Tag Archive | "Ausdehnung"

Selbstverwirklichung von Egoismus unterscheiden


Der Egoismus will alles haben, er wird getrieben von der Angst, dem Mangel anheim zu fallen.

Die Selbstverwirklichung will das Sein entfalten, sie wird gespeist von der Liebe, der Annahme der Fülle in allen Lebensbereichen.

Egoismus hält zurück, Selbstverwirklichung bordet über.

Egoismus dient niemandem außer der Vermehrung von Angst.

Selbstverwirklich dient jedem, da sie der Liebe folgt: Sie setzt an in der Fürsorge für sich selbst und läuft von dort über wie ein Springbrunnen.

Text: Simone Meller
Foto: Miriam Saß, Pixelio

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Spiritueller Alltag: Ausdehnung von Erleuchtung


“Ich” sehe “mich” und “die Quelle” als zwei sich gegenüber stehende Spiegel, zwischen denen sich eine unendliche Zahl an Spiegelbildern ergibt. Diese innere Bilderreihe umfasst alle lichtvollen und finsteren Erscheinungen, alle möglichen Spielarten des Lebens. Jedes Spiegelbild ist eine Variante des Seins. Jeder Augen-Blick ist ein gewähltes Spiegelbild.

Dieses vor Monaten aufblitzende Bild der unendlichen Spiegelungen ist ein Erkenntnisgefäß, in dem ich als erfahrende Simone alle Erlebnisse, Erscheinungen und Verwirrungen bergen kann. Diese unendlichen Spiegelungen umfassen alle Krankheiten, alle Schmerzen, alle wunderbaren Erfahrungen von Liebe, alle Erlebnisse von Dualität und Einheit. Sie umfassen die Reiche Gottes und die Reiche des Teufels, die Existenzen Jeshuas, Mohammeds und Buddhas genauso wie die der Atheisten, Agnostikerinnen und Nihilisten.

Alles, was erscheint, entspringt dem Nichts und kehrt auch wieder dorthin zurück. Das einzig Beständige ist das Nichts, das vorübergehend als Alles erscheint. Das Nichts ist nicht gegenständlich zu sehen, die oben beschriebene bildhafte Erkenntnis ist loszulassen. Sie ist nichts weiter als eine Bezeichnung, als eine Spiegelung in der unendliche Reihe, die es nicht gibt.

“Ich” erlebe “mich” als etwas auf “mich” Schauendes und über “mich” Sprechendes, als etwas Weises und Wissendes, das viele Drehbücher kennt. Mal höre ich “mich” daraus vorlesen, mal erlebe “ich” mich darin agierend. – Schwer zu beschreiben. Viele andere formulieren in ihren Worten ähnliches. Wir spielen uns unsere Bezeichnungen zu, finden in ihrer Vielfalt eine Bestätigung des Unfassbaren. Kein Gefäß taugt für unsere Essenz, doch in jedem Gefäß leuchtet sie auf. Wir sind es, die von Form zu Form anders erscheinen, um uns selbst zu demonstrieren, was wir wirklich sind.

In der konkreten Erfahrung ist das hier Angerissene mühelos und leicht anzuschauen. So auch in der spontanen lyrischen Beschreibung. Erst in der verstandesmäßigen Darlegung mit begrenzten Begriffen wird es schwerfällig und mühsam. Zeit und Raum erfordern eine lineare Anordnung, ein Nacheinander der Gedanken und Erfahrungen. So sehr ich mich um logische Nachvollziehbarkeit bemühe, widerspricht ein Satz dem nächsten.

Soll ich nun keine Sätze mehr sprechen, keine Coachings mehr geben, mich nicht mehr streiten oder meiner Sexualität entsagen? Dem Leid zynisch begegnen, weil es das ja überhaupt nicht gibt? Mich nicht auf Beziehungen einlassen, weil es uns alle nicht gibt? Genau das meint Erleuchtung nicht. Schaue ich, wohin mich meine Erfahrungen und Erlebnisse lenken, so geht es um die kontinuierliche Ausdehnung der Erleuchtung auf alle erfahrbaren Zustände unseres Daseins.

Der kosmische Orgasmus, der Bettler am Straßenrand, die kristalline Maximalkörpererfahrung, die versäumte Steuerklärung, die weiche Ewigkeit, der wegzubringende Müll, die sanfte Liebe Jeshuas, der abgestorbene Lorbeerbaum im Garten, das unbändige Lachen, die fassunglose Trauer etc. – das alles und alles weitere sind nichts als mögliche Zustände einer sich selbst erfahrenden Quelle. Jeder dieser Zustände ist Sein, ist eine Spiegelung aus der unendlichen Bilderreihe. Da tauchen Kuthumi und Elfen, Sophia und St. Germain genauso auf wie der Schneider, der meine Hose kürzt statt sie zu verlängern, und die über mein versehentliches Vordrängeln erboste Frau auf dem Öko-Markt.

Zwischen den beiden Spiegeln erscheint eine unendlich illustre Welt, die jedem das Seine schenkt. Da ist das Geschenk genauo Gnade wie die Erfahrung des Dahinterschauens. Wer schaut? Auch mit dieser rhetorischen Frage könnte ich alle hier vorgebrachten Gedanken zusammenfassen.

Ich begreife Erleuchtung zunehmend als die Fähigkeit oder besser: die Bereitschaft, sich auf jeden Moment vollständig einzulassen, während er gleichzeitig losgelassen wird. Es bedeutet, sich selbst als eine augenblicklich manifestierte Spielart des Einen zu sehen, ohne deshalb auf Bezogenheit, Tiefe und Ernsthaftigkeit der jeweiligen Erfahrung zu verzichten. Es bedeutet permanente Achtsamkeit für die inneren Abläufe. Jeder alltägliche (Interaktions-) Schritt will im Neuen Bewusstsein gesehen werden, dass er nichts ist als eine vorübergehende Erscheinung und doch so wichtig dem Ganzen.

Oft gelingt mir diese Kunst, und sehr, sehr oft gelingt sie mir noch nicht. Ich erkenne darin meine Angst vor Kontrollverlust, Angst vor dem Unbekannten. Auch diese Angst ist nichts als eine Erscheinung der Spiegelbildreihe. Ich erleuchte diese Erfahrung der Angst, indem ich sie bedingungslos annehme, zugleich wissend, dass es eine illusionäre Selbsterfahrung ist. Es geht darum, um das Spiel zu wissen und es zugleich ernst zu nehmen. Es geht darum, das dem Tod anheim gegebene zu leben. Die Angst verschwindet aus der gewandelten Situation und kehrt wieder in die neu zu wandelnde Situation. Weder schneide ich die Angst noch meine Trauer über das Verschwinden der Welt aus meinem menschlichen Leben, sondern lebe sie als das, was sie sind, Spiegelungen meiner selbst.

Ich bin unzufrieden über meine hinterher hinkenden Worte, zweifle an der Verständlichkeit, ja an der Möglichkeit des Kommunizierbaren, wie viel leichter entsteht ein zierliches Gedicht. Auch das ist eine Erfahrung, die um Erleuchtung bittet, die angenommen und losgelassen sein will. Dieses Annehmen und Loslassen entspricht dem Einatmen und Ausatmen. Während ich danach frage, was uns atmet, finde ich die Antwort in mir, einer sich beständig wandelnden Form für das Eine. Was ich auch bin von Moment zu Moment, immer nur finde ich das zu Suchende in mir. Ich bin es, wenn ich mit zerzausten Haaren und fleckiger Hose den Herd schrubbe. Ich bin es, wenn ich nicht verstehe, was du mir sagen willst. Ich bin es, wenn wir uns ohne Worte verstehen. Ich bin meine Antwort, so wie du deine Antwort bist, so wie wir eine Antwort auf das Eine sind, so wie wir alle nicht sind und doch sind, was wir sind.

Simone Meller
Foto: Henning Hraban Ramm/Pixelio

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Kosmischer Schmelz


Ich suche nicht die Verschmelzung, sondern finde mich im Empfangen und Verströmen wieder. Und doch löst sich ab und zu Alles im süßen Nichts auf – so wie das Stück Schokolade in meinem Mund. Mein Gefühl von kosmischer Geborgenheit entspricht dem Nachgeschmack auf meiner Zunge. Beides bedarf eines Nachhallens in einem davon unterschiedenen Zustand. Beides ist ein Geschenk der Dualität.

Danke, dass ich Unterschiede erfahren darf. Danke, dass ich in all den Facetten all meiner Leben erfahren darf, wie es ist Alles zu sein. Danke, dass du in all den Facetten all deiner Leben erfahren darfst, wie es ist Alles zu sein. Danke, dass ich mich als Ausdruck eines Bewusstseins so weit ausdehnen darf, dass mir deine Erfahrung zuteil wird, so wie dir bei entsprechender Ausdehnung meine Erfahrung zuteil wird.

Dieses so hilfreiche Mein und Dein an Erfahrung wird möglich durch die Verteilung des einen Geistes auf all die verschiedenen Seelen, so wie sich eine Fallschirmspringer-Mannschaft eine Tafel Schokolade teilt, bevor sie sich in verschiedene Richtungen versprengt. Und doch schmilzt Schokolade überall gleichermaßen, wenn auch jeder eine andere Art hat, sie zu essen. Diese andere Art entspricht deiner im Unterschied zu meiner Art deine bzw.  meine Inkarnationen individuell zu gestalten.

Wir alle treffen uns wieder: im Seelenmeer, im Geist und in der einen Ewigkeit. Doch wisse auch: Dieser kleine Moment hier auf der Erde, so unerträglich oder wunderbar er dir im steten Wechsel erscheint, ist einzigartig. Er ist Ausdruck eines gigantischen Spiels, um zu erfahren, wie es ist, zu sein. Deshalb bist du hier.

So koste mit mir den kosmischen Schmelz. Ahhh… Erzähle, wie es dir schmeckt. Höre, wie es mir schmeckt. Fühlst du, wie wir die eine Schokolade sind, bevor sie in einem großen Mund zerrinnt?

Simone Meller

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Für eine lebendige und freie Spiritualität


Die menschliche Evolution geht weiter, niemals bleibt sie stehen. Religionen und spirituelle (Individual-)Bewegungen haben Schritt zu halten. In christlichen Kirchen hängt noch ein blutiger Leib am Kreuz, als ob vor 2000 Jahren  mit Jeshua nur das und seitdem nichts mehr passiert wäre. Mediale Lebensberater vermarkten Channelings mit Geistwesen, die von höher schwingenden Energien integriert und weiter entwickelt wurden. Das darf SEIN, denn wir wählen unser Schwingungsniveau, und uns wird gespiegelt, was wir sind.  Aus der geistigen Welt tritt das an uns heran, was uns in diesem Moment entspricht. Erkennen wir, dass wir mehr sind, als der Spiegel zeigt, ziehen wir in sich spiralförmig nach oben ausdehnenden Kreisen weiter, und siehe da: das Spiegelbild ändert sich. Unsere Spiegel sind unsere Schöpfungen, wandeln sich von Tag zu Tag. In der Einheit falten sie sich zusammen wie eine aufziehbare Klappkarte, um sofort wieder dual aufzuerstehen, wenn wir sie brauchen. Es ist ein Spiel, dessen Anmut und Exaktheit mir den Atem raubt.

Simone Meller

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