Kategorie | Klartext

Ein Seelendialog über das Leid

A: Darf ich dich loslassen, obwohl ich sehe, dass du etwas leidvolles spielst?
B: Ja, denn du darfst mir nicht mein Leid nehmen. Du kannst ja gar nicht wissen, wofür ich es noch brauche!
A: Aber ich könnte dir Leid ersparen. Warum musst du leiden, wenn es doch andere Wege gibt?
B: Ich will meine eigenen Erfahrungen machen.
A: Warum kannst du nicht von meiner Erfahrung profitieren?
B: ich will meine eigenen Erfahrungen machen. Bitte stell’ dich nicht über mich. Lass’ mich in Liebe los und sei für mich da, wenn ich dich brauche. Jetzt will ich deine Hilfe nicht. Bitte geh’!
A: Ja. Ich liebe dich.
B: Ich liebe dich.
A: Bist du sicher, dass…?
B: Ja.
A: Und was, wenn ich zweifle, ob ich nicht doch hätte helfen können?
B: Das ist dein Problem, vielleicht sogar dein Leid. Mach’ es nicht zu meinem. Du wähltest einst, dich davon zu befreien. Warum sollte ich es dir abnehmen, indem ich so werde, dass es dich nicht mehr schmerzt?
A: Danke, dass du mich erinnerst, was ich will.
B: Danke, dass du mich erinnerst, was ich bin.
A+B: Wir sind eins, das sich trennt, um den Unterschied zu erfahren.
A: Ich geh’ jetzt meine Hausaufgaben machen…
B: … und ich meine.

Simone Meller

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