Wenn ein Mensch Schmerzen leidet, derer er sich noch nicht liebevoll angenommen hat, verteilt er Spitzen an Menschen, die ihn durch ihre Art zu sein daran erinnern.
Wenn ich weiß, wer ich bin, erreichen solche Pfeilspitzen nur meine geschmeidige Seelenhaut, die mir anzeigt, wo ich anfange und aufhöre – und wo der andere beginnt.
In der Geborgenheit meiner selbst brauche ich nicht zurück zu schießen, denn weder wurde ich erschüttert noch verletzt, sondern nur berührt.
Ich fühle diese Berührung und höre den Ruf der fremden Wunde… Sie ruft nach Liebe.
Zwar kann ich dieses Leiden in mein Herz nehmen und auch die durchlöcherte Seelenhaut des anderen, doch nichts entlässt ihn aus der Aufgabe, sich selbst erkennen und lieben zu lernen.
Simone Meller
Foto: Maren Beßler/Pixelio

