Posted on 19 November 2010.
Der Text ist ein Auszug aus Erleuchtungsfalle – Identifikation mit dem Nichts.
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Posted on 16 November 2010.
begegnung
schwingt
harmonisch
da jäh
ein unterschied
für die eine ist unstimmig
was für den anderen stimmig ist
oder auch umgekehrt
was nun?
innig und transformierend
erlebte ich momente
da beide zu dieser
unterscheidenden begegnung
bereit und ergeben dem
gemeinsamen wachstum
im hier und jetzt
nicht immer ist das möglich
manchmal überfordert uns
die energie der unterscheidung
hören sehen wir schmerz und abwertung
kommen alte verletzungen hoch
schmerzliche unterscheidungen
können dürfen anlass sein
für abschied trennung scheidung
not-wendiger bestandteil von heilung
manchmal braucht es spiegel noch und nöcher
um endlich anzuerkennen das eigene
die quelle des schmerzes zu finden in sich
von da an werden die unterscheidungen leichter
je leichter sie werden
desto weniger stören
sie begegnung
im gegenteil
fördern sie innigkeit
im scheiden
unserer geister
erfahre ich
bedingungslose
liebe
wie sonst
könnte ich sie erfahren?
unterscheidungen
dienen unserer transformation
simone meller
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Posted on 07 November 2010.
Dort, wo meine Wahrnehmung nicht in der gleichen Selbstverständlichkeit wie andere gilt,
bleibt Sprache hilflos. Misslingt Verständigung wieder und wieder.
Ich rede nicht von misslingender Einigung auf eine Wahrheit,
sondern vom Scheitern dialogischer Verständigung über subjektive Wahrheiten
und vom anstrengenden Austausch von Impulsen.
Dort, wo meine Wahrnehmung zwar gilt, aber nicht geteilt wird,
ist Sprache hilfreich. Gelingt Verständigung durch Bemühen.
Ich rede nicht vom Bemühen um eine Wahrheit,
sondern von Zugewandtheit in der Unterscheidung
und von Bereitschaft miteinander zu wachsen.
Dort, wo meine Wahrnehmung mein bisheriges Verstehen übersteigt,
ringe ich um Sprache. Suche ich Wort für Wort ein neues Verstehen.
Ich rede nicht vom Eingemeinden der Wahrnehmung,
sondern von einer ihr angemessenen Be-Zeichnung
und dem Vorrang des Erlebten vor dem Wort.
In allen drei Fällen dürfen meine mitgebrachten Worte sterben,
um sich der jeweiligen Situation angemessen neu zu gebären.
Manchmal geschieht das rasch, manchmal brauche ich Spürzeit und Stille.
Immer öfter mute ich diese meine Art zu sein all meinen Gesprächspartnern zu.
Ich kann nicht mehr anders, das alte Sprechen stirbt mir auf der Zunge oder schon früher.
Die neuen Worte sind diesselben, durch Spüren nur anders gesetzt.
Die Transformation von Sprache geschieht im Herzen und lässt
meinen Gegenübern Raum, ob sie bleiben oder gehen, ablehnen oder genießen,
was sich zwischen uns verändert und ereignet in wagender Begegnung.
Dort, wo Sprache sterben durfte, beginnt sie sich einzufinden in jeder Situation neu.
Simone Meller
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