffen wird es schwerfällig und mühsam. Zeit und Raum erfordern eine lineare Anordnung, ein Nacheinander der Gedanken und Erfahrungen. So sehr ich mich um logische Nachvollziehbarkeit bemühe, widerspricht ein Satz dem nächsten.
Soll ich nun keine Sätze mehr sprechen, keine Coachings mehr geben, mich nicht mehr streiten oder meiner Sexualität entsagen? Dem Leid zynisch begegnen, weil es das ja überhaupt nicht gibt? Mich nicht auf Beziehungen einlassen, weil es uns alle nicht gibt? Genau das meint Erleuchtung nicht. Schaue ich, wohin mich meine Erfahrungen und Erlebnisse lenken, so geht es um die kontinuierliche Ausdehnung der Erleuchtung auf alle erfahrbaren Zustände unseres Daseins.
Der kosmische Orgasmus, der Bettler am Straßenrand, die kristalline Maximalkörpererfahrung, die versäumte Steuerklärung, die weiche Ewigkeit, der wegzubringende Müll, die sanfte Liebe Jeshuas, der abgestorbene Lorbeerbaum im Garten, das unbändige Lachen, die fassunglose Trauer etc. – das alles und alles weitere sind nichts als mögliche Zustände einer sich selbst erfahrenden Quelle. Jeder dieser Zustände ist Sein, ist eine Spiegelung aus der unendlichen Bilderreihe. Da tauchen Kuthumi und Elfen, Sophia und St. Germain genauso auf wie der Schneider, der meine Hose kürzt statt sie zu verlängern, und die über mein versehentliches Vordrängeln erboste Frau auf dem Öko-Markt.
Zwischen den beiden Spiegeln erscheint eine unendlich illustre Welt, die jedem das Seine schenkt. Da ist das Geschenk genauo Gnade wie die Erfahrung des Dahinterschauens. Wer schaut? Auch mit dieser rhetorischen Frage könnte ich alle hier vorgebrachten Gedanken zusammenfassen.
Ich begreife Erleuchtung zunehmend als die Fähigkeit oder besser: die Bereitschaft, sich auf jeden Moment vollständig einzulassen, während er gleichzeitig losgelassen wird. Es bedeutet, sich selbst als eine augenblicklich manifestierte Spielart des Einen zu sehen, ohne deshalb auf Bezogenheit, Tiefe und Ernsthaftigkeit der jeweiligen Erfahrung zu verzichten. Es bedeutet permanente Achtsamkeit für die inneren Abläufe. Jeder alltägliche (Interaktions-) Schritt will im Neuen Bewusstsein gesehen werden, dass er nichts ist als eine vorübergehende Erscheinung und doch so wichtig dem Ganzen.
Oft gelingt mir diese Kunst, und sehr, sehr oft gelingt sie mir noch nicht. Ich erkenne darin meine Angst vor Kontrollverlust, Angst vor dem Unbekannten. Auch diese Angst ist nichts als eine Erscheinung der Spiegelbildreihe. Ich erleuchte diese Erfahrung der Angst, indem ich sie bedingungslos annehme, zugleich wissend, dass es eine illusionäre Selbsterfahrung ist. Es geht darum, um das Spiel zu wissen und es zugleich ernst zu nehmen. Es geht darum, das dem Tod anheim gegebene zu leben. Die Angst verschwindet aus der gewandelten Situation und kehrt wieder in die neu zu wandelnde Situation. Weder schneide ich die Angst noch meine Trauer über das Verschwinden der Welt aus meinem menschlichen Leben, sondern lebe sie als das, was sie sind, Spiegelungen meiner selbst.
Ich bin unzufrieden über meine hinterher hinkenden Worte, zweifle an der Verständlichkeit, ja an der Möglichkeit des Kommunizierbaren, wie viel leichter entsteht ein zierliches Gedicht. Auch das ist eine Erfahrung, die um Erleuchtung bittet, die angenommen und losgelassen sein will. Dieses Annehmen und Loslassen entspricht dem Einatmen und Ausatmen. Während ich danach frage, was uns atmet, finde ich die Antwort in mir, einer sich beständig wandelnden Form für das Eine. Was ich auch bin von Moment zu Moment, immer nur finde ich das zu Suchende in mir. Ich bin es, wenn ich mit zerzausten Haaren und fleckiger Hose den Herd schrubbe. Ich bin es, wenn ich nicht verstehe, was du mir sagen willst. Ich bin es, wenn wir uns ohne Worte verstehen. Ich bin meine Antwort, so wie du deine Antwort bist, so wie wir eine Antwort auf das Eine sind, so wie wir alle nicht sind und doch sind, was wir sind.
Simone Meller
Foto: Henning Hraban Ramm/Pixelio
Posted in Klartext
Posted on 04 April 2010. Tags: 2010, Angst, auslachen, Buddha, Christusenergie, Dunkelheit, Einheit, Einladung, Entwicklung, Evolution, Gewinn, Größe, Herz, Ignoranz, Illusion, Inkarnation, Kampf, klein, Kritik, Lebensthema, Licht, Lob, Mahatma Gandhi, Menschenspiel, Missachtung, Misshandlung, Neues Bewusstsein, Ostern, persönlich, Projektion, Selbstverwirklichung, Selbstwert, Strategie, Tadel, Transformation, Verantwortung, Verkennung, Ziel
Meine diesjährigen Gedanken zu Ostern zentrieren sich im folgenden Satz:
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. – Mahatma Gandhi
Alle drei Strategien (Ignoranz, Auslachen, Bekämpfen) entstehen aus einem Gefühl von innerer Kleinheit. Wer sich klein fühlt (also seine eigene Größe verkennt), kann die gelebte Größe des anderen nicht ertragen. Deshalb ist er versucht, sie mit Nichtbeachtung, Missachtung und Misshandlung auszuschalten. Damit projiziert er die eigene Selbstverkennung auf das Gegenüber.
Das Zitat von Gandhi beschreibt das Lebensthema jedes Menschen, der sich seiner Selbstverwirklichung stellt. Jeder hat seine Ängste vor den Reaktionen der anderen zu transformieren und “gewinnt” erst dann, wenn sein Selbsterleben zunehmend unabhängiger von den Bewertungen anderer wird. Denn:
Lob und Tadel bringen den Weisen nicht aus dem Gleichgewicht. – Buddha
Was ich hier für die persönliche Bewusstseinsentwicklung geschrieben habe, gilt gleichermaßen für die kollektive Bewusstseinsevolution. Wir alle sind Teil der Selbstverwirklichung einer Quelle. Wir durchlaufen als vielfach geteilte und getrennte Einheit zahlreiche Erfahrungen von Licht und Finsternis. Indem wir als Einzelne unser Leben leben, tragen wir augenblicklich zur gesamten Bewusstseinsentwicklung bei. Die Rollen wechseln innerhalb und zwischen den Inkarnationen:
Mal ignorieren sie dich, mal du sie.
Mal lachen sie über dich, mal du über sie.
Mal bekämpfen sie dich, mal du sie.
Mal gewinnst du, mal sie.
Ostern ist die Einladung, sich über seine Menschenspiele bewusst zu werden und seine Projektionen zu erkennen. Denn nur indem wir sie in uns hinein zurücknehmen, können sie Wandlung erfahren. Das Dunkle ist unsere Schöpfung. Übernehmen wir also die Verantwortung. Nehmen wir das Dunkle zurück in unser eigenes Herz, so findet es dort zurück ins Licht.
Simone Meller
*
Posted in Klartext
Posted on 23 Oktober 2008. Tags: Abwertung, achtsam, Buddha, Idealisierung, Lob, Mitte, Ruhe, Tadel
Lob und Tadel bringen den Weisen nicht aus dem Gleichgewicht.
Buddha
Posted in schwungwerk.de