Posted on 10 November 2010.
kein dekohärentes zerfallen von ich-grenzen aus ich-schwäche
sondern kohärentes hineinlassen bislang ausgegrenzter aspekte
kein zurück weichen vor schwellen angemessener selbstwerdung
sondern wachsen von schwelle zu schwelle immer wieder neu
kein bedürfen des anderen so-seins für mein wohl in begegnung
sondern verantworten von fülle wie wo mit wem auch immer ich bin
kein mangel durch loslassen die weite suchender menschen
sondern freigebende liebe satt in bezogener schwingung wohin auch immer
simone meller
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Posted on 04 September 2010.
Jede Biografie hinterlässt Spuren und Prägungen. Nur weil wir den transzendenten Raum betreten, hören diese Wahrnehmungsfilter und Projektionen nicht auf. Im Gegenteil, sie präsentieren uns Täuschungen und Gaukeleien, die in Resonanz zu unseren unbewussten Wünschen und Ängsten stehen. Dieses Phänomen der unterschiedlichen Ausdeutung von Energien beschert uns die bunte Landschaft an widersprüchlichen Channelings und letztlich auch die Religionskriege (s. Die Vielfalt Gottes).
Wollen wir klar werden, ist es hilfreich, sich immer wieder neu auf die bedingungslose Liebe zu zentrieren. Mit diesem Anker können wir achtsam unsere psönliche Wunsch- und Angstparade beobachten und der Transformation anvertrauen. Aber auch hier können wir uns täuschen: In der Meditationsbegleitung beobachte ich, wie Menschen ihre Absicht erklären, in die Klarheit zu gehen oder etwas ins Herz zu nehmen, ohne dabei in ihrem Wort zu sein. Ich kenne das auch aus meiner eigenen Entwicklung. Es geschieht unbewusst, weshalb es hilfreich ist, von Zeit zu Zeit gemeinsam zu meditieren und sich in den Wahrnehmungen zu ergänzen.
Oft ist das, was wir derzeit noch “Medialität” oder “Channeln” nennen, zwar durchaus geistige Kommunikation (offen gesagt: ich kenne nichts, was nicht geistige Kommunikation wäre), aber mit unseren lichtvoll verkleideten dunklen Anteilen. Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold. Wenn ich das in einer Meditationsbegleitung wahrnehme, stelle ich meine Sicht als eine ergänzende Wahrnehmung zur Verfügung. Ich rege an, das vermeintlich Glanzvolle ins Herz zu nehmen und achtsam zu spüren, was geschieht. Manchmal ist dieser Schritt der Transformation eine Kleinigkeit (dann war das Persönlichkeitsthema in der Regel bekannt und schon zu großen Teilen bearbeitet). Manchmal werden Schmerzen frei gesetzt, die überhaupt erst Zugang zu einem lange verdrängten Thema schaffen.
Lässt sich das Thema im transzendeten Raum bearbeiten, bleiben wir dort. Manchmal ist es der Erschütterung angemessener, in ein “normales” Gespräch zu wechseln. Dies ist fallweise auch deshalb sinnvoll, weil die bestehende Wahrnehmungsverzerrung vermehrt zu eingetrübten Bildern und Falschinformationen in der Meditation führt. In den Herzensgesprächen schwingen wir oft auch fließend hin und her, da gibt es kein Dogma, sondern nur “Freistil” und stete Orientierung an deinem Heilungs- und Entwickungsprozess.
Eine allgemein bekannte Herausforderung in der Meditation besteht darin, wahrgenommene Bilder, Empfindungen und Texte nicht vorschnell mit eigenen Konzepten zu überformen. Das ist leichter gesagt als getan. Denn wie willst du beispielsweise Licht oder einen Engel wahrnehmen, wenn du kein Konzept davon hast? Auch die, die angeblich konzeptfrei durchs Leben gehen, sind nicht frei von Bewertungen. Ein Bekannter von mir, mit dem ich gelegentlich gemeinsam meditiere, kommentiert viele unserer gemeinsamen Bilder mit “Schööön!”. Wenn seine Schön-Bewertungen versiegen, weiß ich, dass ihm die aktuellen Bilder gerade gegen den Strich gehen. Wiederum nimmt er manchmal Geschehnisse wahr, die mir durch die Maschen gerutscht sind.
Wie können wir das Problem der Überformung vermeiden? Indem wir den Bildern, Empfindungen und Texten ihren Lauf lassen, anstatt mit eigenen Vorstellungen dirigierend einzugreifen. Das ist nicht immer einfach. “Channeln” wir beispielsweise eine uns positiv stimmende Nachricht, ist es ein Leichtes, unbemerkt Teile unseres persönlichen Wunschkonzerts (Perfektionismus!) mit einfließen zu lassen. Aber auch die Zweifler auf der ewigen Hut vor der “Verdunklungsgefahr” haben ein Problem: Sie resonieren in ihrer Angst vor einer fehlerhaften Wahrnehmung (Perfektionismus!) ebenfalls stärker mit der Dunkelheit als mit dem Licht. Im transzendenten Raum besteht also das Risiko, dich entweder blenden zu lassen oder zu sehr an dir zu zweifeln. Beides sind Spielarten der Dunkelheit. Erst in der liebevollen Mitte werden die Spielarten des Perfektionismus erlöst, nämlich dort, wo alles sein darf und in seiner Vollkommenheit anerkannt wird.
Auch hier geht es nicht um Lippenbekenntnisse. In Meditationsbegleitungen beobachte ich, wie Szenen zugunsten einer Idealvorstellung von Frieden u.ä. aufgelöst oder unverbundene Fragmente mutwillig zusammengefügt werden. Das ist heikel, weil es unerkannt das Persönlichkeitswachstum hemmt, und eine Chance, wenn die eigenen Projektion erkannt und zurückgenommen werden kann. Ein Beispiel: Im transzendenten Raum begegnen wir nicht nur schönen Bildern, sondern auch solchen, die uns schrecklich vorkommen. Dazu zählen teuflische Archetypen, also fratzenhafte, aber auch herrlich ausschauende Seelenbilder, die für die destruktiven Kräfte in uns stehen. So wie wir uns im Täglichen gerne vom Hässlichen abwenden, geschieht das auch reflexhaft in der Meditation. Der zweite Impuls ist häufig eine vorschnelle Befriedung, da wird der Fratze eine Nuckelflasche aus Liebe gereicht oder eine alles versöhnende Umarmung inszeniert. Die dahinter stehenden Motive sind ehrenwert, doch verschleiert solches “Dazwischenfunken” die tatsächliche Dynamik der Bilder. In der Meditationsbegleitung ermutige ich dazu, sich den Bildern zu stellen und abzuwarten, was geschehen möchte. Dadurch erhellt sich vieles auf überraschende Weise. Es entstehen tiefe, nonverbale Gewissheiten. Wiederum gibt es auch viele Meditationssituationen, in denen wir aufgefordert sind, uns mit unseren Impulsen, Wissen und Absichten aktiv einzubringen.
Wir brauchen also nicht nur Sensibilität für die Selbsttäuschung im transzendenten Raum (der keineswegs objektiver ist als unsere äußere Welt), sondern auch ein Gefühl für prozessorientierte Angemessenheit. Ich rege dort zur Skepsis an, wo die allerschönsten Meditationserfahrungen erzählt und die Schatten im transzendeten Raum ausgeblendet werden. Ich bin zuversichtlich, wenn Menschen den Eindruck haben, in ihrer meditativen Entwicklung zu stagnieren. Zumeist liegt es daran, dass sie an ihrem Schatten nicht vorbei kommen. Ich begleite sie beim Erlösen dieses Schattens in der bedingungslosen Liebe. Dabei entsteht Klarheit.
In der Meditation erfahren wir uns selbst als spirituelles Wesen. Wir werden konfrontiert mit Spiegelungen unseres Seins. Wir lernen, uns einerseits dem Strom der Bilder zu ergeben, ohne der Verblendung zu verfallen; andererseits das Geschehen zu reflektieren, ohne es durch perfektionistische Überformung zu zerstören. Was in Worten kompliziert scheint, ist in korrekter Praxis einfach zu erfahren. Korrekt bezieht sich nicht auf die richtige Anwendung einer (traditionellen) Technik, sondern auf die permanente Ausrichtung des Prozesses auf die bedingungslose Liebe. Wir werden tausende Male vom Weg abkommen und ihn tausende Male wieder finden im Glauben, ihn jetzt nicht mehr zu verlieren. Denn das ist der Weg.
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Dies ist eine Unterseite meines Informationsangebots über Psychotherapie. Ich biete Heilungs- und Meditationsbegleitung am Telefon (überregional), Kurz-/Langzeit- und Intensivtherapie (in Hamburg) sowie Krisenintervention bis hin zu 24-h-Begleitung in besonderen Notfallsituationen (vor Ort).
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Text: Simone Meller | Foto: Ren, Pixelio
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Posted on 04 August 2010.
Die heimliche Angst zu scheiternDie heimliche Angst zu scheitern lässt uns Neues erst gar nicht versuchen. Die Angst zu scheitern ist der Tod jeder neuen Idee. Aber auch der Leichtsinn kann zum Scheitern führen. Was die Angst dramatasiert, fegt der Leichtsinn vom Tisch. Wie immer gibt es einen versöhnten Weg der Mitte, in dem der Idee vertraut und eine angemessene Risikoabwägung vorgenommen wird.
Nehmen wir das Beispiel einer Präsentation vor der Geschäftsführung. Eine solche Präsentation gelingt nur, wenn wir der Idee vertrauen und uns auf etwaige Schwierigkeiten (heikle Punkte, kritische Fragen, Ablehnung, Zeitknappheit, Störungen etc.) vorbereiten. Bei dieser Vorbereitung geht es zwar auch um fachliche, kommunikative und rhetorische Aspekte, doch vor allem ist es wichtig, sich auf die Situation einzustimmen.
Das gelingt, wenn wir still werden oder in einem ruhigen und langsamen Gespräch einem Freund unsere konkreten Wahrnehmungen und Phantasien schildern. Dadurch werden automatisierte innere Prozesse verlangsamt und überhaupt erst bewusstseinsfähig; das ist etwa so, als wenn wir ein Video in Zeitlupe anschauen. Nun geht es darum, alles, was uns bei dieser inneren Reise begegnet, in die Mitte, also in die annehmende Liebe zu bringen, und zwar das Drama genauso wie die Ignoranz von Schwierigkeiten, die sich oft in Phantasien der eigenen Großartigkeit zeigen. Die Verführung dabei zu schummeln (“husch husch weg”) ist groß, wie ich in Coachings häufig erlebe. Dann funktioniert es nicht.
Doch wer sich wahrhaftig auf einen solchen Prozess einlässt, den ich auch Herzensgespräch nenne, erfährt fundamentale Veränderung. Liebe ist nicht nur ein riesiger Transformator, sondern auch ein unglaublich weiser Ratgeber. Wir erleben, wie sich unsere Ausstrahlung, Präsenz und Kommunikation verändern und damit auch die Situationen, die wir betreten. Wir haben unsere Resonanz verändert und dürfen entsprechend veränderte Erfahrungen machen.
Kurz: Die Angst zu scheitern muss nicht der Tod einer neuen Idee sein, wenn sie als Chance genutzt wird, mehr Liebe in sich, die Situation, das Unternehmen fließen zu lassen. Das klingt zwar wie im Märchen, aber das Schöne daran ist, dass es wirklich funktioniert. Wenn wir uns die Zeit nehmen, auf die Stille einlassen und uns dem stellen, was kommt. Es ist einfach – wenn wir es wählen.
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