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Geborgen in der Schwärze


Ich gebe mich den Ein- und Entfaltungen von Dualität hin, während ich zwischen diesen Erfahrungen vom Verschwinden der Welt weiterhin meine Büroarbeit erledige, Spaß habe und Konflikte austrage.

Der Unterschied zwischen der in Einheit eingefalteten Welt und der in Dualität entfalteten Welt wird zum Kunststück meiner Existenz im multidimensionalen Raum. Ich will meine irdische Entwicklung nicht überspringen, doch auch nicht mehr unter meinen Möglichkeiten leben. So bleibt ein schmaler Grat, auf dem zu balancieren nur unangestrengt Freude macht.

An den Seiten und hinter mir ist es schwarz. Schritt für Schritt balanciere ich auf einem Leuchtstreifen, der heim ins Licht führt. Jedes Streben nach Perfektion zerstört das Gleichgewicht und lässt mich erinnernd in das teuflisch belebte Schwarze taumeln. Jedesmal nehme ich das Schwarze in mein Herz und fühle Erlösung. Damit ist mein nächster Schritt nach vorn getan, an dessen Seite und dort, wo ich eben noch stand, wieder Schwärze auftaucht.

Es ist nicht das Bild eines Sisyphos, denn kein Schritt und keine beherzte Annahme des Schwarzen sind umsonst. Lichtbefreiung geschieht von Moment zu Moment. Es ist eher das Bild einer spirituellen Peristaltik, in der ich mich Stück für Stück nach vorne schiebe. Es gibt kein Zurück, ja, theoretisch schon, aber im Erleben dieser Peristaltik geht es nur nach vorn. Es erinnert von der Idee her an die Tunnelbilder von Menschen mit Nah-Tod-Erfahrungen, nur viel langsamer. Es ähnelt einem Geburtskanal, durch den ich mich selbst gebäre. War das Schwarze zeitweilig noch bedrohlich, so erlebe ich es jetzt als unbestechlichen Freund, der mir den Weg nach vorne weist. Rechts und links, oben und unten, hinter mir ist es schwarz, nur nach vorne geht es zum Licht – und mein Schwarzes reist mit.

Wenn ich mich erinnere, ist das Schwarze ein liebendes Geländer. Wenn ich vergesse, wird das Schwarze zum teuflisch vergoldeten Abgrund. Goethe ließ seinen Mephisto so zutreffend sagen: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ – Ich lernte das Schwarze lieben, und es kehrte heim. Ich lernte das Schwarze noch mehr lieben, und noch mehr kehrte heim. Ich lernte auch die unerträgliche Schwärze lieben, und das Unerträgliche kehrt heim. So geht das seit Jahren, und so geht es weiter. Zwischendurch verschwindet alles in der Einheit, bis ich und meine Welt wieder ausgeschieden werden und uns geborgen in spiritueller Peristaltik weiter voran schieben.

Je öfter ich in bedingungsloser Liebe schwinge, desto deutlicher sticht mir der Unterschied ins Auge, wenn ich es nicht tue. Auf diese fühlende Weise wird jeder Tag zu einer Heimkehr in vielen, vielen kleinen Schritten, die all meinen Mut und all meine Demut erfordern. Denn nichts ist, wie es scheint. Doch so oft sich der Schleier von Zeit und Raum auch hebt, bleibt mir im Alltäglichen nur, sämtliche Erscheinungen zu leben, solange sie mir entgegen wehen. Dabei verfliegt die Zeit immer schneller, und ich werde immer langsamer. Wenn alles Illusion ist und es keinen Ausdruck mehr gibt für das Erleben, bleibt nur noch eines: Hingabe und dann Ergebung.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Martina Taylor

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Frau und Mann in der Neuen Energie


Eva entsprang nicht Adams Rippe. Eine Kugel entschied sich zur Teilung. Adam und Eva verließen das Paradies der Einheit, um das Leben zu erfahren. Auf der Erde verloren sie sich aus den Augen, sie bekämpften sich. Sie fanden sich wieder, wurden weich und kehrten zurück ins Himmelreich. Der Pfad ist gebahnt. Jede, die Eva ist, und jeder, der Adam ist, können diesen Pfad betreten. Wie wird frau Eva und wie wird mann Adam? Jeweils durch die neue Geburt von innerer Frau UND innerem Mann in der Frau wie in dem Mann. Diese neue, innere Balance von femininer und maskuliner Kraft in jeder Person wird durch Weichheit gefunden und öffnet das Tor, das nie geschlossen war.

Simone Meller

Herleitung durch vorausgegangene Texte:

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