Tag Archive | "Annahme"

Abgetriebene und verlorene Kinder annehmen


Frauen schulden ihren abgetriebenen oder verlorenen Kindern nichts. Ihre ungeborenen Kinder schlagen dies vor: Ich bin dein Kind. Und du bist meine Mutter. Eine solche Annahme des ungeborenen Kindes setzt Gefühle frei. Im Zulassen dieser erlösen sich Frauen von bislang unerkannter Last. Sie schenken sich Mutterschaft, Würde und Freiheit: Ja, du bist mein Kind. Und ich bin deine Mutter.

Und wenn eine Frau den einstigen Todeskampf ihres ungeborenen Kindes fühlt, so darf sie inmitten ihrer Tränen sagen: Ich bin ich. Und du bist du. Jede Mutter-Kind-Beziehung steht irgendwann vor der Auflösung der Symbiose. Auch die zwischen Mutter und ungeborenem Kind. Jede Seele darf ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich bin ich. Und du bist du. Du gehst deinen Weg. Und ich gehe meinen Weg.

Im Ertragen und Annehmen dieser Dualität liegt die Chance zur seelischen Reifung. Wie könnte Einheit erfahren werden, wenn sie niemals verlassen würde? Wie könnte Leben erfahren werden, wenn nicht gestorben würde? Jedes Leiden endet in der bedingungslosen Annahme des zu Erfahrenden. Annehmen ist leicht. Nur sich dagegen wehren und sträuben ist schwer. Wie könnte das Leichte ohne das Schwere erfahren werden?

Simone

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Einheitsbewusstsein ist keine nonduale Erfahrung


Dem Einheitsbewusstsein entspringt die Gleichwertigkeit, nicht aber die Vereinheitlichung alles Seienden. Im Einheitsbewusstsein akzeptiere ich Dualität: du darfst so sehr anders sein als ich. Ich weiß nicht, woher du kommst und wohin du gehst. Ja, wir wurzeln in einem Grund. Aber ich kenne nicht den Ort, an dem deine harte Knospe die Erde durchbohrte. Und ich kenne nicht den Ort, an dem du sanft vergehen wirst. Und ich kenne nicht deine unzähligen Schritte dazwischen. Ich akzeptiere dieses Erleben von Trennung und lasse mich darauf ein. Im Annehmen von Dualität bin ich plötzlich eins. Deins ist meins. Weil ich bei mir blieb und dich ließ. Einheitsbewusstsein ist nicht eins sein. Einheitsbewusstsein entspringt nondualen Erfahrungen, aber es ist nicht identisch mit ihnen.

Simone

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Willkommen


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Dem Himmel sei Dank für unsere Freiheit


Wenn du etwas tust, was mir gegen den Strich geht, erlebe ich ein inneres Tohuwabohu. Sobald ich dein Tun akzeptiere, finde ich Frieden. In der bedingungslosen Bejahung meines Seins und deines davon unterschiedenen Seins, kann ich deiner Eigen-Willigkeit in Würde begegnen. Das ist eine wunder-volle Erfahrung. Plötzlich erlebe ich mich in unserem Getrenntsein als verbunden. Ich finde im Unvereinbaren die Vereinigung. Vielleicht können wir diese Erfahrung sogar teilen, dann haben wir beide trotz oder gerade wegen unserer Unterschiedlichkeit Anteil an derselben Erfahrung! Und dort, wo das nicht möglich ist, lebe ich sie lautlos in meinem Herzen, ohne dass dir oder mir etwas verloren ginge. In der äußeren Distanz kann ich dir innerlich nah sein und dem Himmel für unsere Freiheit danken.

Simone Meller

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