Posted on 17 August 2010. Tags: Arbeit, Arbeitszeit, Aufschieberitis, Büro, Doktorarbeit, Feierabend, Flexibilität, Geduld, Idee, Konzept, Kreativität, Loslassen, Projekt, Prokrastination, Reifung, Überforderung, unfertig, Wirtschaft
Ich bin mit einer konzeptionellen Arbeit nicht fertig geworden. Eigentlich keine große Sache, und Zeit wäre auch noch gewesen. Doch plötzlich versiegten die Ideen, und ich hatte keine Lust mehr. Ungern verlasse ich mit dieser offenen, inneren Gestalt mein Büro, aber vorbei sind die Zeiten, in denen ich mich zur Arbeit zwang. Was fließt, fließt, und was nicht, tut es sicher morgen wieder. Ich mache Feierabend, obwohl, nein, weil das Unerledigte auf meinem Schreibtisch auf mich wartet.
Das ist etwas, was ich als Schreibtischtäterin während eines hochgradig komplexen und unübersichtlichen Projektes, nämlich dem Schreiben meiner Doktorarbeit, gelernt habe: Bestimmte Abschnitte und Kapitel hatten mich zunächst überfordert und geduldig auf meine Persönlichkeitsreifung “gewartet”. Ich konnte sie erst verfassen, als ich mich weiter entwickelt hatte, also selbst in neuer Verfassung war. Manchmal hat das Wochen, Monate und teilweise auch Jahre gedauert. Deshalb war es praktisch, dass es an der Diss selbst und darüber hinaus beruflich so viel zu tun gab. Immer wenn es an einer Stelle nicht weiter ging, machte ich woanders weiter. Nach dem Motto: Nur nicht verbeißen, sondern flexibel bleiben und sich bewegen.
So habe ich das eben auch gemacht und ein bisschen gebloggt
. Und vielleicht darf ich dich mit dem Teilen meiner Erfahrung ermutigen, dein Unfertiges in Ruhe reifen zu lassen und Feierabend zu machen?! Ich jedenfalls tue es jetzt: Feieeeraaabend!!
Simone Meller
P.S.: Dieses hier beschriebene Verlieren von Lust ist nicht dasselbe wie die Unlust, die mich beim Ausfüllen von Steuerformularen überfällt. Aber über diesen Unterschied, der eine kreative Schaffenspause von Aufschieberitis (Prokrastination) zu trennen weiß, schreibe ich ein anderes Mal.
Posted in Klartext
Posted on 08 August 2010. Tags: Arbeitsstörung, Aufgabe, Aufschieberitis, Bedürfnis, Beruf, Blankenese, Diplomarbeit, Doktorand, Doktorarbeit, Dynamik, Erledigung, Freiberufler, Hamburg, interaktiv, Konzentrationsstörung, Prokrastination, Prozessorientierung, Schreibblockade, Schreibfluss, Schreibhemmung, Selbstständigkeit, Transformation, Veranstaltungen, Wirtschaft, Workshop
Jeder kennt sie, keiner mag sie: Arbeitsstörungen. Egal, ob es sich um eine Schreibblockade, Aufschieberitis (Prokrastination) oder Schwierigkeiten mit der Konzentration handelt, sie kosten Zeit, Geld und Nerven. Aber sie sind wertvoll, wenn man ihren Wert zu schöpfen und in Arbeitsfluss zu transformieren weiß.
Wir arbeiten in vertrauensvoller Gruppenatmosphäre auf Basis von Herzensgesprächen, in die psychologisches Knowhow über den Umgang mit Arbeitsstörungen eingeflochten wird. Der Workshop wird vor Ort prozessorientiert auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten und ist durch diese interaktive Dynamik besonders wirksam.
Zielgruppe:
- Angestellte, Freiberufler und Selbstständige, die ihre Aufgaben zügiger erledigen wollen
- Diplomanden und Doktorandinnen aller Fachrichtungen, die in Schreibfluss kommen möchten
Termin:
Donnerstag, 16. September 2010, 10-13 Uhr und 15-18 Uhr. Wir beginnen spät am Tag und machen eine ausgedehnte, frei verfügbare Mittagspause, damit du vor und nach den intensiven Workshop-Einheiten das tun und lassen kannst, was du brauchst, um dich optimal entwickeln zu können.
Teilnehmerzahl:
Es nehmen maximal 12 Personen teil.
Ort:
Im Seminarraum am schönen Baurs Park, zu Fuß in 10 Minuten vom S-Bahnhof Hamburg-Blankenese erreichbar. Zum Elbstrand läufst du knappe 10 Minuten oder du genießt in der Mittagspause das Panorama von einer Bank am Parkrand. Eine genaue Wegbeschreibung erhältst du bei Anmeldung. Du wohnst außerhalb von Hamburg? Das ehemalige Fischerdorf Blankenese mit mediterranem Flair ist immer eine Reise wert: Strand, Wälder und ein Ortskern mit Cafés, Restaurants und Boutiquen laden zum Verweilen ein. Es gibt Unterkünfte für jeden Geschmack.
Investition:
250 € inkl. Mehrwertsteuer, Wasser, Saft und frisches Obst (vormittags), Kaffee, Tee und Kuchen (nachmittags). Frühbucher erleichtern meine Organisation, deshalb bedanke ich mich für Anmeldungen bis zum 16. August 2010 mit einem Skonto von 10 Prozent.
Anmeldung:
Du kannst dich formlos per Email unter Angabe deiner Adresse anmelden. Die Anmeldung wird erst mit vollständigem Zahlungseingang auf mein Konto 2567316500 bei der SEB Bank (Blz 20010111) gültig. Deshalb erfolgt die Vergabe der Plätze in der Reihenfolge der Zahlungseingänge. Bei Zahlungeingang bis zum 16. August 2010 profitierst du vom Skonto: Überweise in diesem Falle also nur 225 €. Beim unwahrscheinlichen Ausfall des Workshops zahle ich den jeweils gezahlten Betrag zurück. Weitergehende Ansprüche an mich als Veranstalterin bestehen nicht. Bei Rücktritt bis zu vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn erstatte ich 100% des gezahlten Betrags zurück. Bei späterem Rücktritt oder Nichterscheinen erfolgt keine Erstattung. Du kannst jedoch vor Veranstaltungsbeginn eine Ersatzperson benennen. In diesem Fall entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Text: Simone Meller | Foto: Claudia Hautumm, Pixelio
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Posted on 09 Juni 2010. Tags: Angst, anschlussfähig, Arbeitsstörung, Aufschieberitis, Dissertation, Doktorarbeit, Entspannung, Entwicklung, Freiheit, Gesundheitspsychologie, Herz, Hilfe, Kongruenz, Liebe, Mainstream, Musik, Mut, Neue Energie, Ohnmacht, Paradigma, Paradigmenwechsel, Persönlichkeit, Prokrastination, Promotion, Schreibblockade, Schreibhemmung, Schreibtisch, Sein, Sofa, Spaziergang, Spiritualität, Tabu, Telefon, Tipp, Transformation, Versagen, Wahrheit, Widerspruch
Die Schreibblockaden während meiner Promotionszeit waren äußerst quälend, weil ich mich dabei so inkompent, versagend und ohnmächtig erlebte. Dennoch möchte ich im Nachhinein keine einzige dieser “Pestbeulen” missen, denn jede verwies auf eine mangelnde Kongruenz zwischen dem, was ich meinte schreiben zu müssen, und dem, was ich wirklich dachte.
Auch in der strengen Welt der Wissenschaft das schreiben zu lernen, was der Wahrheit meines Herzens entsprach, wurde zum Katalysator einer intensiven Persönlichkeitsentwicklung (s. Nachwort zu Fröhlich wandelnde Wissenschaft). Damit bin ich bei meinem ersten Tipp:
- Grundsätzlich kannst du alles schreiben, so sehr es auch vom akademischen Mainstream abweicht oder einem Tabu-Bruch gleichkommt, wenn du deine Gedanken wissenschaftlich anschlussfähig machst. Viele kluge Gedanken werden vom Mainstream nur deswegen ignoriert, weil sie in den gängigen Paradigmen noch nicht nachvollzogen werden können oder weil zum Verstehen ein Paradigmenwechsel notwendig ist. Bedenke, dass die Legitimation einer wissenschaftlichen Arbeit ja genau darin liegt, etwas neues zu schreiben. Ja, ich weiß, je mehr man sich mit einem Thema beschäftigt, desto mehr erkennt man, dass es eigentlich keine neuen Gedanken gibt und alles irgendwo schon enthalten ist. Tatsächlich verursachte dies bei mir eine weitere Schreibblockade, bis mir klar wurde, dass meine Sicht nicht von drei Jahrzehnten publizierter Gesundheitspsychologie geteilt wurde. Deshalb wurde meine Diss zu einem Buch, in dem ich anderen zeige, was ich sehe.
- Überfordere dich nicht. Das Wesen einer wissenschaftlichen Arbeit besteht zwar darin, die Gedanken möglichst widerspruchsfrei zu entfalten und anzuordnen. Wiederum muss man sich auch Widersprüche erlauben können, um in einen Schreibfluss zu kommen. Du brauchst Worte und Begriffe, die du einfach akzeptierst, sie dienen dir sozusagen als Gefäße, um deine neue Essenz überhaupt transportieren zu können. Zum Beispiel hatte meine Diss zum Ziel, die Begriffe Selbstverwirklichung und Ganzheitlichkeit gesundheitspsychologisch zu klären und zu rehabilitieren (u.a. mit der Begründung, dass deren Vermeidung zu einer Aufblähung und Stagnation des Fachs geführt hatte). Außerdem arbeite ich mich an der Definition von Gesundheit und Krankheit ab, schied den Begriff der Salutogenese von Antonovskys Werk und argumentierte mit Hilfe von Quantenphysik und Erkenntnistheorie dafür, Geist und Materie als gemeinsamen Ursprungs anzusehen. Dafür brauchte ich bereits 400 Seiten. Ich ließ jedoch davon ab, die Begriffe Psyche, Seele und Geist oder Körper, Materie und Leib auseinander zu klamüseren. Einerseits fühlte ich mich damit unwohl, meinte, dass das doch ebenfalls sehr klar herausgearbeitet werden müsste. Andererseits wusste ich, dass der Stoff für ein, zwei weitere Dissertationen reichen würde und irgendwo auch mal “Schluss” sein muss. Also verwandte ich die ungeklärten Begriffe rein intuitiv, indem ich mal den einen, mal den anderen benutzte. Im Nachhinein bin ich froh darüber, sonst würde ich vielleicht heute noch promovieren.
- Erkenne die Vielzahl deiner Ängste hinter den Schreibblockaden. Bei den ersten beiden Tipps klang das bereits an. Wir trauen uns nicht, etwas zu schreiben, weil es ein Tabu-Bruch oder unvollständig ist. Wir haben Angst vor Ächtung oder schlimmer noch, mit der Dissertation nicht zur Prüfung zugelassen zu werden, also zu versagen. Doch das sind nur zwei von unzähligen anderen Varianten. In der Angst war es mir nicht möglich, die Wahrheit meines Herzens schreibend anschlussfähig zu machen, das ging nur in der Liebe zu mir selbst. Meine Selbsterfahrung war mir eine große Hilfe, auch meine spirituelle Praxis, das Wissen um Energie und ihre Transformation. Ich habe viel mit anderen über meine Zweifel und Sorgen gesprochen, konkrete Hilfen (z.B. Gegenlesen von Abschnitten, Erörtern statistischer Alternativen etc.) angenommen. Am wichtigsten war vielleicht dies: Bei der Blockade den Schreibtisch verlassen, aber nicht, um den Gummibaum abzustauben oder Geschirr zu spülen (Aufschieberitis!), sondern um zur Ruhe zu kommen und zu schauen (nicht zu grübeln!) was gerade los ist. Spaziergänge und Sofa waren meine liebsten Varianten. Ich kann wirklich sagen, dass ich die wesentlichen Teile meiner Diss auf dem Sofa empfangen habe, wenn ich entspannt und meiner Wahrheit liebevoll zugewandt war. Am Schreibtisch ging’s dann nur um die blanke Ausführung. Dabei half mir Musik im Dauer-Repeat, um die empfänglich-liebevolle Schwingung zu halten und nicht wieder in eine Angstblockade zu rutschen. Bestimmte Musikstücke habe ich tagelang gehört, sie waren für mich wie ein Geländer auf einem sich mir stückweise offenbarenden Weg.
Dürfte ich nicht drei, sondern nur einen Tipp nennen, so wäre es der letzte. In liebender Ruhe liegt die Kraft, die Wandel schafft. In der Ruhe finden wir zurück in unsere Mitte, in unsere Liebe. Weder vermeiden wir die Auseinandersetzung mit der Schreibblockade noch versuchen wir, sie mit Gewalt zu brechen. Sie darf sein, und wir mit ihr – während wir schauen, was sie uns offenbaren möchte. Meine Erfahrung ist, dass in jeder Schreibblockade die Botschaft lag: “So, nicht, liebe Simone. Schreib dich frei. Folge auch und gerade hier der Wahrheit deines Herzens.”
So wünsche ich auch dir den Mut, dem Ruf deiner Schreibblockaden zu folgen: Komm, schreib dich frei!
Gerne unterstütze ich dich am Telefon.
Simone Meller | Foto: Oliver Haja/Pixelio.de
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Posted on 04 Juli 2009. Tags: achtsam, Annahme, Aufschieberitis, Kind, Liebe, Meditation, Prokrastination, Prozess, Sein, Teile, Transformation, unangenehm, Wahrnehmung
Wenn ich etwas Notwendiges nicht gerne erledige (z.B. eine unangenehme Büro- oder Hausarbeit oder ein schwieriges Gespräch), bemühe ich mich, es achtsam zu tun. Obwohl ein Teil in mir am liebsten sofort wieder weglaufen oder es schnell schnell, ohne richtig dabei zu sein, tun würde, mache ich es bewusst langsam. Ich nehme mir Zeit zu spüren, was diese Handlung in mir aktiviert und nehme dies beschreibend zur Kenntnis: “Ah ja, da ist die Angst, dass… Oho, da meldet sich das rebellische Kind… Aha, da sind Reste von Perfektionismus am Werk…” Indem ich ganz bei der Sache bin, bin ich auch ganz bei mir und diesen inneren Anteilen, die darauf warten, endlich liebevoll angenommen zu werden. Dadurch geschieht von ganz allein Transformation.
Ein solch achtsame Haltung ermöglicht Selbstverwirklichung in jedem Augenblick. Denn nur indem ich realisiere, was gerade in mir ist, kann ich ihm durch mein Handeln entsprechen. Achtsamkeit ist die einfachste Form von Meditation, die zudem alltagstauglich ist: Sie kommt ohne Hilfsmittel und ohne Aufsuchen bestimmter Orte aus. Sie wirkt, indem ich im Kontakt zur lebendigen Gegenwart bleibe. Jeder Mensch kann im Zustand der Achtsamkeit wesentlich mehr sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen und intuitiv Informationen empfangen, die über das Alltagsbewusstsein hinausgehen. Indem wir wahrnehmen und zulassen, was ist, geschieht Wandlung. Auch beim Geschirrwaschen und im Konflikt mit anderen.
Etwas Notwendiges nicht tun zu wollen, bedeutet nicht da sein zu wollen – weil es aus irgendwelchen Gründen unangenehm ist. Ich blockiere meinen Prozess, wenn ich mich gegen meine Wahrnehmung und mein jetziges Sein wehre. Merke ich dies, ist der erste Schritt die liebevolle Annahme des Unangenehmen. Als nächstes frage ich mich: “Wie kann ich es tun, damit es für mich so angenehm wie möglich wird?” Es gibt immer eine Antwort.
Text. Simone Meller, Foto: Iris Strang
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